Für die Frauen-Bundesliga steht ein möglicher Strukturwechsel an. Am 18. September 2026 will der Deutsche Fußball-Bund darüber entscheiden lassen, ob die Liga organisatorisch auf den FBL e.V. übergeht.
Das ist mehr als ein Verwaltungsakt: Mit der Entscheidung würden Zuständigkeiten, Aufgaben und finanzielle Regelungen neu sortiert. Wirksam würde der Schritt aber nur, wenn der DFB-Bundestag zustimmt.
Was der Bundestag am 18. September entscheiden soll
Der außerordentliche Bundestag ist das Gremium, in dem die Delegierten des DFB über zentrale Verbandsfragen abstimmen. Auf der Tagesordnung stehen Satzungsänderungen und die vertraglichen Grundlagen für die Übertragung der Frauen-Bundesliga auf den FBL e.V.
Mit der geplanten Ausgliederung soll die Verantwortung für Durchführung und Vermarktung der höchsten deutschen Frauen-Spielklasse künftig nicht mehr beim DFB liegen, sondern beim FBL e.V. Ausgliederung bedeutet in diesem Zusammenhang also eine neue organisatorische Zuständigkeit.
Für die Liga wäre das ein deutlicher Einschnitt. Solange die Delegierten nicht zustimmen, bleibt jedoch die bisherige Struktur bestehen.
Der Weg dorthin war schon vorbereitet
Der Beschluss kommt nicht überraschend. Ende Mai hatten sich der DFB und der FBL e.V. grundsätzlich auf einen Grundlagenvertrag verständigt. Am 3. September 2026 kam nach Angaben des Verbandes auch die Einigung auf den Pachtvertrag hinzu.
Der Grundlagenvertrag legt den Rahmen fest, der Pachtvertrag enthält die konkreteren Regeln für die künftige Zusammenarbeit. Dass die relevanten Dokumente seit dem 28. Juli 2026 auf der DFB-Seite öffentlich aufgeführt waren, zeigt zugleich, dass die Vorarbeiten schon länger liefen.
Entscheidend ist jetzt nicht mehr die Vorbereitung, sondern das Votum der Delegierten.
Was bei der neuen Struktur beim DFB bleibt
Die geplante Neuordnung bedeutet nicht, dass sich der DFB aus dem Frauenfußball zurückzieht. Nach Angaben des Verbandes will er sich künftig stärker auf die Frauen-Nationalmannschaften, den DFB-Pokal sowie den Frauen- und Mädchenfußball in den weiteren Spielklassen konzentrieren.
Zur finanziellen Gesamtvereinbarung gehören außerdem Vergütungen für die Abstellung von Spielerinnen zu den Nationalmannschaften, Leistungen für die Nachwuchsförderung, die weitere Professionalisierung des Schiedsrichterwesens und der Aufbau der künftigen Ligastrukturen. Damit verschieben sich die Aufgaben, ohne dass der DFB aus allen Bereichen verschwindet.
Für Vereine und Spielerinnen ist vor allem relevant, dass Zuständigkeiten klarer verteilt werden sollen. Ob sich das im Alltag spürbar auswirkt, hängt davon ab, wie reibungslos die Zusammenarbeit zwischen Liga, Verband und den übrigen Spielbereichen funktioniert.
Jetzt entscheidet das Votum der Delegierten
DFB-Präsident Bernd Neuendorf bezeichnete die Einigung über den Pachtvertrag als wichtigen Schritt für die Zukunft der Frauen-Bundesliga. Gleichzeitig machte er klar, dass nun der Bundestag am Zug ist. DFB-Generalsekretär Dr. Holger Blask will dem Gremium die Zustimmung empfehlen.
Bemerkenswert ist vor allem die Reihenfolge: Erst werden Vertragswerk und Satzungsänderung vorbereitet, dann folgt die Abstimmung, erst danach die mögliche Übertragung. Der Prozess ist damit weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen.
Wenn die Delegierten zustimmen, beginnt anschließend die Umsetzungsphase. Der Übergang wäre dann frühestens nach der Übergangssaison 2026/2027 zum 1. Juli 2027 vorgesehen. Bis dahin bleibt die bisherige Struktur maßgeblich.
Mehr als ein formaler Termin
Die Abstimmung am 18. September ist damit mehr als ein Punkt im Verbandskalender. Sie entscheidet darüber, ob die Frauen-Bundesliga künftig mit einer anderen organisatorischen Zuständigkeit arbeitet und wie sich die Aufgaben zwischen Liga und DFB neu verteilen.
Für den Frauenfußball in Deutschland geht es vor allem um Struktur und Zuständigkeiten. Wie sich die neue Ordnung im Alltag auswirkt, wird sich erst zeigen, wenn der Übergang tatsächlich umgesetzt wird.
Was von der Entscheidung am Ende übrig bleibt
Am 18. September fällt noch nicht die fertige neue Ordnung, sondern zunächst nur die Entscheidung darüber, ob sie überhaupt kommen darf. Genau darin liegt die Bedeutung des Termins: Der formale Beschluss ist die Voraussetzung für alles, was danach folgt.
Für Vereine, Liga und Verband dürfte nun vor allem entscheidend sein, ob aus der geplanten Neuordnung ein belastbares Modell wird. Erst in der praktischen Umsetzung zeigt sich, ob die neue Struktur die angekündigte Klarheit tatsächlich bringt.
Quellen
- DFB: Präsidium beruft Außerordentlichen Bundestag für 18. September ein
- DFB: Einigung auf Grundlagenvertrag zur Übertragung der Frauen-Bundesliga
- DFB: Satzung und Ordnungen





