– FCI fördert Data Science im Chemiestudium mit 1,6 Millionen Euro.
– 23 Hochschulen erhalten Mittel für digitale Lehrkonzepte.
– Eigenbeteiligung der Hochschulen in Höhe von 20 Prozent vorgeschrieben.
Fast 1,6 Millionen Euro für Data Science im Chemiestudium
Der Fonds der Chemischen Industrie (FCI) stellt am 5. Mai 2026 knapp 1,6 Millionen Euro bereit, um Data Science dauerhaft im Chemiestudium zu verankern. Von der Förderung profitieren 23 Hochschulen und Universitäten, darunter 19 Universitäten und 4 Hochschulen.
Mit der Unterstützung reagiert der Fonds auf den digitalen Wandel in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Aus Sicht des FCI müssen sich Lehre und Ausbildung stärker an datengetriebenen Arbeitsweisen orientieren, damit Studierende auf die Anforderungen der Branche vorbereitet sind.
FCI-Geschäftsführerin Ulrike Zimmer sagt: „Die ausgewählten Projekte überzeugen durch innovative Lehrkonzepte. Sie sind vielfältig, qualitativ stark und zeigen, wie sehr sich die Anforderungen im Chemiestudium verändern. Ganz klar ist: Studierende brauchen eine Ausbildung, die mit der technologischen Entwicklung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie Schritt hält. Genau hier setzen wir mit unserer Förderung an: Data Science gehört ins Chemiestudium. So stärken wir Qualifikation, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit“.
Welche Inhalte an den Hochschulen gefördert werden
Im Mittelpunkt stehen Lehrkonzepte, die datenwissenschaftliche Methoden fest in das Studium integrieren. Dazu zählen unter anderem Künstliche Intelligenz in der Datenanalyse und Prozessoptimierung, Laborautomatisierung, praxisnahe Programmierangebote sowie elektronische Laborjournale.
Viele der geförderten Vorhaben sind interdisziplinär angelegt. Sie verbinden Chemie gezielt mit Informatik und Statistik und tragen damit einem Fachprofil Rechnung, das sich zunehmend in Richtung digitaler Methoden entwickelt.
An einzelnen Standorten sind solche Ansätze bereits erprobt worden. Nach Angaben von NFDI4Chem kamen an Universitäten in Aachen, Ulm und Kaiserslautern digitale Werkzeuge wie Chemotion und eLabFTW in der Chemie-Lehre zum Einsatz, etwa für ELN-basierte Laborprotokolle. Die nun angekündigte Förderung greift diese Entwicklung auf und soll entsprechende Konzepte breiter in der Lehre verankern.
Auch die engere Verbindung von Chemie und Datenanalyse zeigt sich bereits institutionell. So bietet die Technische Hochschule Mannheim laut Hochschule seit 2023 den Bachelorstudiengang „Biologische Chemie & Data Science“ an, mit Modulen zu Statistik, Datenanalyse, Bioinformatik und Machine Learning. Solche Angebote verdeutlichen, wie sich das Chemiestudium inhaltlich weiterentwickelt.
Hochschulen beteiligen sich mit eigenen Mitteln
Die Förderung ist nach Angaben des Fonds nicht nur als Anschub für Einzelprojekte angelegt. Ein wesentliches Element ist die verpflichtende Eigenbeteiligung der Hochschulen: Zusätzlich zu den Mitteln des FCI müssen sie eigene Gelder in Höhe von 20 Prozent der Fördersumme einbringen.
Damit versteht der Fonds die Förderung als gemeinsames Investment in die Qualität der Lehre. Die Hochschulen werden so unmittelbar in den Ausbau ihrer Studienangebote eingebunden.
Bundesweite Förderung an 23 Standorten
Die geförderten Einrichtungen verteilen sich bundesweit auf Universitäten und Hochschulen in Aachen, Berlin, Clausthal, Dortmund, Duisburg-Essen, Freiburg, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Jena, Kaiserslautern, Karlsruhe, Konstanz, Leipzig, Mainz, Saarbrücken, Ulm, Wuppertal und Würzburg sowie in Dresden, Gelsenkirchen, Mannheim und Nürnberg.
Aus Sicht des Fonds zeigt diese breite Verteilung, dass der Aufbau von Datenkompetenz in der naturwissenschaftlichen Ausbildung kein Nischenthema einzelner Fachbereiche ist. Vielmehr wird der Umbau des Chemiestudiums als Aufgabe verstanden, die unterschiedliche Hochschultypen und Regionen gleichermaßen betrifft.
Förderung eingebettet in breiteres Bildungsengagement
Die Unterstützung für Data Science im Chemiestudium ist Teil eines größeren Förderrahmens. Der FCI, 1950 gegründet und Förderwerk des Verbandes der Chemischen Industrie, stellt für 2026 rund 14,7 Millionen Euro für Grundlagenforschung, den wissenschaftlichen Nachwuchs und den Chemieunterricht an Schulen zur Verfügung.
Die jetzige Förderung der Hochschullehre fügt sich damit in ein umfassenderes Bildungs- und Forschungsengagement ein. Zugleich unterstreicht sie nach Auffassung des Fonds eine grundsätzliche Entwicklung: Naturwissenschaftliche Ausbildung muss sich stärker an digitalen Arbeitsweisen ausrichten. Die geförderten Projekte sollen diesen Wandel im Chemiestudium dauerhaft voranbringen.
Die nachfolgenden Inhalte basieren auf einer Pressemitteilung des Fonds der Chemischen Industrie, der im Verband der Chemischen Industrie e.V. organisiert ist.
Weiterführende Quellen:
- „Die Technische Hochschule Mannheim bietet seit 2023 den Bachelorstudiengang Biologische Chemie & Data Science mit Modulen zu Statistik, Datenanalyse, Bioinformatik und Machine Learning an.“ – Quelle: https://www.hs-mannheim.de/biologische-chemie.html
- „An Universitäten in Aachen, Ulm und Kaiserslautern werden digitale Tools wie Chemotion und eLabFTW in der Chemie-Lehre eingesetzt, z. B. für ELN-basierte Laborprotokolle (Stand: 2024).“ – Quelle: https://nfdi4chem.de/de/digitalkompetenz-in-der-universitaren-chemie-vermitteln/
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Der Fonds der Chemischen Industrie macht deutlich, dass der digitale Wandel die Ausbildung im Chemiestudium betrifft: Data Science soll dauerhaft in die Lehre integriert werden. Das ist mehr als eine kurzfristige Projektförderung, weil die ausgewählten Konzepte gezielt datenwissenschaftliche Methoden wie Künstliche Intelligenz, Laborautomatisierung und elektronische Laborjournale in den Studienalltag bringen sollen.
Für Studierende heißt das: Sie sollen besser auf datengetriebene Arbeitsweisen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie vorbereitet werden. Hochschulen müssen dafür eigene Ressourcen einbringen (Eigenbeteiligung von 20 Prozent), damit neue Lehrformate und digitale Werkzeuge nicht nur getestet, sondern nachhaltig ausgebaut werden. Auch zeigt die bundesweite Verteilung, dass der Aufbau von Data-Science-Kompetenz als Aufgabe des gesamten Wissenschafts- und Ausbildungsfelds verstanden wird.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Worum geht es bei der Förderung konkret?
Gefördert werden Lehrkonzepte, die datenwissenschaftliche Methoden fest im Chemiestudium verankern, etwa mit KI, Laborautomatisierung, Programmierangeboten und elektronischen Laborjournalen.
Wer profitiert von den Mitteln?
23 Hochschulen und Universitäten in verschiedenen Städten in Deutschland, darunter sowohl Universitäten als auch Hochschulen.
Warum müssen Hochschulen eigene Gelder zahlen?
Die Eigenbeteiligung (20 Prozent der Fördersumme) soll sicherstellen, dass die Hochschulen sich aktiv am Ausbau der Studienangebote beteiligen.
Welche Ausbildungsentwicklung ist damit verbunden?
Der Fonds ordnet die Förderung in den digitalen Umbau der naturwissenschaftlichen Ausbildung ein – mit dem Ziel, Qualifikation und Wettbewerbsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen zu stärken.
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11 Kommentare
finde gut das ELN, Laborautomatisierung und datenanalysis gefördert werdn, pedagigische frage bleibt: wie werden dozenten geschult und wie passt das in semesterzeiten? praktische Übungen mit eLabFTW könnten helfen, hier mehr material: /ressourcen/eln-anleitungen und /projekte/chemie-digital, wer macht lehrmaterial selber?
stimme zu, lehrkräfte brauchen training, kurze workshops und modulbaukästen wären nützlich, sonst bleibt alles theorie, vlt kooperation zwischen unis und industrie hilft, mehr dazu auf /fortbildung/lehre-digital, hat jemand schon solche workshope besucht und kann berichten?
wichtig ist auch evaluation: welche kpi verwendet man um erfolg zu messen? studentische kompetenz in data science, jobplacements, publikationen? link /evaluation/foerderprojekte könnte vorlagen geben, wie dokumentiert ihr lernerfolge mit elektronischen laborjournals?
neutral gesehen ist die förderung sinnvoll, aber ob das 1,6 millionen reicht für dauerhafte verankerung ist fraglich, FCI nennt 14,7 mio für 2026 insgesamt, doch institutionalisierung kostet mehr, die verpflichtende eigenbeteiligung von 20% drückt kleinere hochschulen, siehe /ueber-uns/fci und /evaluation/foerderprojekte, wie soll man wirkung messen ohne klare kpi?
positiv find ich das interdisziplinär gedacht wird, biologische chemie & data science modelle sind zukunft, aber lehrpläne müssen angepasst werden, mehr statistik, bioinformatik und machine learning module reingeben, lehrer brauchen fortbildung und zeit, schau /studiengaenge/biologische-chemie-data-science und /fortbildung/lehre-digital, was meint ihr wie schnell das geht?
gute frage zu jobperspektiven, werdn grad mehr datenjobs in pharma entstehen? studiengangsänderung klingt toll aber wie stehen die chancen auf jobs mit kombi kenntnise, statistik und ml sind wichtig, link: /karriere/data-science-chemie hilft vlt, hat das jemand geprüft?
freut mich das eLabFTW und Chemotion erwähnt sind, praxis mit ELN und digitale laborprotokolle sind wichtig, aber wie kommen studis an echte daten für Machine Learning? muss mehr datenmanagement und statistik im studium sein, links: /tools/eln und /ressourcen/datenmanagement sind sicher nützlich, wer kennt kurse dazu an seiner uni?
stimme zu, die lehrkonzepte müssen praxisnah sein, mehr programmierangebote und statistik module brauchts, nicht nur theorie, es fehlt oft praxis, siehe /courses/ml-chemie oder /studium/chemiestudium, wie verbindet man praktikumszeiten mit datensammlung ohne privacy probleme, wer hat erfahrung?
interessant das 23 standorte gefördert werden, aber ist das regional gerecht verteilt? kleinere fachbereiche werdn oft übersehen, und wie sollten hochschulen zusammen arbeiten, damit tooling wie Chemotion bundesweit genutzt wird? schau auch /news/hs-mannheim und /projekte/eln
finde das mit dem FCI gut und wichtig das DataScience ins chemiestudium kommt, aber wie soll das praktisch laufen in kleinen labors ohne grosse infra? Künstliche Intelligenz, Laborautomatisierung und ELN sind super idee, doch fehlt oft lehrpersonal und budget, siehe /blog/data-science-chemiestudium und /projekte/chemie-digital, meint ihr 20% eigenanteil reicht wirklich?
guter punkt, 20 prozent ist für viele unis schwer, die uni kann nicht so viel zahlen wenn forschung und gebäudekosten auch steigen, die förderung muss mehr langfristig sein und lehrer weiterbildung haben, mehr infos auf /faq/foerderung oder /projekte/chemie-digital, wie soll das nachhaltig gestelt werdn?