– VC-Flughafencheck 2025 führt risikobasierte Methoden für sicherheitswirksame Flughafenbewertungen ein.
– Primärer Fokus auf Vermeidung von Runway Incursions, Excursions sowie moderner GPS-Backup-Infrastruktur.
– Platz 1 im Ranking: Flughafen Leipzig, gefolgt von München und Zürich.
Neuer VC-Flughafencheck 2025 zeigt Leipzig an der Spitze und setzt auf risikobasierte Sicherheitsbewertung
Die Vereinigung Cockpit (VC) veröffentlicht mit dem VC-Flughafencheck 2025 eine aktualisierte Version ihres Sicherheits-Rankings für deutschsprachige Flughäfen. Der Bericht erscheint jetzt mit einer neuen, risikoorientierten Methodik, die erstmals die Wirksamkeit konkreter Sicherheitsmaßnahmen gezielt gewichtet. Anstelle des bisherigen Notensystems kommt ein prozentuales Punktesystem zum Einsatz, das anschließend in Schulnoten umgewandelt wird. Damit erhalten auch Flughäfen mit baulichen Einschränkungen bessere Chancen auf gute Bewertungen, wenn sie gezielt in effektive Schutzmaßnahmen investieren.
Im Fokus stehen weiterhin die Vermeidung von kritischen Zwischenfällen auf Start- und Landebahnen, die sogenannten Runway Incursions und Excursions. Besonders wertvoll für die Bewertung sind nun daueraktive Stopbars und sogenannte Runway End Safety Areas (RESA), die eine wirkungsvolle Barriere bei Überfahrten bieten. Neu aufgenommen wurde das Thema GPS-Jamming: Angesichts geopolitischer Entwicklungen, etwa dem Krieg in der Ukraine, häufen sich Störungen der satellitengestützten Navigation. Der Flughafencheck berücksichtigt deshalb aktiv den Ausbau redundanter und robuster Navigationssysteme als wichtige Sicherheitsmaßnahme.
In der aktuellen Auswertung führt der Flughafen Leipzig das Ranking an. Entscheidend für die Spitzenposition waren dort vorbildliche Beleuchtungssysteme und der teilweise rund um die Uhr eingesetzte Stopbar-Betrieb. Leipzig hat damit München, den Vorjahressieger, auf den zweiten Platz verwiesen. Zürich behauptet seinen dritten Rang. Die VC betont, dass das neue Verfahren eine realistischere Einschätzung der Flughafensicherheit ermöglicht und gezielte Verbesserungen fördert. Alle Ergebnisse sind online abrufbar unter www.vc-flughafencheck.de.
Flughafensicherheit unter Druck: Warum neue Standards heute unverzichtbar sind
Die Sicherheit an Flughäfen steht weltweit vor zunehmend komplexen Herausforderungen. Internationale Vorfälle, technologische Entwicklungen und gesellschaftliche Erwartungen zwingen Betreiber, Behörden und Politik, Sicherheitsstandards kontinuierlich anzupassen. Im Mittelpunkt stehen dabei Maßnahmen gegen Runway Incursions und Excursions, das sind unbefugte oder unbeabsichtigte Bewegungen von Luftfahrzeugen auf Start- und Landebahnen. Solche Zwischenfälle bergen ein erhebliches Risiko für Passagiere und Personal, wie Unfälle am Flughafen Tokio-Haneda und der Absturz von Jeju Air Flug 2216 in den vergangenen Monaten eindrücklich gezeigt haben.
Parallel zu diesen Herausforderungen sorgt die Digitalisierung der Navigationssysteme für tiefgreifende Veränderungen. Viele Flughäfen setzen inzwischen auf GPS-basierte Anflüge, die hocheffizient und präzise sind. Doch geopolitische Spannungen und Sabotageversuche führen vermehrt zu sogenannten GPS-Jammings – absichtlichen oder unbeabsichtigten Störungen der Satellitensignale. Ohne ausreichende Backup-Systeme erhöht sich das Risiko für Fehler oder Flugabweichungen drastisch. Daher gewinnt der Aufbau redundanter Navigationsinfrastrukturen zunehmend an Bedeutung, um in kritischen Situationen eine hohe Betriebssicherheit gewährleisten zu können.
Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in der Methodik des aktuellen VC-Flughafenchecks 2025 wider. Die Vereinigung Cockpit beurteilt Flughäfen nun nach einem risikoorientierten Punktesystem, das besonders wirksame Sicherheitsmaßnahmen stärker gewichtet und so realistischere Bewertungen ermöglicht. So werden beispielsweise Einrichtungen wie daueraktive Stopbars oder Runway End Safety Areas (RESA) hervorgehoben, die Interaktionen auf der Bahn effektiv regeln und Unfälle verhindern helfen.
Was sich für Reisende und Flughäfen ändert
Für Passagiere bedeutet die Verschärfung der Sicherheitsstandards meist verbesserte Schutzmechanismen, bei gleichzeitiger Modernisierung der Abläufe. Flughäfen erweitern oder optimieren ihr Beleuchtungssystem und erhöhen den Einsatz spezieller Sicherungsmaßnahmen, die dem Personal die Kontrolle über den Flugverkehr erleichtern.
Neue technologische Lösungen wie die dynamische „Follow the Greens“-Rollwegbefeuerung oder verbesserte Runway Guard Lights sorgen dafür, dass Piloten in Echtzeit klare und eindeutige Navigationshinweise erhalten. Diese Innovationen reduzieren Fehlerquellen und verbessern die Übersichtlichkeit, besonders bei Nacht oder schlechter Sicht.
Auch auf der behördlichen Ebene führt der Trend zu mehr Transparenz und internationaler Vergleichbarkeit: Die neuen Vergabekriterien erlauben eine faire Einordnung der Flughafensicherheit, unabhängig von baulichen Zwängen. So können selbst kleinere oder historisch gewachsene Flughäfen durch gezielte Maßnahmen hohe Sicherheitsstandards erreichen.
Risiken und Präventionsstrategien im internationalen Vergleich
Die wachsende Bedeutung der Flugverkehrssicherheit zeigt sich auch global. Flughäfen in mehreren Ländern stärken gemeinsam ihre Maßnahmen gegen die häufigste Ursache von Unfällen am Boden: Kollisionen durch unbefugte Bahnbelegungen. Die Integration von Stopbars, Runway-Safety-Teams und RESA-Flächen gilt als international bewährter Standard und wird zum Teil rund um die Uhr eingesetzt.
Parallel zur physischen Absicherung entwickeln sich auch digitale Strategien weiter, um Pilotinnen und Piloten vor Navigationsstörungen durch GPS-Ausfälle zu schützen. Der Ausbau von redundanten Systemen basierend auf konventionellen Anflugverfahren stellt sicher, dass Flugzeuge auch bei technischen Problemen sicher landen können.
Zur besseren Veranschaulichung hier einige der zentralen Herausforderungen und aktuellen Sicherheitsstandards:
- Runway Incursions und Excursions als führende Ursache für Unfälle am Boden
- Nutzung von daueraktiven Stopbars zur Verhinderung unkontrollierter Bahnbelegungen
- Einsatz von Runway End Safety Areas (RESA) zur Abmilderung von Überschuss- oder Ausrutschunfällen
- Ausbau von redundanten Systemen als Backup für GPS basierte Navigationshilfen
- Integration von dynamischer Rollwegbefeuerung und verbesserten Beleuchtungsanlagen
- Risikoorientierte, messbare Bewertung von Sicherheitsmaßnahmen für internationale Vergleichbarkeit
Der Sicherheitsdruck auf Flughäfen wird also weiter zunehmen. Die Digitalisierung und zunehmende Vernetzung in der Luftfahrt bieten Chancen, aber auch neue Angriffspunkte für Störungen. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten und steigender Passagierzahlen wächst die Bedeutung umfassender, resilienter Sicherheitskonzepte – vom Pilotenteam über die Bodencrew bis zur politischen Verantwortung.
Damit Flughäfen auch künftig sicher und effizient betrieben werden können, gilt es, sowohl Infrastruktur als auch Prozesse laufend zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Für Flugreisende bedeutet das mehr Sicherheit bei gleichzeitig optimierten Abläufen – eine Herausforderung, die nur durch koordiniertes Handeln aller Beteiligten gelingen kann.
Die in diesem Beitrag verwendeten Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit.