92% der Lehrer fordern mehr Finanzwissen: Studie zeigt dringenden Handlungsbedarf

Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.
Eine neue Studie des Bankenverbands zeigt, dass eine große Mehrheit der Lehrkräfte mehr Finanzbildung an Schulen fordert. 78 Prozent sprechen sich für ein eigenständiges Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“ aus, bemängeln aber fehlende Unterrichtsmaterialien und unzureichende Ausbildung. Der Verband sieht darin ein klares Signal für bessere Rahmenbedingungen im Bildungssystem.

Inhaltsverzeichnis

Über uns:
Seit über 20 Jahren sind wir im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und unterstützen Verbände, Organisationen und Institutionen mit fundierter Praxis- und Branchenexpertise. Unsere Arbeit wird durchweg positiv bewertet – unter anderem auf Trustpilot, ProvenExpert und in Google Bewertungen.

Unterstütze unsere Arbeit mit deiner Bewertung.
Große Konzerne kaufen Reichweite, wir setzen auf echte Leser. Deine positive Bewertung signalisiert dem Algorithmus Relevanz, stärkt unsere Sichtbarkeit und hilft, unabhängige Inhalte sichtbar zu halten.

Scanne den QR-Code oder klicke auf den Link. Du wirst direkt zu Google weitergeleitet.

– 92 Prozent der Lehrkräfte fordern mehr Finanzwissen an Schulen.
– 78 Prozent befürworten ein eigenes Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“.
– Viele Lehrkräfte fühlen sich für die Vermittlung nicht ausreichend ausgebildet.

Finanzbildung an Schulen: Lehrkräfte fordern mehr Unterstützung und mehr Fachwissen

Eine Studie des Bundesverbands deutscher Banken zeigt, dass 92 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an deutschen Schulen sich mehr Finanz- und Wirtschaftsbildung wünschen (Stand: 2026). Gleichzeitig fühlen sie sich in vielen Fällen noch nicht ausreichend vorbereitet: Knapp sechs von zehn Lehrkräften sehen sich durch ihre Ausbildung gut oder sehr gut auf den Unterricht in diesem Bereich vorbereitet (Stand: 2026). Als größtes Problem wird das Fehlen geeigneter Schulmaterialien genannt, das fast zwei Drittel der Lehrkräfte betrifft*. Viele Lehrkräfte übernehmen die Recherche von Unterrichtsinhalten selbst. Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, betont: „Die Lehrerinnen und Lehrer senden ein klares Signal: Finanzbildung braucht bessere Rahmenbedingungen.“ Er fordert, Finanz- und Wirtschaftsbildung im Schulsystem stärker zu verankern und den Stellenwert in der Ausbildung und den Lehrplänen zu erhöhen. Die Studie zeigt: Um Schülerinnen und Schüler auf die finanziellen Anforderungen des Lebens vorzubereiten, sind nachhaltige strukturelle Verbesserungen notwendig. Weitere Informationen zur Studie sowie die vollständigen Ergebnisse finden Sie auf der Studien-Detailseite des Bankenverbands.*

Stand der Finanzbildung in Deutschland: Föderale Unterschiede und Strategien der Kultusministerkonferenz

Die Integration von Finanzbildung in den Schulunterricht bleibt bundesweit uneinheitlich. Schülerinnen und Schüler erhalten je nach Bundesland unterschiedliche Angebote und Unterrichtsschwerpunkte. Während einige Länder bereits prägnante Finanzkompetenzen vermitteln, fehlt in anderen eine klare gesetzliche Regelung. Diese Diskrepanz erschwert eine einheitliche finanzielle Grundbildung und führt zu Ungleichheiten im Wissensstand junger Menschen. Die Gründe dafür sind vielfältig: fehlende Ressourcen, unterschiedliche Priorisierung der Themen sowie die uneinheitliche Ausbildung der Lehrkräfte. Das Ergebnis ist eine Mischung aus fortgeschrittenen und lückenhaften Angeboten, die nicht den Anforderungen einer modernen Finanzwelt gerecht werden.

Die Rolle der Kultusministerkonferenz und ihre Empfehlungen

Vor zehn Jahren empfiehlt die Kultusministerkonferenz (KMK) die Einbindung der Verbraucherbildung, einschließlich finanzieller Kompetenzen, in die Lehrpläne aller Bundesländer. Diese Empfehlung soll die Vermittlung von wirtschaftlichem Grundwissen fördern und so eine frühzeitige finanzielle Bildung sicherstellen. Bislang haben acht Bundesländer konkrete Maßnahmen ergriffen und die Empfehlungen in den Lehrplänen verankert*. Das zeigt: Obwohl die KMK eine wichtige koordinierende Instanz ist, fehlt es in der föderalen Praxis an einer bundesweiten Durchsetzung. Die Empfehlung bleibt somit weitgehend ein Appell, der noch nicht flächendeckend umgesetzt wurde. Dabei unterstreicht die historische Einordnung: Ihre Bedeutung liegt in der Absicht, eine bundesweit vergleichbare Basis an Finanzwissen zu schaffen und Ungleichheiten zu verringern.

Daraus ergibt sich die Herausforderung, die Empfehlungen der KMK in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. Ziel ist es, Lehrkräfte besser aus- und weiterzubilden sowie Unterrichtsmaterialien zu verbessern, um eine gleichmäßige Finanzkompetenz bei den Schülerinnen und Schülern zu fördern. Für die gesellschaftliche Bedeutung der Finanzbildung spricht, dass sie verantwortliches Handeln im Alltag ermöglicht und somit eine fundamentale gesellschaftliche Aufgabe darstellt.

Soll ein eigenständiges Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“ sein? Verschiedene Perspektiven im Überblick

Die Frage, ob Finanz- und Wirtschaftsbildung in der Schule als eigenständiges Fach eingeführt werden sollte, ist umstritten. Die Streitpunkte reichen von pädagogischen Konzepten bis hin zu der praktischen Umsetzung im Lehrplan. Während viele Befürworter die klare, strukturierte Vermittlung aller relevanten Themen anführen, sieht die Gegeninitiative eine stärkere Integration in bestehende Fächer.

Die deutsche Lehrergewerkschaft GEW positioniert sich kritisch und weist auf die Vorteile einer multiperspektivischen Einbindung in bereits etablierte Fächer hin. Sie argumentiert, dass eine verpflichtende Schulfachgruppe „Wirtschaft und Finanzen“ nicht zielführend sei und sogar kontraproduktiv wirken könne. Stattdessen schlagen sie vor, ökonomische Bildung in Fächern wie Mathematik, Geschichte oder Verbraucherbildung zu verankern.*

Diese Position betont die Vorteile der Verknüpfung mit bestehenden Lehrinhalten: Schüler:innen könnten dadurch wirtschaftliche Zusammenhänge im Kontext von Geschichte oder mathematischer Modellbildung besser erkennen und verstehen. Zudem seien Lehrkräfte in Fächern wie Mathematik oder Verbraucherbildung bereits mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet, was die Fortbildung sowie die Schulierung zukünftiger Lehrer:innen erleichtern würde.*

Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter eines eigenständigen Fachs, dass eine klare Zuordnung und eigenständige Unterrichtseinheiten eine stärkere Fokussetzung ermöglichen. Dies würde den Lernenden helfen, systematisch und umfassend wichtige Themen wie Geldmanagement, Altersvorsorge oder Geldanlagen zu durchdringen – Aspekte, die von Lehrkräften als zentrale Inhalte angesehen werden.*

Praktisch bedeutet die Einführung eines eigenständigen Fachs auch eine Anpassung der Lehrpläne und eine Erweiterung der Austausch- und Fortbildungsangebote für Lehrer:innen. Es müssten Materialien entwickelt und Lehrkräfte in diesem Bereich gezielt weitergebildet werden. Kritiker befürchten jedoch, dass eine zusätzliche Fachbindung die Unterrichtszeit und Ressourcen belastet, insbesondere wenn die Verankerung nur unzureichend unterstützt wird.

Letztlich hängt die Entscheidung von der gesellschaftlichen Priorisierung ab. Die Befürworter sehen in einem eigenständigen Fach einen entscheidenden Schritt, um das wirtschaftliche Verantwortungsbewusstsein junger Menschen zu fördern. Die Kritiker warnen hingegen vor einer Überfrachtung des Schulcurriculums und sprechen sich für eine stärkere Integration innerhalb bewährter Fächer aus.

Die Debatte zeigt, dass es keine einheitliche Lösung gibt. Klar ist: Beide Positionen sind von legitimen Argumenten getragen, und jede Seite setzt andere Schwerpunkte, um die gewünschte Zielgruppe bestmöglich zu erreichen.

Gesellschaftlicher Wandel braucht mehr Finanzbildung: Wie können Schulen und Politik nachsteuern?

Die Ergebnisse einer aktuellen Lehrkräftebefragung des Bankenverbands unterstreichen die steigende Bedeutung einer umfassenden Finanz- und Wirtschaftsbildung an deutschen Schulen. Zwar besitzen neun von zehn Lehrenden ein gutes bis sehr gutes Finanzwissen*, doch nur knapp sechs von zehn sehen sich durch ihre Ausbildung gut oder sehr gut vorbereitet*. Viele Lehrkräfte fordern daher strukturierte Verbesserungen im Schulunterricht, um Schülerinnen und Schüler künftig besser auf Herausforderungen in der Finanzwelt vorzubereiten. Die zentrale Forderung lautet, mehr Unterrichtszeit für wirtschaftliche Themen bereitzustellen, ein eigenständiges Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“ einzuführen und die Inhalte fest im Lehrplan zu verankern. Zudem sprechen sich 78 Prozent für ein Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“ in allen Bundesländern aus, bemängeln aber, dass geeignete Schulmaterialien fehlen, was sie dazu zwingt, Unterrichtsstoff selbst zu recherchieren. Diese Aufgabensteigerung belastet Lehrkräfte, die sich gleichzeitig eine stärkere Einbindung in die Lehramtsausbildung wünschen.

Angesichts dieser Herausforderungen stellt sich die Frage, wie Politik, Schulen und Gesellschaft gemeinsam den Weg zu einer besseren Finanzbildung ebnen können. Dabei bleibt offen, welche konkreten Schritte im föderalen Bildungssystem realistisch umsetzbar sind, um die vorgesehenen Änderungen wirksam zu verankern. Zudem ist unklar, wie die Finanzierung solcher Maßnahmen langfristig gesichert werden kann. Ebenso gilt es, die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren zu stärken, um nachhaltige Material- und Fortbildungsangebote zu schaffen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Eine bessere Finanzbildung ist keine reine Schulfrage, sondern ein Anliegen der gesamten Gesellschaft. Sie entscheidet maßgeblich darüber, wie verantwortungsvoll und selbstbestimmt zukünftige Generationen ihre Finanzen managen.

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. und enthält wichtige Erkenntnisse zur Finanz- und Wirtschaftsbildung an Schulen.

Weiterführende Quellen:

8 Antworten

  1. „Die Lehrkräfte brauchen bessere Materialien“ – das ist ein sehr guter Punkt! Vielleicht könnte man Online-Plattformen nutzen? Das würde helfen, Ressourcen zu teilen und den Austausch zu fördern.

    1. „Online-Plattformen“ sind eine tolle Idee! Ich habe schon von einigen gehört, aber sind sie alle qualitativ hochwertig? Wer prüft diese Materialien eigentlich? Das müsste klar sein!

  2. „Wirtschaft und Finanzen“ als Fach klingt gut! Aber ich mache mir Sorgen um die Finanzierung und die Zeit im Stundenplan. Gibt es da Ideen von den Kultusministerien oder von anderen Stellen?

  3. Die Forderungen sind wichtig! Wenn 78 Prozent für ein Schulfach sind, sollte das ernst genommen werden. Aber ich sehe auch die Herausforderung bei der Umsetzung: Wie kann man Lehrer besser ausbilden?

  4. Es ist interessant zu sehen, dass so viele Lehrer für ein eigenes Fach plädieren. Doch ist das wirklich der beste Weg? Vielleicht sollte man eher bestehende Fächer stärken, um mehr Wissen zu vermitteln.

    1. Ich denke auch, dass eine Integration in andere Fächer helfen könnte. In Mathe könnten sie z.B. lernen, wie man mit Geld umgeht. Was denkt ihr darüber?

    2. Ich frage mich, ob es nicht auch neue Unterrichtsmaterialien braucht. Die Lehrer sollten unterstützt werden, aber woher kommen diese Materialien? Gibt es Initiativen dafür?

  5. Die Studie zeigt, wie wichtig Finanzbildung ist. Ich finde es super, dass 92 Prozent der Lehrer mehr Unterstützung wollen. Aber was ist mit der Umsetzung? Fehlen den Schulen die Mittel oder die Motivation?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge