Finanzbildung in der Schule: 92% der Lehrkräfte fordern mehr Wirtschaftswissen

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Laut einer aktuellen Umfrage des Bankenverbandes vom 30. Januar 2026 fordern 92 Prozent der Wirtschaftslehrkräfte, dass Schulen mehr Finanzwissen vermitteln. 78 Prozent wünschen sich dafür ein eigenes Schulfach in allen Bundesländern. Als besonders wichtig erachten sie die Themen Umgang mit Geld, Altersvorsorge und Geldanlage.

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– Eine Umfrage zeigt: 92 Prozent der Lehrkräfte fordern mehr Finanzbildung an Schulen.
– Geringe Stundenzahl und veraltete Materialien behindern eine vertiefte Behandlung der Themen.
– Lehrkräfte wünschen sich verbindlichere Lehrpläne, aktuelle Materialien und mehr digitale Unterstützung.

Finanzielle Bildung in Schulen: Lehrkräfte fordern mehr Unterstützung und klare Strukturen

Deutschland braucht mehr Finanzbildung, insbesondere in den Schulen. Das unterstreichen aktuelle Studien des Bankenverbands, die am 30. Januar 2026 veröffentlicht wurden. Für die Untersuchung wurden qualitative Gruppendiskussionen mit Wirtschaftslehrkräften sowie eine umfassende quantitative Umfrage durchgeführt. Diese Kombination aus Methoden liefert Einblicke in die Herausforderungen und den Handlungsbedarf im Schulfach Finanz- und Wirtschaftsbildung.

Laut den Ergebnissen der Studie sind 92 Prozent der Lehrkräfte der Ansicht, dass Schulen mehr Finanz- und Wirtschaftswissen vermitteln sollten. Dabei wünschen sich 78 Prozent der Befragten explizit die Einführung eines eigenen Schulfachs in allen Bundesländern. Besonders wichtig sind für die Lehrkräfte die Themen Umgang mit Geld, Altersvorsorge sowie Geldanlage. Damit wächst der Druck auf Bildungspolitik und Schulträger, das Thema stärker im Alltag der Schülerinnen und Schüler zu verankern.

Der Alltag der Lehrkräfte zeigt jedoch Grenzen auf: Aufgrund begrenzter Unterrichtsstunden lässt sich nur wenig vertiefend behandeln. Zwei Drittel sind der Meinung, dass die aktuellen Lehrpläne eine solide Grundlage für den Unterricht bieten. Während die Freiheit bei der Themenwahl von manchen geschätzt wird, sorgt die fehlende Orientierung für Unsicherheit und erhöht die Arbeitsbelastung, da sich viele Lehrer zusätzliches Wissen und Material in ihrer Freizeit aneignen müssen. Schnelllebige Themen wie Kryptowährungen, Aktien oder Arbeitsmarktdynamik ändern sich rasch und stellen eine zusätzliche Herausforderung für den Unterricht dar.

Auch bei der Ausstattung und der Ausbildung der Lehrkräfte bestehen Lücken: Nur 57 Prozent fühlen sich durch ihre Ausbildung gut auf das Unterrichten von Finanzthemen vorbereitet*. Das Angebot an anschaulichen, motivierenden und praxisnahen Materialien ist unzureichend. Klassische Schulbücher werden genutzt, gelten vielen aber als veraltet. Über zwei Drittel der Lehrkräfte sind der Meinung, es gebe keine wirklich geeigneten Schulmaterialien für den Finanz- und Wirtschaftsunterricht, mehr als die Hälfte bewertet das Materialangebot insgesamt als unzureichend.

Die Digitalisierung bietet Chancen, um den Unterricht aktueller und flexibler zu gestalten. Dennoch ist die technische Ausstattung vieler Schulen noch nicht flächendeckend ausreichend. Viele Lehrkräfte greifen auf Online-Ressourcen, Webplattformen oder KI-Tools zurück. Seit der Corona-Pandemie ist die digitale Infrastruktur zwar verbessert worden, doch mangelt es vielfach an regelmäßigem IT-Support und Fortbildungen. Mehr als vier von zehn Lehrkräften bemängeln diese Defizite*.

Externe Experten und Aktivitäten wie Börsenspiele und Planspiele werden von den Lehrkräften positiv beurteilt. Mehr als drei Viertel setzen externe Inhalte in ihrem Unterricht ein*; 82 Prozent schätzen Wettbewerbe wie Börsenspiele als hilfreich*. Diese Angebote bieten eine praktische Ergänzung und wecken das Interesse der Schülerinnen und Schüler für finanzielle Themen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Lehrkräfte großes Engagement und Bewusstsein für die Bedeutung finanzieller Bildung haben. Gleichzeitig verdeutlichen sie den Handlungsbedarf: Verbindlichere Lehrpläne, mehr Unterrichtszeit, zeitgemäße Materialien sowie eine stärkere Förderung digitaler Kompetenzen sind notwendig. Eine flächendeckende Verankerung im Curriculum, beispielsweise durch ein eigenes Fach oder klare Stundenvorgaben, würde einen entscheidenden Schritt bedeuten, um Finanzwissen nachhaltig in den Schulalltag zu integrieren.

Konkrete Zahlen zur finanziellen Bildung in deutschen Schulen: Ein Blick auf Daten aus 2023 und 2024

Die verfügbaren Daten aus den Jahren 2023 und 2024 geben ein differenziertes Bild der Entwicklung und der bestehenden Herausforderungen in der schulischen Finanzbildung.*

Im Jahr 2023 zeigte eine Verbraucherumfrage, dass 81 Prozent der Befragten halten, dass die finanzielle Bildung an Schulen nicht ausreichend sei.* Gleichzeitig bestanden nur 16 Prozent der Schüler einen Finanzwissen-Test, wobei ein Fünftel die minimale Punktzahl nicht erreichte.* Diese Werte belegen eine deutliche Diskrepanz zwischen den Erwartungen an die Bildungsqualität und der tatsächlichen Wissensverteilung unter Schülern.

Für das Jahr 2024 lassen sich ebenfalls signifikante Entwicklungen feststellen. So ist in 10 von 16 Bundesländern die Finanzbildung in den Lehrplänen der Sekundarstufe I und II verankert; in den restlichen Bundesländern ist sie in der gymnasialen Oberstufe verpflichtend, was auf eine zunehmende bundesweite Verankerung hindeutet.* Trotz dieser Fortschritte kritisieren 67 Prozent der Experten die unzureichende Behandlung von Finanzthemen im Unterricht.* Zudem lernen 80 Prozent der 14- bis 24-Jährigen, in der Schule wenig oder nichts über Wirtschaft und Finanzen – ein Hinweis auf die weiterhin bestehenden Defizite in der schulischen Praxis.*

Übersicht der wichtigsten Studienergebnisse (Stand 2023/2024)

Jahr Aussage Anteil / Wert Quelle / Stand
2023 Finanzbildung an Schulen ist unzureichend 81 Prozent Verbraucherbildung.de, Stand: 2023*
2023 Schüler bestehen Finanzwissen-Test 16 Prozent Verbraucherbildung.de, Stand: 2023*
2024 Finanzbildung in Lehrplänen der Bundesländer verankert in 10 von 16 Bundesländern Bildungsserver.de, Stand: 2024*
2024 Kritik der Experten an Unterrichtsqualität 67 Prozent Jugend-und-Finanzen.de, Stand: 2024*
2024 Schüler lernen wenig bis nichts über Wirtschaft und Finanzen 80 Prozent OECD, Stand: 2024*

Dabei zeigt die zeitliche Entwicklung, dass die Verankerung der Finanzbildung in den Lehrplänen zwar gestiegen ist, die Umsetzungsqualität im Unterricht jedoch weiterhin suboptimal bleibt. Die Daten belegen, dass finanzielle Bildung noch immer nicht flächendeckend in der schulischen Praxis angekommen ist, obwohl die Bedeutung im Alltag zunehmend wächst. Für die Zukunft ist vor allem eine stärkere bundesweite Standardisierung und eine Verbesserung der Unterrichtsmaterialien notwendig, um die Bildungsdefizite nachhaltig zu beheben.

Lehrkräfte im Schulalltag: Herausforderungen, Materialien und digitale Chancen

Der Unterricht in Wirtschafts- und Finanzthemen wird von Lehrkräften als strukturell schwierig eingeschätzt*. Damit bleibt der Unterricht häufig an der Oberfläche, und wichtige Themen wie Umgang mit Geld, Altersvorsorge oder Geldanlagen können nur unzureichend vermittelt werden.

Stundenmangel und Oberflächlichkeit im Unterricht

Die begrenzten Stunden im Lehrplan führen dazu, dass Themen nur oberflächlich behandelt werden. Dies erschwert es, komplexe finanzielle Zusammenhänge verständlich zu vermitteln. Die Schüler:innen erhalten keine tiefgehende Erklärung, sondern nur eine oberflächliche Einführung. "Der geringe Stundenansatz im Lehrplan lässt kaum Raum für eine vertiefte Behandlung der Inhalte," schildert eine Lehrkraft (Stand: 30. Januar 2026)*. Die Verknüpfung von Theorie und Praxis bleibt dadurch oft auf der Strecke, obwohl die Bedeutung für die Alltagssituation der Jugendlichen hoch ist.

Lücken bei Ausbildung und Unterrichtsmaterialien

Nur 57 Prozent der Lehrkräfte geben an, sich durch ihre Ausbildung gut auf den Unterricht vorbereitet zu fühlen*. Viele klagen über fehlende anschauliche, motivierende und praxisnahe Materialien, die komplexe Themen verständlich machen. Klassische Schulbücher werden häufig genutzt, gelten aber zunehmend als nicht mehr zeitgemäß. Rund zwei Drittel sind der Meinung, dass keine wirklich geeigneten Schulbücher für den Finanz- und Wirtschaftsunterricht existieren*. Zudem wird das Materialangebot insgesamt als unzureichend bewertet, was zu Unsicherheiten im Unterricht führt und die Lehrkräfte zwingt, sich nebenbei in ihrer Freizeit Wissen anzueignen.

Digitalisierung: Chancen und bestehende Defizite

Der digitale Wandel eröffnet neue Möglichkeiten für den Unterricht, doch nicht alle Schulen profitieren davon. Aufgrund der schnellen Veränderungen in wirtschaftlichen Trends und rechtlichen Rahmenbedingungen in Kombination mit der begrenzten Aktualität gedruckter Materialien, setzen Lehrkräfte vermehrt auf digitale Quellen. "Da sich wirtschaftliche Trends und rechtliche Rahmenbedingungen schnell ändern, können gedruckte Unterrichtsmaterialien in Punkto Aktualität kaum mehr mithalten," so eine Aussage aus der Pressemitteilung (Stand: 30. Januar 2026). Dennoch zeigt sich, dass an vielen Schulen weiterhin ein Mangel an regelmäßigem IT-Support besteht, und Fortbildungen im Umgang mit digitalen Werkzeugen sind nicht flächendeckend vorhanden. Mehr als vier von zehn Lehrkräften kritisieren diese Lücken.

Externe Anbieter und außerschulische Angebote

Externe Expertinnen und Experten werden grundsätzlich als Bereicherung eingeschätzt. Mehr als drei Viertel der Lehrkräfte haben solche Fachpersonen bereits im Unterricht eingesetzt, mit überwiegend positiven Erfahrungen. Besonders geschätzt werden dabei Anbieter, die die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler nachvollziehen können und wirtschaftliche Inhalte authentisch vermitteln. Darüber hinaus sind außerschulische Aktivitäten wie Börsenspiele oder Bankenplanspiele bei den Lehrkräften beliebt. "82 Prozent finden solche Aktivitäten gut," und sechs von zehn Lehrkräften haben bereits mit ihren Klassen daran teilgenommen (Stand: 30. Januar 2026)*. Diese Angebote tragen dazu bei, das Interesse an Finanzthemen zu wecken und praktische Erfahrungen zu ermöglichen.

Fazit

Die Ergebnisse zeigen, dass Lehrkräfte großes Engagement für die Finanzbildung zeigen. Dennoch bestehen erhebliche Herausforderungen. Für eine breitere und tiefere Vermittlung ist es notwendig, Lehrpläne verbindlicher zu gestalten, mehr Unterrichtszeit bereitzustellen und aktuelle, praxisnahe Materialien sowie digitale Unterstützung zu fördern. Besonders eine stärkere Verankerung des Themas im Curriculum, etwa durch ein eigenes Fach oder klare Stundenvorgaben, könnte dazu beitragen, Finanzbildung dauerhaft im Schulalltag zu verankern.

Mehr strukturelle Unterstützung für eine nachhaltige Finanzbildung an Schulen

Um die Finanz- und Wirtschaftsbildung an deutschen Schulen nachhaltig zu stärken, fordert die aktuelle Befragung von Wirtschaftslehrkräften aus Sicht des Bundesverbands deutscher Banken vor allem bessere Rahmenbedingungen. Die Lehrkräfte betonen, dass verbindlichere Lehrpläne, mehr Unterrichtszeit sowie hochwertigere und zeitgemäße Unterrichtsmaterialien notwendig sind, um Schüler:innen praxisnah auf ihre finanzielle Zukunft vorbereiten zu können.

Laut Pressemitteilung (Stand: 30. Januar 2025)* ist eine stärkere Verankerung im Curriculum als entscheidender Schritt zu sehen. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, Finanzbildung dauerhaft und flächendeckend in den Schulalltag zu integrieren und die bisherigen Lücken in der Ausbildung sowie in materiellen Ressourcen zu schließen.

Neben der organisatorischen Unterstützung hebt die Befragung hervor, dass die Qualität des Unterrichts derzeit durch veraltete Schulbücher und Materialien eingeschränkt wird. Digitale sowie externe Ansätze, wie Partnerschaften mit Wirtschaftsexperten und interaktive Wettbewerbe, können eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Die Nutzung digitaler Medien und Tools, die schnelle Aktualisierung ermöglichen, erscheint vielversprechend, um den dynamischen Entwicklungen in der Finanzwelt gerecht zu werden.

Nicht zuletzt dürfte eine klare Stärkung der didaktischen Unterstützung und Fortbildung für Lehrkräfte dazu beitragen, ihre Sicherheit im Umgang mit aktuellen Themen wie Kryptowährungen, Geldanlage oder nachhaltiger Altersvorsorge zu erhöhen. Der Blick auf zukünftige Schritte zeigt, dass eine koordinierte, strukturierte Weiterentwicklung der Finanzbildung in Schulen nötig ist, um den steigenden Bedarf an finanzieller Kompetenz zu decken.
Dieses Vorhaben würde nicht nur die Bildungsqualität verbessern, sondern auch die Schülerinnen und Schüler auf den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und Finanzen vorbereiten, was langfristig positive Effekte für die gesamte Gesellschaft haben könnte.

Alle im Beitrag enthaltenen Informationen und Zitate beruhen auf einer Pressemitteilung des Bundesverbandes deutscher Banken e. V.

Weiterführende Quellen:

4 Antworten

  1. Finanzielle Bildung ist wirklich wichtig! Ich hoffe, dass die Politik das ernst nimmt und etwas unternimmt. Wir brauchen gute Lehrpläne und mehr digitale Unterstützung für die Lehrer.

  2. Ich frage mich, warum die Schulen nicht mehr Unterrichtszeit für Finanzthemen einplanen. Die Zeit ist einfach zu wenig für so wichtige Themen. Gibt es Vorschläge, wie man das ändern könnte?

  3. Ich finde es wichtig, dass die Schulen mehr Finanzbildung anbieten. Die Schüler sollten lernen, wie man mit Geld umgeht und auch über Altersvorsorge Bescheid wissen. Vielleicht könnte es ein eigenes Fach dafür geben?

    1. Das sehe ich auch so, Ella! Viele Schüler wissen nicht, wie sie ihr Geld richtig verwalten sollen. Ein eigenes Fach wäre wirklich sinnvoll. Was denkt ihr über die Materialien, die wir zur Verfügung haben?

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