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Neue Feinstaubmessung deckt gefährliche Mängel bei Dieselfahrzeugen auf
Deutschlands Straßen verändern sich – doch nicht immer zum Besseren. Die gerade veröffentlichte Auswertung von 4,5 Millionen Abgasuntersuchungen für Dieselfahrzeuge zeigt: 3 Prozent der geprüften Fahrzeuge durchfallen den Test wegen erheblicher Mängel. Das entspricht rund 132.600 Autos und Lkw, die zu viel Schadstoffe ausstoßen und damit zur Umwelt- und Gesundheitsbelastung beitragen.
Die Ursache? Seit Juli 2023 gilt für Diesel-Pkw und -Lkw der Emissionsklasse Euro 6/VI eine entscheidende Neuerung. Erstmals erfolgt die Messung direkt am Auspuff-Endrohr – eine Methode, die es ermöglicht, die tatsächliche Feinstaubbelastung auf der Straße zu ermitteln. Doch der Fortschritt entpuppt sich als notwendig: "Mit der Partikelmessung werden Fahrzeuge mit defekten oder manipulierten Abgasreinigungssystemen sicher erkannt und aus dem Verkehr gezogen," erklärt Robin Zalwert, Referent für nachhaltige Mobilität beim TÜV-Verband (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Defekte Dieselpartikelfilter und Sensoren werden so gezielt aufgedeckt. Die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge müssen innerhalb von vier Wochen nachbessern – andernfalls drohen ihnen Konsequenzen.
Diese Maßnahme ist weit mehr als Routineprüfung. Sie ist eine dringend nötige Antwort auf das drängende Thema Luftqualität und Klimaschutz im Straßenverkehr. Denn: Schon heute sind laut Studien sogenannte "Groß-Verschmutzer" (Gross Polluter) – das sind nur etwa fünf Prozent des gesamten Fahrzeugbestands – für rund 25 Prozent aller verkehrsbedingten Schadstoffemissionen verantwortlich. Die neue PN-Messung hat – so Zalwert – ihre Wirkung eindrucksvoll bewiesen: "Die PN-Messung trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei und leistet damit einen wichtigen Beitrag für Gesundheit, Umwelt und Klima" (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Alter als Risikofaktor
Die Gefahr wächst mit den Jahren. Fahrzeuge bis fünf Jahre weisen lediglich eine Mängelquote von 2 Prozent auf. Doch zwischen fünf und zehn Jahren steigt die Rate bereits auf 4 Prozent. Noch drastischer ist die Lage bei über zehn Jahre alten Dieselfahrzeugen: Jedes sechzehnte fällt durch, die Quote liegt bei satten 6,1 Prozent. Vor allem, weil das Durchschnittsalter der Pkw mittlerweile bei 10,6 Jahren liegt. Entscheidend für die Umweltbilanz und die nächsten Jahre: Der Anteil alter Diesel der Euro-6-Klasse nimmt laut Experten weiter zu. Zalwert betont: "Die Halter älterer Autos sind aufgefordert, in die Pflege ihrer Fahrzeuge zu investieren und dabei die Abgassysteme im Auge zu behalten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug bei der HU und AU durchfällt" (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Eine erfreuliche Ausnahme bilden Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen: Hier liegt die Mängelquote mit 2,2 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt. "Das spricht für einen insgesamt guten Zustand des Lkw-Bestands in Deutschland, der sich aus einer Kombination aus regelmäßiger Wartung und unabhängigen Prüfungen ergibt," so Zalwert (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Technologische Fortschritte zahlen sich aus
Die Auswertung der aktuellen Testergebnisse zeigt deutlich, wie wichtig die Endrohrmessung ist. Nur etwa ein Drittel aller Mängel hätten durch die elektronische Fahrzeugdiagnose (OBD) erkannt werden können. Ohne den neuen Direkt-Messansatz blieben zwei Drittel der Defekte also unentdeckt. Vor der Einführung der Endrohrmessung herrschten viele Zweifel – die Realität hat sie rasch widerlegt. "Die PN-Messung am Endrohr hat ihre Wirksamkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt," unterstreicht Zalwert (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Die Prüforganisationen fordern nun, diese erfolgreiche Partikelmessung auch auf weitere Emissionsklassen auszuweiten. Besonders Dieselfahrzeuge der Euro-5b-Klasse stehen dabei im Fokus, da hier noch viele besonders schadstoffreiche Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sind. Eine Ausweitung der PN-Messung wäre laut Experten ein konsequenter Schritt zu besserer Luft und gesünderen Städten.
Weichenstellung für eine sauberere Zukunft
Die aktuellen Entwicklungen rund um die Abgasuntersuchung sind ein Appell an Autofahrende, sich aktiv um die Wartung ihrer Fahrzeuge zu kümmern – nicht nur aus Eigeninteresse, sondern auch aus Verantwortung für das Gemeinwohl. Feinstaubbelastung, Klimaschutz und nachhaltige Mobilität sind zentrale Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft stellen muss. Die Fakten belegen: Technischer Fortschritt im Prüfverfahren kann einen entscheidenden Beitrag leisten – wenn Politik und Bevölkerung an einem Strang ziehen.
Hintergrund: Der TÜV-Verband e. V. setzt sich seit Jahrzehnten für technische und digitale Sicherheit sowie Nachhaltigkeit ein. Die Erkenntnisse seiner Prüforganisationen sind eine wichtige Grundlage im Kampf gegen Umweltbelastungen – und liefern verlässliche Fakten für aufgeklärte Entscheidungen im Bereich der Verkehrssicherheit und Abgasreduktion.
Weitere Informationen, Fakten und Hintergründe zu diesem Thema sind auf den Seiten der Prüforganisationen abrufbar.
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Partikelmessung zieht viele defekte Dieselfahrzeuge aus dem Verkehr
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Kontext und Einordnung: Entwicklungen und Perspektiven der Abgasuntersuchung in Deutschland
Die aktuellen Ergebnisse zur Abgasuntersuchung (AU) und die Einführung der Partikelnummer-Messung (PN-Messung) markieren einen bedeutsamen Schritt für die Luftreinhaltepolitik in Deutschland. Hintergrund ist der andauernde gesellschaftliche und politische Diskurs um Feinstaubbelastung und die damit verbundenen Folgen für Gesundheit und Klimaschutz. Nach den Verschärfungen bei der gesetzlichen Fahrzeugüberwachung und der Ausweitung von Emissionsstandards sehen unabhängige Sachverständige die aktuellen Maßnahmen als sinnvolle Ergänzung zu früheren Kontrollen. Besonders die gezielte Erkennung von Defekten oder Manipulationen an Abgasreinigungssystemen steht dabei im Fokus, um sogenannte „Groß-Verschmutzer“ möglichst rasch aus dem Verkehr zu ziehen. Fachleute loben die Abkehr von der bislang dominierenden On-Board-Diagnose (OBD) hin zu einer Messung am Endrohr, welche in der Praxis bereits wichtige Fehlerquellen sichtbar macht.
Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland mit der Einführung moderner Messverfahren und der konsequenten Prüfung insbesondere älterer Fahrzeuge eine Vorbildfunktion ein. Trends in der europäischen Gesetzgebung deuten darauf hin, dass künftig auch andere Mitgliedstaaten noch strengere Abgasregelungen umsetzen werden. Das trägt dazu bei, die Übereinstimmung mit den Zielen des European Green Deal und den Vorschriften der neuen Abgasnorm Euro 7 sicherzustellen. Für viele Fahrzeughalter ergibt sich daraus die Notwendigkeit, frühzeitig in die Wartung und technische Überprüfung ihrer Diesel-Pkws und -Lkws zu investieren.
Prognosen zeigen zudem, dass aufgrund des steigenden Durchschnittsalters der deutschen Fahrzeugflotte – aktuell mehr als 10 Jahre – insbesondere bei älteren Euro-6-Modellen und möglichen zukünftigen Prüfungen der Euro-5b-Dieselfahrzeuge steigender Handlungsbedarf besteht. Bereits jetzt lässt sich beobachten, dass der Anteil betroffener Fahrzeuge mit dem Alter deutlich zunimmt. Hier kann die konsequente Endrohrmessung die Erkennung schwerwiegender Defekte erheblich verbessern und so die Gesamtemissionen weiter senken.
Für Verbraucher*innen, Werkstätten und den Handel gewinnen diese aktuellen Entwicklungen der Abgasuntersuchung zunehmend an Bedeutung. Sie sorgen nicht nur für mehr Transparenz, sondern stärken auch das Vertrauen in den Gebrauchtwagenmarkt und unterstützen eine nachhaltigere Mobilitätswende. Angesichts der polarisierenden Diskussionen um Verbrennungsmotoren, alternative Antriebe und die Zukunftsfähigkeit des Dieselantriebs steht fest, dass Innovationen bei Test- und Messverfahren weiterhin eine Schlüsselrolle für die Einhaltung von Emissionsgrenzwerten, die Verkehrssicherheit sowie für die Förderung der Umweltverträglichkeit des Straßenverkehrs spielen werden.
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9 Antworten
Mir gefällt die Idee der neuen Messungen sehr gut! Die Technik hilft uns sicher besser zu verstehen wie schlimm die Luftverschmutzung ist.
Die neue PN-Messung klingt vielversprechend! Es ist schön zu sehen, dass Fortschritte gemacht werden können, um die Luftqualität zu verbessern. Hat jemand Erfahrung mit den neuen Prüfverfahren?
„Groß-Verschmutzer“ sind ein großes Problem, und ich finde es gut, dass etwas dagegen getan wird! Aber könnten wir nicht auch strengere Regeln für alle Fahrzeuge einführen?
‚Ja, Nora! Das wäre vielleicht hilfreich! Ich hoffe wirklich auf Veränderungen in der Gesetzgebung bald!‘
Die Statistiken zu den alten Dieselautos sind erschreckend! Es ist echt traurig, dass viele Autofahrer sich nicht um ihre Fahrzeuge kümmern. Woher kommt dieser Mangel an Verantwortung?
Das stimmt, Karla! Viele Leute denken nur an den Preis und weniger an die Umwelt. Vielleicht sollten wir mehr über Umweltschutz in Schulen lehren? Was meint ihr dazu?
Ich denke auch, dass Aufklärung wichtig ist! Aber manchmal fehlt es einfach an Informationen für viele Menschen über dies Thema.
Das ist wirklich interessant, was hier über die Feinstaubmessungen gesagt wird. Ich finde es gut, dass die Mängel bei Dieselfahrzeugen aufgedeckt werden. Warum wird nicht mehr für Elektrofahrzeuge geworben? Die sollten doch gefördert werden.
Ich stimme zu, Hasan! Elektrofahrzeuge sind in der Tat eine gute Lösung für die Zukunft. Aber was ist mit den Ladeinfrastrukturen? Müssen wir nicht auch dafür mehr investieren?