Mediennutzung 2023: Streaming wächst, private Anbieter bleiben Schlüsselfaktor für Demokratie in Deutschland

VAUNET meldet, dass die tägliche Mediennutzung der ab 14-Jährigen 2023 zwar um acht Minuten auf 9 Stunden und 46 Minuten sank, aber weiterhin fast eine Stunde über dem Vorkrisenniveau von 2019 liegt. Online-Video-Streaming steigert die tägliche Bewegtbildzeit auf 5 Stunden und 42 Minuten, während lineares Radio und Fernsehen mit Reichweiten von 94,1 % bzw. 88,7 % weiter dominieren. Insgesamt verbringen die Deutschen täglich 11 Stunden und 9 Minuten mit allen Medien, und im 40. Jubiläumsjahr unterstreicht VAUNET die Rolle privater Anbieter als wesentliche Gegenpole zu Desinformation und für die Demokratiesicherung.

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– Durchschnittliche tägliche Mediennutzung 2023 bei 14-Jährigen: 9 h 46 min (−8 min vs. 2022; +47 min vs. 2019) – davon Audionutzung 4 h 04 min (−13 min), Bewegtbild 5 h 42 min (+5 min); Streaming wächst, lineares Radio/TV bleibt dominierend.
– VAUNET feiert 40-jähriges Bestehen, hebt private Medien als Bollwerk gegen Desinformation hervor und kündigt vertiefende Studien zu Werbemarkt, Pay-TV-Entwicklung und Umsatzprognosen an.
– Medienwandel: Konsumfragmentierung und Streaming-Boom fordern lineare Angebote heraus, erhöhen Bedeutung von Medienkompetenz und bergen Risiken für Vielfalt, Filterblasenbildung und demokratische Meinungsbildung.

VAUNET-Mediennutzungsanalyse 2023: Audio und Bewegtbild bleiben auf hohem Niveau

Die tägliche Nutzung von Audio- und audiovisuellen Medien in Deutschland ist im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, dennoch bleibt sie auf einem hohen Niveau. Bei den Menschen ab 14 Jahren liegt die durchschnittliche Mediennutzung bei 9 Stunden und 46 Minuten, was zwar acht Minuten weniger sind als 2022 (9 Stunden und 54 Minuten), aber weiterhin fast eine Stunde über dem Vorkrisenniveau von 2019 (8 Stunden und 59 Minuten) liegt.

Besonders prägnant ist der hohe Anteil von Audio- und Video-Streaming an der Mediennutzung. Die Online-Video-Nutzung bei den 14- bis 69-Jährigen trägt maßgeblich zum Wachstum der täglichen Bewegtbildzeit bei, die insgesamt bei 5 Stunden und 42 Minuten liegt. Trotz eines leichten Rückgangs bleibt die lineare Radio- und Fernsehnutzung die dominierende Form der Mediennutzung: 88,7 Prozent der Menschen ab 14 Jahren sorgen für regelmäßigen Fernsehkonsum, und 94,1 Prozent hören regelmäßig Audio und Radio. Die durchschnittliche tägliche Audionutzung sank im Vergleich zum Vorjahr um 13 Minuten und beträgt nun 4 Stunden und 4 Minuten. Das interessante Detail: Dieser Wert liegt weiterhin über dem Niveau vor dem Start des privaten Rundfunks vor 40 Jahren.

Insgesamt erreichte die Gesamtmediennutzung aller Kanäle im Jahr 2023 eine durchschnittliche Dauer von 11 Stunden und 9 Minuten, was einem Rückgang von elf Minuten gegenüber 2022 entspricht. Unter dem Motto „40 Jahre privater Rundfunk“ betont VAUNET den gesellschaftlichen Stellenwert privater Medien: „Die privaten Medien in Deutschland sind eine wichtige Gegenpole zu Desinformation und Fake News. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Demokratiesicherung, indem sie hochwertige Unterhaltungs-, Nachrichten- und Informationssendungen bereitstellen.“

VAUNET, der Spitzenverband der privaten Audio- und audiovisuellen Medien mit rund 160 Mitgliedern aus TV, Radio, Web- und Streaming-Branche, plant im weiteren Jahresverlauf zusätzliche Studien zu Werbemarkt, Pay-TV-Entwicklung und Umsatzprognosen. Damit liefert der Verband zum 40-jährigen Jubiläum erstmals eine ausführliche historische Betrachtung der TV- und Radionutzung in Deutschland.

Wie unser Medienkonsum Gesellschaft und Demokratie verändert

Der Wandel vom linearen Fernsehen und Radio hin zu digitalen Plattformen und Streamingdiensten prägt nicht nur die Art und Weise, wie wir Informationen konsumieren, sondern beeinflusst auch maßgeblich gesellschaftliche Debatten, die Informationskultur und die demokratische Teilhabe. In einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft eröffnen sich gleichzeitig neue Chancen und Herausforderungen, die weit über die wirtschaftlichen Aspekte hinausreichen.

Die veränderten Mediengewohnheiten erlauben es Nutzerinnen und Nutzern, Medieninhalte individueller zu gestalten und aus einer größeren Vielfalt zu wählen. So entstehen vielfältige Informationsangebote, die eine differenzierte Meinungsbildung fördern können. Doch diese Vielfalt birgt auch Risiken: Die Fragmentierung führt zu sogenannten Filterblasen, in denen sich Menschen vor allem mit bereits bestätigenden Perspektiven auseinandersetzen. Dies schwächt die Diskussionskultur und erschwert einen offenen gesellschaftlichen Austausch, der für eine lebendige Demokratie unerlässlich ist.

Klassische Medienhäuser stehen vor großen Herausforderungen: Digitale Plattformen und Streamingdienste konkurrieren mit ihnen um Aufmerksamkeit und Werbeeinnahmen. Diese Konkurrenz zwingt traditionelle Anbieter, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken und ihre Inhalte stärker zu digitalisieren. Gleichzeitig müssen sie Wege finden, durch qualitativ hochwertigen Journalismus die mediale Vielfalt und Glaubwürdigkeit zu sichern. Denn diese Faktoren sind essentiell, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu bewahren und die demokratische Teilhabe zu fördern.

Mediale Vielfalt, eine verbesserte Medienkompetenz der Bürgerinnen und Bürger sowie faire Marktbedingungen werden immer wichtiger. Sie tragen dazu bei, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und den demokratischen Diskurs zu schützen. Ohne gezielte Weichenstellungen in Politik und Medienwirtschaft könnte die Entwicklung jedoch dazu führen, dass Minderheiten geäußerte Meinungen und relevante Themen verstärkt in den Hintergrund rücken. Dies stellt eine ernsthafte Gefahr für die Pluralität und Freiheit der Medien dar.

Die kommenden Jahre werden Entscheidungen darüber prägen, wie sich die Medienlandschaft weiterentwickelt. Strategische Ansätze, die sowohl die Stärkung unabhängiger Medien als auch die Förderung von digitaler Kompetenz in der Bevölkerung unterstützen, sind entscheidend. Nur so kann eine vielfältige und lebendige Medienkultur entstehen, die den Anforderungen einer modernen Demokratie gerecht wird.


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Mediennutzungsanalyse 2023: Fast zehn Stunden tägliche Nutzung von Audio- und …

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