Fahrradnutzung bei Azubis: Warum junge Erwachsene nach der Schule aufs Auto umsteigen – Lösungen für nachhaltige Mobilität und bessere Verkehrspolitik

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. September sinkt der Fahrradanteil bei Azubis drastisch von 18 auf nur noch 8 Prozent ihrer täglichen Wege, wie aktuelle Mobilitätsdaten belegen. Der ADFC mahnt deshalb Arbeitgeber zu mehr Radförderung – von sicheren Fahrradabstellplätzen und Umkleidemöglichkeiten bis hin zu Zuschüssen für den ÖPNV – und fordert von der Politik den zügigen Ausbau geschützter Radwege mit guten Schnittstellen zum Nahverkehr. Eine europaweite Befragung zeigt, dass die Generation Z bereit wäre, deutlich mehr mit dem Rad zu fahren, wenn Infrastruktur und Abstellmöglichkeiten stimmen. Ab Mitte September startet die Online-Plattform „Junger ADFC“, über die sich junge Menschen für eine fahrradfreundliche Verkehrspolitik vernetzen können.
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– Ab 1. September endet bei vielen Auszubildenden die Fahrradaffinität abrupt.
– ADFC appelliert an Arbeitgeber und Politik, Radförderung für Auszubildende zu stärken.
– Laut Studie liegen Radnutzung (11–13 Jahre) bei 18 %, (18–29 Jahre) nur noch 8 %.

Ausbildungsstart 2025: Warum viele junge Erwachsene dem Radfahren den Rücken kehren

Am 1. September beginnt das neue Ausbildungsjahr – ein Einschnitt, der für viele junge Menschen auch einen Rückgang ihrer bisherigen Fahrradnutzung mit sich bringt. Aktuelle Zahlen belegen, dass insbesondere im Übergang vom Teenageralter zum frühen Erwachsenenalter die Freude am Radfahren deutlich abnimmt. Gleichzeitig wächst die Dringlichkeit, diese Entwicklung umzukehren, denn Radfahren hat weit über die Jugend hinaus viele gesundheitliche, ökologische und verkehrliche Vorteile.

Aus einer repräsentativen Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums geht hervor: Während Jugendliche im Alter von 11 bis 13 Jahren noch etwa 18 Prozent ihrer täglichen Wegstrecken mit dem Rad zurücklegen, sind es bei den 18- bis 29-Jährigen nur noch rund 8 Prozent. Die Autoorientierung nimmt zu, die aktive Mobilität geht zurück – ein Trend, der besonders beim Einstieg in Ausbildung und Beruf auffällt.

Dr. Caroline Lodemann, Bundesgeschäftsführerin des ADFC, erläutert: „Teenager fahren erfreulich viel Fahrrad. Das ist gut für ihre Gesundheit, ihre kognitive und motorische Entwicklung und fürs Klima. Danach – im frühen Erwachsenenalter – geht die Fahrradnutzung sprunghaft zurück. Das ist kontraproduktiv, denn die positiven Effekte hat das Radfahren natürlich auch für Erwachsene. Und es trägt zur Stauentlastung bei.“ Sie weist darauf hin, dass es keineswegs sinnvoll ist, „dass der Start in Ausbildung und Beruf zwangsläufig zur passiven Mobilität und hinter das Steuer führt.“

Besonders problematisch ist die Lage auf dem Land, wo junge Erwachsene ohne eigenes Auto oft mobil eingeschränkt sind. Der ADFC fordert Ausbildungsbetriebe auf, hier aktiv zu werden: „Wir wünschen uns, dass Ausbildungsbetriebe gezielt für das Radfahren werben, gute Fahrradparkplätze und Umkleidemöglichkeiten anbieten und beispielsweise einen Zuschuss zum ÖPNV-Ticket geben, damit auch weitere Anfahrten funktionieren.“ Zudem müsse die Verkehrspolitik den Ausbau von Radwegenetzen und die Verbindung zum Nahverkehr beschleunigen. Nur so könne das Radfahren auch bei längeren Distanzen zur Ausbildung oder Arbeit praktikabel sein.

Entgegen dem weit verbreiteten Vorurteil, Radfahren sei nur für kurze Strecken geeignet, verweist Lodemann auf eine fahrradfreundliche Praxis aus den Niederlanden: „Viele denken, man könne mit dem Fahrrad nur Kurzstrecken zum Brötchenholen oder zur Schule fahren – aber das ist natürlich Unsinn. Die Niederlande zeigen: Wenn die Bedingungen fahrradfreundlich sind, kann man mit Rad und Pedelec komfortabel auch deutlich größere Distanzen zurücklegen – und in Kombination mit einem guten Nahverkehr ist der Radius beliebig erweiterbar. Radfahren macht den Kopf frei, das ist besonders wertvoll für junge Leute beim anspruchsvollen Start in Ausbildung und Beruf.“

Studien zur Mobilitätsbereitschaft junger Menschen bestätigen diesen Ansatz. Das Urban Mobility Barometer zeigt: Die Generation Z ist offen für den Umstieg aufs Rad. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) in Deutschland würde mehr Rad fahren, wenn es „mehr geschützte und getrennte Radwege und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder“ gäbe.

Darüber hinaus engagieren sich junge Menschen zunehmend selbst für eine moderne und fahrradfreundliche Verkehrspolitik. Der im Frühjahr gegründete Junge ADFC bietet eine Plattform, um Forderungen und Initiativen junger Erwachsener für bessere Radwege und Mobilitätsangebote zu bündeln. Die Website des Jungen ADFC startet Mitte September unter www.junger.adfc.de und informiert dort über aktuelle Netzwerktreffen, die im ADFC-Veranstaltungsportal gelistet sind. Auf Instagram und TikTok ist der Junge ADFC unter @junger.adfc aktiv und bietet dort Einblicke und Diskussionen rund ums Radfahren für junge Leute.

Mit dem Ausbildungsjahr 2025 rückt also nicht nur der Einstieg in den neuen Lebensabschnitt in den Fokus, sondern auch die Frage, wie junge Erwachsene künftig mobil sein wollen und können – mit nachhaltigen, aktiven und attraktiven Alternativen zum Auto. Arbeitgeber, Politik und junge Menschen selbst sind nun gleichermaßen gefordert, den Trend weg vom Radfahren zu stoppen und neue Perspektiven für die Verkehrsmittelwahl junger Berufstätiger zu schaffen.

Warum junge Erwachsene beim Berufseinstieg häufig auf das Auto setzen – und wie eine Verkehrswende möglich wird

Der Übergang von der Schule ins Berufsleben markiert für viele junge Menschen eine entscheidende Veränderung ihrer Mobilitätsgewohnheiten. Während Jugendliche noch vergleichsweise häufig das Fahrrad nutzen, nimmt die Radfahrquote im frühen Erwachsenenalter spürbar ab. Aktuelle Daten aus Deutschland zeigen, dass Jugendliche zwischen 11 und 13 Jahren etwa 18 Prozent ihrer täglichen Wege mit dem Fahrrad zurücklegen, im Alter von 18 bis 29 Jahren sinkt dieser Anteil auf nur noch 8 Prozent. Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit verschiedenen gesellschaftlichen und strukturellen Faktoren, die insbesondere die Lebensphase des Berufseinstiegs prägen.

Ein wesentlicher Grund liegt in der hohen Autoorientierung junger Erwachsener, die nicht nur durch praktische Gründe wie größere Entfernungen oder die dörfliche Wohnlage beeinflusst wird, sondern auch durch gesellschaftliche Erwartungen und die Infrastruktur vor Ort. Viele Ausbildungsbetriebe und Arbeitgeber bieten keine spezifischen Anreize für den Radverkehr. Hinzu kommt, dass oft weder ausreichend sichere und komfortable Fahrradparkplätze noch Umkleidemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ohne diese Rahmenbedingungen empfinden viele Neu-Berufstätige das Auto als praktischer und flexibler – obwohl gerade das Fahrrad als gesundheitsfördernd und klimafreundlich gilt.

Was hält junge Erwachsene vom Rad ab?

Unzureichende Infrastruktur steht im Mittelpunkt der Hindernisse: In Deutschland wünschen sich laut dem Urban Mobility Barometer fast die Hälfte der jungen Menschen, also 49 Prozent der Generation Z, mehr geschützte Radwege und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Dies zeigt, dass der Wille zum Radfahren vorhanden ist, aber die Bedingungen häufig nicht stimmen. Darüber hinaus erschweren fehlende oder schlecht vernetzte Nahverkehrssysteme oft die Kombination von Radfahren und ÖPNV, was für Pendler insbesondere auf dem Land oder in weniger gut erschlossenen Regionen problematisch ist.

Zudem wirken sich gesellschaftliche Vorstellungen aus: Das Auto gilt bei vielen als Symbol für Unabhängigkeit und Erwachsensein. Eine verfestigte Einstellung, dass Radfahren vor allem eine Kurzstrecken- oder Freizeitaktivität sei, verstärkt die Präferenz für das Auto bei längeren Strecken oder dem Alltagspendelverkehr. Dabei zeigen Länder wie die Niederlande, dass eine leistungsfähige Fahrradkultur auch im Erwachsenenalter möglich ist. Dort sind Rad und Pedelec ein echtes Verkehrsmittel für größere Distanzen und werden durch ein dichtes, komfortables Netz an Radwegen und gut getakteten Nahverkehr unterstützt.

Beispiele für erfolgreiche Mobilitätskonzepte

Innovative Ansätze, die junge Menschen für das Radfahren gewinnen, setzen vielfach dort an, wo Infrastruktur, Politik und Unternehmen zusammenwirken. Einige Ausbildungsbetriebe fördern gezielt die Fahrradnutzung, indem sie:

  • Fahrradfreundliche Arbeitsplätze mit überdachten und sicheren Abstellplätzen anbieten
  • Zuschüsse für ÖPNV-Tickets gewähren, die das Pendeln kombinierter Wege erleichtern
  • Umkleideräume und Duschmöglichkeiten bereitstellen, um den Wechsel zwischen Radfahren und Arbeit zu erleichtern

Auf politischer Ebene werden Radverkehrsnetze zügig ausgebaut und Schnittstellen zum öffentlichen Nahverkehr verbessert. Programme wie „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ bieten Unternehmen Orientierung und Unterstützung, um Mitarbeitende zum Umstieg aufs Rad zu motivieren. Gleichzeitig engagiert sich auch die junge Generation selbst, etwa über den Jungen ADFC, die sich für moderne Verkehrspolitik und bessere Rahmenbedingungen einsetzen. Europaweite Befragungen verdeutlichen, dass die Potenziale hoch sind, wenn das Umfeld stimmt.

Die große Herausforderung bleibt, diesen Wandel flächendeckend voranzutreiben und Radfahren zu einer attraktiven Option für Berufseinsteiger zu machen – besonders in ländlichen oder verkehrlich weniger gut angebundenen Regionen.

Der Weg in eine neue Mobilitätskultur für junge Erwachsene erfordert daher eine enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Nur durch bessere Infrastruktur, gezielte Arbeitgeberangebote und ein Umdenken in den Mobilitätsvorstellungen kann das Fahrrad als nachhaltiges Verkehrsmittel im Berufsalltag etabliert werden. Damit Radfahren nicht nach der Schule endet, sondern zum selbstverständlichen Begleiter im Erwachsenenleben wird.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC).

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4 Kommentare

  1. Ich sehe das auch so. Das Radfahren ist nicht nur umweltfreundlich, sondern macht auch Spaß! Man sollte wirklich mehr für sichere Wege tun.

  2. Ich finde es sehr wichtig, dass mehr junge Menschen wieder mit dem Rad fahren. Die Gesundheitsvorteile sind enorm! Warum setzen nicht mehr Ausbildungsbetriebe auf gute Fahrradparkplätze? Das würde den Umstieg sicher erleichtern.

    1. Ja, das ist ein guter Punkt! Ich denke, wenn die Arbeitgeber mehr Anreize schaffen, könnte das helfen. Gibt es denn Beispiele für Firmen, die sowas schon machen?

    2. Das stimmt! In meiner Stadt gibt es kaum Radwege und die Autofahrer sind oft rücksichtslos. Wie kann man da was ändern?

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