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Fahrrad-Monitor 2025: Mehr Radverkehr, aber sinkendes Sicherheitsgefühl

Der heute veröffentlichte „Fahrrad-Monitor 2025“ zeigt: Fahrrad und Pedelec werden im Alltag immer wichtiger, doch das Sicherheitsgefühl der Radfahrenden sinkt. So fühlen sich nur noch 60 Prozent sicher – vor allem Frauen und ältere Menschen sind betroffen. Dr. Caroline Lodemann vom ADFC kritisiert, Deutschland sei kein sicheres Fahrradland, und fordert unter anderem den Ausbau geschützter Radwege und Tempo 30 als Regel innerorts.
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Radfahrer auf separatem Radweg neben Fahrbahn, Stadtverkehr, Fahrradsymbol, gelb-rote Ampeln, modische Kleidung, Helm
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Das Wichtigste in Kürze

  • Fahrrad- und Pedelec-Nutzung steigt auf 39 Prozent täglich, Sicherheitsgefühl sinkt auf 60 Prozent.
  • Frauen und ältere Menschen fühlen sich beim Radfahren besonders unsicher.
  • Rücksichtsloses Autofahren, hoher Verkehr und zu hohe Geschwindigkeiten mindern das Sicherheitsgefühl.
  • ADFC fordert Ausbau geschützter Radwege, Tempo 30 innerorts und bessere Fahrradabstellmöglichkeiten.
  • 445 Radfahrende starben 2024, ein Anstieg von 11,4 Prozent seit 2014, was die Dringlichkeit unterstreicht.

– Fahrradnutzung in Deutschland wächst, Sicherheitsgefühl beim Radfahren sinkt.
– Frauen und ältere Menschen fühlen sich besonders unsicher im Verkehr.
– ADFC fordert beschleunigten Ausbau eigenständiger Radwegenetze.

Fahrrad-Monitor 2025: Mehr Radverkehr, aber wachsendes Unsicherheitsgefühl

Der neue Fahrrad-Monitor 2025 zeigt aus Sicht des ADFC eine politisch brisante Entwicklung: Fahrrad und Pedelec gewinnen im Alltag weiter an Bedeutung, zugleich sinkt das Sicherheitsgefühl vieler Menschen beim Radfahren. Für den Verband ist das ein klares Signal an die Verkehrspolitik, den Ausbau sicherer Infrastruktur deutlich zu beschleunigen.

Nach den jetzt veröffentlichten Daten nutzen 39 Prozent der Befragten Fahrrad oder Pedelec täglich. Zuvor waren es 38 Prozent. Gleichzeitig ist das Sicherheitsgefühl beim Radfahren von 63 auf 60 Prozent zurückgegangen. Besonders betroffen sind laut Veröffentlichung Frauen; zudem steigt das Unsicherheitsgefühl bei beiden Geschlechtern mit dem Alter.

Lesenswert ist außerdem Mehr tote Radfahrende 2025: Destatis-Report zeigt, wo Kreuzungen und Infrastruktur zur tödlichen Falle werden.

ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann ordnet die Ergebnisse deutlich ein: „Deutschland ist kein sicheres Fahrradland, weder subjektiv noch objektiv. Anfang der Woche hat der Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrates darauf aufmerksam gemacht, dass bei uns – entgegen dem europäischen Trend – immer mehr Radfahrerinnen und Radfahrer getötet werden. Das Unsicherheitsgefühl kommt natürlich auch bei den Menschen an, wie der Fahrrad-Monitor jetzt zeigt. Besonders Frauen und ältere Menschen fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Das muss ein Bundesverkehrsministerium beunruhigen, das sich mit dem Nationalen Radverkehrsplan vorgenommen hat, den Radverkehr attraktiver und sicherer für alle zu machen.“

Fahrrad und Pedelec sind fest im Alltag verankert

Die Zahlen aus dem Fahrrad-Monitor 2025 unterstreichen nach Auffassung des ADFC, dass das Fahrrad längst ein Verkehrsmittel des Alltags ist. Es wird demnach besonders häufig zum Einkaufen, für Erledigungen und für Besuche genutzt. Auch für Wege zur Arbeit und in die Ausbildung spielt der Radverkehr eine wichtige Rolle.

22 Prozent der berufstätigen Radfahrenden nutzen das Fahrrad annähernd täglich für den Arbeitsweg. Bei den Auszubildenden liegt dieser Anteil bei 33 Prozent. Hinzu kommt, dass nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums aus dem Jahr 2025 mehr als 80 Prozent der Menschen in Deutschland das Fahrrad nutzen und 55 Prozent es für ein unverzichtbares Verkehrsmittel halten. Bereits der Fahrrad-Monitor 2023 hatte zudem gezeigt, dass 46 Prozent der Deutschen künftig häufiger mit Fahrrad oder Pedelec fahren wollen.

Auch die Verbindung von Radverkehr und öffentlichem Verkehr wird in den neuen Daten sichtbar. 16 Prozent der Radfahrenden nehmen ihr Fahrrad mit in die Bahn, 21 Prozent stellen es am Bahnhof oder an der Haltestelle ab. Für den ADFC zeigt das, dass das Fahrrad vielerorts Teil einer Mobilitätskette ist und den Weg zu Bus und Bahn ergänzt.

Warum das Sicherheitsgefühl beim Radfahren sinkt

Der Fahrrad-Monitor 2025 benennt mehrere Gründe für das gesunkene Sicherheitsgefühl. 60 Prozent der Befragten nennen rücksichtslose Autofahrende als Ursache ihrer Unsicherheit. 48 Prozent verweisen auf zu viel Verkehr auf den Straßen, 47 Prozent auf zu hohe Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs.

Für den ADFC legen diese Ergebnisse nahe, dass vor allem dichtes Verkehrsaufkommen und fehlende geschützte Radinfrastruktur den Alltag auf dem Rad prägen. Hinzu kommt ein weiteres Problem: 52 Prozent der Befragten sorgen sich darum, dass ihr Fahrrad gestohlen werden könnte. Zwar betrifft das nicht die Sicherheit während der Fahrt, aus Sicht des Verbandes zeigt es aber, dass Radverkehr auch beim Abstellen vielerorts mit Unsicherheit verbunden ist.

Auf ein ähnliches Bild verweisen nach Darstellung des ADFC auch externe Untersuchungen. In einer im November 2025 veröffentlichten DEKRA-Ipsos-Fahrradstudie gaben 39 Prozent der Radfahrenden an, sich im Stadtverkehr unsicher oder sehr unsicher zu fühlen. Außerhalb von Ortschaften lag dieser Wert bei 33 Prozent. Aus derselben Untersuchung wird berichtet, dass 445 Radfahrende im Jahr 2024 auf deutschen Straßen ums Leben gekommen sind – ein Anstieg um 11,4 Prozent im Vergleich zu 2014.

ADFC fordert sichere Radwege und klare verkehrspolitische Schritte

Aus Sicht des ADFC folgt aus den Ergebnissen des Fahrrad-Monitors vor allem eines: Wer mehr Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen will, muss die Bedingungen im Straßenraum grundlegend verbessern. Der Verband verweist darauf, dass mangelhafte Radwegeinfrastruktur als zentraler Stress- und Gefahrenfaktor gilt – etwa dort, wo eine Trennung vom Autoverkehr fehlt, Wege zu schmal oder lückenhaft sind oder schlechte Oberflächen das Fahren erschweren.

Trotz bestehender Förderprogramme sieht der ADFC in vielen Städten und Gemeinden weiterhin erhebliche Defizite bei Qualität und Sicherheit der Radwege. Lodemann formuliert die zentrale Forderung so: „Die Menschen wollen vermehrt Radfahren – aber dafür brauchen sie auch gute Radwege.“

Der Verband spricht sich für einen beschleunigten Ausbau eigenständiger Radwegenetze in Stadt und Land aus. Hinzu kommen die Forderung nach Tempo 30 als Standard innerorts und Tempo 50 als Ausnahme, der schnelle Umbau gefährlicher Kreuzungen sowie Kampagnen zum Mindestüberholabstand von 1,5 Metern innerorts und 2 Metern außerorts. Auch gegen gefährliches Falschparken auf Radwegen fordert der ADFC weitere Maßnahmen.

Darüber hinaus verlangt der Verband einen Bund-Länder-Vertrag, einen Plan für ein Alltags-Radnetz Deutschland, fahrradfreundliche technische Regelwerke und eine nachhaltige Finanzierung des Bundes für den Radwegebau. Mit Blick auf die Sorge vor Fahrraddiebstahl fordert der ADFC zudem die Fortführung des Bundesprogramms zum Fahrradparken an Bahnhöfen. Sichere Abstellmöglichkeiten greifen aus Sicht des Verbandes ein Problem auf, das viele Radfahrende unmittelbar benennen.

Fahrrad-Monitor als Signal für die Verkehrspolitik

Der Fahrrad-Monitor gilt seit Jahren als Stimmungs- und Trendbarometer für den Radverkehr in Deutschland. Nach Angaben des Mobilitätsforums Bund ist der Fahrrad-Monitor 2025 als repräsentative Bevölkerungsumfrage angelegt. Das SINUS-Institut hatte bereits in einem im November 2024 veröffentlichten Informationspapier zur geplanten zehnten Erhebung auf eine Befragung im Frühjahr und Sommer 2025 mit rund 4.000 repräsentativ ausgewählten Teilnehmenden hingewiesen. Die maßgeblichen Ergebnisse liegen nun mit der Veröffentlichung vom 23. April 2026 vor.

Für den ADFC ist die Richtung damit klar: Das Fahrrad ist in der Alltagsmobilität vieler Menschen fest verankert und gewinnt weiter an Bedeutung. Wenn zugleich das Sicherheitsgefühl sinkt, wird die Frage nach sicherer Infrastruktur und verlässlichen Rahmenbedingungen zum entscheidenden Punkt für die weitere Entwicklung des Radverkehrs.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Radfahren wird in Deutschland immer stärker als Alltagsmobilität genutzt – täglich fahren laut Befragung 39 Prozent Fahrrad oder Pedelec. Gleichzeitig sinkt das Sicherheitsgefühl: von 63 auf 60 Prozent. Das zeigt, dass der Ausbau von Radverkehr nicht nur mehr Menschen aufs Rad bringen soll, sondern vor allem Vertrauen in sichere Wege braucht.

Für Politik und Verwaltung folgt daraus: Tempo- und Sicherheitsfragen im Straßenraum müssen messbar besser werden. Der Beitrag macht außerdem deutlich, dass nicht nur die Fahrt selbst zählt, sondern auch unsichere Situationen beim Abstellen (z. B. Fahrraddiebstahl) das Gesamtgefühl prägen.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum fühlen sich mehr Menschen unsicher beim Radfahren?
Laut Beitrag nennen viele rücksichtslose Autofahrende, zu viel Verkehr und zu hohe Kfz-Geschwindigkeiten als Gründe.

Welche Gruppen sind laut Beitrag besonders betroffen?
Besonders häufig nennen Frauen sowie ältere Menschen ein sinkendes Sicherheitsgefühl.

Was hat es mit dem Thema Fahrradparken auf sich?
Der Beitrag verweist auf die Sorge vor Fahrraddiebstahl und fordert die Fortführung eines Programms zum Fahrradparken an Bahnhöfen.

An wen kann ich mich wenden, wenn der Radweg vor Ort als unsicher gilt?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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