Fachkräftemangel trifft Zahnarztpraxen: Alarmierende Umfrageergebnisse

Ein Zahnarzt sitzt maskiert auf einem Stuhl im Behandlungsraum, liest eine Zeitung, auf der Dental klar zu erkennen ist. Die Szene wirkt modern-analytisch, vermittelt den Druck auf Zahnarztpraxen durch Fachkräftemangel und den Blick auf neue Lösungen für die Zukunft.
Berlin (ots) - Zahnarztpraxen in Deutschland stehen vor einer erheblichen Herausforderung: Der akute Fachkräftemangel bedroht die Qualität der Patientenversorgung. Eine repräsentative Umfrage der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zeigt alarmierende Ergebnisse: Rund 40 Prozent der Praxen beurteilen ihre Personalsituation als schlecht oder sehr schlecht und mussten bereits ihr Behandlungsangebot einschränken. Martin Hendges, Vorstandsvorsitzender der KZBV, warnt vor weiteren Verschärfungen und fordert dringend politische Maßnahmen, um bewährte Versorgungsstrukturen zu erhalten.

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Bremen (VBR). Die Zahnarztpraxen in Deutschland stehen vor einer zunehmenden Herausforderung: der allgegenwärtige Fachkräftemangel. Diese Problematik, die bereits andere Branchen trifft, verschärft sich auch in den zahnmedizinischen Einrichtungen des Landes. Dahinter stecken nicht nur politische Rahmenbedingungen, sondern auch handfeste Daten aus einer umfassenden Erhebung.

Eine von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) beauftragte und vom Zentralinstitut für Kassenärztliche Versorgung (Zi) durchgeführte bundesweite Umfrage zeigt alarmierende Ergebnisse. Rund ein Drittel der befragten Praxen bewerten ihre Personalsituation als gut oder sehr gut, während 40 Prozent von schlechten bis sehr schlechten Bedingungen berichten. Dies führt zu greifbaren Einschränkungen im Praxisalltag: Bereits 43 Prozent der Praxen sahen sich gezwungen, ihr Behandlungsangebot zu reduzieren – eine Entwicklung mit potenziell fatalen Auswirkungen auf die Patientenversorgung.

Martin Hendges, Vorstandsvorsitzender der KZBV, hebt die Bedeutung des Themas hervor: „Unsere Mitarbeitenden sind das Herz unserer Praxen. Ihre Arbeit ist eine entscheidende Grundlage für die Funktionsfähigkeit der Praxen und damit für eine flächendeckende, qualitativ hochwertige zahnärztliche Versorgung.“ Fast alle befragten Praxen erwarten in Zukunft eine Beeinträchtigung ihres Erfolgs aufgrund des Fachkräftemangels – ein deutliches Warnsignal an die politisch Verantwortlichen, dass dringend stabile und verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen.

Besonders groß ist der Mangel an Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA), Zahnmedizinischen Fachassistenzen (ZMF) und Zahnmedizinischen Verwaltungsassistenzen (ZMV). Auf durchschnittlich 3,5 Bewerbungen pro offene Stelle entfallen weniger als eine Bewerbung, die vollständig den Anforderungen entspricht. Gründe hierfür liegen insbesondere in fehlenden fachlichen Qualifikationen und Sprachkenntnissen. Dies führt dazu, dass es oft sechs Monate dauert, bis eine Stelle besetzt wird – wenn überhaupt. Laut Umfrage konnten 54 Prozent der Praxen in den letzten zwei Jahren nicht jede vakante nicht-zahnärztliche Stelle besetzen.

Neben dem Fachkräftemangel wird die Situation durch zunehmende Bürokratie noch weiter erschwert. Zahnarztpraxen sehen sich mit einer wachsenden Zahl regulatorischer Vorschriften konfrontiert, was zusätzliche Belastungen bedeutet. Große Teile wertvoller Zeit, die der Patient*innenversorgung zugutekommen sollte, werden durch Verwaltungsaufgaben aufgezehrt. „Es muss dringend verhindert werden, dass unsere Fachkräfte aufgrund hoher Arbeitsbelastungen infolge einer überbordenden Bürokratie die Freude an ihrem Beruf verlieren und in andere Berufe abwandern“, warnt Hendges und appelliert an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, hier regulierend einzugreifen.

Die Hintergrundinformationen zur Umfrage sind ebenso erhellend: Im Zuge der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit wurde der Beruf der ZFA bereits im Mai 2023 als Berufsfeld mit erkennbarem Personalmangel identifiziert. Daraufhin wurde im Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP) 2023 eine Sondererhebung zur Personalsituation durchgeführt, bei der 1.900 Zahnärzt*innen die zusätzlichen Fragen beantworteten. Das Ziel dieser Panelbefragung ist es, wissenschaftlich fundierte und repräsentative Daten zu Versorgungs-, Einnahmen- und Kostenstrukturen der Vertragszahnarztpraxen zu liefern.

Angesichts dieser bedenklichen Entwicklung bleibt zu hoffen, dass sowohl Politik als auch Gesellschaft die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Versorgungssicherheit in Zahnarztpraxen langfristig zu gewährleisten. Die Pflege und Verbesserung der Arbeitsbedingungen in diesem essenziellen Sektor dürfen nicht weiter vernachlässigt werden.


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Fachkräftemangel wirkt sich auf Praxisalltag aus / Umfrage belegt kritische …

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Perspektiven und Lösungsansätze zur Linderung des Fachkräftemangels in deutschen Zahnarztpraxen

Der Mangel an qualifiziertem Personal in den Zahnarztpraxen ist kein isoliertes Problem, sondern fügt sich in ein breiteres gesamtwirtschaftliches Bild ein, in dem zahlreiche Sektoren ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Insbesondere der Gesundheitssektor steht unter enormem Druck, da hier nicht nur die Arbeitsbedingungen angesichts des Personalmangels verschärft werden, sondern auch die unmittelbare Patientenversorgung darunter leidet.

Analysen und Prognosen

Ähnliche Engpässe lassen sich auch in anderen Gesundheitsberufen wie der Krankenpflege und beim medizinischen Assistenzpersonal beobachten. Laut Berichten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird der Fachkräftemangel in diesen Bereichen bis 2030 weiter zunehmen, wenn keine umfassenden Gegenmaßnahmen getroffen werden. Eine alternde Bevölkerung und pathologisch bedingte Frühverrentungen verschärfen die Lage zusätzlich, sodass die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen aller Wahrscheinlichkeit nach steigen wird, während das zur Verfügung stehende Personal weiter knapp bleiben könnte.

Maßnahmen und Strategien

Um den negativen Trends entgegenzuwirken, setzen einige Länder bereits auf innovative Methoden zur Mitarbeitergewinnung und -bindung. Dazu gehört zum Beispiel die gezielte Förderung von Ausbildungs- und Umschulungsprogrammen im Gesundheitswesen sowie international ausgerichtete Recruitment-Initiativen. In Deutschland könnten ähnliche Konzepte umgesetzt werden, wobei besonders der Abbau bürokratischer Hürden eine bedeutende Rolle spielen könnte. Beispielsweise hat Kanada erfolgreich spezielle Programme zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifikationen implementiert, die zu einer umfangreichen Anzahl neuer Arbeitskräfte geführt haben. Auch flexible Arbeitszeitmodelle und verbesserte berufliche Perspektiven im Sinne einer erweiterten Karriereentwicklung könnten Anreize schaffen.

Digitale Lösungen und Technologietransfers

Ein weiteres vielversprechendes Feld liegt in der Digitalisierung und Automatisierung von Praxisabläufen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Managementsystemen können Routineaufgaben effizient abgewickelt werden, was die Zeit der Fachkräfte für wesentliche Tätigkeiten entlastet. Beispiele aus Dänemark und Singapur zeigen, dass durch den Einsatz digitaler Werkzeuge in der Verwaltung und Patientenkommunikation erhebliche Effizienzgewinne gelungen sind.

Langfristige Entwicklungen

Prognosen deuten darauf hin, dass sich der Fachkräftemangel ohne wirksame Gegenmaßnahmen weiter zuspitzen könnte, was die Qualität der Gesundheitsversorgung erheblich gefährden würde. Um dies zu verhindern, ist eine koordinierte Anstrengung seitens der Politik, Bildungseinrichtungen und der betroffenen Branchen notwendig. Die kommende Legislaturperiode könnte entscheidend sein, um dauerhaft tragfähige Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl die Attraktivität der Gesundheitsberufe steigern als auch den Verbleib im Beruf sichern.

Fazit

Der Fachkräftemangel in den Zahnarztpraxen reflektiert eine größere Herausforderung, die viele moderne Gesundheitssysteme betrifft. Nachhaltige Lösungen erfordern eine vielschichtige Herangehensweise, die von Bildungsmaßnahmen über technologische Innovationen bis hin zu politischen Reformen reicht. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv diese Ansätze in Deutschland umgesetzt werden können, um die Qualität der zahnärztlichen Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen.


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