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Fachkräftemangel gefährdet systemrelevante Branchen

Am 5. Juli 2024 hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihr Innovationsbarometer 2023 veröffentlicht, das alarmierende Ergebnisse zur Fachkräftesicherung in systemrelevanten Dienstleistungsbranchen offenlegt. Ein erheblicher Mangel an Fach- und Arbeitskräften bedroht insbesondere den Gesundheitssektor, die öffentliche Verwaltung und Finanzdienstleistungen. Rebecca Liebig, ver.di-Bundesvorstandsmitglied, warnt vor den gravierenden Auswirkungen auf die Qualität der Leistungserbringung und betont, dass Unternehmen bisher unzureichend handeln. Entgegen der Einschätzung von Interessenvertreter:innen, die dringende Maßnahmen wie gesunde Arbeitsbedingungen und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie fordern, bleibt eine vorausschauende Personalpolitik meistens aus.

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Presse /news Verbandsnachrichten

Bremen (VBR). Die neuesten Ergebnisse des Ver.di-Innovationsbarometers 2023 werfen ein scharfes Licht auf die alarmierenden Personalengpässe in den systemrelevanten Dienstleistungsbranchen. In einer umfassenden Umfrage unter 579 Betriebs-, Personal- und Aufsichtsratsmitgliedern analysiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die aktuelle Situation der Fachkräftesicherung im Dienstleistungssektor. Besonders bedrohlich: Der Arbeits- und Fachkräftemangel hat mittlerweile ein kritisches Ausmaß erreicht.

Rebecca Liebig, Mitglied des Bundesvorstands von ver.di und zuständig für den Bereich Innovation und Gute Arbeit, spricht klare Worte: „Die Probleme sind enorm, denn die Angehörigen des zahlenstärksten Babyboomer-Jahrgangs 1964 werden in diesem Jahr sechzig Jahre alt. Die demografisch bedingten Abgänge aus dem Arbeitsmarkt werden Ende der 2020er Jahre ihren Höhepunkt erreichen.“ Diese Abgänge wirken sich auf allen Qualifikationsstufen aus – ob bei Angelernten, dual Ausgebildeten oder Hochschulabsolvent:innen.

Ein differenziertes Bild zeigt sich je nach Branche: Während Ver- und Entsorgungsunternehmen, der Finanzdienstleistungssektor und die öffentliche Verwaltung dringend hochqualifizierte Fachkräfte benötigen, ist der Bedarf an dual Ausgebildeten insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung spürbar. Verkehrs- und Logistikunternehmen suchen indes verstärkt nach Arbeitskräften für angelernte Tätigkeiten. Besorgniserregend ist besonders die Situation im Gesundheits- und Sozialwesen: 81 Prozent der befragten Interessenvertreter:innen berichten von Qualitätsverlusten durch Personalmangel, 59 Prozent konstatierten eine Reduktion des Angebots.

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„Es ist kein Zufall, dass die Liste der Engpass-Berufe von systemrelevanten und zukunftssichernden Tätigkeiten angeführt wird. Am deutlichsten wird dies im Gesundheits- und Erziehungsbereich, wo Qualitätseinbußen immer auch Gefährdungen der Gesundheit, Bildungsrückstände und soziale Benachteiligung erzeugen“, führt Liebig weiter aus. Sie macht keinen Hehl daraus, dass schlechte Arbeitsbedingungen einen entscheidenden Anteil am Fachkräftemangel haben.

Doch wie können Unternehmen gegensteuern? Laut den Befragten geschieht viel zu wenig innerhalb der Betriebe – oftmals auch das Falsche. Notwendige Maßnahmen zur Verbesserung identifizieren 91 Prozent der Beteiligten in der Förderung gesunder und nachhaltiger Arbeit. Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familienarbeit fordern 90 Prozent, während 85 Prozent mehr Angebote zur Weiterbildung wünschen. Dennoch stimmen lediglich 26 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass ihre Unternehmen eine vorausschauende Personal- und Qualifizierungspolitik verfolgen.

Diese Zahlen und Einschätzungen verdeutlichen, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Es bleibt abzuwarten, ob die Unternehmen die Mahnungen der Gewerkschaft ernst nehmen und entscheidende Schritte einleiten, um den stetig wachsenden Herausforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Klar ist: Ein Ignorieren der Problematik könnte nicht nur das Fortbestehen einzelner Unternehmen gefährden, sondern auch die Stabilität ganzer Branchen und damit grundlegende gesellschaftliche Funktionen.

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Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Medien-Info: ver.di-Innovationsbarometer 2023: Arbeits- und Fachkräftemangel …

Original-Content übermittelt durch news aktuell.

Zitierte Personen und Organisationen

  • ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
  • Bundesvorstandsmitglied Rebecca Liebig
  • Interessenvertreter:innen in verschiedenen Branchen
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • öffentliche Verwaltung
  • Verkehrs- und Logistikunternehmen
  • Christian Wille (für Rückfragen der Redaktionen)
  • Daniela Milutin (ver.di-Bundesvorstand)
  • Ver.di-Bundesvorstand, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

  • Kontaktinformationen:
    • Tel.: 030/6956-1011, -1012
    • E-Mail: pressestelle@verdi.de
    • Webseite: www.verdi.de/presse

Meldung einfach erklärt

Hier ist der Text in leichter Sprache:

Wann wurde dieser Beitrag erstellt?
– Der Beitrag wurde am 5. Juli 2024 um 11:00 Uhr veröffentlicht.

Wer hat diesen Beitrag erstellt?
– Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat den Beitrag erstellt.

Was ist das Thema des Beitrags?
– Das Thema ist der Mangel an Arbeitskräften und Fachkräften in wichtigen Dienstleistungsbranchen.

Was sagt ver.di im Innovationsbarometer 2023?
– Ver.di hat untersucht, wie Unternehmen Fachkräfte sichern.
– 579 Mitglieder aus Betrieben, Personalabteilungen und Aufsichtsräten wurden befragt.

Warum gibt es Probleme mit Arbeitskräften?
– Viele Menschen, die 1964 geboren sind, gehen bald in Rente.
– Dadurch werden mehr Arbeitskräfte gebraucht, besonders bis Ende der 2020er Jahre.

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Welche Branchen haben großen Bedarf an Fachkräften?
– Besonders betroffen sind:
– Ver- und Entsorgungsbranche
– Finanzdienstleistungen
– Öffentliche Verwaltung
– Gesundheits- und Sozialwesen
– Verkehrs- und Logistikunternehmen

Was sind die Folgen des Fachkräftemangels?
– Im Gesundheits- und Sozialwesen leidet die Qualität der Leistungen (81% sagen das).
– Das Angebot wird reduziert (59% sagen das).
– Qualitätseinbußen gefährden Gesundheit und Bildung.
– Schlechte Arbeitsbedingungen verschärfen den Mangel.

Was denken die Befragten, was getan werden sollte?
– Es sollte mehr für gesunde und nachhaltige Arbeit getan werden (91% sagen das).
– Beruf und Familie sollten besser vereinbar sein (90% sagen das).
– Mehr Weiterbildungsangebote sollten gemacht werden (85% sagen das).

Tun Unternehmen genug, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen?
– Nur 26% stimmen voll oder eher zu, dass ihr Unternehmen eine gute Personalpolitik hat.

Wer kann Fragen zu diesem Beitrag beantworten?
– Christian Wille, Telefon: 0175 5794249

Wer ist verantwortlich im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.)?
– Daniela Milutin, ver.di-Bundesvorstand, Kontakt:
– Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
– Telefon: 030/6956-1011, -1012
– E-Mail: pressestelle@verdi.de
– Website: www.verdi.de/presse

Ich hoffe, diese Informationen sind hilfreich!

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Eine Antwort

  1. Das Thema Fachkräftemangel oder auch Personalmangel ist sehr oft selbst verschuldet. Unternehmen, die gute Arbeitsbedingungen, ein passendes Gehalt und auch selbst ausbilden haben einen Startvorteil. Leider machen es auch bürokratische Prozesse uns schwer Personal aufzunehmen (id est ein Beharren auf Deutschkenntnisse B2) in Branchen in denen wenig Kommunikation notwendig ist oder das Umfeld sehr international geprägt ist.

    Ich konnte einige spannende Infos z.B. im Friseurbereich sammeln. Die Gehälter sind in Österreich sehr niedrig. Es handelt sich um eine Trinkgeldbranche.

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