– Projekt “Vielfältig engagiert” fördert Ehrenamt für Menschen mit Migrationshintergrund in Osnabrück.
– Ziel: Zugang erleichtern und Vereine diversitätssensibel öffnen.
– Zwei Auftaktworkshops im Juni 2026 in der VHS Osnabrück.
Neues Projekt in Osnabrück soll mehr Vielfalt ins Ehrenamt bringen
Exil e.V. startet in Osnabrück das Projekt „Vielfältig engagiert – Brücken ins Ehrenamt“. Es bringt Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung mit Vereinen, Initiativen und sozialen Einrichtungen zusammen und unterstützt Organisationen dabei, ihre Strukturen offener für unterschiedliche Lebensrealitäten zu gestalten. Das Vorhaben läuft von Januar 2026 bis Ende 2028 und entsteht in Kooperation mit der Freiwilligenagentur der Stadt Osnabrück sowie dem Netzwerk „Engagierte Stadt“.
Ausgangspunkt ist eine doppelte Herausforderung: Viele Organisationen suchen engagierte Freiwillige. Gleichzeitig stoßen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung beim Einstieg ins Ehrenamt häufig auf Hürden. Exil will beide Seiten zusammenbringen.
Dabei knüpft der Verein an bestehende Erfahrungen an. „Aktuell engagieren sich bereits rund 720 Ehrenamtliche mit und ohne Flucht- und Migrationserfahrung in 12 verschiedenen Ehrenamtsgruppen bei Exil“, erklärt Ehrenamtskoordinatorin Alejandra Bedoya. „Das neue Projekt baut auf diesen langjährigen Erfahrungen auf und schafft gezielt Brücken für Ehrenamtliche in weitere Vereine, Initiativen und soziale Einrichtungen der Stadt.“
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Aus Sicht der Projektverantwortlichen geht es nicht nur um individuelle Motivation, sondern auch um strukturelle Fragen. „Der Vierte Engagementbericht der Bundesregierung zeigt deutlich: Menschen mit Migrationserfahrung sind im Ehrenamt weiterhin unterrepräsentiert“, erklärt Lara Benteler, die im Projekt für Vernetzungs- und Weiterbildungsangebote zuständig ist. „Gründe dafür sind häufig strukturelle Hürden, fehlende Zugänge oder Exklusionserfahrungen beim Einstieg. Gleichzeitig erleben wir bei vielen Organisationen eine große Offenheit und den Wunsch, vielfältiger zu werden.“
Warum das Thema in Osnabrück relevant ist
Dass das Projekt in Osnabrück auf Resonanz stoßen dürfte, hängt auch mit der lokalen Entwicklung zusammen. Fragen von Migration, Teilhabe und gesellschaftlicher Mitgestaltung beschäftigen die Stadt seit Jahren. Laut dem nexus Institut wird seit Mai 2018 für die Stadt Osnabrück ein Stadtentwicklungskonzept „Migration und Teilhabe“ erarbeitet, das auch die Förderung ehrenamtlichen Engagements von Menschen mit Migrationshintergrund einschließt.
Das neue Exil-Projekt steht damit nicht für sich, sondern knüpft an eine kommunale Debatte an. Darin wird Teilhabe nicht nur als soziale Unterstützung verstanden, sondern auch als aktive Mitwirkung am Stadtleben. Ehrenamt spielt dabei eine zentrale Rolle, weil hier Begegnung, Verantwortung und gesellschaftliche Zugehörigkeit unmittelbar zusammenkommen.
Welche Hürden Ehrenamt und Teilhabe erschweren
Die in der Pressemitteilung beschriebene Unterrepräsentation liegt oft nicht an fehlender Bereitschaft, sondern an den Bedingungen des Einstiegs. Wer neu in einer Stadt ist oder Fluchterfahrungen mitbringt, muss häufig erst Zugänge finden, Kontakte aufbauen und sich in bestehende Strukturen einarbeiten. Genau hier entstehen Hürden.
Wie alltagsnah ehrenamtliche Unterstützung in der Region organisiert ist, zeigt auch der Blick in den Landkreis Osnabrück. Nach Angaben des Landkreises umfasst das Engagement für Geflüchtete etwa die Begleitung beim Spracherwerb oder bei Behördengängen; koordiniert wird dies über entsprechende Stellen wie die Freiwilligenakademie Niedersachsen. Diese Aufgaben verdeutlichen, dass Engagement oft dort beginnt, wo Orientierung, Sprache und praktische Unterstützung gefragt sind.
Für Organisationen bedeutet das umgekehrt: Offenheit allein reicht nicht immer aus. Wer Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung gewinnen will, braucht verständliche Zugänge, verlässliche Ansprechpersonen und Strukturen, die unterschiedliche Vorerfahrungen berücksichtigen.
So soll das Projekt Brücken ins Ehrenamt bauen
Genau hier setzt „Vielfältig engagiert – Brücken ins Ehrenamt“ an. Geplant ist nicht nur die individuelle Begleitung von Interessierten, sondern auch der Aufbau von Kontakten zwischen potenziellen Ehrenamtlichen und Organisationen. Ergänzend sind Qualifizierungs- und Austauschformate vorgesehen, die beide Seiten zusammenbringen.
Exil setzt dabei auf Workshops, Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote für Vereine, Initiativen und Einrichtungen, die Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung stärker einbinden möchten. Der in der Pressemitteilung verwendete Begriff der diversitätssensiblen Öffnung bedeutet im Kern, dass Organisationen ihre Abläufe, Kommunikation und Aufnahmeprozesse so gestalten, dass unterschiedliche Hintergründe keine Hürde darstellen.
Damit richtet sich das Projekt ausdrücklich an zwei Gruppen: an Menschen, die sich engagieren möchten, und an Einrichtungen, die Beteiligung breiter und zugänglicher organisieren wollen.
Auftakt in der Volkshochschule: Was jetzt ansteht
Zum Start laden Exil e.V., die Freiwilligenagentur Osnabrück und die Volkshochschule Osnabrück zu einem Auftaktworkshop ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Organisationen, Vereine und Initiativen Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung erfolgreich in ehrenamtliche Strukturen einbinden können.
Der Workshop findet im Saal der Volkshochschule Osnabrück, Bergstraße 8, an zwei Terminen statt: am 17. Juni 2026 von 14:00 bis 16:30 Uhr sowie am 24. Juni 2026 von 18:00 bis 20:00 Uhr. Nach Angaben von Exil sind die Inhalte beider Termine identisch, sodass sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche eine passende Zeit finden können.
Eingeladen sind Interessierte, die bereits mit Ehrenamtlichen mit Flucht- und Migrationserfahrung zusammenarbeiten oder ihre Organisation künftig offener und zugänglicher gestalten möchten. Neben fachlichem Input stehen vor allem Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Entwicklung weiterer Unterstützungsangebote im Mittelpunkt. Eine Anmeldung ist bis zum 1. Juni 2026 per E-Mail an lara.benteler@exilverein.de möglich.
Gefördert wird das Projekt durch die Deutsche Fernsehlotterie und die Klosterkammer Hannover. Es ist bis Ende 2028 angelegt – mit dem Ziel, in Osnabrück nachhaltige Brücken ins Ehrenamt zu schaffen.
Wie Teilhabe im Alltag leichter werden kann
Damit Projekte wie das in Osnabrück wirklich Wirkung entfalten, kommt es oft auf die kleinen Dinge an. Niedrigschwellige Zugänge entstehen nicht zuerst auf dem Papier, sondern dort, wo Menschen sich willkommen fühlen: bei klaren Infos, einfachen Abläufen und festen Ansprechpersonen. Wer neu in einer Stadt ist, braucht selten ein großes Konzept als Erstes, sondern eher Orientierung, Verlässlichkeit und das Gefühl, nicht schon an der ersten Hürde hängen zu bleiben.
Das gilt übrigens weit über das Ehrenamt hinaus. Auch im Beruf, in der Nachbarschaft oder bei Elterninitiativen entscheidet verständliche Kommunikation oft darüber, ob Menschen mitmachen oder draußen bleiben. Eine Einladung in einfacher Sprache, ein klarer Ablauf für den Einstieg oder ein kurzer persönlicher Kontakt können mehr bewirken als jede gut gemeinte Imagebotschaft. Vielfalt wird greifbar, wenn Strukturen im Alltag offener gestaltet sind.
Wer selbst Gruppen, Treffen oder Projekte organisiert, kann dabei mit wenig Aufwand viel verbessern: Termine früh ankündigen, Zuständigkeiten sichtbar machen, Rückfragen unkompliziert ermöglichen und Informationen notfalls mehrsprachig bereitstellen. Gerade wenn Austausch und Beteiligung wachsen sollen, helfen praktische Werkzeuge mehr als große Worte. Für passende Unterstützung rund um Wissen, Sprachmittlung und Qualifizierung kann ein Blick in die Weiterbildung & Beratung sinnvoll sein – besonders dann, wenn aus guter Absicht verlässliche Teilhabe werden soll.
Warum das Thema wichtig bleibt
Engagement im Ehrenamt ist ein zentraler Ort für Begegnung, Verantwortung und gesellschaftliche Zugehörigkeit. Gleichzeitig zeigt der Beitrag, dass Menschen mit Migrationserfahrung im Ehrenamt weiterhin unterrepräsentiert sind – nicht wegen fehlender Motivation, sondern weil der Einstieg oft an strukturellen Hürden scheitert.
Für Osnabrück wird daraus eine klare Aufgabe: Vereine, Initiativen und soziale Einrichtungen müssen ihre Zugänge, Kommunikation und Aufnahmeprozesse diversitätssensibel weiterentwickeln. Gleichzeitig brauchen interessierte Menschen verlässliche Orientierung und Kontakte, um in bestehende Strukturen hineinfinden zu können. Das Projekt „Vielfältig engagiert – Brücken ins Ehrenamt“ setzt dabei genau an dieser Doppelung an.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Warum scheitert der Einstieg ins Ehrenamt trotz Offenheit?
Laut Beitrag liegen die Hürden vor allem in fehlenden Zugängen, Exklusionserfahrungen und darin, sich in bestehende Strukturen erst einarbeiten zu müssen.
Was will das Projekt konkret verändern?
Es soll Brücken schaffen: Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung werden mit Vereinen und sozialen Einrichtungen zusammengebracht, ergänzt durch Qualifizierung, Austausch und diversitätssensible Öffnung.
Gibt es einen Starttermin, um mitzuwirken oder mitzudenken?
Ja. Der Auftaktworkshop an der Volkshochschule Osnabrück findet am 17. und 24. Juni 2026 statt. Inhalte sind identisch, damit verschiedene Zeiten passen.
An wen können sich Organisationen mit Fragen zur Umsetzung wenden?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Organisationen vor Ort sein. Im Beitrag werden dafür Exil e.V. und die Freiwilligenagentur der Stadt Osnabrück genannt.
Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung von Exil e.V. und bieten aktuelle Einblicke in das neue Projekt zur Förderung von Vielfalt im Ehrenamt in Osnabrück.
Weiterführende Quellen:
- „Seit Mai 2018 erarbeitet nexus für die Stadt Osnabrück ein Stadtentwicklungskonzept ‚Migration und Teilhabe‘, das auch die Förderung von ehrenamtlichem Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund einschließt.“ – Quelle: https://nexusinstitut.de/osnabruecker-mit-und-ohne-migrationshintergrund-sammeln-ideen-fuer-die-zukunft-in-der-stadt/
- „Im Landkreis Osnabrück umfasst ehrenamtliche Tätigkeit zur Unterstützung von Geflüchteten etwa Begleitung beim Spracherwerb und Behördengänge, koordiniert über entsprechende Stellen wie die Freiwilligenakademie Niedersachsen.“ – Quelle: https://service.landkreis-osnabrueck.de/dienstleistungen/-/egov-bis-detail/dienstleistung/66468/show
11 Kommentare
als nachbar find ich das thema relevant aber praktische fragen bleiben: gibt es klare anmelde wege und wer spricht arabisch oder farsi? viele brauchen uebersetzung sonst fallen sie raus. vielleicht mobile info-staende in quartiers oder kontakt ueber /kontakt/exil oder /beratung/sprachmittlung waere gut
ich hoffe die vhs bietet auch online sessions, ich arbeite abends und kann nur virtuell teilnehmen, bitte hybrid modelle anbieten. ausserdem waeren mehrsprachige flyer und eine einfache telefonnummer besser als nur email. check /veranstaltungen oder /kontakt fuer mehr infos
positiv finde ich die vernetzungsidee, aber oft fehlt follow up nach workshops, leute brauchen begleitung ueber mehrere monate. wer uebernimmt mentoring oder patenschaften? vielleicht freiwilligenagentur oder Exil koordiniert das, siehe /mentoring-programm fuer mehr details, wer hat erfahrung?
gute idee, aber vorsicht: nicht jede organisation hat ressourcen um sofort alles zu verändern. braucht stufen plan, zuerst einfache schritte wie klare infos und feste ansprech personen, dann weiterbildung und konkrete hilfen. frage: wird es finanzielle unterstützung geben? mehr dazu bitte auf /finanzierung und /netzwerk/engagierte-stadt erläutern
stufen plan find ich logisch, aber wer macht die evaluation und wie oft? kann die freiwiligrenagentur das uebernehmen oder braucht es externe evaluating? es waere gut wenn ergebnisse offen sind auf /berichte/engagement damit vereine lernen koennen und nachbessern
ich frage mich ob projekt ende 2028 reicht fuer nachhaltigkeit, nachhaltige veraenderung brauch laenger, vielleicht anschlussfoerderung noetig. wie plant Exil das weiterzugeben an stadt und vereine? siehe /projekte/folgen und /vereinbarkeit info, bitte mehr transparente zeitplaene
ich find die idee gut das menschen mit flucht erfahrungen einen zugang bekommen, jedoch bleibt offen wie die vereine konkret unterstützt werden. gibts fördermittel für dolmetscher oder mentorprogramme wie sprachkurse? wer bezahlt das, und wer koordiniert das vor ort? siehe /projekte/vielfaeltig-engagiert und /foerderung/klosterkammer, kann jemand aus org ser antworten?
als volunteer mag ich das, aber die kommunikation war oft schwer zu verstehen. die pressemitteilung ist ok, aber bitte einfache sprache nutzen und klare ansprechpartner nennen. hat jemand die kontakt daten von Exil e.v. und freiwiligengagentur gespeichert? schreib bitte wer weiss wie man sich anmeldet
frage: wie wird geprüft ob vereine wirklich offen sind oder nur symbolisch? es braucht messbare kriterien oder checklisten fuer diversitätssensible oeffnung. ich hab kaum vorlagen gefunden, vielleicht auf /tools/diversitaet oder /checklisten gibts hilfe. wer hat sowas benutzt teilt erfahrungen bitte
Punkt gut das vhs workshops anbietet, aber sind die termine auch für leute mit schichtarbeit geeignet oder nur tagsüber? es wäre hilfreich wenn kinderbetreuung oder online optionen angeboten wird. info dazu auf /veranstaltungen/vhs-workshop und /kontakt/freiwilligenagentur fehlt noch, wer kann da mehr sagen
das projekt klingt wichtig für ehrenamt in osnabrück, finde ich, aber ich frag mich wie die anbindung an kleinere dörfer funkzioniert. werden auch mehrsprachige infos und niederschwellige kontakte angeboten? schau mal /projekte/vielfaeltig-engagiert und /beratung/weiterbildung bitte mehr details, damit mehr leute teilnehme können