Holzwerkstoffindustrie warnt vor EUDR: Branche fordert Verschiebung der EU-Entwaldungsverordnung

Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) fordert eine sofortige Verschiebung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), um den Unternehmen mehr Zeit für die Klärung offener Fragen und die Umsetzung zu geben. Geschäftsführerin Anemon Strohmeyer warnt, dass durch die neue Regelung wichtige Ressourcen gebunden werden, während die Branche ohnehin gegen wirtschaftliche und ökologische Krisen ankämpft. 2023 erzielte die deutsche Holzwerkstoffindustrie einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro.

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– VHI fordert sofortige Verschiebung der EU-Verordnung gegen Entwaldung (EUDR) wegen Umsetzungsunsicherheiten.
– Viele praktische Fragen offen, Unternehmen binden enorme Ressourcen gegen wirtschaftliche und ökologische Krisen.
– VHI unterstützt EUDR-Ziel, pocht aber auf praktikable Umsetzung ohne überflüssige Bürokratie.

Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie fordert Verschiebung der EU-Verordnung gegen Entwaldung

Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) appelliert eindringlich an die EU, das Inkrafttreten der Verordnung gegen Entwaldung (EUDR) sofort zu verschieben. Die Geschäftsführerin des VHI, Anemon Strohmeyer, unterstreicht die dringende Belastung der Branche durch die neuen Regelungen: „Enorme Ressourcen werden gebunden, während die Holzwirtschaft all ihre Kraft gegen die wirtschaftliche und ökologische Krise aufbringen muss.“ Für Strohmeyer ist klar: „Manchmal muss man einfach die Reißleine ziehen, statt eine Regelung aus Fristgründen auf Biegen und Brechen durchzubringen.“

Das Ziel der EUDR, Entwaldung effektiv zu bekämpfen, bewertet sie als wichtig, warnt jedoch vor der Gefahr, dass die Verordnung zur „Bürokratie-Monster“ werde: „Das Thema der Entwaldung ist zu wichtig, um in den Ruf eines weiteren bürokratischen Monsters zu geraten.“ Deshalb fordert der VHI eine offensive Verschiebung, um der Europäischen Kommission Zeit zu geben, offene Fragen zu beantworten und den Unternehmen ausreichend Raum zur Implementierung der Regelungen zu gewähren: „Die Einführung der EUDR sollte jetzt offensiv verschoben werden, um der Kommission die Zeit für die Beantwortung der offenen Fragen und den Unternehmen ausreichend Zeit zur Implementierung zu gewähren.“

Die Holzwerkstoffindustrie in Deutschland erzielt einen beachtlichen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2023. Angesichts dieser Bedeutung fordert der VHI eine realistische und praktikable Umsetzung, die sowohl ökologische Ziele als auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Branche berücksichtigt.

Zwischen Klimaschutz, Bürokratie und wirtschaftlichen Interessen: Die Bedeutung der EUDR

Die Debatte um die European Union Deforestation Regulation (EUDR) steht an einem Scheideweg, der weit über den reinen Umweltaspekt hinausgeht. Sie verbindet drängende gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen miteinander: Wie gelingt es, nachhaltige Lieferketten zu etablieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu sichern? Welche Herausforderungen entstehen für Verbraucher:innen und Wirtschaft durch die bevorstehende Regulierung? Und wie kann ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Klimaschutz und praktikabler Bürokratie gefunden werden?

Die EUDR ist kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer internationalen Entwicklung, bei der zunehmend globale Umweltstandards eingefordert werden. Das erhöht die Dringlichkeit, Ressourcenverbrauch und Umweltzerstörung, besonders durch Entwaldung, zu stoppen. Doch die Umsetzung ist komplex: Für viele Unternehmen bedeuten die neuen Anforderungen erhebliche Anpassungen in der Beschaffung und Lieferkettenkontrolle. Diese rechtlichen Vorgaben fordern mehr Transparenz, führen aber auch zu zusätzlichem Verwaltungsaufwand, der vom Mittelstand bis zu Großkonzernen spürbar ist.

Gesellschaftlich wächst die Erwartung an Unternehmen, Verantwortung für ökologische Folgen über ihre Grenzen hinweg zu übernehmen. Verbraucher:innen wollen wissen, dass ihre Produkte nicht zur Entwaldung beitragen und suchen nach glaubwürdigen Garantien für nachhaltige Herstellung. Dadurch erhöht sich der Druck auf politische Entscheidungsprozesse, die richtige Balance zwischen Klima- und Umweltschutz einerseits sowie wirtschaftlicher Tragfähigkeit andererseits zu finden.

Warum die Debatte um die EUDR so hitzig ist

Im Kern trifft die Diskussion auf drei zentrale Konfliktpunkte:

  • Umfang und Komplexität der bürokratischen Anforderungen: Unternehmen fürchten hohe Kosten und ineffiziente Prozesse, wenn die Verordnung zu streng und unflexibel umgesetzt wird.
  • Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Kontext: Eine schnelle und rigide Einführung könnte die Position europäischer Firmen schwächen, vor allem im globalen Wettbewerb mit Ländern ohne vergleichbare Regelungen.
  • Gesellschaftliche Erwartungen an Nachhaltigkeit und Klimaschutz: Verbraucher:innen und Umweltgruppen fordern entschlossenes Handeln, das nicht hinter wirtschaftlichen Interessen zurückstehen darf.

Diese Spannungen machen die EUDR zu einem Brennpunkt, an dem sich politische, wirtschaftliche und soziale Interessen scharf gegenüberstehen.

Welche Folgen eine Verschiebung hätte

Eine zu schnelle Einführung mit überbordender Bürokratie kann Risiken bergen: Unternehmen könnten aufwändige Kontrollen nicht fristgerecht umsetzen, was die gesamte Lieferkette belastet und im Extremfall zu Engpässen oder Verteuerungen führt. Auf der anderen Seite bedeutet eine zu lange Verzögerung eine verpasste Chance im globalen Klima- und Umweltschutz. Zudem könnten Unternehmen durch unsichere Rahmenbedingungen ihre Investitionen drosseln, was mittel- und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit mindert.

In jeder Variante bleibt klar, dass die EUDR keine reine Umweltverordnung ist, sondern ein Prüfstein für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beim Thema Nachhaltigkeit. Der weitere Verlauf der Debatte wird zeigen, wie erfolgreich sich dabei zwischen Klimaschutz, Bürokratie und Wirtschaftsinteressen ein tragfähiger Konsens herstellen lässt.


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EUDR verschieben – jetzt! Die Kommission muss jetzt das Heft des Handelns in die …

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