EUDR ohne Schlupflöcher: Stopp dem illegalen Holzhandel

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Mit einem eindringlichen Protest vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin fordern ROBIN WOOD-Aktivistinnen Bundesminister Alois Rainer auf, sich in Brüssel für die konsequente und pünktliche Umsetzung der neuen EU-Verordnung gegen globale Entwaldung stark zu machen. Angesichts eskalierender Waldbrände weltweit machen die Umweltschützerinnen auf die Dringlichkeit des Gesetzes aufmerksam – und warnen vor einer drohenden Aufweichung durch bürokratische Ausnahmen, die den illegalen Holzeinschlag begünstigen könnten. Die Entscheidung im EU-Rat steht kurz bevor – und wird zum Wendepunkt für den internationalen Waldschutz.

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Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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*"Alois, es brennt! EUDR retten, Wälder schützen" – mit diesem Appell haben Aktivistinnen von ROBIN WOOD heute Morgen vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt. Zwischen zwei Fahnenmasten spannten sie ein Banner, während weitere Unterstützerinnen darunter mit Flammen aus Pappe für Aufmerksamkeit sorgten. Die Aktion richtet sich an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, der kommende Woche in Brüssel auf der Agenda der EU-Agrarministerinnen steht – eine Sitzung, die für die Zukunft des Waldschutzes in der Europäischen Union entscheidend sein könnte.**

Der Hintergrund ist ernst: Die Wälder weltweit stehen buchstäblich in Flammen. Klimakrise, zunehmende Hitze, Trockenheit und die dramatische Zunahme von Waldbränden bedrohen die grünen Lungen unseres Planeten. ROBIN WOOD fordert deshalb die rasche und kompromisslose Umsetzung der EU-Verordnung gegen globale Entwaldung (EUDR), deren Anwendung zum Jahreswechsel geplant ist. Ziel dieser Verordnung ist es, den Schutz der weltweiten Wälder, des Klimas und der Artenvielfalt sicherzustellen und Menschenrechtskonflikte im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Rohstoffproduktion einzudämmen.

Die Dringlichkeit scheint größer denn je, wie aktuelle Zahlen des World Resources Institute belegen: Die globale Entwaldung hat 2024 ein Rekordhoch erreicht, erstmals ist das Feuer – ausgelöst durch klimawandelbedingte Extreme – die Hauptursache für den Verlust von Wäldern.

Doch während Wissenschaft und Umweltbewegung auf sofortiges Handeln drängen, wächst der Widerstand: Konservativ regierte Mitgliedstaaten mit starker Forstwirtschaft setzen die EU-Kommission unter Druck. Sie fordern eine weitreichende Deregulierung der EUDR, insbesondere eine sogenannte "Null-Risiko-Kategorie". Diese würde für Länder gelten, in denen augenscheinlich kein Entwaldungsrisiko besteht, und beträfe vor allem die Forstwirtschaft. Die Folge: Waldbesitzende müssten keine Herkunftsnachweise für Holz mehr erbringen, zahlreiche Kontrollpflichten würden wegfallen – eine Einladung zum Missbrauch.

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer befürwortet diese "Null-Risiko-Variante". Doch genau das lehnt ROBIN WOOD ab. Die Tropenwaldreferentin Fenna Otten warnt eindringlich vor den Konsequenzen: „Wenn in globalen Lieferketten die Rückverfolgbarkeit des Holzes in einigen Ländern ausgesetzt wird, verschwindet die gesamte Lieferkette im Zwielicht. Damit würde eine riesige Einfallschneise für den illegalen Handel mit Holz aus entwaldeten und degradierten Flächen geschaffen! Schon jetzt erreicht zum Beispiel russisches Birkensperrholz aus Konfliktregionen über Drittstaaten und ohne Kontrollen den deutschen Markt. Mit der so genannten Null-Risiko-Kategorie würde dies noch vereinfacht, anstatt es zu stoppen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)

Die Mehrheit der Unternehmen in der Branche hat sich bereits auf die neue EU-Regel vorbereitet. Noch eine Änderung – noch eine Verzögerung hätte fatale Folgen. ROBIN WOOD-Aktivist*in Maiki Neu bringt es auf den Punkt: „Die Wälder dieser Welt stehen in Flammen. Das EU-Gesetz gegen globale Entwaldung ist eines der wichtigsten Instrumente der EU, um Wälder, Klima und Artenvielfalt zu schützen und Menschenrechtskonflikte durch den Anbau von Agrar-Rohstoffen zu stoppen. Dieses Instrument jetzt unter dem Vorwand des ‚Bürokratieabbaus‘ zu vernichten, ist absolut verantwortungslos. Wir fordern Alois Rainer auf, für den Erhalt der Wälder zu sorgen und nicht noch Öl ins Feuer zu gießen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)

Die kommenden Tage sind richtungsweisend für die Zukunft des europäischen und globalen Waldschutzes, gleichzeitig stellen die Entscheidungen eine erhebliche Herausforderung für Unternehmen und Gesellschaft dar. Die Debatte um die EUDR-Verordnung spiegelt die grundlegenden Interessenskonflikte zwischen kurzfristigen wirtschaftlichen Zielen und dem langfristigen Schutz unserer Lebensgrundlagen wider.

Aktuelle Entwicklungen rund um Waldverlust, EU-Umweltpolitik, nachhaltige Lieferketten und EUDR haben somit weitreichende Bedeutung – nicht nur für die betroffene Branche, sondern für alle Menschen, die sich eine lebenswerte Zukunft wünschen. Die nächsten Entscheidungen könnten bereits bestimmen, wie ernst die Europäische Union es mit dem Schutz von Wäldern und Klima wirklich meint.


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EUDR zügig umsetzen: Keine Einfallschneise für den Handel mit Holz aus Entwaldung …

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Hintergründe und aktuelle Entwicklungen zur EU-Verordnung gegen Entwaldung

Die Bedeutung internationaler Regelungen wie der EU-Verordnung gegen globale Entwaldung (EUDR) zeigt sich in der jüngsten Eskalation der Waldverluste weltweit besonders deutlich. Laut aktuellen Fakten des World Resources Institute erreichte die globale Entwaldung im Jahr 2024 ein Rekordhoch – ein Trend, der sich mit Prognosen führender Umweltorganisationen deckt. Dabei wird insbesondere auf die vielfältigen Ursachen, etwa durch Klimawandel befeuerte Brände, aber auch auf strukturelle Schwächen im internationalen Holzhandel verwiesen.

Vergleichbare Ereignisse in den vergangenen Jahren – beispielsweise der dramatische Anstieg der Brände im Amazonasgebiet 2019 oder die großflächigen Waldverluste in Südostasien – verdeutlichen, wie lückenhafte Rückverfolgbarkeit und unklare Herkunftsnachweise die internationale Nachfrage nach „entwaldungsfreien“ Rohstoffen untergraben. Gerade in diesem Kontext ist eine lückenlose Dokumentationspflicht in globalen Lieferketten zentral, nicht nur zur Sicherung nachhaltiger Waldbewirtschaftung, sondern auch als Schutzmaßnahme gegen illegalen Holzeinschlag und Menschenrechtsverletzungen.

Sollte die EUDR wie angekündigt ab Januar 2026 unverändert in Kraft treten, wäre sie weltweit eines der strengsten Gesetze, um Produkte aus Entwaldung und Landdegradierung vom EU-Markt fernzuhalten. Unternehmen, Handelsplattformen und Verbraucher setzen zunehmend auf transparente Nachweise und Zertifizierungen – ein Trend, der in Zukunft weiter zunehmen dürfte, auch im internationalen Wettbewerb um nachhaltige Forstprodukte und nachhaltige Investitionen. Wiederholte Verzögerungen oder Aufweichungen, wie sie aktuell diskutiert werden, bergen allerdings das Risiko, den internationalen Ruf der EU als Vorreiter für Umweltschutz und nachhaltige Lieferketten zu schwächen.

Für viele Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist daher klar: Nur durch eine konsequente, zügige und wirksame Umsetzung der EU-Gesetzgebung kann das Ziel eines wirksamen Waldschutzes, fairer Lieferketten und nachhaltigen Konsums erreicht werden. Im globalen Wettbewerb um Glaubwürdigkeit und nachhaltige Entwicklung werden die kommenden Monate entscheidend sein. Wer mehr Informationen, Hintergründe und konkrete Erklärungen zu den geplanten Regulierungen sucht, findet diese nicht nur bei Umweltorganisationen wie ROBIN WOOD, sondern auch auf den offiziellen Seiten der Europäischen Kommission und im EU-Portal für Nachhaltigkeitstransparenz.

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10 Antworten

  1. …die Dringlichkeit des Themas wird nicht genug betont! Jeder sollte sich dafür einsetzen! Wie können wir als Bürger helfen?

  2. Die Null-Risiko-Kategorie klingt gefährlich. Das könnte echt zu mehr illegalem Holzhandel führen! Welche Alternativen gibt es da?

    1. …ich habe gelesen, dass es schon gute Modelle gibt, um Holz nachhaltig zu beziehen. Es wäre sinnvoller so etwas zu fördern.

    2. …ja genau! Transparente Lieferketten müssen gefördert werden! Ich hoffe, dass mehr Leute darüber nachdenken.

  3. Die aktuelle Situation mit den Wäldern ist echt alarmierend. Wenn der Klimawandel so weitergeht, was bleibt uns dann noch? Ich hoffe, dass Alois Rainer auf die Stimmen der Aktivisten hört.

    1. Ich bin skeptisch, ob er wirklich zuhört. Oft werden solche Dinge ignoriert. Aber vielleicht können wir durch Druck etwas bewegen!

    2. Stimmt! Wir müssen lauter werden und unsere Meinung äußern. Nur gemeinsam können wir Veränderungen bewirken.

  4. Ich finde es super, dass ROBIN WOOD so aktiv ist. Die Wälder sind wirklich wichtig für unseren Planeten. Was denkt ihr über die Vorschläge zur EUDR? Glaubt ihr, dass das etwas bewirken kann?

    1. Ja, ich denke auch, dass die EUDR eine gute Chance ist. Es wäre schlimm, wenn wir einfach weitermachen wie bisher und nichts ändern.

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