EU-Verordnung gegen illegalen Heimtierhandel: Neue Kennzeichnungspflicht für Hunde und Katzen ab 2025

Die EU hat erstmals eine Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen beschlossen, um den illegalen Heimtierhandel einzudämmen. Kernmaßnahmen sind die verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung aller Tiere sowie ein Verifizierungssystem für Online-Verkäufe. VIER PFOTEN bezeichnet die Einigung als „historischen Meilenstein“, der die Rückverfolgbarkeit der Tiere gewährleisten soll.
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Inhaltsübersicht

– EU beschließt erste Verordnung gegen illegalen Handel mit Hunden und Katzen
– Verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung aller Tiere wird eingeführt
– Online-Handel erhält Verifizierungssystem vor Veröffentlichung von Anzeigen

EU beschließt historisches Gesetz gegen illegalen Tierhandel

Die Europäische Union hat erstmals eine verbindliche Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen verabschiedet. Das neue Gesetzeswerk soll dem illegalen Heimtierhandel wirksam Einhalt gebieten und umfasst drei zentrale Schutzmaßnahmen: eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung aller gehaltenen Hunde und Katzen, die Einführung eines Online-Verifizierungssystems für den Tierhandel sowie Mindeststandards für Haltung und Zucht.

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, die seit fast zwanzig Jahren auf diese Regelung hingearbeitet hat, begrüßt die Entscheidung als historischen Meilenstein. „Die Maßnahmen dieses Gesetzes werden den illegalen Handel mit Hunden und Katzen in der Europäischen Union immens erschweren und die Rückverfolgbarkeit der Tiere gewährleisten“, betont die Organisation.*

Die drei Kernmaßnahmen im Überblick

  • Lückenlose Kennzeichnung und Registrierung: Alle Hunde und Katzen müssen künftig gekennzeichnet und in Datenbanken erfasst werden. Die Übergangsfristen betragen jeweils 10 Jahre für Hunde und 15 Jahre für Katzen.*

  • Verifizierung im Online-Handel: Vor Veröffentlichung jeder Verkaufsanzeige wird die Registrierung der Tiere überprüft. Das System orientiert sich am „Veripet“-Modell von VIER PFOTEN.

  • Tierschutzstandards für Zuchtbetriebe: Einheitliche Mindestanforderungen an Haltung, Ernährung und tierärztliche Versorgung sollen Tierleid in Zuchtbetrieben eindämmen.

VIER PFOTEN appelliert an die Bundesregierung, die Umsetzung zu beschleunigen: „Wir hoffen, dass die Bundesregierung schon vor den beschlossenen Übergangsfristen tätig wird und entsprechende Gesetze einführt. Je schneller Regelungen in Kraft treten, desto weniger Tiere leiden im illegalen Handel“, sagt Stefanie Köppl, Referentin Bundespolitik von VIER PFOTEN Deutschland.

So wirkt die neue EU-Verordnung gegen illegalen Tierhandel

Die EU-Verordnung setzt auf ein mehrstufiges System aus technischen und administrativen Maßnahmen, um kriminelle Strukturen im Heimtierhandel wirksam zu bekämpfen. Kernstück ist die Einführung interoperabler nationaler Datenbanken kombiniert mit einer Mikrochippflicht für alle in der EU gehaltenen Hunde und Katzen – Stand: Juni 2025*. Bereits im Februar 2020 forderte das Europäische Parlament eine verpflichtende Kennzeichnung, der aktuelle Gesetzesentwurf geht nun deutlich weiter und verpflichtet zu vollständig vernetzten Registrierungssystemen.

So funktioniert die Rückverfolgbarkeit

Durch die Vernetzung nationaler Datenbanken entsteht ein lückenloses Rückverfolgbarkeitssystem. Jedes Tier erhält einen eindeutigen Identifikationscode per Mikrochip, der in allen Mitgliedstaaten abrufbar ist. Diese vollständige Dokumentation macht es für illegale Züchter und Händler nahezu unmöglich, anonym zu agieren. Gleichzeitig erleichtert das System die Rückführung entlaufener Tiere zu ihren Besitzern.

Regeln für Online-Anzeigen und Einfuhren

Besonders bedeutsam ist die Regulierung des Online-Handels. Künftig muss die Registrierung jedes online angebotenen Tieres verifiziert werden, bevor eine Verkaufsanzeige veröffentlicht wird. Diese Vorabprüfung stellt sicher, dass nur registrierte Tiere inseriert werden können. Parallel gelten verschärfte Einreisebestimmungen: Für Hunde und Katzen aus Drittstaaten besteht eine Meldepflicht mindestens fünf Werktage vor der Ankunft – Stand: Juni 2025*.

Ergänzend schreibt die Verordnung die Registrierung aller Anbieter verbindlich vor. Zoofachgeschäfte dürfen künftig keine Hunde und Katzen mehr verkaufen – Stand: Juni 2025*. Diese Maßnahmen erschweren den illegalen Handel und richten sich auf verschiedene Bereiche.

Illegale Tierhandelsfälle: Zahlen und Dimensionen

Die Dimension des illegalen Heimtierhandels lässt sich anhand aktueller Erfassungszahlen konkret beziffern. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 515 Hunde und 66 Katzen als illegal gehandelt erfasst (Stand: August 2025). Diese dokumentierten Fälle zeigen das fortbestehende Ausmaß des Problems, das durch die neue EU-Verordnung adressiert werden soll.

Die Entwicklung setzt sich im aktuellen Jahr fort: In der ersten Jahreshälfte 2025 wurden in Deutschland insgesamt 369 illegal gehandelte Hunde und Katzen entdeckt; die Zahlen steigen traditionell zum Herbst und Winter an (Stand: 01.07.2025). Diese saisonalen Schwankungen sind typisch für den Heimtiermarkt.

Jahr Hunde (erfasst illegal) Katzen (erfasst illegal) Quelle/Stand
2024 515 66 Bundestierärztekammer* (August 2025)
2025 (1. Hälfte) 369 (Hunde und Katzen zusammen) 369 (Hunde und Katzen zusammen) Südtirol News* (01.07.2025)

Die dokumentierten Fallzahlen zeigen das Ausmaß, das die neue EU-Verordnung mit ihren verschärften Kennzeichnungs- und Registrierungspflichten bekämpfen soll. Die erwartete Wirkung der Maßnahmen steht in direktem Zusammenhang mit diesen konkreten Zahlen.

Reaktionen und unterschiedliche Perspektiven

Die neue EU-Verordnung gegen den illegalen Heimtierhandel stößt bei Tierschutzorganisationen überwiegend auf Zustimmung, doch die konkrete Ausgestaltung wird durchaus kontrovers diskutiert. Während einige Verbände die beschlossenen Maßnahmen als historischen Durchbruch feiern, fordern andere Nachbesserungen bei der Umsetzung.

Verbände fordern schnellere Umsetzung

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt zwar das Abstimmungsergebnis für die Verordnung gegen kriminellen Heimtierhandel (Stand: 20.6.2025), sieht jedoch dringenden Verbesserungsbedarf. Die Organisation kritisiert insbesondere die langen Übergangsfristen für private Tierhalter und plädiert für eine deutliche Verkürzung dieser Fristen. Zudem mahnt der Verband strengere Kontrollen bei Züchtern und Tierbörsen an, um Schlupflöcher für unseriöse Anbieter zu schließen.

In der ersten Jahreshälfte 2025 wurden in Deutschland bereits 369 illegal gehandelte Hunde und Katzen entdeckt*.

Auf europäischer Ebene sehen die beschlossenen Regelungen vor, dass für den Online-Verkauf von Hunden und Katzen künftig eine Registrierung der Anbieter sowie die lückenlose Nachvollziehbarkeit der Herkunft verpflichtend wird (Stand: Juni 2025)*. Zoofachgeschäfte dürfen demnach keine Hunde und Katzen mehr verkaufen – eine Maßnahme, die von Tierschützern als wichtiger Schritt gegen den impulsiven Tierkauf bewertet wird.

Die unterschiedlichen Positionen zeigen: Während die grundsätzliche Richtung der Verordnung breite Unterstützung findet, bleibt die Debatte über das Tempo der Umsetzung und die konkreten Kontrollmechanismen lebhaft. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die beschlossenen Maßnahmen tatsächlich den gewünschten Effekt im Kampf gegen den illegalen Heimtierhandel entfalten können.

Ausblick: Was jetzt wichtig ist

Die beschlossene EU-Verordnung markiert einen Wendepunkt im Kampf gegen den illegalen Heimtierhandel. Damit die neuen Schutzmaßnahmen ihre volle Wirkung entfalten, müssen jetzt verschiedene Akteure handeln.* Die Politik steht vor der Aufgabe, die europäischen Vorgaben in nationales Recht umzusetzen und interoperable Datenbanken aufzubauen.*

Für Tierhalter:innen und künftige Käufer:innen ergeben sich konkrete Handlungsempfehlungen. Vor jedem Tierkauf sollten sie auf lückenlose Herkunftsnachweise achten und die Registrierung des Tieres überprüfen. Seriöse Anbieter machen alle notwendigen Dokumente transparent einsehbar und ermöglichen Einblicke in die Haltungsbedingungen. Zudem empfiehlt sich der direkte Kontakt zu lokalen Tierheimen, die zahlreiche vermittlungsbereite Tiere betreuen.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie konsequent die neuen Regelungen umgesetzt werden. Der Erfolg der Verordnung hängt maßgeblich davon ab, ob alle Beteiligten – von der Politik über die Plattformbetreiber bis hin zu den Tierhalter:innen – ihrer Verantwortung nachkommen.*
Stand: 01.07.2025*

Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung von VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.

Weiterführende Quellen:

9 Antworten

  1. Das Gesetz ist ein Anfang, aber ich hoffe auf schnellere Maßnahmen. Wie können wir Druck auf die Politik ausüben? Vielleicht sollte jeder von uns seinen eigenen Teil beitragen und sich in Tierschutzorganisationen engagieren.

  2. Die Idee mit der Kennzeichnung ist super! Ich frage mich nur, wie viel das alles kosten wird und ob die Leute bereit sind dafür zu zahlen. Es wäre auch hilfreich zu wissen, wie man sicher einen seriösen Züchter findet.

  3. Ich finde es toll, dass endlich etwas gegen den illegalen Handel getan wird! Aber ich frage mich, wie die Kontrollen bei Züchtern aussehen werden. Können wir darauf vertrauen, dass das System gut funktioniert?

  4. Das ist ein guter Schritt! Aber ich mache mir Sorgen um die Übergangsfristen. Zehn Jahre sind eine lange Zeit! Warum dauert das so lange? Wie können wir sicherstellen, dass die Tierschutzstandards eingehalten werden?

  5. Ich finde das neue Gesetz echt wichtig. Der illegale Tierhandel ist ein großes Problem. Ich hoffe, dass die Registrierung wirklich gut funktioniert und dass viele Tiere dadurch gerettet werden können. Was denkt ihr über die Umsetzung?

    1. Ich stimme zu, Fritz73! Die Registrierung klingt gut, aber wie wird sichergestellt, dass es keine Schlupflöcher gibt? Es wäre auch interessant zu wissen, welche Strafen es für Verstöße geben wird.

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