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EU-Vergaberechtsreform: Holzindustrie fordert Flexibilität für serielle Bauweisen und nachhaltigen Holzbau

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) begrüßt, dass die geplante EU-Vergaberechtsreform öffentliches Bauen künftig stärker an Qualität und Nachhaltigkeit ausrichtet, kritisiert aber den IMCO-Vorschlag, Aufträge standardmäßig in kleinste Fachlose zu splitten. Dadurch würden serielle und modulare Bauweisen, mit denen bis zu 80 % der Holzfertighäuser entstehen, benachteiligt. Der HDH fordert deshalb eine flexiblere Losbildung, um mittelständischen Holzbauunternehmen die Nutzung klimagerechter Vorfertigung voll zu ermöglichen.
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– HDH begrüßt EU-Vergabereform zugunsten von Qualität und Nachhaltigkeit statt niedrigstem Preis.
– HDH fordert Abbau von Hürden für serielle und modulare Holzbauweisen.
– HDH verlangt flexiblere Losbildung, um klimafreundliche Fertigholz-Bauweisen optimal zu nutzen.

Holzindustrie fordert Flexibilität bei EU-Vergaberechtsreform für nachhaltiges Bauen

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) begrüßt, dass die geplante Vergaberechtsreform auf EU-Ebene einen stärkeren Fokus auf Qualität und Nachhaltigkeit legen will und nicht mehr allein den günstigsten Preis zum entscheidenden Vergabekriterium macht. Gleichzeitig warnt der Verband davor, dass der vorliegende Vorschlag des Binnenmarktausschusses (IMCO) zur Vergabe in kleinere, spezialisierte Lose nicht ausreicht, um die Interessen der Holzindustrie angemessen zu berücksichtigen. Wesentlich ist für die rund 200.000 Beschäftigten in der Branche mit einem Gesamtumsatz von etwa 53 Milliarden Euro, dass neben der Aufteilung in Teilaufträge auch die gewerkeübergreifende Losbildung möglich bleibt.

HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge betont: „Grundsätzlich unterstützen wir die losweise Vergabe, denn sie stärkt die mittelständischen Unternehmen. Allerdings sind bei einer reinen Vergabe in Fachlose einzelner Gewerke die seriellen und modularen Bauweisen benachteiligt – derzeit werden bis zu 80 Prozent der Fertigbauwohungen in Holz gebaut. Wir fordern daher eine Flexibilisierung des Losgrundsatzes für die seriellen und modularen Bauweisen. Nur so kann das volle Potential der klimafreundlichen, vorgefertigten Holzbauweise für den Wohnungsbau gehoben werden.“

Der HDH appelliert deshalb an die EU-Parlamentarier, die gesetzlichen Hürden für nachhaltiges, serielles und modulares Bauen abzubauen und den Losgrundsatz entsprechend flexibel zu gestalten. Denn insbesondere die modulare Holzbauweise gilt als wichtiger Baustein für den klimafreundlichen Wohnungsbau der Zukunft. Die Reform soll ermöglichen, dass öffentliche Aufträge nicht nur in kleinere Einheiten aufgeteilt, sondern auch gewerkeübergreifend vergeben werden können – eine Voraussetzung, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit insbesondere mittelständischer Unternehmen der Holzindustrie zu fördern.

Serielles und modulares Bauen: Innovationstreiber für nachhaltigen Wohnraum

Serielles und modulares Bauen gewinnen im Wohnungsbau zunehmend an Bedeutung. Angesichts wachsender Bevölkerungszahlen, steigender Energiekosten und verschärfter Klimaschutzziele bedarf es effizienter, nachhaltiger Baukonzepte, die schnellen und preiswerten Wohnraum schaffen. Diese Bauweisen setzen dabei auf vorgefertigte Module und serielle Produktionsprozesse, die auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden müssen. Dadurch lassen sich Bauzeiten deutlich verkürzen und Ressourcen besser schonen. Vor allem die Verwendung von Holz als Baustoff spielt eine wichtige Rolle: Bis zu 80 Prozent der Fertigbauwohnungen werden bereits in Holzbauweise realisiert – ein klimafreundlicher Werkstoff mit guter Ökobilanz.

Serielles und modulares Bauen sind mehr als nur technische Neuerungen: Sie ermöglichen eine nachhaltige Transformation des Wohnungsbaus mit gesellschaftlichem Mehrwert. Die schnelle Verfügbarkeit bezahlbaren Wohnraums unterstützt soziale Stabilität, während die gebündelte Produktionqualitätsstandards verbessert. Gleichzeitig reagiert die Branche so auf akuten Fachkräftemangel, da weniger Personal auf der Baustelle benötigt wird. Die Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudesektor und der Beitrag zur Erreichung der Klimaziele werden zusätzlich gefördert.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen spielen bei der Umsetzung eine zentrale Rolle. So fordert der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) die zuständigen EU-Gremien auf, die Vergaberegeln flexibler zu gestalten, um das Potenzial serieller und modularer Bauweisen voll ausschöpfen zu können. Insbesondere kritisiert der HDH den Vorschlag, dass öffentliche Aufträge in kleine Lose aufgeteilt werden sollen, weil dies die gewebübergreifenden Bauweisen erschwert. Eine flexiblere Losbildung ist notwendig, um die Vorteile nachhaltiger Holzfertigbauten zu nutzen.

Warum serielles Bauen zum Wohnungsbau beiträgt

Serielles und modulares Bauen verändern die Art, wie Wohnraum geschaffen wird. Statt individuelle Einzelprojekte zu errichten, setzt die Branche auf standardisierte, vorgefertigte Bauelemente, die mit hoher Präzision gefertigt werden. Diese Baukonzepte bieten entscheidende Vorteile:

  • Schnellere Bauzeiten durch parallele Fertigung im Werk und reduzierte Montage vor Ort
  • Geringerer Materialverbrauch und weniger Abfall durch optimierte Prozessketten
  • Bessere Planbarkeit und Qualität dank serieller Produktion unter kontrollierten Bedingungen
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bei Grundrissen und Nutzerbedürfnissen durch modulare Bauweise

Diese Vorteile ermöglichen es, schneller bezahlbaren und zugleich klimafreundlichen Wohnraum bereitzustellen, der sich an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientiert.

Die Rolle nachhaltiger Bauweisen für die Zukunft

Nachhaltigkeit ist beim seriellen und modularen Bauen kein Nebenprodukt, sondern integraler Bestandteil. Insbesondere Holz als Baustoff steht für Ressourcenschonung und CO₂-Speicherung. Die Branche reagiert so auf die steigenden Anforderungen der europäischen Klimapolitik sowie auf den Fachkräftemangel, indem sie innovative Bauweisen fördert, die weniger Arbeitskräfte benötigen. So werden langfristige ökologische und ökonomische Ziele verbunden.

Europäische Trends zeigen eine klare Bewegung hin zu stärkeren Nachhaltigkeitskriterien bei öffentlichen Aufträgen und einer Abkehr von reinen Preiswettbewerben. Die Reformvorschläge für das EU-Vergaberecht zielen darauf ab, die Qualitäts- und Umweltkriterien in den Fokus zu rücken – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen werden so angepasst, dass serielle und modulare Konzepte konkurrenzfähig bleiben.

Für die Zukunft gilt es, diese Entwicklung voranzutreiben. Innovative Bauprojekte mit nachhaltigen Baumaterialien und modular aufgebauten Einheiten können entscheidend dazu beitragen, dem Wohnraummangel zu begegnen, den ökologischen Fußabdruck der Baubranche zu verringern und den gesellschaftlichen Wandel bei der Wohnraumversorgung zu unterstützen. Die Kombination aus Digitalisierung, neuen Werkstoffen und flexiblen rechtlichen Rahmenbedingungen eröffnet vielfältige Perspektiven, um Wohnraum effizient, bezahlbar und umweltfreundlich zu gestalten.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie (HDH).

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