* Der BVMed begrüßt den EU-Plan „Safe Hearts“ zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa.
* Der Verband hebt die geplanten Schwerpunkte wie Früherkennung und Digitalisierung als zentral hervor.
* Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache und verursachen die höchsten Krankheitskosten.
BVMed begrüßt den EU‑Safe‑Hearts‑Plan: Fokus auf Prävention, Digitalisierung und Innovationen
Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in Deutschland sieht im von der Europäischen Kommission Ende 2025 vorgestellten „Safe Hearts Plan“ einen bedeutsamen Schritt im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE). Der Verband hebt hervor, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland sowie Europa sind und damit zu den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen für eine alternde Gesellschaft zählen.
Der BVMed begrüßt insbesondere die Priorisierung von Früherkennung, Prävention sowie die Digitalisierung und Innovation im Plan: „Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland sowie Europa und stellen eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen für eine alternde Gesellschaft dar.“ Das Ziel sei, die Versorgung effizienter und personalisierter zu gestalten, um die Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und effektiv zu behandeln.
Der Verband hebt den geplanten EU-Protokollansatz für regelmäßige Herz-Check-Ups hervor. Dieser soll helfen, Erkrankungen frühzeitig zu identifizieren: „Wir brauchen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa früher erkennen, strukturierter angehen und dabei medizintechnische Lösungen mitdenken.“ Zudem bewertet der BVMed den starken Fokus auf Digitalisierung, KI und datenbasierte Versorgung als zentrale Elemente: „Digitalisierung kann helfen, die Versorgung besser zu koordinieren – über Fachdisziplinen, Indikationen und Versorgungssektoren hinweg.“
Die Branche, die im Jahr 2024 in Deutschland 212.100 Menschen zählt und eine Bruttowertschöpfung von 19,7 Milliarden Euro erwirtschaftete*, ist bereit für innovative Ansätze. Mit rund 1.510 Herstellern, einem Gesamtumsatz von über 41 Milliarden Euro* (bis zu 55 Milliarden mit Kleinstunternehmen*) und 68 Prozent Umsatzanteil aus dem Ausland* zeigt die Medizintechnikbranche ihre Bedeutung für das Gesundheitssystem.
Der BVMed unterstreicht die Relevanz eines umfassenden Ansatzes: „Eine bessere HKE-Versorgung schafft neben dem individuellen gesundheitlichen auch einen volkswirtschaftlichen Mehrwert.“ Die Kosten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland beliefen sich 2023 laut Statistischem Bundesamt auf 64,6 Milliarden Euro*, was 13,1 Prozent der Gesamtausgaben im Gesundheitswesen ausmacht.
Der Verband fordert, den Safe Hearts Plan nun praxisnah umzusetzen und den Ausbau medizintechnischer Lösungen zu fördern. Dabei sei es entscheidend, Innovationen durch günstige Rahmenbedingungen zu begleiten, um den Gesundheitszustand der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.
Weitere Informationen bietet das BVMed-Themenportal zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, um den öffentlichen Diskurs weiterhin zu fördern.
Was der Safe Hearts Plan der EU beinhaltet
Der Safe Hearts Plan, vorgestellt durch die europäische Kommission am 16. Dezember 2025, setzt klare Schwerpunkte im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE). Ziel ist es, die Prävention, Früherkennung sowie die Behandlung dieser Erkrankungen in Europa nachhaltig zu verbessern. Der Plan basiert auf mehreren Säulen, die sowohl medizinische Innovationen als auch digitale Transformationen umfassen.
Dazu zählen die Prävention und Früherkennung: Ziel ist, durch gezielte Vorsorgemaßnahmen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die Erkrankungsraten zu senken. Im Fokus stehen regelmäßige Herz-Check-Ups, die eine zentrale Rolle bei der frühzeitigen Diagnose spielen sollen. Der Plan hebt hervor, dass mit zunehmendem Alter das Risiko für HKE steigt, was die Notwendigkeit von strukturierten Vorsorgeuntersuchungen unterstreicht.*
Ein weiterer Kernpunkt ist die querschnittliche Integration digitaler Technologien: Der Plan setzt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), telemedizinische Lösungen und datenbasierte Versorgung. Diese Innovationen sollen die Koordination in der Versorgung verbessern, bei der Früherkennung, Behandlung und Nachsorge helfen und personalisierte Therapien ermöglichen. Moderne Diagnostik-Tools, KI-gestützte Vorhersagemodelle und Software von Medizinprodukten sollen dazu beitragen, HKE effizienter und frühzeitig zu behandeln.*
Neben den medizinischen Schwerpunkten legt der Plan auch Wert auf Forschung und Innovation: Durch die Nutzung digitaler Ressourcen und innovativer Technologien soll die Behandlung stetig verbessert werden. Bereits heute bieten die Medizintechnik-Branche leistungsfähige Lösungen entlang der gesamten Versorgungskette, von Prävention bis Rehabilitation.*
Laut dem BVMed, dem Branchenverband der Medizintechnik, schafft der Safe Hearts Plan zugleich ökonomische Vorteile, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit den höchsten Krankheitskosten in Deutschland verbunden sind. Im Jahr 2023 beliefen sich diese Kosten auf 64,6 Milliarden Euro, was 13,1 Prozent der gesamten Gesundheitskosten ausmacht (Stand: 2023).*
Insgesamt zielt die Initiative darauf ab, in Europa eine strukturierte, innovative und digitale Versorgung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu etablieren – ein strategischer Schritt, um die Gesundheitsversorgung zu modernisieren und die künftigen Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu bewältigen.
Finanzielle Herausforderungen und strategische Ziele im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der EU
Die Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) bleibt eine zentrale gesundheitspolitische Herausforderung in Europa. Laut einem Bericht der OECD vom 15. Dezember 2025 verursacht die EU‑weite volkswirtschaftliche Belastung durch HKE rund 282 Milliarden Euro. Diese Summe umfasst Krankheitskosten, Produktivitätsverluste und weitere volkswirtschaftliche Folgekosten.*
Bis 2035 sollen die Screening‑Abdeckung und Früherkennungsraten erheblich gesteigert werden. Ziel ist, 75 bis 90 Prozent der Bevölkerung beim Blutdruck sowie 65 bis 80 Prozent bei Cholesterin- und Blutzuckerwerten zu erfassen – abhängig vom Alter. Diese Zielwerte sind laut der europäischen Strategie zum Schutz der Herzgesundheit (Stand: 16. Dezember 2025) ein zentraler Baustein, um die Erkrankungszahlen zu senken.*
Zur Unterstützung der präventiven Maßnahmen sind zudem Budgetmittel für forschungsrelevante Projekte vorgesehen. Für die geschlechtsspezifische Herz-Kreislauf-Erkrankungsforschung sind 40 Millionen Euro geplant, um personalisierte Therapien weiterzuentwickeln und Versorgungslücken zu schließen (Stand: 16. Dezember 2025).*
In einer möglichen Tabelle könnten die geplanten Maßnahmen, Zielgrößen und Förderbeträge gegenübergestellt werden:
| Maßnahme | Ziel/Wert | Einheit | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| Screening‑Abdeckung beim Blutdruck | 75–90 | Prozent | Europa: 16. Dezember 2025 |
| Screening‑Abdeckung bei Cholesterin- und Blutzucker | 65–80 | Prozent | Europa: 16. Dezember 2025 |
| Forschung für geschlechtsspezifische HKE | 40 | Millionen Euro | Europa: 16. Dezember 2025 |
Der umfassende EU‑Plan zielt darauf ab, frühzeitig Diagnosen zu stellen, personalisierte Behandlungsmöglichkeiten zu fördern und die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben, um die Effizienz in der Versorgung spürbar zu verbessern.
Kritische Stimmen zum Safe Hearts Plan: Zwischen Lob und Kritik
Der Safe Hearts Plan der Europäischen Kommission wird von Befürwortern als wichtiger Schritt im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen begrüßt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hebt hervor, dass die Initiative den Präventionsansatz stärkt und auf andere Bereiche übertragen werden sollte. Dem Plan attestiert die DKG „einen ambitionierten Ansatz“, der jedoch noch keine verbindlichen Maßnahmen vorsieht. Sie fordert eine stärkere Verbindlichkeit und Orientierung an bewährten Konzepten.
Obwohl die Plan-Initiative grundsätzlich positiv gesehen wird, gibt es auch deutliche Kritik an dessen Programmcharakter. Der Safe Hearts Plan wird als „programmatisch“ beschrieben und bleibt in der Umsetzung recht unverbindlich, was Kritiker bemängeln. Besonders im Vergleich zum deutschen Gesunde-Herz-Gesetzentwurf, der aufgrund politischer Hindernisse bislang nicht realisiert wurde, ähnelt der EU-Plan in seinen Maßnahmen noch zu stark dem Status quo.
Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Argumente:
Pro
- Von der DKG begrüßt: Übertragung des Präventionsansatzes auf weitere Bereiche (Stand: Dezember 2025)*.
- Stärkere Fokussierung auf Digitalisierung, KI und datenbasierte Versorgung.
- Anerkennung der MedTech-Branche als zentral für innovative Lösungen im Gesundheitswesen.
Contra
- Der Plan bleibt auf programmatischer Ebene ohne konkrete, verbindliche Maßnahmen (Stand: Dezember 2025)*.
- Ähnlichkeit mit dem deutschen Gesunde-Herz-Gesetzentwurf, der bislang nicht umgesetzt wurde.
- Kritiker bemängeln, dass notwendige Strukturanpassungen durch den Plan nicht ausreichend festgelegt sind.
Der Safe Hearts Plan wird also als vielversprechende Richtung betrachtet, doch fehlt es noch an verbindlichen, umfassenden Umsetzungsmaßnahmen. Die Diskussion um seine Wirksamkeit und Handhabbarkeit bleibt daher aktuell.
Zukunftsperspektiven für die Herz-Kreislauf-versorgung in Europa
Der europäische Plan zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der im Rahmen des „Safe Hearts Plan“ vorgestellt wurde, zeigt das Potenzial einer ganzheitlichen Strategie. Um die Umsetzung wirkungsvoll voranzutreiben, sind klare Schritte notwendig. Dabei spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle: Digitale Diagnostik, KI-gestützte Vorhersagemodelle und Telemonitoring-Lösungen können die Früherkennung verbessern und die individualisierte Behandlung vorantreiben.
Ein erster Fokus sollte auf die Einführung strukturierter Screening-Programme gelegt werden. Hierbei sind Pilotprojekte hilfreich, um innovative digitale Lösungen auf Praxistauglichkeit zu testen. Zudem empfiehlt sich die Entwicklung eines Monitoring-Dashboards, das Fortschritte messbar macht und eine kontinuierliche Steuerung der Maßnahmen ermöglicht.
Die Forschung und Entwicklung müssen gezielt gefördert werden, um technologische Innovationen noch effizienter in die Versorgung zu integrieren. Hierbei sind enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Medizin und Medizintechnik-Unternehmen unabdingbar.
Letztlich ist die Herausforderung, den europäischen Plan in die nationale Praxis zu übersetzen. Ein pragmatischer Fahrplan mit kurzfristigen Zielsetzungen, klaren Verantwortlichkeiten und regelmäßiger Erfolgskontrolle bildet die Grundlage, um die Potenziale der Digitalisierung zügig zu nutzen und die Versorgung nachhaltig zu verbessern.
Dieser Beitrag enthält Informationen und Zitate, die aus einer Pressemitteilung des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) stammen.
Weiterführende Quellen:
- „Die Europäische Kommission hat am 16. Dezember 2025 den Safe Hearts Plan als umfassendes EU-Gesundheits-Strategiepaket zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgestellt, mit Säulen Prävention, Früherkennung und Behandlung sowie Querschnittsthemen Digitalisierung, KI-Integration und Innovation.“ – Quelle: https://www.bvmed.de/themen/herz-kreislauf-erkrankungen/safe-hearts-plan-der-eu-kommission-vorgestellt
- „Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen in der EU jährlich volkswirtschaftliche Kosten von rund 282 Milliarden Euro (Stand: OECD-Bericht vom 15. Dezember 2025).“ – Quelle: https://www.pharmadeutschland.de/newsroom/news/eu-kommission-stellt-safe-hearts-plan-vor/
- „Der Safe Hearts Plan zielt auf eine Screening-Abdeckung von 75-90% der Bevölkerung beim Blutdruck und 65-80% bei Cholesterin- und Blutzuckerwerten ab (altersabhängig, Ziel bis 2035; Stand: 16. Dezember 2025).“ – Quelle: https://dsv-europa.de/de/news/2025/12/safe-hearts-plan.html
- „Die EU plant die Einrichtung eines Dashboards zu gesundheitlichen Ungleichheiten und ein Netzwerk von Zentren für kardiovaskuläre Gesundheit sowie 40 Millionen Euro für geschlechtsspezifische HKE-Forschung (Stand: Planvorlage 16. Dezember 2025).“ – Quelle: https://dsv-europa.de/de/news/2025/12/safe-hearts-plan.html
- „Der Safe Hearts Plan ist ambitioniert, bleibt aber programmatisch und wenig verbindlich; Maßnahmen zu Screening und Behandlung ähneln dem kritisierten deutschen Gesunde-Herz-Gesetzentwurf (Stand: 16. Dezember 2025).“ – Quelle: https://dsv-europa.de/de/news/2025/12/safe-hearts-plan.html
- „Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßt den Safe Hearts Plan und fordert Übertragung des Präventionsansatzes auf andere Bereiche (Stand: Dezember 2025).“ – Quelle: https://www.dkgev.de/dkg/presse/details/dkg-begruesst-eu-initiative-zur-staerkung-der-praevention-von-herz-kreislauf-erkrankungen/
13 Antworten
Es ist super wichtig, diese Themen öffentlich zu diskutieren! Wo können wir mehr Informationen finden über die Umsetzung des Plans? Gibt es bereits konkrete Schritte?
Ich habe gelesen, dass es Informationsportale geben soll! Vielleicht sollte jeder mal dort nachschauen.
Das wäre sehr nützlich! Ich werde auf jeden Fall mal schauen!
Ich finde es positiv, dass auf Digitalisierung gesetzt wird. Aber wie sieht es mit den älteren Menschen aus? Können die damit umgehen?
Das ist ein guter Punkt! Vielleicht sollten Schulungen angeboten werden für Senioren.
Ja genau! Das könnte eine gute Lösung sein und helfen den älteren Leuten!
Der finanzielle Aspekt ist auch wichtig! Die hohen Kosten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind schockierend. Wie kann der Staat hier mehr unterstützen?
Ich denke auch, dass mehr Gelder in die Prävention fließen sollten. Wenn wir früher erkennen, können wir viel Geld sparen.
Genau! Und vielleicht sollten mehr Aufklärungskampagnen gestartet werden.
Die Digitalisierung ist echt spannend! Ich frage mich, ob wir bald auch Apps haben werden, die uns helfen, unsere Herzgesundheit zu überwachen? Das könnte viele Leute motivieren, gesünder zu leben.
Ja, das wäre super! Ich denke, dass eine App mit Erinnerungen sehr hilfreich wäre. Habt ihr schon von solchen Projekten gehört?
Ich habe gehört, dass einige Kliniken schon solche Technologien testen. Vielleicht könnte man das in der ganzen EU einführen!
Ich finde den Ansatz des Safe Hearts Plans gut. Vor allem die Früherkennung ist wichtig. Was denkt ihr, wie man die Menschen dazu bringen kann, regelmäßig ihre Herzen checken zu lassen?