EU-Entwaldungsverordnung bedroht Holzindustrie: Milliarden Bürokratiekosten und Lieferketten-Chaos für deutsche Holzwirtschaft

Die EU-Entwaldungsverordnung wird die deutsche Holzbranche mit einmaligen Kosten von rund 1,8 Milliarden Euro und jährlichen Zusatzaufwendungen von etwa 1,2 Milliarden belasten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen – vor allem kleine und mittlere – rechnet damit, die Vorgaben bis zum Stichtag 31.12.2025 nicht erfüllen zu können, was Lieferketten lähmen und Lieferantenausschlüsse zur Folge haben könnte. Das drohende Chaos kann zu Engpässen, Produktionsrückgängen und Kurzarbeit führen. Branchenverbände fordern deshalb eine „Null-Risiko-Kategorie“ für Holz aus Ländern ohne Entwaldungsrisiko, um den bürokratischen Aufwand zu verringern.
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– EUDR verursacht einmalige Kosten von 1,8 Mrd. Euro und jährliche Mehrkosten von 1,2 Mrd.
– Mehr als die Hälfte der Holzunternehmen für EUDR-Stichtag 31.12.2025 unvorbereitet.
– Bürokratische Dateneingaben und fehlende Vorketteninformationen drohen Lieferengpässe und Produktionsrückgänge.

EU-Entwaldungsverordnung – Milliardenkosten und erhebliche Risiken für die deutsche Holzwirtschaft

Die Einführung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) stellt die deutsche Holzbranche vor enorme Herausforderungen. Laut einer aktuellen Befragung des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie (HDH) wird die Umsetzung der Verordnung die Unternehmen einmalig rund 1,8 Milliarden Euro kosten. Zusätzlich müssen sie mit jährlichen Zusatzkosten von etwa 1,2 Milliarden Euro rechnen, die vor allem aus steigenden Personalaufwänden und Investitionen in Softwarelösungen entstehen. Dabei sieht sich mehr als die Hälfte der Unternehmen nicht in der Lage, die strengen Vorgaben bis zum Stichtag 31. Dezember 2025 zu erfüllen. Bei kleinen und mittleren Betrieben liegt die Unsicherheit sogar bei knapp zwei Dritteln.

HDH-Präsident Johannes Schwörer warnt: „Es droht ein Chaos mit unabsehbaren Folgen“. Er erklärt weiter, dass der geringe Umsetzungsstand die gesamte Lieferkette lähmen und die Nutzung von Holzprodukten praktisch zum Erliegen bringen könnte. Unternehmen, die die notwendigen Informationen zur Herkunft ihres Holzes nicht bereitstellen können, laufen Gefahr, von ihren Kunden als Lieferanten ausgeschlossen zu werden. Denn Fehlangaben oder fehlende Nachweise setzen Abnehmer einem unkalkulierbaren finanziellen und rechtlichen Risiko aus. Gerade einmal 39 Prozent der Befragten erklärten, sie würden die Anforderungen der EUDR sicher oder wahrscheinlich noch bis zum Jahresende erfüllen.

Das größte Problem in der Praxis sind umfangreiche und häufig manuelle Dateneingaben. Der dadurch steigende Personalbedarf gilt als der bedeutendste Kostentreiber, gefolgt von Ausgaben für IT-Lösungen und den Austausch von Daten mit Lieferanten und Kunden. Mehr als die Hälfte der Unternehmen schätzt den zusätzlichen Personalaufwand auf mindestens eine halbe Stelle. Dabei beziehen sich diese Zahlen auf die gesamte deutsche Holzindustrie, von der Rohholzgewinnung über Verarbeitung bis zu Handel und produzierendem Gewerbe.

Johannes Schwörer macht auch auf die übergreifende Tragweite aufmerksam: „**Ähnliche Bürokratiekosten rollen auf viele weitere Branchen zu. Selbst Supermärkte, die Holz-Einweggeschirr verkaufen, müssen sich auf Überprüfungen der Vorkette einstellen.**“ Dabei stehe der Aufwand aus Sicht der Branche in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Entwaldungsrisiko innerhalb Europas. Denn die EUDR erfasst auch Holz aus EU-Ländern, in denen es keine Entwaldung im Sinne der Verordnung gibt. Im Gegenteil: Die Waldfläche in der EU ist in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen und beträgt heute rund 227 Millionen Hektar – etwa ein Drittel der Gesamtfläche. Die EU-Behörden verfügen zudem über Satellitendaten, mit denen Waldverluste fast in Echtzeit überwacht werden können. Zusammen mit bestehenden Nachhaltigkeitszertifikaten seien so unbürokratische und effektivere Kontrollmöglichkeiten vorhanden.

Vor diesem Hintergrund fordert der HDH eine dringende Korrektur der Verordnung. Es sei notwendig, eine „Null-Risiko-Kategorie“ für Holz aus Ländern ohne Entwaldung einzuführen. Die Regierungskoalition hat sich zwar bereits zur Umsetzung dieses Versprechens verpflichtet, doch nun müsse sie bei der Europäischen Kommission darauf drängen, dass für solche Lieferungen alle Datenerfassungen und -weitergaben entfallen. Nur so lasse sich der immense bürokratische Mehraufwand eindämmen, der die gesamte Branche belastet und bei Nichterfüllung sogar vielfältige wirtschaftliche Folgen wie Lieferengpässe, Produktionsrückgänge und Kurzarbeit nach sich ziehen könnte.

Die EUDR verlangt von Unternehmen der Holzindustrie tiefgreifende Anpassungen und bindet erhebliche Ressourcen. Angesichts der aktuellen Zahlen und Befürchtungen zeichnet sich ab, dass die Verordnung unter den derzeitigen Voraussetzungen eine Belastung birgt, die weit über die Holzbranche hinaus Auswirkungen haben wird.

Die in diesem Beitrag präsentierten Informationen stammen aus einer Pressemitteilung des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie (HDH).

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8 Kommentare

  1. – Das Chaos klingt beunruhigend! Ich frage mich jedoch, ob die EU-Verordnung wirklich der richtige Weg ist? Gibt es Alternativen oder bessere Ansätze zur Bekämpfung der Entwaldung?

  2. Es ist wirklich bedenklich, wie wenig Wissen über die Herkunft von Holz vorhanden ist. Wenn wir nachhaltige Praktiken fördern wollen, müssen wir mehr Transparenz schaffen! Welche Maßnahmen haltet ihr für notwendig?

    1. Ich glaube auch, dass Aufklärung eine große Rolle spielt. Wenn alle Beteiligten besser informiert sind, könnte das helfen! Was meint ihr dazu?

    2. – Ja, aber wie können wir sicherstellen, dass alle Unternehmen sich anstrengen? Vielleicht sollten strengere Kontrollen eingeführt werden?

  3. Die hohen Kosten sind schockierend! Die Holzindustrie hat schon genug Herausforderungen und jetzt kommen noch diese zusätzlichen finanziellen Belastungen hinzu. Woher sollen die Unternehmen das Geld nehmen? Was denkt ihr darüber?

  4. Ich finde es erstaunlich, wie viele Unternehmen nicht vorbereitet sind. Wie sollen sie bis 2025 die Anforderungen erfüllen? Es wäre interessant zu wissen, welche konkreten Schritte die Regierung plant, um diese Probleme anzugehen.

    1. Ich stimme dir zu, Anny. Die Situation ist wirklich besorgniserregend. Glaubst du, dass es genügend Unterstützung für kleinere Betriebe gibt? Ich mache mir Sorgen um ihre Zukunft.

    2. Das Thema ist sehr komplex. Welche Lösungen könnten denn helfen, um den Aufwand zu minimieren? Vielleicht sollte man mehr auf digitale Lösungen setzen?

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