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Erste Anzeichen erkennen und Karpaltunnel-OP vermeiden

Jede:r Sechste betroffen: Frühzeitige Diagnose bei Karpaltunnelsyndrom entscheidend

Karlsbad (ots) – Probleme am Karpaltunnel sind weit verbreitet und können gravierende Folgen haben, wenn sie unbehandelt bleiben. Jede:r Sechste ist im Laufe seines Lebens von dieser Erkrankung betroffen, berichtet der Ergotherapeut Benjamin Backes vom Deutschen Verband Ergotherapie e.V. (DVE). Erste Symptome wie Kribbeln oder Taubheit in den Fingern und Armen werden oft übersehen, was zu einer verzögerten ärztlichen Konsultation führt. Eine rechtzeitige diagnostische Abklärung und spezialisierte ergotherapeutische Interventionen könnten viele Operationen verhindern oder zumindest hinauszögern. Daher rät Benjamin Backes allen Betroffenen zur frühzeitigen Beratung und Behandlung durch Fachkräfte.

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Presse /news Verbandsnachrichten

Bremen (VBR). In den komfortablen Büros oder beim Schrauben in der Werkstatt – das Karpaltunnelsyndrom (KTS) kann jederzeit zuschlagen. Jeder sechste Mensch erlebt im Laufe des Lebens die unangenehmen Symptome: Kribbeln und Taubheit in Daumen und Fingern. Doch wie oft warten Betroffene zu lange, bevor sie einen Arzt aufsuchen? Benjamin Backes, Ergotherapeut und Mitglied des Deutschen Verbandes Ergotherapie e.V. (DVE), berichtet aus seinem Praxisalltag.

“Die anfänglichen Symptome beim Karpaltunnelsyndrom können zunächst etwas diffus sein”, erklärt Backes. “Ein leichtes Kribbeln, das Aufwachen mit tauben Fingern – viele denken, es verschwindet von allein.” Doch dieses Warten kann gefährlich werden. Wird die Kompression des Medianusnervs, der durch den Karpaltunnel verläuft, nicht behandelt, können Nerven absterben. Eine frühzeitige Diagnose ist daher entscheidend.

Das Syndrom entsteht oft durch mechanische Überlastung oder genetische Disposition. Ob schwere körperliche Arbeit oder endlose Stunden am Schreibtisch – beides kann zum Problem im engen Handkanal führen. Doch anstatt sofort operiert zu werden, gibt es Hoffnung durch ergotherapeutische Interventionen, die eine OP hinauszögern oder sogar vermeiden können.

Backes rät deshalb: “Suchen Sie frühzeitig ärztliche Hilfe. Der übliche Weg führt zunächst zur Hausärztin oder dem Orthopäden, von wo meist zügig eine Überweisung zu einem Neurologen erfolgt.” Doch während die Wartelisten lang sind, können sich die Beschwerden verschlimmern. Hier kommt die Spezialbehandlung ins Spiel.

Ergotherapeut:innen beginnen ihre Maßnahmen mit Edukation. Patienten lernen, dass sowohl familiäre Veranlagungen als auch alltägliche Belastungen das Syndrom begünstigen können. “Mit dem Alter nimmt die Elastizität des Bindegewebes ab, Hormonschwankungen könnten ebenfalls eine Rolle spielen”, fügt Backes hinzu.

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Zu den ergotherapeutischen Interventionen zählen spezielle Übungen zur Nervenmobilisierung, die Erleichterung durch Nachtschienen und Techniken wie Ultraschall und Lasermethoden. “Eine einfache Maßnahme ist das Anlegen einer Nachtlagerungsschiene”, sagt Backes. Diese Schiene senkt den Druck auf den Nerven und ermöglicht ihm, sich über Nacht zu erholen ohne den Alltag zu stören.

Doch nicht nur die Hände sind betroffen. Die Symptome können ihren Ursprung auch in anderen Körperteilen haben. “Der Nervus medianus muss mehrere Engstellen passieren; Probleme können bereits in Schulter oder Halswirbelsäule beginnen”, betont Backes. Daher sei eine ganzheitliche Betrachtung wichtig – von Muskelverspannungen bis hin zur Körperhaltung.

Was passiert jedoch, wenn all das nicht hilft? Sollte trotzdem eine Operation nötig werden, ist die ergotherapeutische Vor- und Nachsorge entscheidend. Gut vorbereitete Patienten haben bessere Erfolgschancen bei der OP und profitieren anschließend von individuell angepassten Nachbehandlungen.

“Patient:innen, die wissen, wie sie sich nach der OP verhalten müssen, können den nachhaltigen Erfolg sichern”, erklärt Backes. Durch gezielte Anleitung und kontinuierliche Betreuung stellen Ergotherapeut:innen sicher, dass Betroffene zurück in ihren Alltag finden, ohne erneut in schädliche Gewohnheiten zu verfallen.

Für weiterführende Informationen und Therapietipps rund um das Karpaltunnelsyndrom stehen spezialisierte Ergotherapeut:innen bereit. Suchen Sie Rat bei Expert:innen in Ihrer Nähe – der Deutsche Verband Ergotherapie e.V. bietet eine hilfreiche Therapeutensuche auf seiner Webseite an.

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Abschließend bleibt festzuhalten: Vorbeugung und frühzeitige Therapie können vielen Operationen vorbeugen und das Leben der Betroffenen erheblich verbessern. Das Engagement der Ergotherapeut:innen zeigt, wie wertvoll präventive Gesundheitsmaßnahmen sind.


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Karpaltunnelsyndrom: Auf erste Anzeichen achten, um OP hinauszuzögern oder zu vermeiden

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Zitierte Personen und Organisationen

  • Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE)
  • Benjamin Backes
  • Hausärzt:in
  • Orthopäd:innen
  • Neurolog:innen
  • Angelika Reinecke
  • news aktuell

Meldung einfach erklärt

Am 09.07.2024 um 10:00 Uhr veröffentlichte der Deutsche Verband Ergotherapie e.V. (DVE) einen Beitrag über das Karpaltunnelsyndrom. Hier sind die wichtigsten Punkte in einfacher Sprache:

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?
– Das Karpaltunnelsyndrom betrifft den Karpaltunnel in der Hand.
– Jede sechste Person hat irgendwann im Leben Probleme damit.
– Symptome sind Kribbeln in den Fingerspitzen, taube Finger oder Schmerzen im Arm.

Warum wird es oft spät erkannt?
– Die ersten Anzeichen sind manchmal nicht klar erkennbar.
– Viele Menschen warten lange, bevor sie zum Arzt gehen.

Woran erkennt man das Karpaltunnelsyndrom?
– Leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen.
– Taubheit im Daumen und bis zum halben Ringfinger.
– Schmerzen im Arm können auftreten.
– Ohne Behandlung können die Symptome schlimmer werden.

Wie stellt man die Diagnose?
– Erst geht man zum Hausarzt oder Orthopäden.
– Dann wird man oft zu einem Neurologen überwiesen.
– Der Neurologe misst die Geschwindigkeit der Nervenleitung.

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Wie kann Ergotherapie helfen?
– Ergotherapeuten wie Benjamin Backes bieten verschiedene Behandlungen an.
– Nachtlagerungsschienen helfen, den Druck vom Nerv zu nehmen.
– Übungen zur Nervenmobilisation werden gezeigt.
– Haltung und Muskelentspannungstips werden gegeben.
– Ergotherapeuten nutzen auch Ultraschall, Laser und Taping.

Was passiert, wenn Ergotherapie nicht hilft?
– Wenn sich der Zustand verschlechtert, ist eine Operation nötig.
– Ergotherapeuten helfen auch nach der Operation bei der Nachbehandlung.
– Sie zeigen, wie man sich richtig verhält, damit die OP erfolgreich bleibt.

Warum ist es wichtig, schnell zu handeln?
– Je früher man behandelt wird, desto besser sind die Chancen, eine Operation zu vermeiden.
– Lange Wartezeiten bei Fachärzten können die Symptome verschlimmern.

Weitere Informationen:
– Auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche kann man Ergotherapeuten in Wohnortnähe finden.
– Man kann auch direkt den DVE kontaktieren, z.B. Angelika Reinecke per E-Mail an a.reinecke@dve.info.

Zusammenfassung:
Wenn du Symptome wie Kribbeln oder Taubheit in den Fingern hast, solltest du frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Ergotherapeuten können durch spezielle Behandlungen oft eine Operation verhindern. Es ist wichtig, schnell zu handeln und die richtigen Übungen und Hilfsmittel zu verwenden.

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