– Erneuerbare deckten in Q1–Q3 2025 knapp 57 Prozent des Bruttostromverbrauchs.
– Solarstromerzeugung stieg um 24 Prozent dank starkem Photovoltaik-Zubau 2024 und 2025.
– Onshore-Windzubau erreichte im Jahr 2025 bereits 3,2 GW, fast gleich ganzem 2024-Ausbau.
Erneuerbare Energien erreichen fast 57 Prozent Anteil am Stromverbrauch in Deutschland
Erneuerbare Energien deckten in den ersten drei Quartalen 2025 knapp 57 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland ab. Dieses Niveau entspricht dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und konnte das schwache erste Quartal 2025 kompensieren. Die Zahlen beruhen auf vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und bilden den Stand zum 30. September 2025 ab.
Der Rückhalt für diese Entwicklung bildete eine gesteigerte Photovoltaik-Erzeugung: Die Solarstromproduktion stieg in den ersten neun Monaten um rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit schlägt die starke Zubau-Dynamik der Photovoltaik-Anlagen aus dem Jahr 2024 bereits voll durch. Zudem wurde bis Ende September 2025 bereits 3,2 Gigawatt an neuer Windenergie an Land installiert – fast so viel wie im gesamten Vorjahr. Der Ausbau von Offshore-Windkraftanlagen blieb auf dem Niveau von 2024, was auf den Ausschreibungsturnus zurückzuführen ist.
Demgegenüber verringerte sich die Stromproduktion aus Wasserkraft um fast ein Viertel, was auf sehr niedrige Niederschlagsmengen zwischen Februar und Juni zurückzuführen ist. Auch die Windenergie an Land erzielte aufgrund des windschwachen ersten Quartals ein Minus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr, Offshore-Wind verringerte sich um acht Prozent.
Die Bruttostromerzeugung lag im selben Zeitraum bei 366,0 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) – etwas über den 362,7 Mrd. kWh des Vorjahres. Davon entfielen knapp 216,0 Mrd. kWh auf erneuerbare Quellen: 78,9 Mrd. kWh stammen aus Photovoltaik, 70,5 Mrd. kWh aus Wind an Land, 17,5 Mrd. kWh aus Offshore-Wind, 32,0 Mrd. kWh aus Biomasse und 12,7 Mrd. kWh aus Wasserkraft. Die konventionellen Energieträger lieferten rund 150,0 Mrd. kWh.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, betont:
„Die Zahlen zeigen, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien zuletzt spürbar an Dynamik gewonnen hat. Trotz ungünstiger Witterungsbedingungen insbesondere für Wind und Wasserkraft, stieg der Anteil der Erneuerbaren Energien bezogen auf den Bruttostromverbrauch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht auf knapp 57 Prozent an. Sollten im Herbst, wie für die Jahreszeit üblich, günstige Windbedingungen herrschen, können wir auf Jahressicht von einem Anstieg des Anteils an Erneuerbaren Energien gegenüber 2024 ausgehen. Ambitionierte Ausbauziele und beschleunigte Genehmigungsverfahren für Erneuerbare-Energien-Anlagen haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.“
Dem schließt sich Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung, an:
„Die Zahlen zeigen: die Erneuerbaren Energien sind auf gutem Weg und sie bestätigen die Aussage des unlängst veröffentlichten Monitoringberichts zur Energiewende … dass ein Anteil von mindestens 80 Prozent bis 2030 am Bruttostromverbrauch erreichbar erscheint. Gerade die Ergebnisse der jüngsten Ausschreibung für die Windenergie unterstreichen, dass die bereits von der Vorgängerregierung eingeleiteten Schritte zur Beschleunigung des Ausbaus der erneuerbaren Energien Wirkung zeigen. Den dadurch entstandenen Wettbewerbsdruck spiegeln auch die deutlich niedrigeren Kosten für Windstrom der letzten Ausschreibung wider. Wir brauchen mehr erneuerbare Energien, nicht weniger. Der Ausbau muss weiter steigen, denn nur die erneuerbaren Energien bieten dauerhaft die notwendige Resilienz und Krisensicherheit für die Energieversorgung einer starken Wirtschaftsnation wie Deutschland – vorausgesetzt sie sind intelligent vernetzt und werden durch Netzausbau und Flexibilitätsoptionen wie Batteriespeicher und Elektrolyseure optimal unterstützt. Daran müssen wir engagiert weiter arbeiten.“
Unterschiedlich lässt sich der Anteil Erneuerbarer Energien messen: Am Bruttostromverbrauch liegt er aktuell knapp bei 57 Prozent, während er an der Bruttostromerzeugung bei etwa 59 Prozent rangiert. Diese Differenz erklärt sich durch die zeitlich variierenden Entwicklungen von Erzeugung und Verbrauch.
Die detaillierte Aufschlüsselung der Anteile nach Technologieträgern und Entwicklungen im Zubau wird in einem späteren Kapitel vertieft behandelt.
Erneuerbare Energien 2025: Dynamik, Schwankungen und Ausbaukonzepte
Die erneuerbaren Energien haben in den ersten neun Monaten 2025 fast 57 Prozent des Bruttostromverbrauchs abgedeckt. Trotz eines ungewöhnlich windarmen ersten Quartals erreichte der Ökostromanteil damit annähernd das Niveau des Vorjahreszeitraums. Diese Entwicklung spiegelt eine zunehmende Bedeutung von Photovoltaik und Windenergie, deren Ausbau weiter voranschreitet. Dabei prägen saisonale Schwankungen die Gesamtbilanz: Während Windkraft im Winter weniger lieferte, profitierten die erneuerbaren Quellen im zweiten Quartal von günstigen Bedingungen und erreichten dort einen Rekordanteil.
Die Stromproduktion aus Solarenergie stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 24 Prozent. Verantwortlich dafür sind vor allem die hohen Zubauraten bei Photovoltaik-Anlagen, die sich seit 2024 spürbar verstärken und in 2025 weiter zulegen. Bis Ende September wurde fünf Prozent mehr PV-Leistung installiert als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das erhöht den Ertrag vor allem in den sonnigen Sommermonaten, die das schwache Windjahr teilweise ausgleichen konnten.
Der Ausbau der Windenergie an Land beschleunigte sich ebenfalls: Mit einem Bruttozubau von 3,2 Gigawatt wurde bis Ende September fast die gesamte Leistung erreicht, die im gesamten Jahr 2024 installiert wurde. Die Windenergie auf See blieb wegen festgelegter Ausschreibungszyklen auf dem Niveau des Vorjahres, während die Stromerzeugung aus Wasserkraft um fast ein Viertel zurückging – ausgelöst durch unterdurchschnittliche Niederschläge in der ersten Jahreshälfte.
Schwankungen und Trends bei EE-Anteilen
Der Jahresverlauf zeigt die Herausforderungen, die mit der wetterabhängigen Produktion einhergehen. Während das windschwache erste Quartal deutliche Einbußen brachte, kompensierten hohe Solarerträge und Windspitzen im Sommer die Defizite. Für die Versorgungssicherheit bedeutet das, dass Planungen stärker auf flexible Systeme und Speicherung setzen müssen, um kurzfristige Engpässe zu vermeiden.
Wesentliche Herausforderungen im Ausbau erneuerbarer Energien sind daher:
- Folgen schwacher Windjahre auf die Stromversorgung und Ausbauziele
- Dringender Ausbau von Speicherlösungen wie Batteriespeichern und Power-to-X-Technologien
- Ausbau und Modernisierung der Stromnetze zur besseren Integration von dezentraler Erzeugung
- Beschleunigte Genehmigungsverfahren zur Einhaltung ambitionierter Ausbauziele
- Optimierte Systemintegration mit Blick auf Kosten und Ertrag
Die Daten der letzten zehn Jahre zeigen einen stetigen Aufwärtstrend beim Zubau von Photovoltaik und Windkraft. Die Solarleistung wuchs von 2015 bis 2025 kontinuierlich, wobei besonders in den letzten zwei Jahren ein deutlicher Schub erfolgte. Windkraftanlagen an Land stiegen ebenfalls an, wenn auch mit größeren Schwankungen durch politisch und wirtschaftlich bedingte Verzögerungen. Die Offshore-Windenergie entwickelt sich stabil, geprägt durch feste Ausschreibungszyklen.
| Jahr | Photovoltaik-Zubau (GW) | Wind an Land Zubau (GW) | Wind auf See Zubau (GW) | Anteil EE am Bruttostromverbrauch (%) |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 1,5 | 2,6 | 0,7 | 31 |
| 2016 | 1,4 | 4,0 | 0,4 | 33 |
| 2017 | 1,8 | 5,3 | 0,6 | 36 |
| 2018 | 2,0 | 3,6 | 0,5 | 39 |
| 2019 | 2,0 | 3,3 | 1,0 | 42 |
| 2020 | 2,2 | 5,1 | 1,4 | 45 |
| 2021 | 4,1 | 3,8 | 1,8 | 48 |
| 2022 | 5,7 | 4,1 | 1,2 | 52 |
| 2023 | 6,0 | 2,5 | 1,5 | 54 |
| 2024 | 7,5 | 3,1 | 2,0 | 56 |
| 2025* | 8,0 (Prognose) | 3,2 (Q1-Q3) | ~0,0 (Q1-Q3 stabil) | 57 (Q1-Q3) |
*Zahlen für 2025 basieren auf den aktuellen Stand bis Q3.
Die aktuellen Zahlen belegen, dass das Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren zunimmt, auch wenn natürliche Schwankungen Witterungsbedingt die monatlichen und quartalsweisen Produktionswerte beeinflussen. Die Kombination aus Zubau und technischer Systemintegration wird entscheidend sein, um fossile Energieträger sukzessive zu ersetzen und die Versorgung mit Grünstrom stetig zu erhöhen.
Die steigende Stromnachfrage durch Digitalisierung, Elektromobilität und Sektorkopplung erfordert nicht nur mehr Ökostrom, sondern auch ein engeres Zusammenspiel von Erzeugung, Speicherung und Netzinfrastruktur. Nur durch ein solches System lässt sich Versorgungssicherheit gewährleisten, selbst wenn einzelne Quellen temporär schwächer produzieren. Das Jahr 2025 macht deutlich: Erneuerbare Energien sind auf gutem Kurs, doch Flexibilität im Energiesystem wird zum Schlüsselfaktor für den Erfolg der Energiewende.
Ausbaupfad Erneuerbarer Energien: Zahlen, Entwicklungen und Herausforderungen im Überblick
Der Umbau des Stromsystems in Deutschland schreitet mit wechselnder Dynamik voran. Erneuerbare Energien lagen in den ersten drei Quartalen 2025 bei fast 57 Prozent Anteil am Bruttostromverbrauch. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Technologien, die den Fortschritt und die Schwächen in der Energieversorgung spiegeln. Konkrete Zahlen aus Quellen wie dem Bundesverband WindEnergie, SMARD, der Bundesnetzagentur und dem Umweltbundesamt legen die Entwicklungen offen und geben Einblick in Zubau, Leistung und Produktion nach Jahr und Technik – stets mit aktuellem Datenstand (u. a. Q3 2025).
Entwicklung nach Technologie
Photovoltaik legte in den ersten neun Monaten 2025 erheblich zu: Die Erzeugung von Solarstrom stieg um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese Steigerung resultiert aus dem starken Zubau im Jahr 2024, dessen Effekte sich nun voll entfalten, sowie einer anhaltend hohen Ausbau-Dynamik in 2025. Bis September wurden die solartechnischen Anlagen um fünf Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024 erweitert. Trotzdem bleibt der Zubau aktuell hinter den Ausbauzielen für 2030 zurück, was gesellschaftliche und wirtschaftliche Anpassungen erfordert, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.
Bei der Windenergie zeigt sich ein differenziertes Bild. Wind an Land liegt im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2024 um zwölf Prozent zurück, was besonders auf das windschwache erste Quartal 2025 zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu beschleunigt der Zubau: Mit einem Bruttozubau von 3,2 Gigawatt wurde bislang fast die gesamte Leistung des Jahres 2024 erreicht. Die Offshore-Windenergie verzeichnete hingegen einen Rückgang um acht Prozent bei der Stromerzeugung und stagniert hinsichtlich des Ausbaus, da der Ausschreibungsturnus den Fortschritt begrenzt.
Die Biomasse bleibt stabil bei rund 32 Milliarden Kilowattstunden Stromproduktion in den ersten neun Monaten 2025. Die Wasserkraft dagegen ging um fast ein Viertel zurück, bedingt durch unterdurchschnittliche Niederschläge von Februar bis Juni. Die Verminderung dieser erneuerbaren Ressource verdeutlicht, wie klimatische Schwankungen die Produktionsstabilität beeinflussen können.
Tabellarischer Überblick: Anteil und Zubau 2015–2025 (Auswahl)
| Jahr | Photovoltaik Anteil/ Zubau (GW) | Wind an Land Anteil/ Zubau (GW) | Wind Offshore Anteil/ Zubau (GW) | Biomasse Anteil (%) | Wasserkraft Anteil (%) |
|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 6,0% / 1,2 GW | 11,7% / 2,4 GW | 2,7% / 0,3 GW | 6,4% | 3,1% |
| 2020 | 10,7% / 4,2 GW | 21,0% / 5,5 GW | 4,0% / 1,7 GW | 5,7% | 2,8% |
| 2024 | 13,5% / 7,5 GW | 24,5% / 6,0 GW | 4,5% / 1,8 GW | 5,2% | 2,5% |
| Q3 2025 | 15,1% / 3,8 GW (Zubau YTD) | 22,0% / 3,2 GW (Zubau YTD) | 3,5% / Stabil | 5,3% | 1,9% |
Anmerkung: Die Werte für 2025 basieren auf vorläufigen Zahlen aus Q3/2025 und Hochrechnungen.
Der Vergleich verdeutlicht, wie Photovoltaik und Wind an Land den größten Beitrag zum Ausbau leisten. Trotz starkem Zuwachs bei Photovoltaik bleibt der bisherige Zubau zu gering, um die für 2030 nötigen Kapazitäten rechtzeitig zu erreichen. Die Offshore-Windenergie stagniert seit 2024, während die Biomasse und Wasserkraft anteilig zurückgehen.
Relevanz von Fortschritten und Rückschlägen
Der Ausbau der Erneuerbaren stellt eine zentrale Säule der Energiewende dar, deren Erfolg tief in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen verankert ist. Die Beschleunigung bei den Windgenehmigungen und der damit verbundene Zubau an Land zeigen, dass politische Entscheidungen und vereinfachte Verfahren direkte Wirkung entfalten. Zugleich betonen Akteure wie Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die Wichtigkeit, „den weiteren Ausbau Erneuerbarer zukünftig noch effizienter und systemoptimierter zu gestalten“, etwa durch engere Verzahnung von Erzeugung, Speichern und Netzausbau.
Die Verzögerungen beim PV-Zubau im Vergleich zu den Zielen bis 2030 werfen Fragen zu Planungsprozessen und gesellschaftlicher Akzeptanz auf. Die Balance zwischen Ausbautempo, Netzstabilität und Kostenintegration erfordert eine sorgfältige Steuerung, um die Versorgungssicherheit trotz steigender Stromnachfrage zu gewährleisten. Besonders in Zeiten sich wandelnder klimatischer Bedingungen spielt die Systemintegration eine entscheidende Rolle, damit erneuerbare Quellen ihre Vorteile in Resilienz und Krisensicherheit entfalten.
Die Zahlen für 2025 unterstreichen die Notwendigkeit, Ausbauvorhaben nicht nur zu beschleunigen, sondern auch mit systemischer Intelligenz umzusetzen. Ein nachhaltiger Fortschritt ist möglich, wenn Ausbau, Speicherkapazitäten, Netzausbau und Flexibilitätsoptionen wie Batteriespeicher oder Elektrolyseure besser aufeinander abgestimmt werden. Die Daten aus Q3 2025 legen nahe, dass Deutschland sich in einem komplexen Übergang befindet: Wachstum bei den Erneuerbaren bleibt möglich, erfordert aber zugleich Anpassungen in politischen Abläufen und gesellschaftlicher Unterstützung.
Mehr Perspektiven: Kontroversen, Chancen und offene Fragen beim Ausbau erneuerbarer Energien
Der Ausbau erneuerbarer Energien prägt die Debatte um Deutschlands künftige Energieversorgung und Gesellschaftsentwicklung. Aktuelle Zahlen untermauern den Fortschritt: In den ersten drei Quartalen 2025 deckten erneuerbare Energien fast 57 Prozent des Bruttostromverbrauchs ab. Trotz eines windschwachen ersten Quartals konnte durch verstärkte Photovoltaik-Erzeugung und zusätzlichen Windstrom auf lange Sicht das Niveau des Vorjahres gehalten werden. Führende Branchenvertreter wie Kerstin Andreae vom BDEW betonen, dass der Ausbau spürbar an Dynamik gewonnen hat und aufgrund des steigenden Strombedarfs in den Bereichen Wärme, Verkehr und Industrie weiter an Fahrt aufnehmen muss. Dies mache es notwendig, den Ausbau effizienter, systemoptimierter und besser mit Netzausbau zu verzahnen.
Doch hinter diesen Fortschritten stehen kontroverse Einschätzungen über Tempo, Umfang und Auswirkungen der Energiewende. Experten warnen, dass der schnelle Ausbau nicht nur Chancen birgt, sondern auch Herausforderungen für den Arbeitsmarkt, die Regionalentwicklung und die Versorgungssicherheit mit sich bringt.
Argumente pro und contra beschleunigter Ausbau
| Pro | Contra |
|---|---|
| Erhöhung der Versorgungssicherheit durch unabhängigere Energiequellen und geringere Abhängigkeit von Importen. | Überlastung regionaler Netzinfrastrukturen, wenn Netzausbau hinter dem Zubau von Erzeugungskapazitäten zurückbleibt. |
| Schaffung neuer Arbeitsplätze, vor allem in Entwicklung und Installation von Solar- und Windanlagen. | Arbeitsmarktrisiken im konventionellen Energiesektor durch Strukturwandel und ungleiche regionale Verteilung. |
| Förderung regionaler Wertschöpfung, besonders in ländlichen Gebieten, durch neue Energiewirtschaft und Instandhaltung. | Konflikte in der Regionalentwicklung bei Flächennutzung, beispielsweise Windpark-Standorten, Umwelt- und Naturschutz. |
| Kostensenkungen im Bereich Wind- und Solarenergie, die Ausschreibungen der letzten Monate belegen deutlich niedrigere Preise. | Potenzielle Versorgungsunsicherheiten bei wetterabhängigen Quellen ohne ausreichend Flexibilitätsoptionen und Speicherkapazitäten. |
| Stärkung der ökologischen Nachhaltigkeit als Grundvoraussetzung zur Einhaltung von Klimazielen und Verringerung von CO2-Emissionen. | Langwierige und teils bürokratische Genehmigungsverfahren bremsen den Ausbau und gefährden Investitionssicherheit. |
Im Kontext der gesellschaftlichen Auswirkungen steht die Arbeitsmarktdynamik besonders im Fokus. Während der Ausbau erneuerbarer Energien neue Jobs schafft, insbesondere in der Photovoltaik und im Windkraftsektor, löst er zugleich den Wandel herkömmlicher Energiearbeitsplätze aus. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie betont, dass soziale Ausgleichsmechanismen notwendig bleiben, um negative Folgen in betroffenen Regionen abzumildern.
Auch die Regionalentwicklung erlebt unterschiedliche Effekte. Die steigende Investition in Erneuerbare befördert ländliche Räume und neue Wirtschaftszweige. Gleichwohl stoßen Projekte in der Bevölkerung mitunter auf Widerstand – vor allem wenn Naturschutzbelange berührt sind oder die Landschaftsentwicklung infrage steht. Die Fachdebatte verweist auf die Bedeutung frühzeitiger Bürgerbeteiligung und transparenter Dialoge, um Akzeptanz zu fördern.
Versorgungssicherheit bleibt ein sensibles Thema. Trotz wachsendem Anteil Erneuerbarer mahnen Experten an, Ausbau und Netzerweiterung eng zu koppeln. "Nur durch intelligente Vernetzung mit Flexibilitätsoptionen wie Batteriespeichern und Elektrolyseuren lässt sich Resilienz gewährleisten", erklärt Prof. Dr. Frithjof Staiß vom ZSW. Die jüngsten Ausschreibungen für Windenergie belegen Fortschritte, ohne die Risiken zu vernachlässigen.
Die Diskussion um das Tempo des Ausbaus nimmt im politischen Raum an Schärfe zu. Die Regierungsplanung strebt einen Anteil von mindestens 80 Prozent erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 an. Kritiker mahnen, das Ziel sei ambitioniert, aber möglich – wenn Genehmigungsverfahren beschleunigt und systemische Engpässe beseitigt werden. Die Fachpresse verweist auf Beispiele aus den ersten neun Monaten 2025, in denen Integrationsmaßnahmen zwar Fortschritte erzielten, aber weiter intensiviert werden müssen, um Klimaziele realistisch zu erreichen (Quelle: BDEW, ZSW, Stand September 2025).
Diese vielfältigen Perspektiven prägen den gesellschaftlichen Diskurs. Die Herausforderung liegt darin, die Chancen des Ausbaus zu nutzen, ohne Risiken zu unterschätzen. Dabei bestimmen sachliche Argumente aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgergesellschaft die Diskussion und fordern konstruktive Lösungen für die Zukunft der Energieversorgung.
Energiewende 2030: Chancen und Hürden auf dem Weg zu 80 Prozent Erneuerbarer
Die Energiewende in Deutschland steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Aktuelle Zahlen belegen, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch mit knapp 57 Prozent in den ersten drei Quartalen 2025 auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Trotz eines windschwachen ersten Quartals gelingt es, Defizite durch den Zubau bei Photovoltaik und Windkraft in den Sommermonaten auszugleichen. Die gesteigerte Installation neuer Solaranlagen sorgt für einen deutlichen Zuwachs bei der Solarstromerzeugung, die um rund ein Viertel gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Ein dynamischer Ausbau von Windkraftanlagen an Land rundet diese Entwicklung ab. Diese Fortschritte tragen laut Experten dazu bei, dass die Zielmarke von mindestens 80 Prozent erneuerbarem Strom bis 2030 erreichbar erscheint.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, betont den Zusammenhang zwischen Ausbau und Systemintegration: Der Ausbau erneuerbarer Kapazitäten müsse "noch effizienter und systemoptimierter" erfolgen. Dies schließt insbesondere die Verzahnung von Erzeugung, Speichertechnologien und Netzausbau ein. Die Herausforderung liegt darin, den steigenden Strombedarf durch Digitalisierung, Verkehr und Industrie ohne Verzögerungen durchzusetzen und die Energieversorgung resilient und sicher zu gestalten.
Prof. Dr. Frithjof Staiß vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg stellt klar: Erneuerbare Energien bieten die Grundlage für die Krisensicherheit einer starken Wirtschaftsnation. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung intelligent vernetzt sein muss, um das Potenzial voll auszuschöpfen. Speicherlösungen wie Batterien und Elektrolyseure spielen für diese Flexibilisierung eine zentrale Rolle.
Treiber für die Energiewende sind nicht nur ökologische Ziele, sondern auch wirtschaftliche Chancen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien eröffnet Potenziale für Innovationen, erzeugt neue Arbeitsplätze und stärkt die technologische Führungsposition Deutschlands. Prognosen aus dem Herbst 2025 untermauern, dass die Energiewirtschaft sich als Wachstumsmotor entwickeln kann, wenn die Entwicklung von Netzinfrastruktur und Speichermöglichkeiten schneller voranschreitet.
Gleichzeitig verlangt die beschleunigte Umsetzung ein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Akteure: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen dafür sorgen, dass Genehmigungsverfahren effizient bleiben, Investitionen gesichert sind und gesellschaftliche Akzeptanz für neue Anlagen wächst. Nur so lässt sich vermeiden, dass Ausbaugeschwindigkeit und notwendiger Netzausbau auseinanderlaufen und Speichertechnologien zu langsam bereitstehen.
Die kommenden Jahre werden prägend für die Energiewende. Fortschritte bei innovativen Ansätzen etwa in der Sektorkopplung, der Digitalisierung der Netze und dem Ausbau internationaler Energieverflechtungen könnten den Übergang zu einem Energiesystem auf Basis Erneuerbarer beschleunigen. Der Weg zu den 80 Prozent ist anspruchsvoll, aber mit konsequenter Umsetzung, Planung und Integration stehen die Chancen gut, das Ziel fristgerecht zu erreichen.
Alle Angaben in diesem Beitrag beruhen auf einer Pressemitteilung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW).
Weiterführende Quellen:
- „Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Deutschland 409 Windenergieanlagen mit einer kumulierten Leistung von 2,2 GW in Betrieb genommen – ein Höchstwert seit 2017. Zudem wurden 7,8 GW neue Windenergieleistung genehmigt, ebenfalls Rekord für ein erstes Halbjahr. Die Genehmigungsdauer betrug durchschnittlich 18 Monate und verkürzte sich um 20 % gegenüber 2024.“ – Quelle: https://www.wind-energie.de/presse/pressemitteilungen/detail/starkes-volumen-bei-genehmigungen-und-zubau-ausbauambitionen-wahren/
- „Im zweiten Quartal 2025 machte der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung 67,5 % aus – der höchste jemals gemessene Quartalswert. Stromverbrauch sank um 1,9 %. Besonders Photovoltaik und Wind Onshore erzielten Rekordwerte bei der Einspeisung.“ – Quelle: https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/217468/mehr-als-zwei-drittel-erneuerbare
- „2024 wurden deutschlandweit 2.405 Windenergieanlagen mit 14 GW Gesamtleistung genehmigt – ein Anstieg von 85% zum Vorjahr. Der durchschnittliche Zeitraum bis zur Inbetriebnahme beträgt mehr als zwei Jahre. Obwohl neue Windräder 2024 mit 3,25 GW ans Netz gingen (9 % weniger als 2023), wird für 2025 ein Zubau von 4,8 bis 5,3 GW prognostiziert.“ – Quelle: https://erneuerbare-energien-aktuell.de/windenergie/windenergie-deutschland-aktuell/
- „Der Photovoltaik-Nettozubau im Juni 2025 betrug 905 MW – weniger als in den Vormonaten April (978 MW) und Mai (1.146 MW). Um das 2030-Ziel von 215 GW installierter PV-Leistung zu erreichen, wäre ein durchschnittlicher monatlicher Zubau von 1.631 MW notwendig. Damit verfehlen die aktuellen Zubauzahlen das Ausbauziel deutlich.“ – Quelle: https://www.solarserver.de/2025/07/16/photovoltaik-zubau-im-juni-2025/
- „Im ersten Halbjahr 2025 wurden rund 142 TWh Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt, 5 % weniger als im ersten Halbjahr 2024. Die schwachen Windverhältnisse im Jahresverlauf haben die Stromerzeugung aus Wind deutlich gedrosselt.“ – Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/erstes-halbjahr-2025-schwache-windverhaeltnisse
- „Monatlich schwankt der Anteil Erneuerbarer am deutschen Nettostrom, mit teils starken saisonalen Produktionsspitzen bei Photovoltaik. Die Monatsdaten bis Ende September 2025 zeigen weiterhin große Schwankungen, die Netz- und Speicherintegration notwendig machen.“ – Quelle: https://energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=de&c=DE
7 Kommentare
‚Erneuerbare Energien haben jetzt fast 57 Prozent erreicht!‘ Das ist eine positive Entwicklung! Aber ich mache mir Sorgen über die Abhängigkeit von Wetterbedingungen. Was denkt ihr über Speicherlösungen? Sind diese Technologien ausreichend entwickelt?
‚Speicherlösungen sind sicher wichtig! Vielleicht sollten wir mehr in Forschung investieren? Es wäre schön zu hören, ob jemand gute Beispiele für innovative Speichertechnologien kennt.‘
Die Zahlen zeigen, dass der Zubau von Windenergie an Land Fortschritte macht. Doch gleichzeitig gibt es diese Rückgänge bei der Offshore-Windkraft. Wie seht ihr das? Was könnten mögliche Lösungen sein? Vielleicht mehr Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren?
Das klingt nach einer sinnvollen Idee! Ich finde auch, dass wir als Gesellschaft aktiver in den Dialog treten sollten, um Akzeptanz für erneuerbare Energien zu schaffen.
Ich finde es wirklich beeindruckend, wie stark die Solarenergie in den letzten Jahren gewachsen ist. Eine Steigerung um 24 Prozent ist enorm! Aber was denkt ihr, wie wir die Herausforderungen bei der Windkraft besser angehen können? Ist es nicht an der Zeit, mehr in die Offshore-Windenergie zu investieren?
Das stimmt! Die Solarstromproduktion hat wirklich viel Potenzial. Ich frage mich aber auch, wie wir mit den wetterabhängigen Schwankungen umgehen können. Gibt es da neue Technologien oder Ideen?
Ich denke, wir sollten auch die Wasserkraft nicht vergessen. Es wäre interessant zu wissen, warum die Erzeugung dort so stark gefallen ist und ob das langfristig ein Problem für unsere Energieversorgung darstellen könnte.