10+ Aufrufe

Ernährungssicherheit in Deutschland bedroht: Klimawandel und Pflanzenschutz-Lücken erhöhen Importabhängigkeit und Risiko für die Selbstversorgung

Heimischer Nahrungsmittelanbau gerät durch den Klimawandel und den Verlust wirksamer Pflanzenschutzmittel zunehmend unter Druck, was die Selbstversorgungsfähigkeit Deutschlands von aktuell rund 83 Prozent weiter schwächen könnte. Besonders bei Obst, Gemüse und Ölsaaten deckt die Eigenproduktion nur 20 bis 37 Prozent des Bedarfs, und klimabedingte Ertragsrückgänge von bis zu 46 Prozent sind ohne Gegenmaßnahmen denkbar. Fällt der Einsatz zentraler Wirkstoffe weg, dürften Ernten bei Weizen, Kartoffeln und Zwiebeln um 10 bis 20 Prozent sinken und die Importabhängigkeit noch wachsen. Die Studie empfiehlt deshalb, Innovationen im Pflanzenbau zu forcieren und regulatorische Entscheidungen stärker an der Versorgungssicherheit auszurichten.
Inhaltsverzeichnis
Beitrag teilen
Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.
Verbandsbüro jetzt bei Google bevorzugen Damit unsere Vereins- und Verbandsnachrichten häufiger in Ihrer persönlichen Google-Übersicht erscheinen.
Jetzt bevorzugte Quelle festlegen

– Heimische Selbstversorgung sinkt, Weizen-SVG unter 100 % bei Wirkstoffverlust.
– Klimabedingte Ernteausfälle bis 20 %; bei Obst bis zu 46 % Rückgang.
– Wegfall wesentlicher Pflanzenschutzmittel würde Importabhängigkeit und Versorgungssicherheit verschärfen.

Heimische Ernährungssicherheit gerät zunehmend unter Druck

Die Fähigkeit Deutschlands, sich mit ausreichend Nahrungsmitteln aus heimischem Anbau zu versorgen, steht aktuell vor erheblichen Herausforderungen. Besonders der fortschreitende Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit schlechter Erntejahre. Dürreperioden, Extremwetter und ein wachsender Schädlingsdruck könnten Erträge um durchschnittlich 20 Prozent mindern, bei Obst sogar um bis zu 46 Prozent. Gleichzeitig schwächt der Verlust wirksamer Pflanzenschutzmittel den Schutz vor Ernteausfällen zusätzlich. Das betrifft nicht nur Randkulturen, sondern auch zentrale Grundnahrungsmittel. So besteht die Gefahr, dass Deutschland beim Weizen, der wichtigsten hierzulande angebauten Ackerkultur, zum Nettoimporteur wird.*

Der durchschnittliche Selbstversorgungsgrad (SVG) liegt derzeit bei rund 83 Prozent – bedeutet: Etwa jedes sechste landwirtschaftliche Produkt wird importiert. Gerade bei Obst, Gemüse und Ölsaaten ist die Eigenproduktion mit nur 20 bis 37 Prozent des Bedarfs besonders niedrig. So wird bereits heute jeder zweite Apfel importiert. Diese Abhängigkeit von Importen macht die Versorgungssicherheit verwundbar – vor allem wenn Ernteausfälle durch klimatische Bedingungen mit dem Wegfall wichtiger Pflanzenschutz-Wirkstoffe zusammentreffen.

Das mögliche Aus für aktuell zugelassene Wirkstoffe durch strengere EU-Regeln oder das Ende von Notfallzulassungen hätte weitreichende Folgen: Ertragsrückgänge von 10 bis 20 Prozent bei Weizen, Kartoffeln und Zwiebeln sind zu erwarten. „Bei drohendem Verlust heute noch zugelassener Pflanzenschutzmittel sinkt der SVG von Weizen unter 100 Prozent“, warnt die Studie.*

Diese Entwicklungen gehen weit über die Landwirtschaft hinaus und betreffen jede und jeden in Deutschland. Denn eine reduzierte Eigenproduktion erhöht die Abhängigkeit von Importen – und damit das Risiko für Preisschwankungen und Versorgungslücken. Die Situation verdeutlicht, wie eng Versorgungssicherheit und der Erhalt einer breiten Palette wirksamer Pflanzenschutzmittel verknüpft sind.

Vor diesem Hintergrund betont Frank Gemmer, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar e. V.: *„Wir werden auch morgen noch genug zu essen haben, weil wir wohlhabend genug sind, Lebensmittel zu importieren. Es gibt aber viele gute Gründe, mit Innovationen die Produktion von Nahrungsmitteln im eigenen Land zu stärken“. Weiter mahnt er: „Die Landwirtschaft braucht dringend eine breite Palette an wirksamen Pflanzenschutzmitteln, um ihre Ernten zu schützen. Sonst droht der Selbstversorgungsgrad, besonders bei Obst und Gemüse, immer weiter abzusinken.“

Die Herausforderungen sind vielschichtig: Klimawandel, regulatorische Lücken im Pflanzenschutz und deren Folgen wirken zusammen und schwächen die Fähigkeit, in Deutschland verlässlich und unabhängig wichtige Lebensmittel selbst anzubauen. Die Studie signalisiert dringenden Handlungsbedarf, um den Verlust an Eigenproduktion abzufedern und die Nahrungsmittelsouveränität zu sichern. Innovationen im Pflanzenbau, ausgewogene Entscheidungen zwischen ökologischen Anforderungen und Versorgungssicherheit sowie langfristige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft sind dafür grundlegend.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Industrieverbandes Agrar e. V. (IVA).

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge