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Elektronische Patientenakte: Viel Potenzial, wenig Nutzung – warum die ePA in NRW hinterherhinkt
Nach 100 Tagen seit der bundesweiten Einführung steht die elektronische Patientenakte (ePA) weiter auf der Bremse. Auch wenn das digitale Gesundheitsinstrument die Zukunft einläuten soll, nutzen bisher nur wenige Menschen die Möglichkeiten, die es bietet. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Von 44 Millionen angelegten Akten sind nur rund 1,2 Millionen von Versicherten tatsächlich genutzt worden. Besonders in Nordrhein-Westfalen bleibt die Nutzungsquote mit 13,5 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurück – unter dem Bundesdurchschnitt von 16,2 Prozent und nur knapp vor Bayern und Thüringen.
Eine aktuelle, repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland zeigt: 73,2 Prozent der Befragten in NRW kennen die ePA – doch nur ein kleiner Teil greift auf das Angebot zu. Viele Betroffene kämpfen mit der komplizierten Registrierung, technischen Hürden und fehlender Information. Immer noch fühlen sich viele Menschen unsicher oder überfordert im digitalen Gesundheitswesen.
Der Rückstand in Nordrhein-Westfalen ist deutlich. Bundesländer-Vergleiche zeigen: Die Region landet bei der ePA-Nutzung auf einem der letzten Plätze, und auch im Vergleich der Landesverbände von Pharma Deutschland schneidet NRW zweit-schlechtest ab.
„Damit die Nutzungszahlen in NRW steigen, müssen Versicherte noch stärker über den konkreten Mehrwert der ePA für ihre alltägliche Gesundheitsversorgung informiert werden. Die Effizienzen der ePA für unser Gesundheitssystem und für die Versorgung entstehen dann, wenn sie auch flächendeckend genutzt wird. Wenn wir ein modernes, patientenorientiertes Gesundheitssystem wollen, dann heißt es jetzt: dranbleiben,“ betont Christoph Harras-Wolff, Vorsitzender des Landesverbandes NRW. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Die Bedeutung dieser Digitalisierung ist kaum zu unterschätzen. Mit einer konsequenten Nutzung der ePA können Versorgung und Therapie individueller sowie effizienter gestaltet werden – ein entscheidender Schritt in Richtung eines modernen, nachhaltigen Gesundheitssystems in Deutschland. Langfristig erwarten Fachleute spürbare Erleichterungen für Ärzte, Patient:innen und die gesamte Branche.
Der Weg zur flächendeckenden Nutzung ist jedoch steinig. Damit die elektronische Patientenakte tatsächlich im Alltag ankommt, müssen nicht nur technische Hürden abgebaut, sondern auch das Bewusstsein für ihre Vorteile gestärkt werden. Aufklärung – vor allem für Unsichere und Digitalferne – ist dringend notwendig, um das volle Potenzial der ePA auszuschöpfen und einen echten Wandel im Gesundheitswesen herbeizuführen.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bleibt ein Balanceakt zwischen technisch Machbarem und sozialer Akzeptanz. Die aktuellen Fakten machen deutlich, woran es noch hapert – und was auf dem Spiel steht, wenn Deutschland den Anschluss an internationale Standards nicht verpassen will. Engagierte Bildung, transparente Informationen und einfache Zugänge sind jetzt entscheidende Hebel, damit die Transformation gelingt. Die ePA könnte ein Schlüssel für die Zukunft der medizinischen Versorgung sein – doch dafür muss aus Bekanntheit auch echte Nutzung werden.
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Hintergründe und Perspektiven zur Einführung der elektronischen Patientenakte: Bedeutung und erwartete Entwicklungen
Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) markiert einen wichtigen Schritt bei der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens und wird von zahlreichen Akteuren der Branche als maßgeblicher Fortschritt hin zu einer effizienteren, vernetzten Gesundheitsversorgung bewertet. Der aktuelle Stand der Nutzung zeigt jedoch, dass die Transformation hin zu einer digitalen Infrastruktur deutlich langsamer verläuft als erwartet. Angesichts von nur 13,5 Prozent aktiven Nutzerinnen und Nutzern in Nordrhein-Westfalen bleibt die Schere zwischen Bekanntheit und tatsächlicher Anwendung weiterhin deutlich. Als zentrale Fakten nennen sowohl Versicherte als auch Expertinnen und Experten insbesondere technische Hürden sowie den Bedarf nach mehr verständlichen Informationen. Ähnliche Muster zeigen sich auch in anderen Bundesländern: Bundesweit liegt die Nutzungsquote mit 16,2 Prozent geringfügig höher, bleibt jedoch insgesamt auf moderatem Niveau.
Historisch betrachtet sind digitale Veränderungen im deutschen Gesundheitsmarkt mit vergleichbaren Herausforderungen verbunden, wie frühere Initiativen zur Telemedizin oder zur Einführung des elektronischen Rezepts zeigen. Entscheidungen im Rahmen der Digitalstrategie im Gesundheitswesen benötigen in der Regel mehrere Jahre, bis sie sich flächendeckend durchsetzen und breite Akzeptanz gewinnen. Der Blick auf europäische Nachbarländer verdeutlicht, dass eine gezielte Förderung, Investitionen in digitale Kompetenz und frühzeitige Einbindung der Bevölkerung zu deutlichen Fortschritten bei der Akzeptanz und damit auch bei der tatsächlichen Nutzung führen können.
Für Versicherte, die die ePA bereits im Alltag einsetzen, zeichnen sich Vorteile wie bessere Vernetzung, schnellere Abläufe und ein höheres Maß an Transparenz hinsichtlich der eigenen Gesundheitsdaten ab. Experten gehen davon aus, dass der Nutzungsgrad in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen wird – vorausgesetzt, bestehende Hindernisse werden konsequent adressiert. Für die pharmazeutische Industrie und Anbieter digitaler Gesundheitslösungen eröffnen sich dadurch gleichzeitig neue kommerzielle Chancen und Marktpotenziale, insbesondere im Bereich Serviceinnovationen rund um die ePA.
Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die Bedeutung von begleitenden Informationsangeboten sowie praktisch nutzbaren Erklärungen zur Funktionsweise und zum Datenschutz. Für alle Interessierten und Akteure im Gesundheitswesen bietet die offizielle Webseite von Pharma Deutschland kontinuierliche Updates zu den Fortschritten der Digitalisierung und gezielte Hinweise für Versicherte, die die ePA künftig nutzen möchten. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob eine breite Akzeptanz entsteht und die Vorteile der ePA flächendeckend zur Entfaltung kommen – mit spürbaren Verbesserungen für Patienten und das gesamte Gesundheitssystem.
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8 Antworten
‚Digitale Kompetenz‘ klingt gut, aber wie wird das konkret umgesetzt? Es ist frustrierend zu sehen, dass trotz aller Bemühungen so wenige die ePA nutzen. Wo bleibt die Unterstützung für ältere Menschen?
‚Ältere Menschen‘ sind oft nicht sicher im Umgang mit Technik! Vielleicht könnte man Schulungen an öffentlichen Orten anbieten – das würde sicher viele erreichen!
Ich habe auch gehört, dass viele Menschen mit der Registrierung Probleme haben. Gibt es da keine einfachen Lösungen? Vielleicht sollten wir eine Umfrage starten, um herauszufinden, was genau die Hürden sind.
Das wäre eine gute Idee! Eine Umfrage könnte uns zeigen, wo die größten Schwierigkeiten liegen und wie wir helfen können. Außerdem sollten wir vielleicht auch einfachere Erklärvideos erstellen.
Ja genau! Videos könnten vielen helfen! Ich persönlich finde das Thema spannend und würde gerne mehr erfahren über den Datenschutz bei der ePA.
Die Zahlen sind wirklich erschreckend! Nur 13,5% in NRW? Das ist viel zu wenig. Ich denke, die Politik sollte mehr für Aufklärung tun. Was denkt ihr über die Rolle der Ärzte in diesem Prozess?
Das stimmt! Ärzte könnten eine wichtige Rolle spielen, um Patienten zu motivieren und zu informieren. Vielleicht sollten sie sogar Workshops anbieten? Das könnte helfen!
Ich finde es wichtig, dass mehr Menschen von der ePA erfahren. Es gibt so viele Vorteile, die man nutzen kann, aber ohne Informationen bleibt das alles nur Theorie. Warum wird nicht mehr aufgeklärt?