ePA in Norddeutschland: Nutzung steigt, bleibt aber niedrig

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Hundert Tage nach der bundesweiten Einführung bleibt die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland weit hinter den Erwartungen zurück. Eine neue, von Pharma Deutschland in Auftrag gegebene Umfrage zeigt: Zwar kennen inzwischen drei von vier Befragten im Norden die ePA, doch nutzen sie bislang nur wenige aktiv – bundesweit ist das Interesse trotz leichter Zuwächse noch immer gering. Komplizierte Anmeldeprozesse, technische Hürden und mangelnde Information bremsen die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen aus. Warum bleibt der Durchbruch der ePA aus, und was muss jetzt geschehen, damit der Alltag der Versicherten wirklich digital wird?

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Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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Ein Jahrhundertevent für das Gesundheitswesen – und dennoch bleibt der Durchbruch vorerst aus: Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) sollte das deutsche Gesundheitswesen revolutionieren. Hundert Tage nach dem bundesweiten Start zeigt sich jedoch, dass die Digitalisierung in der medizinischen Versorgung noch keinen großen Sprung gemacht hat.

Die Bilanz ist ernüchternd: Laut einer aktuellen Befragung nutzen nur 1,2 Millionen Menschen aktiv die ePA – von insgesamt 44 Millionen angelegten Akten. Das entspricht lediglich einem kleinen Bruchteil der Versicherten. Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland e.V. unterstreicht diesen Befund. Zwar steigt die Bekanntheit der ePA kontinuierlich; fast 75 Prozent der Befragten im Landesverband Nord kennen das digitale Tool mittlerweile – im Vergleich zu 72 Prozent im April ein leichter Zuwachs. Doch echte Nutzung bleibt weiter die Ausnahme.

Ein regionaler Blick bringt Unterschiede ans Licht. Im Norden der Republik liegt die ePA-Nutzung über dem Bundesdurchschnitt. 17 Prozent der Versicherten greifen tatsächlich auf die elektronische Akte zurück. Besonders Hamburg ragt hervor: Hier liegt die Nutzungsquote bei 19,6 Prozent, dicht gefolgt von Schleswig-Holstein (18,6 Prozent). Niedersachsen (16 Prozent) und Bremen (14 Prozent) hinken hingegen hinterher und bleiben somit sogar unter dem Bundesmittelwert.

Trotz des Anstiegs bei der Nutzung in den letzten 100 Tagen – von 13,7 auf 17 Prozent – bleibt das Angebot für viele abstrakt. Die Hürden sind vielfältig. Viele Versicherte kämpfen mit einer komplizierten Registrierung, berichten von technischen Schwierigkeiten oder fühlen sich unzureichend informiert. Die digitale Welt des Gesundheitssystems bleibt für viele Menschen noch unvertraut – und das trotz der wachsenden Bedeutung, die der Digitalisierung in anderen Lebensbereichen bereits zukommt.

Babette Reiken, Vorsitzende des Landesverbandes Nord von Pharma Deutschland, bringt es auf den Punkt: „Nach 100 Tagen liegen die Nutzungszahlen der elektronischen Patientenakte in der Region Nord über dem Bundesdurchschnitt. Trotzdem gibt es hier noch viel Luft nach oben, denn die Umfrageergebnisse weisen auf eine deutliche Lücke zwischen Kenntnisstand und tatsächlicher Nutzung hin. Um diese zu schließen, braucht es ein kontinuierliches Informationsangebot zur ePA, denn nur so kann den Versicherten der konkrete Mehrwert nähergebracht werden, der ja gerade durch die flächendeckende Nutzung entsteht. Wenn wir ein modernes, patientenorientiertes Gesundheitssystem wollen, dann heißt es jetzt: dranbleiben.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)

Die ePA ist das zentrale Element für ein digitales Gesundheitssystem, so betonen es Branchenkenner*innen. Sie könnte in Zukunft Abläufe beschleunigen, Doppeluntersuchungen vermeiden und Therapien individueller gestalten. Doch die Lücke zwischen Bekanntheit und tatsächlicher Anwendung ist noch groß. Der digitale Wandel im deutschen Gesundheitswesen bleibt vorerst ein Marathon, kein Sprint.

Ein nüchterner Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Weg zur bundesweiten Akzeptanz der ePA lang ist. Entscheidend wird nun sein, alle relevanten Akteure und insbesondere die Versicherten besser mitzunehmen, Barrieren abzubauen und das Vertrauen in den digitalen Wandel zu stärken. Ein modernes, patientenorientiertes Gesundheitssystem kann nur entstehen, wenn die Chancen der digitalen Vernetzung von möglichst vielen aktiv genutzt werden.

Fakten, Hintergründe und aktuelle Entwicklungen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen zeigen: Der Aufbau der ePA ist ein Kraftakt, bei dem Aufklärung, niedrigschwellige Zugänge und technische Verlässlichkeit entscheidend sind. In Zukunft kommt es darauf an, diese Herausforderungen gemeinsam zu meistern, damit der digitale Fortschritt nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag der Menschen ankommt.


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Elektronische Patientenakte in Norddeutschland (ePA): Viel Potenzial, wenig Nutzung / …

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Hintergründe und Perspektiven: Die Einführung der elektronischen Patientenakte im Rahmen des digitalen Wandels im Gesundheitswesen

Mit der flächendeckenden Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) stellt sich das deutsche Gesundheitswesen einer der zentralen Herausforderungen der Digitalisierung. Trotz erhöhter Bekanntheit – nahezu 75 Prozent der Befragten im Norden geben an, die ePA zu kennen – bleibt die tatsächliche Nutzung mit aktuell 17 Prozent auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Diese Daten spiegeln eine grundlegende Entwicklung wider, wie sie bereits aus vergleichbaren Digitalisierungsprojekten in anderen europäischen Ländern bekannt ist: Auch dort zeigt sich, dass sich die Akzeptanz und Anwendung neuer Technologien häufig erst nach einer längeren Anlaufphase nachhaltig durchsetzen.

Ein entscheidender Faktor ist dabei die Benutzerfreundlichkeit: Der Einstieg in die ePA ist für viele noch mit technischen und organisatorischen Hürden verbunden. Erfahrungen aus Ländern wie Dänemark oder Estland legen nahe, dass Investitionen in einfache Registrierungsprozesse sowie kontinuierliche, verständliche Informationsangebote den Erfolg digitaler Innovationen maßgeblich steigern. Experten gehen davon aus, dass auch in Deutschland mit gezielter Aufklärung das Vertrauen und die Bereitschaft zur Nutzung wachsen werden.

Der Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt aber ebenso, dass die regionale Entwicklung innerhalb Deutschlands unterschiedlich verläuft: Spitzenreiter wie Hamburg mit einer Nutzungsquote von 19,6 Prozent könnten als Modellregion dienen, um Erfolgsfaktoren – etwa breiter angelegte Öffentlichkeitsarbeit oder spezifische Serviceangebote der Krankenkassen – auf andere Bundesländer zu übertragen. Dieser Ansatz berücksichtigt auch das kommerzielle Interesse, da der Wettbewerb um zukunftsfähige, patientenorientierte Lösungen verstärkt wird.

Langfristig erwarten Branchenbeobachter erhebliche Vorteile: Eine weit verbreitete Nutzung der ePA kann die Versorgung effizienter, sicherer und individueller gestalten. Damit ist die ePA nicht bloß ein Digitalisierungsprojekt, sondern nimmt eine Schlüsselrolle im geplanten Umbau des Gesundheitssystems ein. Für Krankenkassen, Gesundheitsdienstleister und Patienten eröffnen sich gleichermaßen neue Perspektiven – etwa durch bessere Vernetzung, einen erleichterten Zugang zu medizinischen Daten oder innovative Dienstleistungen für die Gesundheitsvorsorge.

Weitere Fakten sowie laufende Berichte und aktuelle Entwicklungen rund um die ePA und die Digitalisierung der Branche finden Interessierte direkt unter www.pharmadeutschland.de oder auf den Social-Media-Kanälen des Verbands. Wer tiefer in Hintergründe, aktuelle Analysen und Prognosen einsteigen oder gezielte Informations-, Beratungs- oder Serviceangebote nutzen möchte, wird über diese Kanäle unkompliziert zum passenden Ansprechpartner geführt.

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10 Antworten

  1. Ich finde den Ansatz zur Digitalisierung im Gesundheitswesen sehr spannend! Was denkt ihr darüber? Ist es nicht an der Zeit für einen stärkeren Fokus auf technische Schulungen für Patienten?

  2. ‚Ein Marathon und kein Sprint‘ ist eine gute Metapher für diese digitale Transformation! Ich hoffe wirklich, dass wir in ein paar Jahren auf diese Anfänge zurückblicken und sehen können, wie viel sich verändert hat.

  3. Die Zahlen zur ePA sind wirklich ernüchternd. Ich frage mich, ob die Krankenkassen genug tun, um ihre Versicherten über die Vorteile der ePA aufzuklären. Gibt es Pläne für bessere Informationskampagnen?

    1. Gute Frage! Ich habe das Gefühl, dass viele einfach nicht wissen, wie sie anfangen sollen. Vielleicht sollten auch Ärzte aktiver informieren.

    2. ‚Niedrigschwellige Zugänge‘ sind wichtig! Aber was genau bedeutet das in der Praxis? Mehr technische Unterstützung wäre sicherlich hilfreich.

  4. Ich finde den Artikel sehr informativ, aber ich frage mich, was konkret getan wird, um die Nutzung der ePA zu erhöhen. Warum sind die Menschen so skeptisch? Es wäre hilfreich, mehr über die Hürden zu erfahren, die viele noch erleben.

    1. Ich stimme zu! Die technischen Schwierigkeiten sind ein großes Problem. Vielleicht sollten mehr Workshops angeboten werden, um den Menschen zu helfen, die ePA besser zu verstehen.

    2. Es wäre auch interessant zu wissen, ob es irgendwelche erfolgreichen Beispiele aus anderen Ländern gibt. Vielleicht können wir von deren Erfahrungen lernen!

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