Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
Sie möchten Ihre Pressemitteilung ebenfalls bei uns platzieren? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf – wir freuen uns über relevante Einsendungen.
Elektronische Patientenakte: Viel Potenzial, wenig Nutzung – Warum das digitale Gesundheitssystem stockt
100 Tage nach dem bundesweiten Start der elektronischen Patientenakte (ePA) zieht sich das Thema wie ein roter Faden durch die Diskussionen um die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen. Die Bilanz nach dieser Zeit fällt ernüchternd aus: Von den 44 Millionen angelegten ePA-Konten werden nur 1,2 Millionen aktiv von den Versicherten genutzt. Das zeigen nicht nur interne Abfragen großer Krankenkassen wie der Techniker Krankenkasse, AOK und Barmer, sondern auch aktuelle Ergebnisse einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland.
In Bayern liegt die Nutzung sogar noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt: Nur 12,9 Prozent der Befragten sagen, dass sie die ePA aktiv verwenden – ein Ergebnis, das kaum über dem Wert der ersten Befragung zum Start liegt (10,7 Prozent). Im Vergleich dazu liegt der bundesweite Durchschnitt immerhin bei 16,2 Prozent. Somit rangiert der Freistaat am unteren Ende der Skala – selbst innerhalb der sechs Landesverbände von Pharma Deutschland belegt Bayern aktuell den letzten Platz.
Während mittlerweile 69 Prozent der bayerischen Bevölkerung von der ePA wissen, bleibt der Schritt zur Nutzung für die meisten ein Hindernis. Die Gründe sind vielfältig: Komplizierte Registrierung und technische Probleme machen es Versicherten schwer, den Zugang zu bekommen. Dazu kommt eine unzureichende Informationslage – viele Bürgerinnen und Bürger sind nach wie vor unsicher im Umgang mit digitalen Gesundheitsanwendungen. Diese Hürden zeigen, wie schwer sich die Digitalisierung des Gesundheitswesens noch immer tut, trotz der in Aussicht gestellten Vorteile.
Susanne Lamminger, Landesvorsitzende von Pharma Deutschland in Bayern und Vorstandsmitglied der Hexal AG, betont: „Damit die hohe Zurückhaltung abgebaut werden kann, braucht es eine zielgerichtete Aufklärung über die konkreten Vorteile der elektronischen Patientenakte für die eigene Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten. Dieses moderne System schafft nur dann Vorteile für die medizinische Versorgung, wenn es flächendeckend genutzt wird.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Für die Branche steht fest: Die ePA ist ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg in ein durchdigitalisiertes Gesundheitssystem. Gerade Pharma Deutschland macht deutlich, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Menschen am digitalen Wandel teilhaben. Zwar werden langfristig individuellere Therapien und eine effizientere medizinische Versorgung erwartet, doch ohne Akzeptanz in der Bevölkerung droht dieses Versprechen zu scheitern. Die aktuellen Fakten und Hintergründe belegen, dass es nicht nur um Technik, sondern zunehmend auch um gesellschaftliche Vertrauensfragen und digitale Teilhabe geht.
Veränderungen wie die elektronische Patientenakte sind komplex, betreffen alle Akteure vom Patienten über Ärzte bis zu Pharmaunternehmen, und sie zeigen, wie viel noch zu tun bleibt. Es steht viel auf dem Spiel: Die ePA hat das Potenzial, den Alltag von Millionen zu erleichtern – wenn die Barrieren abgebaut und die Vorteile besser erklärt werden. Die nächsten Monate werden zeigen, ob es gelingt, mehr Menschen für das digitale Gesundheitswesen zu gewinnen.
Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Elektronische Patientenakte (ePA) in Bayern: Trotz viel Potenzial nur wenige Nutzer / …
Original-Content übermittelt durch news aktuell.
Hintergrund und Ausblick: Akzeptanz der ePA im Kontext der Digitalisierung im Gesundheitswesen
Trotz der bundesweiten Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) am 29. April und der wachsenden Aufmerksamkeit in Politik und Medien bleibt die tatsächliche Nutzungsrate unter Versicherten weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Angesichts vergleichbarer Digitalisierungsprojekte im europäischen Ausland zeigt sich, dass eine erfolgreiche Umsetzung häufig eng mit der Kombination aus Aufklärungskampagnen, anwenderfreundlicher Technik und konsequenter Einbindung von medizinischem Fachpersonal verbunden ist. Länder wie Estland und Dänemark gelten hier als Vorreiter, da sie transparente Vorteile sowie eine einfache Handhabung der Patientenakten bieten – Faktoren, die auch in Deutschland zunehmend eingefordert werden.
Derzeit führt der geringe praktische Mehrwert gepaart mit technischen Hürden und einer komplizierten Registrierung dazu, dass die ePA vielerorts als zusätzlicher Verwaltungsaufwand wahrgenommen wird. Entsprechend stagnieren die Nutzungszahlen insbesondere in großen, dezentral aufgestellten Flächenländern wie Bayern. Branchenexperten erwarten jedoch, dass mit fortschreitender Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen, der Integration digitaler Services in den Behandlungsalltag und einer systematischen Aufklärung die Akzeptanz und letztlich auch die tatsächliche Nutzung der ePA mittelfristig ansteigen werden.
Aktuelle Branchentrends zeigen zudem, dass sowohl Versicherte als auch Ärztinnen und Ärzte verstärkt nach Lösungen suchen, die einen unkomplizierten und sicheren Zugriff auf relevante Gesundheitsdaten ermöglichen. Für Unternehmen der Pharmaindustrie und Krankenkassen können sich daraus potenzielle neue Service- und Geschäftsmodelle ergeben, die auf der Ebene individueller Gesundheitsversorgung und Prävention ansetzen. Die anstehende Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur – etwa durch verbesserte Schnittstellen und mobile Anwendungen – dürfte die Bedeutung der ePA als zentrales Element einer vernetzten Gesundheitsversorgung weiter stärken und damit auch das Interesse an entsprechenden Informationsangeboten und Beratungsleistungen erhöhen.
Langfristig betrachtet bleibt entscheidend, inwieweit durch gezielte Maßnahmen Vorbehalte abgebaut und Vertrauen in Datenschutz sowie den Nutzen digitaler Lösungen geschaffen werden kann. Die Entwicklungen der kommenden Monate werden vor allem zeigen, ob der eingeschlagene Weg der Digitalisierung einen echten Mehrwert für Patientinnen und Patienten sowie das gesamte Gesundheitssystem bietet.
Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.

8 Kommentare
Ich finde es schade zu hören, dass so viele Menschen von der ePA noch nichts wissen oder unsicher sind. Könnte man vielleicht Workshops anbieten? Das könnte helfen!
… und vielleicht sollten auch Apps einfacher gestaltet werden! Eine benutzerfreundliche Oberfläche könnte dazu beitragen, dass mehr Leute bereit sind, die ePA zu nutzen.
Der Artikel bringt einige gute Punkte zur Sprache! Ich frage mich, ob die Krankenkassen auch aktiv versuchen, ihre Versicherten zu informieren? Das könnte helfen!
Das wäre auf jeden Fall sinnvoll! Wenn niemand weiß, wie man die ePA nutzen kann oder was sie bringt, wird sich daran nichts ändern.
Die niedrige Nutzung in Bayern ist wirklich alarmierend! Ich denke, es wäre gut, wenn es mehr Informationen gäbe. Woher bekommen wir das Wissen über diese digitale Gesundheitsversorgung?
Ich habe auch gehört, dass in anderen Ländern wie Estland die ePA viel besser funktioniert. Was können wir von ihnen lernen? Es scheint wichtig zu sein, einfachere Systeme zu haben.
Ich finde es sehr interessant, dass trotz der Einführung der ePA nur so wenige Menschen sie nutzen. Was könnten die Gründe dafür sein? Vielleicht sollten wir mehr Aufklärungsarbeit leisten!
Ja, das stimmt! Die Registrierung ist wirklich kompliziert und viele wissen nicht, was die ePA für Vorteile bietet. Vielleicht sollten Ärzte mehr darüber informieren.