DGB zum Entlastungspaket 2026: Forderungen an Regierung und Unternehmen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßt das am 13. April 2026 von der Bundesregierung beschlossene Entlastungspaket grundsätzlich. Zugleich fordert die Gewerkschaftsspitze, dass die Steuersenkungen vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen müssen und nicht als zusätzliche Gewinne bei Konzernen verbleiben. Krisengewinne müssten konsequent abgeschöpft werden, so die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Über uns:
Seit über 20 Jahren sind wir im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und unterstützen Verbände, Organisationen und Institutionen mit fundierter Praxis- und Branchenexpertise. Unsere Arbeit wird durchweg positiv bewertet – unter anderem auf Trustpilot, ProvenExpert und in Google Bewertungen.

– Der DGB begrüßt das Entlastungspaket der Bundesregierung für Beschäftigte.
– Krisengewinne von Konzernen müssen konsequent abgeschöpft werden.
– Die geplante Einkommensteuerreform soll kleine und mittlere Einkommen entlasten.

DGB zu Koalitionsbeschlüssen: Entlastung soll bei Beschäftigten ankommen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bewertet die Beschlüsse des Koalitionsausschusses vom 13. April 2026 grundsätzlich positiv, verlangt aber klare Nachbesserungen bei der Umsetzung. Aus Sicht des Gewerkschaftsbundes kommt es entscheidend darauf an, dass ein Entlastungspaket nicht auf dem Weg versandet, sondern spürbar bei den Beschäftigten ankommt.

DGB-Chefin Yasmin Fahimi sieht in den Beschlüssen ein wichtiges Signal in einer Zeit hoher Belastungen. Zugleich macht der DGB deutlich, dass staatliche Entlastung aus gewerkschaftlicher Sicht nur dann sozial wirksam ist, wenn sie nicht vor allem Unternehmensgewinne absichert.

Lesenswert ist außerdem Fahimi attackiert Sozialabbau auf DGB-Kongress: Warnung vor längeren Arbeitszeiten und Spaltung.

Kritik an Mineralölsteuer: Entlastung darf nicht bei Konzernen bleiben

Im Zentrum der Kritik steht die geplante Absenkung der Mineralölsteuer. Der DGB unterstützt den Schritt, knüpft ihn aber an eine klare Bedingung. Yasmin Fahimi erklärte: „Die Absenkung der Mineralölsteuer begrüßen wir. Entscheidend wird dabei sein, dass die Entlastungen bei den Verbrauchern ankommen und nicht als weitere Gewinne bei den Konzernen versickern. Krisengewinne müssen endlich konsequent abgeschöpft werden. Die angekündigten kartell- und steuerrechtlichen Maßnahmen folgen unserer Forderung nach einer Übergewinnsteuer. Das ist richtig: Wer von der Krise profitiert, muss zahlen.“

Damit verbindet der DGB kurzfristige Hilfe mit einer grundsätzlichen verteilungspolitischen Forderung. Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher sollen nicht dazu führen, dass Unternehmen zusätzliche Gewinne aus der Krise ziehen. Der Gewerkschaftsbund dringt deshalb auf eine konsequente Abschöpfung von Krisengewinnen.

Entlastungsprämie nur zusätzlich zum Lohn

Auch bei der geplanten Entlastungsprämie sieht der DGB Potenzial, allerdings nur unter klaren Voraussetzungen. Für den Gewerkschaftsbund ist entscheidend, dass die Prämie Tarifverhandlungen ergänzt, aber nicht ersetzt.

Fahimi sagte dazu: „Die Entlastungsprämie kann Tarifverhandlungen gut flankieren – aber nur, wenn sie zusätzlich zum normalen Lohn gezahlt wird. Zudem wäre eine Verlängerung des Bezugszeitraums sinnvoll, um angesichts verschiedener Laufzeiten von Tarifverträgen möglichst vielen Beschäftigten Zugang zu ermöglichen.“

Die gewerkschaftliche Linie ist damit klar: Eine Prämie kann Beschäftigte unterstützen, darf aber nicht an die Stelle regulärer Lohnerhöhungen treten. Aus Sicht des DGB ist sie nur dann sinnvoll, wenn tarifliche Ansprüche unberührt bleiben und möglichst viele Beschäftigte von ihr profitieren können.

Einkommensteuer soll kleine und mittlere Einkommen entlasten

Bei der angekündigten Reform der Einkommensteuer fordert der DGB eine klare soziale Ausrichtung. Entlastungen sollen vor allem kleine und mittlere Einkommen spürbar erreichen. Gleichzeitig warnt der Gewerkschaftsbund davor, positive Effekte an anderer Stelle wieder zu neutralisieren, etwa durch eine höhere Mehrwertsteuer.

Fahimi fordert in diesem Zusammenhang zudem „endlich eine gerechte Erbschaftssteuer und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer“. Für den DGB gehört die steuerpolitische Ausgestaltung des Pakets deshalb zu den entscheidenden Punkten der aktuellen Debatte. Entlastung müsse bei den Einkommen ansetzen, die unter den steigenden Belastungen besonders leiden.

DGB fordert gerechteres Mobilitätsgeld statt Pendlerpauschale

Ein weiterer Punkt ist die Pendlerpauschale. Nach Vorstellung des DGB sollte sie zu einem gerechteren Mobilitätsgeld weiterentwickelt und direkt ausgezahlt werden. Dahinter steht das Ziel, Entlastung im Alltag einfacher und zielgenauer wirksam zu machen, insbesondere für Menschen, die auf Mobilität angewiesen sind.

Der Gewerkschaftsbund verknüpft damit die Forderung, staatliche Hilfen nicht nur anzukündigen, sondern so auszugestalten, dass sie im Lebensalltag von Beschäftigten tatsächlich ankommen.

Übergewinnsteuer bleibt zentrale Forderung

Mit der Forderung nach einer Übergewinnsteuer greift der DGB eine Debatte auf, die bereits in den Jahren 2022 und 2023 praktisch geführt wurde. Damals galt in Deutschland der EU-Energiekrisenbeitrag, der als Form der Übergewinnbesteuerung diskutiert wurde.

Für den DGB ist das ein wichtiges Signal in der aktuellen politischen Diskussion: Das Abschöpfen außergewöhnlicher Krisengewinne ist aus seiner Sicht keine abstrakte Idee, sondern ein bereits erprobtes Instrument. Entsprechend drängt der Gewerkschaftsbund darauf, die im Koalitionsausschuss angekündigten kartell- und steuerrechtlichen Maßnahmen weiterzuentwickeln.

Energiepolitik und Krankenversicherung als offene Baustellen

Nach Auffassung des DGB reicht das aktuelle Paket über kurzfristige Entlastung hinaus noch nicht aus. Der Gewerkschaftsbund fordert auch strukturelle Antworten auf anhaltende Belastungen. Dazu zählt insbesondere eine klare Strategie für den Ausbau erneuerbarer Energien, um energetische Abhängigkeiten zu verringern.

Auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung sieht der DGB ungelöste Verteilungsfragen. Kritisiert wird, dass der Versichertengemeinschaft gesamtgesellschaftliche Aufgaben ohne Steuerfinanzierung aufgebürdet würden. Aus gewerkschaftlicher Sicht dürfen zusätzliche Lasten nicht erneut vor allem bei Beschäftigten landen.

Die Stellungnahme des DGB macht damit deutlich, dass die Koalitionsbeschlüsse nur ein erster Schritt sind. Unterstützt werden Maßnahmen, die Beschäftigte unmittelbar entlasten. Gleichzeitig fordert der Gewerkschaftsbund Schutz vor Mitnahmeeffekten, eine stärkere Beteiligung von Krisengewinnern und eine Steuerpolitik, die soziale Entlastung nicht an anderer Stelle wieder aufzehrt. Entscheidend bleibt aus DGB-Sicht, wie die Bundesregierung die angekündigten Maßnahmen nun konkret ausgestaltet.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate beruhen auf einer Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Das Thema Entlastung geht über einzelne Beschlüsse hinaus. Der Beitrag macht deutlich, dass es nicht nur um „mehr Hilfe“ geht, sondern um die Frage, wohin die Entlastungen tatsächlich fließen: Verbraucherinnen und Verbraucher sollen spürbar profitieren – nicht vor allem Unternehmensgewinne absichern.

Für Beschäftigte, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Allgemeinheit wird damit vor allem relevant, wie Umsetzung und Verteilung ausgestaltet werden: Entlastung darf laut DGB nicht als Mitnahmeeffekt bei Krisengewinnern enden. Gleichzeitig bleiben für Politik und Verwaltung wichtige Aufgaben offen, etwa bei Energieausbau und der gesetzlichen Krankenversicherung, damit zusätzliche Lasten nicht erneut überproportional bei Beschäftigten landen.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Woran macht der DGB fest, ob das Entlastungspaket sozial wirkt?
Am Ergebnis für Beschäftigte und Verbraucher: Entlastungen sollen ankommen und dürfen nicht vor allem Gewinne bei Konzernen stützen.

Was fordert der DGB zur Mineralölsteuer-Absenkung?
Der DGB begrüßt die Absenkung, verlangt aber, dass Entlastungen bei den Verbrauchern ankommen und Krisengewinne konsequent abgeschöpft werden.

Wie soll die Entlastungsprämie im Verhältnis zu Lohnerhöhungen funktionieren?
Sie soll Tarifverhandlungen flankieren, aber zusätzlich zum normalen Lohn gezahlt werden. Sie darf reguläre Lohnerhöhungen nicht ersetzen.

Welche Rolle spielen offene Baustellen wie Krankenversicherung und Energiepolitik?
Der DGB sieht hier strukturelle Fragen offen und warnt davor, dass zusätzliche Lasten ohne Steuerfinanzierung auf Beschäftigte verlagert werden könnten.

Newsletter-Anmeldung

Vergessen Sie nicht unseren Newsletter zu abbonnieren, damit Sie immer auf dem laufenden bleiben. 

NACHRICHTEN ZUM THEMA
Weitere aktuelle Themen aus anderen Kategorien

15 Kommentare

  1. Die Forderung nach Ausbau erneuerbarer Energien ist richtig, jedoch fehlt mir ein konkteter Plan wie das entlastung langfristig wirkt, Speicher, Netze und Preisregulierung sind wichtig, sonst sind die entlastungen nur temporär, hat da jemand praktische Vorschläge? siehe /energie/erneuerbare und /politik/netzausbau

  2. Krankenversicherung probleme sind m.M. noch offen, das ist schwer zu verstehen das gesamtaufgaben auf versicherten lastet, warum wird nicht mehr steuerfinanzierung gebracht? Das klingt logisch aber politiker reden viel und handeln wenig. Mehr dazu: /politik/krankenversicherung und /analysen/sozialpolitik

    1. stimme zu, eine steuerfinanzierte Lösung waere fairer, aber wer soll zahlen frage ich, reicht eine Übergewinnsteuer oder braucht man vermögenssteuer und erbschaftsteuer? Diskussion wichtig, wer hat argumente? ich glaube auch das kleine rentner besonders betroffen sind und das muss beruecksichtigt werdn. link /diskurs/steuern

  3. Gut das DGB sagt die Praemie soll zusätzlich sein, aber oft sind solche Zahlungen an tarifverträge geheftet und dann null effekt weil lohnsteigerungen wegfallen, was meint ihr dazu? Muss die Einkommensteuer reform wirklick progressiver werdn um arme leute zu entlasten? siehe /politik/einkommensteuer und /steuern/erbschaftssteuer

    1. ich denke die Praemie sind net schlecht aber viele firmen schieben es in boni oder in steuertricks, die Übergewinnsteuer muesste härter sein, hat jemand info zu bisherigen EU energiekrisen beitrag? ich hab gehort 2,5 Mrd einnahmen, stimmt das? link /themen/energiekrise

  4. Die Idee mit Mobilitätsgeld statt Pendlerpauschale klingt logisch, doch wer bekommts genau, und wirds direkt ausgezahlt. Ich versteh nicht ob das für kleine und mittlere Einkommen reicht, oder ob man wieder irgendwo anders mehr bezahlen muss. Links: /politik/pendlerpauschale und /ratgeber/mobilitaet

  5. Ich find das Entlastungspaket ist an sich nicht schlecht, aber es kommt oft nciht bei den Beschäftigte an weil Konzerne mehr gewinne behalten, die Übergewinnsteuer währe da wichtig. Gibt es schon Details zur Mineralölsteuer senkung und wie die Verbraucher entlastet werdn? Siehe auch /politik/entlastungspaket und /themen/uebergewinnsteuer

  6. Entlastungsprämie klingt gut aber darf nicht lohn ersetzen, das ist wichtig, tarifverhandlungen muessen bleiben. wie stellt man sicher das priemien zusaetzlich gezahlt werden? brauch klare regler und kontrolle, siehe /themen/entlastungspraemie fuer vorschlaege, wer hat ideen fuer praezise formulierung?

  7. Krankenkassen thema trifft mich, find es unfair das versichertengemeinschaft zusatzkosten trägt ohne steuerfinanzierung, muss gerecht verteilt werden. vermögenssteuer und gerechte erbschaftsteuer koennte helfen aber wie praktisch? link zu diskussion /politik/vermoegenssteuer waere nützlich, hat wer kritik an methoden?

  8. Interessant das mit pendlerpauschale zu mobilitätsgeld, find die idee besser weil direkter auszahlung hilft leute mit weiten anfahrtswegen, aber wie soll das umgesetzt werden ohne bürokratie? hat jemand erfahrung mit zielgerichteten transfer leisten? schaut auch /politik/mobilitaetsgeld fuer background infos, wuerde gern mehr meinungen hoeren

    1. Ja ivonne, die idee scheint fair, ich hoffe sie ersetzen nicht tarifverhandlungen, entlastungsprämie muss zusatz bleiben. wer ist fuer direkte auszahlung? ich bin dafuer aber frage wie kleinbetriebe das verwalten sollen, bitte um tips oder link zu praxisbeispiel

    2. ich bleib skeptisch, erneuerbare energien ausbau ist wichtig aber dauert lange, kurzfristig brauchts voxehre massnahmen gegen krisengewinne. wer kontrolliert kartelle? sehen sie nach /politik/energiepolitik und /politik/uebergewinnsteuer fuer vergleich, wer hat ideen fuer schnelle maßnahmen?

  9. Die einkommensteuer reform soll kleine und mittlere einkommen entlasten, das hoert sich erstmal gut an, aber wer zahlt das am ende wirklich? gibts rechnungen oder simulationen zur wirkung? bitte mehr transparenz bei tarifwerte und nebeneffekte, zB mehrewertsteuer wird oft vergessen, verlinkt mal /ratgeber/steuern

    1. Guter punkt maria, die mineralölsteuer absenkung macht mich skeptisch, entlastet die verbraucher oder nur die sprit konzerne? kann man kontrollieren ob preise runter gehen? hab was gelesen unter /politik/energiepolitik aber brauch handfeste zahlen, wer hat da ne quelle?

  10. ich find das entlastungspaket ganz ok weill es arbeitende leute hilft abeR es darf nicht bei konzernen versickern, das thema Übergewinnsteuer ist wichtig. hat jemand schon infos wie die abschöpfung praktisch funzt? siehe auch /themen/entlastungspaket und /politik/uebergewinnsteuer fuer mehr detail, was meint ihr?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge

Newsletter-Anmeldung