Energydrinks gefährden Jugendliche: Kinderkardiologen fordern Jugendschutz – foodwatch verlangt Altersgrenze in Deutschland

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Führende Kinderkardiolog:innen warnen, dass Energydrinks bei Minderjährigen schon in Einzeldosen Blutdruck und Herzfrequenz steigern, den Schlaf stören und Herzrhythmusstörungen fördern – eine aktuelle Studie dazu sei methodisch mangelhaft. foodwatch fordert daher eine gesetzliche Altersgrenze für den Verkauf, da die Bundesregierung bislang untätig bleibt. 68 Prozent der Jugendlichen in der EU und 17 Prozent in Deutschland trinken regelmäßig Energydrinks, obwohl schon eine halbe Literdose die empfohlene Koffeinmenge überschreitet.

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– Kinderkardiologen warnen vor Herzrhythmusstörungen, erhöhtem Blutdruck und Schlafproblemen durch Energydrinks.
– EDKAR-Studie kritisiert wegen unpassender Referenzwerte, fehlender 24-Stunden-Messungen und hoher Verzerrungsgefahr.
– foodwatch fordert Altersgrenze für Energydrinks, Deutschland hinkt Großbritannien und Polen hinterher.

Kinderkardiologen warnen vor Energydrinks – Kritik an Studie und Forderung nach Altersgrenzen

Führende Kinderkardiolog:innen schlagen Alarm: Energydrinks stellen eine Gesundheitsgefahr für Minderjährige dar. Zugleich kritisieren sie die kürzlich veröffentlichte Studie von Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und Charité scharf. Die EDKAR-Studie sei methodisch mangelhaft und liefere keine verlässlichen Aussagen zum Herzschutz von Kindern beim Konsum dieser Getränke. Prof. Dr. Nikolaus Haas, Direktor der Kinderkardiologie am Uniklinikum München, betont: „Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eindeutig, dass Energydrinks für Kinder und Jugendliche gefährlich sind. Schon eine einzelne große Dosis kann Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen, den Schlaf verschlechtern und Herzrhythmusstörungen begünstigen.“

Die Studienergebnisse widersprächen diesem Wissen: Nach der EDKAR-Studie seien keine Herzschäden durch Energydrinks bei Jugendlichen festzustellen. Dieses Ergebnis wird von den Kinderkardiologen zurückgewiesen: „We (…) strongly disagree that the setting of the EDKAR study and the data presented may give reliable information on the cardiovascular risk”, heißt es in einem Schreiben der Mediziner:innen an das Fachjournal. Die Studie zeige erhebliche Mängel in der Methodik, etwa die Verwendung von Erwachsenen-Referenzwerten für Kinder oder das Fehlen wichtiger Langzeitmessungen wie 24-Stunden-EKG und Blutdrucküberwachung. Zudem nahmen nur etwa ein Drittel der ursprünglich ausgewählten Jugendlichen an der kardiologischen Untersuchung teil, was die Datenlage weiter schwächt.

Vor diesem Hintergrund fordert die Verbraucherorganisation foodwatch die Bundesregierung zum Handeln auf: Es fehlt bislang eine verbindliche Altersgrenze für den Verkauf von Energydrinks in Deutschland – anders als in einigen europäischen Ländern. Länder wie Polen, Lettland, Litauen und Rumänien haben den Verkauf bereits an Minderjährige verboten, Großbritannien plant eine Altersbeschränkung. foodwatch kritisiert, dass Deutschland wertvolle Jahre verpasst hat, weil man auf die nun beanstandete Studie gewartet habe. Dr. Rebekka Siegmann von foodwatch erklärt: „**Wir schützen unsere Kinder und Jugendlichen vor Tabak und Alkohol – und sollten sie auch vor gefährlichen Energydrinks schützen. Die Koffeinbomben sind nichts für Minderjährige.**“

Der Handlungsdruck ergibt sich auch aus den aktuellen Konsumzahlen: Rund 68 Prozent der Jugendlichen in der EU trinken regelmäßig Energydrinks, in Deutschland konsumieren 17 Prozent der jungen Nutzer:innen an einzelnen Tagen mehr als einen Liter. Dies überschreitet für eine Person mit 50 Kilogramm Körpergewicht die maximal empfohlene Koffeinmenge deutlich, da bereits eine handelsübliche Halbliterdose limitiert ist.

Die öffentlichen Warnungen der Kinderkardiologen, die Kritik an der EDKAR-Studie sowie die Forderungen von foodwatch rücken die gesundheitlichen Risiken von Energydrinks für Minderjährige und den dringenden Bedarf an gesetzlichen Altersbeschränkungen ins Zentrum der aktuellen Debatte.

Warum ein Verkaufsverbot für Energydrinks an Minderjährige immer dringlicher wird

Energydrinks sind bei Jugendlichen in Deutschland und vielen anderen Ländern sehr beliebt. Doch gerade junge Menschen sind besonders anfällig für die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Konsum dieser Getränke einhergehen. Ein hoher Koffeingehalt kann bei Kindern und Jugendlichen zu Herz-Kreislauf-Problemen, Schlafstörungen und weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Die Forderung nach einem Verkaufsverbot für Minderjährige gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung. Während in Deutschland die politische Debatte noch stockt, setzen andere Länder längst strikte Altersgrenzen durch, um junge Konsument:innen besser zu schützen.

Wie handeln andere Länder beim Jugendschutz?

Die internationalen Regelungen zu Altersbeschränkungen für den Verkauf von Energydrinks sind unterschiedlich, zeigen aber einen klaren Trend zur stärkeren Regulierung. Einige Länder haben bereits verbindliche Altersgrenzen eingeführt:

  • Polen, Lettland, Litauen und Rumänien verbieten den Verkauf von Energydrinks an Minderjährige komplett.
  • Großbritannien hat eine Altersgrenze angekündigt und bereitet entsprechende gesetzliche Maßnahmen vor.
  • Länder wie Frankreich und Norwegen regulieren zwar nicht den Verkauf, empfehlen aber explizit, dass Kinder und Jugendliche keine Energydrinks konsumieren sollten.

Im Vergleich dazu fehlt es in Deutschland bisher an einer einheitlichen Regelung. Die Bundesregierung zögert, nicht zuletzt wegen der umstrittenen Ergebnisse der EDKAR-Studie, die 2020 in Auftrag gegeben wurde. Diese Studie wurde von Kinderkardiolog:innen heftig kritisiert. Sie bemängeln unter anderem methodische Schwächen und warnen, die Studie gebe keine verlässliche Auskunft über die Risiken, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Was sagen Fachleute zur gesundheitlichen Gefahr?

Medizinische Experten warnen eindringlich vor den Risiken, die Energydrinks für junge Menschen bergen. Bereits eine einzelne Dose kann den Blutdruck erhöhen, Herzfrequenz sowie das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigern und den Schlaf negativ beeinflussen. Prof. Dr. Nikolaus Haas, Direktor der Kinderkardiologie des Uniklinikums München, betont:

„Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eindeutig, dass Energydrinks für Kinder und Jugendliche gefährlich sind. Schon eine einzelne große Dosis kann Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen, den Schlaf verschlechtern und Herzrhythmusstörungen begünstigen. Der Konsum von Energydrinks für Kinder und Jugendliche muss aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt werden.“

Kritiker der EDKAR-Studie weisen zudem darauf hin, dass wichtige Untersuchungsmethoden wie 24-Stunden-EKG oder Blutdruckmessungen fehlten. Auch die Verwendung von Erwachsenen-Referenzwerten für Kinderwerte sowie eine hohe Drop-out-Quote bei Untersuchungen mindern die Aussagekraft der Studie erheblich.

Die gesundheitliche Gefährdung wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass viele Jugendliche mit nur einer handelsüblichen Dose die empfohlene maximal zulässige Tagesdosis an Koffein überschreiten. In der EU trinken 68 Prozent der Jugendlichen regelmäßig Energydrinks, in Deutschland konsumieren 17 Prozent der jungen Nutzer:innen mehr als einen Liter auf einmal.

Präventionsansätze und gesellschaftliche Erwartungen

Die politische Diskussion in Deutschland steht vor dem Dilemma, zwischen wirtschaftlichen Interessen der Getränkeindustrie und dem Gesundheitsschutz der Jugendlichen eine Balance zu finden. Verbraucherorganisationen wie foodwatch fordern seit Langem eine verbindliche Altersgrenze für den Kauf von Energydrinks. Sie kritisieren, dass die Bundesregierung wertvolle Jahre mit Warten auf die EDKAR-Studie verloren habe, während andere Länder schon gehandelt hätten.

Auch die Verbraucherzentralen und der Bürgerrat Ernährung des Deutschen Bundestages plädieren für eine Altersgrenze, zumeist bei 16 Jahren. Solche Maßnahmen würden Jugendliche besser vor den bekannten Risiken schützen und einen klaren gesellschaftlichen Signalcharakter haben.

Mögliche zukünftige Entwicklungen könnten ein einheitliches Verkaufsverbot an Minderjährige, verbindliche Alterskontrollen im Handel und strengere Werbebeschränkungen umfassen – ähnlich wie beim Tabak- und Alkoholverkauf. Damit würde der Schutz junger Menschen in Deutschland weiter gestärkt und ein klares Zeichen für die Bedeutung von Jugendschutz im Bereich gesundheitsschädlicher Produkte gesetzt.

Diese Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung von foodwatch e.V. zu den Gefahren von Energydrinks.

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11 Antworten

  1. Ich finde es bedenklich das so viele Jugendliche Energydrinks trinken! Wir müssen den Druck auf die Politik erhöhen um schnellstens Altersgrenzen durchzusetzen! Was denkt ihr darüber?

  2. „Wir schützen unsere Kinder vor Tabak und Alkohol“ – das ist ein guter Punkt! Warum schützen wir sie dann nicht vor Energydrinks? Ich finde es wichtig, dass wir hier aktiv werden müssen.

    1. „Es fehlt eine klare Regelung in Deutschland.“ Ja, das ist frustrierend! Wir sollten uns für bessere Gesetze einsetzen.

  3. Die gesundheitlichen Risiken von Energydrinks sind wirklich besorgniserregend. Ich hoffe, dass die Bundesregierung endlich handelt und Altersgrenzen einführt! Welche weiteren Maßnahmen haltet ihr für notwendig?

  4. Die EDKAR-Studie hat wirklich einige schwerwiegende Mängel. Warum werden solche Studien nicht gründlicher überprüft? Ich stimme foodwatch zu, eine Altersgrenze wäre dringend nötig. Was denkt ihr darüber?

    1. Ja, ich frage mich auch, wie es in anderen Ländern funktioniert. Vielleicht sollten wir von ihnen lernen und ähnliche Gesetze einführen.

  5. Ich finde die Warnungen von Kinderkardiologen sehr wichtig. Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Jugendliche Energydrinks konsumieren. Wie können wir als Gesellschaft sicherstellen, dass Kinder geschützt werden? Gibt es da Vorschläge?

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