Deutschlands Handballerinnen: EM-Qualifikation gesichert, jetzt kommen die jungen Talente

Die deutsche Frauen-Handballnationalmannschaft geht mit einem stark verjüngten Kader in die letzten beiden EM-Qualifikationsspiele. Trotz bereits gesicherter Qualifikation will Bundestrainer Markus Gaugisch die Chance nutzen, junge Talente zu testen und in die Abläufe zu integrieren. Die DHB-Auswahl trifft am 8. April in Skopje auf Nordmazedonien und am 12. April in Hamm auf Belgien.
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– Bundestrainer Markus Gaugisch nominiert neuen Kader für die letzten EM-Qualifikationsspiele im April.
– Die DHB-Frauen spielen am 8. April in Skopje und am 12. April in Hamm.
– Das Aufgebot kombiniert erfahrene Spielerinnen mit jungen Talenten aus dem Elitekader.

Deutschlands Handballerinnen gehen mit verändertem Kader in den EM-Qualifikationsabschluss

Deutschlands Frauen-Handballnationalmannschaft bestreitet die letzten beiden Spiele der EM-Qualifikation im April mit einem bewusst veränderten Aufgebot. Obwohl die DHB-Auswahl nach vier Siegen aus vier Partien bereits Anfang März 2026 als Sieger der Qualifikationsgruppe 3 feststand, nutzt Bundestrainer Markus Gaugisch die nun gesicherte Ausgangslage für Rotation, Belastungssteuerung und die Einbindung junger Talente. Das sportliche Ziel bleibt dennoch klar: Gegen Nordmazedonien und Belgien soll die Qualifikation mit zwei weiteren Erfolgen abgeschlossen werden.

Der Zeitplan steht bereits fest. Die Mannschaft trifft sich am 6. April 2026 in Großwallstadt zum letzten Lehrgang der Länderspiel-Saison 2025/26. Einen Tag später reist die DHB-Delegation nach Nordmazedonien. Am 8. April 2026 spielt das Team in Skopje gegen die Gastgeberinnen, Anwurf ist um 18 Uhr. Nach dem Auswärtsspiel kehrt die Auswahl nach Deutschland zurück und bereitet sich in Dortmund auf den Abschluss vor. Zum Abschluss der EM-Qualifikation geht es am 12. April 2026 in der WESTPRESS arena in Hamm gegen Belgien, ebenfalls um 18 Uhr. Kurz darauf richtet sich der Blick schon auf das Turnier selbst: Die Auslosung der EM-Vorrundengruppen ist für den 16. April 2026 im polnischen Kattowice angesetzt. Die Europameisterschaft wird vom 3. bis 20. Dezember 2026 in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und der Türkei ausgetragen.

Gaugisch begründet die personellen Veränderungen mit der besonderen sportlichen Lage. „Die Aufgebote der vergangenen zwei Jahre waren vor allem von großer Kontinuität geprägt. Durch die vorzeitige Qualifikation für die EHF EURO können und wollen wir hoch belasteten Spielerinnen Pausen ermöglichen. Das haben wir offen mit den Spielerinnen kommuniziert“, sagt Bundestrainer Markus Gaugisch. Zugleich verbindet der Bundestrainer die Rotation mit einem klaren Entwicklungsauftrag: „So nutzen wir die Chance, junge Spielerinnen zu testen und frühzeitig in unsere Abläufe zu integrieren. Das ist perspektivisch wichtig. Sportlich ist das Ziel trotz der größeren Rotation klar: Wir wollen die EHF EURO Qualifiers mit zwei Siegen abschließen.“

Junge Talente rücken ins Rampenlicht

Im Zentrum des April-Kaders stehen mehrere Spielerinnen, die sich über den Nachwuchsbereich für höhere Aufgaben empfohlen haben. Besonders auffällig ist der Bezug zum U19-EM-Titel des vergangenen Sommers 2025. Mit den Außenspielerinnen Chiara Rohr und Jana Walther, Kreisläuferin Aylin Bornhardt sowie den Rückraumspielerinnen Marlene Tucholke und Lara Däuble rücken gleich fünf Europameisterinnen von damals ins Aufgebot der A-Nationalmannschaft.

Diese Nominierungen sind mehr als nur eine Momentaufnahme. Sie zeigen, wie eng der DHB die Entwicklung zwischen Nachwuchs- und A-Bereich verzahnen will. Bornhardt sowie die ebenfalls nominierte Kreisläuferin Ida Petzold absolvieren allerdings nur die beiden Trainingstage in Großwallstadt mit dem Team. Rohr, Walther, Tucholke und Däuble dagegen sind die komplette Woche mit der A-Nationalmannschaft unterwegs.

Hinzu kommen weitere Spielerinnen aus dem Elitekader des Deutschen Handballbundes, der in der Woche vor der Kaderbekanntgabe veröffentlicht wurde. Mit Torhüterin Marie Weiss, die ihr Länderspiel-Debüt im März 2025 gegen Frankreich feierte, gehören laut DHB insgesamt sieben nominierte Spielerinnen diesem Elitekader an. Gegen Nordmazedonien bildet Weiss gemeinsam mit Laura Kuske vom Thüringer HC, die ebenfalls erstmals nominiert ist, das Torhüterinnen-Duo.

U19-Europameisterinnen als Signal für den Umbruch

Dass der U19-Erfolg nun bis in die A-Nationalmannschaft ausstrahlt, ist aus Sicht des Trainerteams ausdrücklich gewollt. Gaugisch sagt: „Wir haben so viele junge Spielerinnen mit einem großen Potenzial. Das hat beispielsweise der U19-EM-Titel im vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt, wo die Mannschaft von Chris Nordmeyer ein überragendes Turnier gespielt hat. Wir im Trainerteam sind gespannt auf die gemeinsame Arbeit mit den Spielerinnen in der April-Woche.“

Auch Nationalmannschaftsmanagerin und Elitekader-Mentorin Anja Althaus sieht in der Maßnahme einen wichtigen Schritt. „Dass so viele Spielerinnen aus dem Elitekader jetzt ihre Chance erhalten, sich im Umfeld der A-Nationalmannschaft zu zeigen, erfüllt mich mit großem Stolz. Ich freue mich sehr darauf zu sehen, wie sie sich in der Woche präsentieren werden“, sagt Anja Althaus, Nationalmannschaftsmanagerin und gleichzeitig Mentorin des weiblichen Elitekaders des Deutschen Handballbundes. Und weiter: „Sie werden im Lehrgang so viele Dinge aufsaugen und Erfahrungen sammeln, die für ihre weitere Entwicklung so wichtig sein werden. Dabei werde ich sie nicht nur im April, sondern auch darüber hinaus mit all meiner Kraft und Erfahrung unterstützen.“

Wer fehlt, wer zurückkehrt, wer nur teilweise spielt

Parallel zur Förderung des Nachwuchses steuert der DHB die Belastung erfahrener Kräfte gezielt. Aimée von Pereira und Mareike Thomaier kehren nach überstandenen Verletzungen zurück. Torhüterin Katharina Filter, Emily Vogel und Alexia Hauf pausieren die gesamte Lehrgangswoche. Sarah Wachter, Alina Grijseels, Viola Leuchter und Annika Lott sind nur für jeweils ein Spiel in der April-Woche vorgesehen.

Genau darin liegt der Kern der Kaderstrategie: Der kurzfristige Wechsel im Aufgebot ist keine Abkehr vom bisherigen Kurs, sondern ein Baustein für den längerfristigen Aufbau. Spielerinnen mit weniger Erfahrung bekommen echte Einsatzperspektiven, während etablierte Kräfte dosiert eingebunden oder entlastet werden.

Warum der DHB jetzt rotieren kann

Möglich wird dieser Kurs vor allem durch die sportlich komfortable Situation. Die beiden Siege gegen Slowenien Anfang März 2026 sicherten Deutschland schon vor den letzten beiden Spieltagen den Gruppensieg. Dadurch verlieren die Partien in Skopje und Hamm zwar nicht ihren Pflichtspielcharakter, sie eröffnen dem Trainerteam aber Handlungsspielraum.

Gerade in solchen Fenstern sind Tests auf hohem Niveau besonders wertvoll. Junge Spielerinnen sammeln Erfahrungen nicht nur im Training, sondern im direkten Umfeld eines A-Länderspiels: bei der Vorbereitung, in taktischen Abläufen und im Umgang mit internationalem Rhythmus. Für den Verband ist das zugleich ein Hinweis auf die angestrebte Durchlässigkeit zwischen U20- und A-Nationalmannschaft.

DHB-Vorstand Sport Ingo Meckes ordnet genau das als besonderen Gewinn ein: „Dass wir in Pflichtspielen so viele junge Spielerinnen testen können, ist super. Das Aufgebot für die April-Woche ist hoch spannend und unterstreicht die enge Zusammenarbeit, die ich zwischen den Trainerteams der Frauen-Nationalmannschaft und U20-Nationalmannschaft wahrnehme. Ich freue mich wirklich sehr darauf, dass sich unsere Talente auf der EHF EURO Qualifiers-Bühne präsentieren werden.“

Der April-Lehrgang markiert zugleich das Ende der laufenden Länderspiel-Saison. Danach geht die Frauen-Nationalmannschaft in die Sommerpause. Die nächste Maßnahme ist für September 2026 geplant, im Oktober 2026 folgt eine weitere Länderspielwoche. Ab Mitte November 2026 beginnt dann die unmittelbare EM-Vorbereitung. Der Auftakt ins Turnier ist laut DHB voraussichtlich für Donnerstag, 3. Dezember 2026, vorgesehen.

Zahlen, Erfahrung und aktuelle Form

Der Blick auf verfügbare Teamdaten unterstreicht, warum sich der DHB einen solchen Kader-Mix zutraut. Laut sport.de hat Deutschland in zwei EM-Qualifikationsspielen 74 Tore erzielt und 39 Gegentore kassiert (Stand: März 2026). Die Zahlen deuten auf eine Mannschaft hin, die in der Qualifikation zuletzt stabil aufgetreten ist und sich damit die gute Ausgangslage selbst erarbeitet hat.

Gleichzeitig ist das Team keine reine Routiniers-Auswahl. Das Durchschnittsalter im Kader der deutschen Frauen-Handballnationalmannschaft liegt laut sport.de bei etwa 26 Jahren (Stand: März 2026). Das passt zu der aktuellen Mischung aus etablierten Leistungsträgerinnen und Spielerinnen, die sich noch in einer frühen Phase ihrer Nationalmannschaftslaufbahn befinden.

Wie wichtig Erfahrung in dieser Konstellation bleibt, zeigen einzelne Personalien. Nach Angaben zur deutschen Frauen-Handballnationalmannschaft kommt Torhüterin Sarah Wachter auf 46 Länderspiele, Alina Grijseels auf 110 Länderspiele und 388 Tore, Nina Engel auf 17 Länderspiele und 50 Tore (Stand: März 2026). Solche Werte liefern den Rahmen für das, was der DHB nun versucht: junge Spielerinnen heranführen, ohne auf vorhandene internationale Erfahrung vollständig zu verzichten.

Was die April-Spiele für die EM bedeuten

Sportlich ist die Qualifikation bereits entschieden, bedeutungslos sind die beiden April-Partien deshalb aber nicht. Das Spiel gegen Belgien am 12. April 2026 beendet die Qualifikationsrunde, nur vier Tage später folgt mit der Auslosung am 16. April 2026 in Kattowice bereits der nächste wichtige EM-Termin. Danach beginnt schrittweise der Übergang in die eigentliche Turniervorbereitung auf die Europameisterschaft vom 3. bis 20. Dezember 2026.

Für das Trainerteam sind die Spiele gegen Nordmazedonien und Belgien deshalb ein Testfeld unter Wettbewerbsbedingungen. Es geht um Rollen, um Belastungssteuerung und um die Frage, welche Spielerinnen sich in einem veränderten Gefüge behaupten können. Das unmittelbare Ziel bleibt der Abschluss mit zwei Siegen. Der größere Zusammenhang ist jedoch längst sichtbar: Nicht mehr das Ob der Qualifikation steht im Mittelpunkt, sondern wer sich auf dem Weg zur EM für größere Aufgaben empfiehlt.

Die folgenden Informationen basieren auf einer offiziellen Pressemitteilung des Deutschen Handballbundes e.V.

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11 Kommentare

  1. Kurz und neutral: die kombination aus erfahrung und youth ist strategisch fair, aber wie verhindert man das burnout bei etablierten spielerinnen? Die pause von Filter oder Vogel ist gut, aber reichen 2 tage zum neu start? Mehr details ueber periodisierung waer hilflich /training/periodisierung

    1. guter punkt, periodisierung ist komplex und klubbgarantien fehlen oft. Wer kontrolieret die trainingsbelastung wenn spielerinnen kurz vor comeback sind? Waere super wenn DHB oder vereine das offen legen. Suche nach konkreten beispielen in /berichte/reha-comeback

  2. Neutral kommentar: die nominierung is nachvollziehbar, doch die kommunikation zur öffentlichkeit könnte klarer sein. Welche kriterieren nutzt Gaugisch genau fuer rotation? Sind es fitnessdaten? leistungen im club? wuerde gern mehr zu auswahlprozess lesen, evtl eine faq auf /news/dhb-kader

    1. ja stimmt, mehr transparenz waere gut. So wirken entscheidungen wahllos obwohl sicher datenbasiert. Frage: werden psychische belastungen auch berücksichtigt? Das waere wichtig, besonders fuer junge die vom U19 direkt kommen. Vielleicht ein eigener beitrag dazu /service/mentalhealth

  3. Neutral gesagt: schön das junge talente chancen kriegen, aber frage bleibt ob die teamchemie nicht leidet wenn zu viele gewechselt werden. Wie integrieren sie taktische abläufe mit neuen rückraumspielerinnen? Vllt ein artikel zu taktikanpassungen waer hilfreich /analysen/taktik-women

    1. das thema teamchemie ist wichtig, die U19 spielerinen kennen sich zwar aber A-national ist anderes. Trainerteam muss kommunizieren und zeit geben, nicht nur 2 tage training. Gibt es details wieviel spielzeit die jungen im klub kriegen? Siehe /statistiken/spielzeiten

    2. Ich find es positiv das Elitekader durchlässig ist, aber frag mich ob die auslosung in Kattowice schon die vorbereitung ändert. Vielleicht werden andere taktiken geprobt. Wer hat ideen wie man die jungen besser auf EM vorbereiten kan? Link /news/em-vorbereitung

  4. OK das mit der pause fuer gestresste Spielerinnen klingt logisch, doch wie wird die belastungssteuerung genau gemessen? Die zahlen aus sport.de seien hilfreich, aber fehlen mir daten zu trainingsumfang und verletzungsprophylaxe. Kann wer Quellen teilen zB /analysen/kaderstrategie oder interne reports?

    1. gute frage, ich glaub die messen vieles mit GPS und leistungsmessung aber weiss nicht genau, die DHB seite hat manchmal detail s aber schlecht findbar. Wäre nützlich wenn mehr transparenz kommt, hat jemand link zu /news/elitekader oder studies zur belastungssteuerung?

    2. seh ich ähnlich, transparenz fehlt. Rotieren macht sinn fuer langfristig entwicklung, doch wer kontrollieret die rehab von verletzten wie von Pereira? Ich hofft die vereine arbeiten eng mit dem DHB, mehr infos auf /vereine/rehab wären super.

  5. Interessant bericht, versteh das mit der rotation vom Gaugisch, aber bin auch ein bischen unsicher ob die jungen spielerinen gleich in EM druck klar kommen. Die U19 talente sind toll, aber A-team ist härter, hat jemand mehr infos zB /handball/u19-em-2025 oder /news/dhb-kader ?

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