– Kritik an KBV, Eltern-Kind-Kuren aus Kostengründen in Frage zu stellen
– Eltern-Kind-Kuren stärken nachweislich Gesundheit, lindern Erschöpfung und stabilisieren Familiensystem
– DFV fordert Sicherung der ganzheitlichen Kuren als integralen Bestandteil der Familiengesundheit
Warnung vor Kürzungen bei Eltern-Kind-Kuren: DFV stellt sich gegen die KBV
Der Deutsche Familienverband (DFV) reagiert mit deutlicher Kritik auf die jüngsten Äußerungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die Eltern-Kind-Kuren aus Kostengründen infrage stellt. Für den Verband ist diese Haltung ein ernsthaftes Risiko für eine seit Jahrzehnten bewährte Behandlungsmethode, die gesundheitliche Stabilität und Wohlbefinden von Familien langfristig sichert. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Belastungen für Familien zunehmen, hält der DFV an der Wichtigkeit dieser ganzheitlichen Angebote fest.
„Eltern-Kind-Kuren sind ein bewährtes Instrument, um die Gesundheit von Mutter oder Vater und Kind nachhaltig zu stärken. Sie bieten eine ganzheitliche Behandlung, die Körper, Geist und soziale Aspekte berücksichtigt. Die Kürzung oder gar Abschaffung dieser Angebote würde nicht nur Familien belasten, sondern auch langfristig höhere Kosten im Gesundheitswesen verursachen“, betont Eileen Salzmann, Vizepräsidentin des DFV. Die Kuren wirken präventiv, lindern Erschöpfungssyndrome und unterstützen Familien in belastenden Situationen.
Dabei warnt der Verband vor einer einseitigen Kostenersparnis: „Die nachvollziehbare Argumentation der KBV, Kosten zu sparen, darf nicht auf dem Rücken der Familien ausgetragen werden“. Stattdessen müsse gerade jetzt auf bewährte Präventions- und Behandlungsangebote gesetzt werden, um dem erhöhten Druck auf Familien angemessen zu begegnen. Der DFV fordert deshalb, den Wert von Eltern-Kind-Kuren als festen Bestandteil einer familienorientierten Gesundheitsversorgung anzuerkennen und zu erhalten.
Warum Eltern-Kind-Kuren weiter eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem spielen
Eltern-Kind-Kuren sind mehr als nur eine vorübergehende Erholung für Familien. Sie sind ein bewährtes Instrument der Gesundheitsprävention, das körperliche und psychische Belastungen von Eltern und Kindern gezielt begegnet. Angesichts wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen – wie der zunehmenden Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der Dauerbelastung durch Stress und den Folgen der Corona-Pandemie – gewinnen diese Angebote an Bedeutung. Sie helfen, den Kreislauf aus Überforderung, Erschöpfung und gesundheitlichen Beschwerden zu durchbrechen und verleihen Familien neue Stabilität.
Die Covid-19-Pandemie hat viele Familien in eine Ausnahmesituation gebracht. Homeschooling, Homeoffice und eingeschränkte soziale Kontakte haben psychische Belastungen verstärkt und zeitgleich die Nachfragen nach präventiven Gesundheitsangeboten erhöht. Eltern-Kind-Kuren leisten hier einen wichtigen Beitrag, um die Folgen zu lindern. Denn sie behandeln nicht nur einzelne Symptome, sondern setzen an einem umfassenden Prozess der Präventionskette an, die körperliche Gesundheit, psychisches Wohlbefinden und soziale Unterstützung gleichermaßen einbezieht.
Finanzielle Sparforderungen wie die jüngst von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung geäußerte Infragestellung dieser Kurangebote könnten nach Ansicht des Deutschen Familienverbands negative Folgen haben: „Die Kürzung oder gar Abschaffung dieser Angebote würde nicht nur Familien belasten, sondern auch langfristig höhere Kosten im Gesundheitswesen verursachen“, warnt Eileen Salzmann, DFV-Vizepräsidentin. Die integrativen Therapien helfen dabei, chronische Erkrankungen zu verbessern, Erschöpfungssyndrome zu mindern und damit die Notwendigkeit teurer Folgemaßnahmen zu verringern.
Neue gesellschaftliche Belastungen wirken wie ein Booster für den Bedarf
Neben der Pandemie setzen gesellschaftliche Entwicklungen Familien zunehmend unter Druck. Zeitdruck, die Doppelbelastung aus Beruf und Haushalt sowie gesellschaftliche Erwartungen erzeugen Stress – mit sichtbaren Auswirkungen auf die Gesundheit. Studien belegen, dass sich familiäre Belastungen unmittelbar auf die körperliche und psychische Verfassung aller Familienmitglieder auswirken können. Eltern-Kind-Kuren helfen, diese Belastungen zu reduzieren und durch gezielte Maßnahmen für Entlastung zu sorgen.
Blick auf Gesundheitspolitik: Nachhaltigkeit durch Prävention
In der Gesundheitspolitik ist zunehmend anerkannt, dass präventive Maßnahmen langfristig Kosten sparen helfen. Sie verhindern Erkrankungen, reduzieren Krankenhausaufenthalte und fördern gesellschaftliche Teilhabe. International zeigen vergleichbare Programme, dass eine frühzeitige Unterstützung von Familien nachhaltige Effekte erzielt:
- In Skandinavien etwa gehören solche präventiven Familienkurprogramme fest zum Gesundheitsangebot.
- Österreich setzt auf regionale Präventionszentren mit Eltern-Kind-Angeboten, die flexibel auf Belastungen reagieren.
- Kanada fördert integrative Gesundheitsprogramme, die körperliche und psychische Gesundheit in der Familie verbinden.
Diese Beispiele verdeutlichen den Stellenwert einer modernen, familienorientierten Gesundheitsversorgung, in der Eltern-Kind-Kuren einen festen Platz einnehmen.
Die Diskussion um den Erhalt dieser Angebote betrifft nicht nur einzelne Familien, sondern berührt grundsätzliche Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Für vulnerable Gruppen, etwa Alleinerziehende oder Familien mit geringem Einkommen, sind funktionierende präventive Angebote besonders wichtig. Eine Einschränkung würde die Kluft in der Gesundheitsversorgung vergrößern und soziale Folgen verstärken.
Eltern-Kind-Kuren sind daher unverzichtbar, um Familien im Alltag zu stärken und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten. Die öffentliche Debatte sollte diesen hohen Nutzen berücksichtigen und sich gegen kurzfristige Sparmaßnahmen wenden. Politisch müssen nachhaltige Lösungen gefunden werden, damit diese bewährten Angebote ihre wichtige Rolle in der Prävention behalten können.
Dieser Beitrag beruht auf der Pressemitteilung des Deutschen Familienverbands (DFV), in der die Bedeutung der Eltern-Kind-Kuren angesichts der Kritik der KBV hervorgehoben wird.