– Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell übernimmt im Juli 2025 den VDE-Ausschussvorsitz Studium und Beruf.
– Ausschuss will Technikbildung von Kita bis Klassenzimmer fördern, um Elektrotechnik-Nachwuchs zu begeistern.
– Ziel: Elektrotechnik als kreatives, sinnstiftendes Werkzeug zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen positionieren.
Frischer Kurs und klare Vision: Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell übernimmt den VDE Ausschuss
Im Juli 2025 hat Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell, Präsidentin der Hochschule Hamm-Lippstadt, den Vorsitz im VDE Ausschuss Studium, Beruf und Gesellschaft übernommen. Als erfahrene Professorin für Elektrotechnik und Leitung einer technisch fokussierten Hochschule bringt sie umfassendes Fachwissen und frische Impulse in diese Schlüsselposition. „Als neue Vorsitzende des Ausschusses möchte ich sowohl vorhandene Aktivitäten stärken als auch neue Akzente setzen – mit meinen Erfahrungen als Professorin für Elektrotechnik und als Präsidentin einer technisch geprägten Hochschule.“ Für Kastell ist klar: Elektrotechnik ist weit mehr als eine technische Disziplin, sie ist ein kreatives und alltagsnahes Werkzeug, das konkrete Lösungen für drängende gesellschaftliche Probleme liefert. „Wir müssen zeigen, wie alltagsrelevant und kreativ Elektrotechnik ist und dass sie konkrete Beiträge zur Lösung drängender Probleme leisten kann. Technik ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für eine bessere Zukunft.“
Ein zentrales Anliegen der neuen Vorsitzenden ist die Technikbildung – und zwar frühzeitig. Kastell betont, dass Begeisterung für Technik nicht erst im Studium geweckt werden darf. „Wir brauchen mehr Begeisterung für Technik – und das fängt nicht erst im Studium an.“ Kindergärten und Schulen sollen aktiv stärker eingebunden werden, um Kindern und Jugendlichen technische Berufe näherzubringen und damit den dringend benötigten Nachwuchs in der Elektrotechnik zu fördern.
Neben der frühen Förderung steht die Modernisierung des Images der Elektrotechnik im Fokus. Es gilt, das Fachgebiet als kreativ, sinnstiftend und alltagsnah darzustellen. Dabei sollen konkrete Berufsbilder und vielfältige Perspektiven sichtbar gemacht werden – von der Energiewende über Umweltschutz, Medizin und Mobilität bis hin zur digitalen Kommunikation. „Das ist ein zentrales Narrativ, das wir neu erzählen müssen.“ Für Kastell ist auch der Blick auf die Arbeitswelt wichtig: Elektrotechnik ist kein Einzelkämpferprojekt, sondern entsteht in interdisziplinären Teams, die kreative Lösungen erarbeiten und damit direkt positive gesellschaftliche Veränderungen bewirken. „Technik ist kein Einzelkämpferprojekt. Man arbeitet in Teams, interdisziplinär, kreativ – und hat die Chance, direkt etwas Positives für die Gesellschaft zu bewirken.“
Mit ihrem Engagement setzt Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell einen wichtigen Impuls, um den Herausforderungen Fachkräftemangel und dem gesellschaftlichen Wandel mit innovativen Ideen und einer klaren bildungspolitischen Vision zu begegnen.
Technikbegeisterung sichern: Frühe Bildung als Schlüssel für gesellschaftlichen Wandel
Der Fachkräftemangel in technischen Berufen spitzt sich weiter zu. Ingenieurwissenschaftliche Disziplinen, etwa die Elektrotechnik, sind essenziell, um dringende gesellschaftliche Herausforderungen wie Digitalisierung und ökologische Transformation zu meistern. Doch Nachwuchsmangel und ein oftmals verstaubtes Image dieser Berufe erschweren die Personalgewinnung. Umso wichtiger wird es, schon in der frühkindlichen Bildung Begeisterung für Technik zu wecken und technisches Verständnis als grundlegenden Bestandteil des Lernens zu verankern. Technik ist längst kein reines Spezialthema mehr, sondern wirkt überall im Alltag und gestaltet die Zukunft aktiv mit.
Technologische Innovationen prägen nicht nur die Arbeitswelt, sondern verändern die Art und Weise, wie wir gesellschaftliche Probleme angehen. Automatisierung, digitale Assistenzsysteme und vernetzte Kommunikationsformen schaffen neue Möglichkeiten, produktiver zu arbeiten, Ressourcen zu schonen und die Lebensqualität zu verbessern. Dies erfordert jedoch ein Umdenken: Technik ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Lösung komplexer Aufgaben in einer sich wandelnden Gesellschaft. Dafür müssen junge Menschen früh lernen, technische Zusammenhänge zu verstehen und mitzugestalten.
Warum frühe Technikbildung entscheidend ist
Der Weg zu mehr Technikbegeisterung beginnt weit vor dem Studium. Kindergärten und Schulen spielen eine zentrale Rolle, um Kindern und Jugendlichen technische Berufe nahbar zu machen und Vorbehalte abzubauen. Eine zeitnahe Förderung legt den Grundstein für spätere Berufswahlen und zeigt, dass Elektrotechnik vielfältige, kreative und gesellschaftlich relevante Einsatzfelder bietet.
Wichtig ist dabei, das veraltete Bild der Elektrotechnik zu überwinden und stattdessen eine moderne, alltagsnahe und sinnstiftende Perspektive zu vermitteln, die Kreativität und praktische Anwendungen in den Vordergrund stellt. Junge Menschen sollen konkrete Berufsbilder kennenlernen – beispielsweise im Bereich Energiewende, Umweltschutz, Medizin, Mobilität oder digitaler Kommunikation. Dies öffnet den Blick für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und zeigt, wie Technik positive Beiträge leistet.
Handlungsfelder frühkindlicher Technikbildung
- Spielerisches Entdecken technischer Phänomene mit altersgerechten Experimenten
- Integration technischer Bildung in den regulären Unterricht, nicht nur als Zusatzangebot
- Ausbildung und Weiterbildung von pädagogischem Personal für technische Themen
- Praktische Projekte und Teamarbeit, um spielerisch Problemlösungen zu fördern
- Sichtbarkeit von Vorbildern und Role Models, vor allem zur Ansprache von Mädchen und jungen Frauen
- Verknüpfung von Technik mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klima und Digitalisierung
- Förderung von interdisziplinärem Denken, das Technik mit Sozialwissenschaften verbindet
Wie Technik die Zukunft der Arbeitswelt prägt
Die technologische Entwicklung verändert die Arbeitswelt tiefgreifend. Technische Assistenzsysteme und Automatisierung unterstützen Fachkräfte und steigern Effizienz, ohne Arbeitsplätze pauschal abzubauen. Im Gegenteil: Sie helfen, den Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken und neue Chancen zu eröffnen. Diese Entwicklungen verlangen Fachkräfte, die nicht nur technische Expertise mitbringen, sondern auch interdisziplinär und kreativ zusammenarbeiten können.
Der Wandel erfordert zudem einen Imagewandel für die Elektrotechnik. Weg von der Vorstellung des Einzelkämpfers hin zu Teamarbeit in vernetzten, vielfältigen Fachgruppen, die Lösungen für echte gesellschaftliche Probleme gestalten. Technikgestaltung wird so zu einer aktiven Form der Zukunftsgestaltung.
Im Zusammenspiel von Digitalisierung, ökologischer Transformation und gesellschaftlichem Wandel stehen Technik und Ingenieurwissenschaften deshalb im Mittelpunkt, um nachhaltige und nutzerorientierte Innovationen hervorzubringen. Die Aufgabe ist groß, aber auch die Möglichkeiten sind vielfältig.
Politik, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft müssen deshalb eng zusammenarbeiten, um
- geeignete Bildungsangebote und Lernumgebungen zu schaffen,
- Fachkräfte von morgen nachhaltig zu fördern,
- das Image technischer Berufe in der Gesellschaft zu stärken
- und technologische Innovationen gezielt für den Gemeinwohlnutzen zu entwickeln.
Nur so kann die Technikbegeisterung von früh an gesichert und damit ein wesentlicher Motor für gesellschaftlichen Fortschritt im Zeitalter der Digitalisierung bleiben.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.
5 Antworten
Die Idee, interdisziplinär zu arbeiten, klingt gut. Das könnte helfen, verschiedene Perspektiven in die Technik einzubringen. Wie können wir sicherstellen, dass alle Bereiche der Gesellschaft einbezogen werden?
Kira Kastells Ansatz ist interessant! Wir müssen zeigen, wie relevant Technik im Alltag ist. Könnte man auch mehr Vorbilder aus der Branche einbeziehen? Das könnte junge Leute inspirieren.
Ich finde es super, dass Elektrotechnik als kreatives Werkzeug betrachtet wird! Die Herausforderung bleibt jedoch, das Interesse bei jungen Menschen zu wecken. Welche Strategien könnten hier besonders erfolgreich sein?
Der Fokus auf frühkindliche Bildung in der Elektrotechnik ist wirklich wichtig. Ich frage mich, wie genau Schulen dabei unterstützt werden können? Gibt es schon konkrete Programme oder Initiativen?
Ich finde es toll, dass der VDE-Ausschuss neue Ideen hat, um die Technikbildung zu fördern. Es ist wichtig, dass Kinder schon früh mit Technik in Berührung kommen. Was haltet ihr von den Vorschlägen zur Integration in den Unterricht?