Bremen (VBR).
Bedeutung der Testphase der elektronischen Patientenakte für die Zahnmedizin
Inmitten einer verhaltenen Testphase der elektronischen Patientenakte (ePA) haben sich Bedenken hinsichtlich eines voreiligen nationalen Roll-outs geäußert. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat eindringlich das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, von einer flächendeckenden Verpflichtung abzusehen.
Dr. Karl-Georg Pochhammer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KZBV, unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Tests: "Viele der Testpraxen können erst seit März mit der ePA arbeiten, also diese einsehen und befüllen. Die Erfahrungswerte mit ihrer Performance und Nutzbarkeit im Praxisalltag sind daher zu gering," so Dr. Pochhammer weiter. "[…] Es ist daher noch zu früh für einen bundesweiten Roll-out." (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Der laufende Testprozess in den Modellregionen Franken und Hamburg, welcher seit dem 15. Januar 2025 läuft, umfasst bisher 14 Zahnarztpraxen sowie Arztpraxen, Apotheken und Kliniken. Trotz anfänglicher Erfolge gibt die Mehrheit der Praxen Berichte über technische und organisatorische Hürden ab. Der eigentliche Zweck, nämlich der Austausch von Gesundheitsdaten zwischen den Einrichtungen, wurde bislang nur unzureichend adressiert. Nur vereinzelt konnten Dokumente intersektoral ausgetauscht werden – dies bleibt ein zentrales Anliegen der KZBV.
Der Ruf nach mehr Zeit und einem freiwilligen Ausbau der Tests wird laut. Kritiker warnen vor einem möglicherweise hastigen Übergang ohne die notwendige technische Basis. Sicherheit und Integration in bestehende Systeme stehen laut KZBV an oberster Stelle und dürfen nicht übergangen werden. "Eine verpflichtende Einführung der ePA darf es erst dann geben, wenn die Technik ausgereift und gut in die Prozesse der Praxen integrierbar ist," betont Dr. Pochhammer. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Für die betroffene Gesellschaft und Branche könnte die ePA ein entscheidender Schritt in Richtung einer effizienteren und nachhaltigeren Gesundheitsversorgung sein. Allerdings hängt ihr Erfolg maßgeblich von den Erfahrungen der Testpraxen und deren Rückmeldungen ab. In diesem Entwicklungsprozess nimmt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung eine Schlüsselrolle ein, um die Interessen der Zahnärzte zu vertreten und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Zukunft der digitalen Patientenakte zu schaffen.
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Probleme bei der elektronischen Patientenakte noch nicht gelöst / KZBV fordert, Tests …
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Herausforderungen und Perspektiven der elektronischen Patientenakte in Deutschland
Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) steht im Kontext einer breiteren Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens, die in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Die Potentiale der Digitalisierung, wie zum Beispiel die Verbesserung der intersektoralen Kommunikation und die effizientere Verwaltung von Gesundheitsdaten, sind unbestritten. Allerdings zeigt sich nun, dass die praktische Umsetzung mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist.
Vergangenheitsbeispiele aus anderen Ländern verdeutlichen die Komplexität dieser Transformation. So hatten Staaten wie Dänemark und Estland zwar erfolgreich nationale Gesundheitsakten implementiert, jedoch verliefen auch hier die Einführungsphasen nicht ohne technische Hürden und erforderliche Anpassungen. Technische Probleme, unzureichende Infrastruktur und Bedenken bezüglich des Datenschutzes waren zentrale Punkte, die es zu adressieren galt.
Für Deutschland ergibt sich aus diesen Erfahrungen die Notwendigkeit, das Maß der vorbereitenden Tests und Anpassungen sorgfältig abzustimmen. Der Forderung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), vorerst auf eine bundesweite Verpflichtung zu verzichten, wohnt eine tiefere strategische Überlegung inne: Durch gezielte Pilotprojekte, wie etwa jene in Franken und Hamburg, können technische und organisatorische Erkenntnisse gewonnen werden, die als Grundlage für einen späteren flächendeckenden Einsatz dienen könnten. Die KZBV hebt hervor, dass bislang der Kernzweck der ePA – der Austausch von Gesundheitsdaten – nur eingeschränkt getestet werden konnte.
Zukunftsprognosen deuten darauf hin, dass die Entwicklung der ePA in Deutschland auch stark von der Zusammenarbeit mit den PVS-Herstellern abhängen wird, deren Kapazitäten entscheidend für eine reibungslose Integration der Technik in den Praxisalltag sind. Zudem muss das Vertrauen der Praxen durch klare Sicherheitszertifikate und eine umfassende Schulung der Nutzer gewonnen werden, um langfristig die Akzeptanz und die effektive Nutzung der ePA sicherzustellen.
Langfristig gesehen hat die ePA das Potenzial, die Gesundheitsversorgung in Deutschland grundlegend zu verändern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der sorgfältigen und schrittweisen Einführung unter Berücksichtigung aller Stakeholder-Bedürfnisse und technischen Herausforderungen. Nur so kann die ePA ihr volles Potenzial entfalten und zur Modernisierung des Gesundheitswesens beitragen.
Weiterführende Informationen auf Wikipedia
- Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
- Elektronische Patientenakte (ePA)
- Bundesgesundheitsministerium
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
- Franken
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Elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland: Praxis, Zeitplan und Umsetzung
Wann kommt die elektronische Patientenakte?
Die elektronische Patientenakte (ePA) ist seit 2021 flächendeckig verfügbar; Krankenkassen müssen sie Versicherten anbieten. Der Start begann 2021, seither folgten schrittweise Funktionen und gesetzliche Erweiterungen.
Welche Meilensteine gab es bei Einführung und Ausbau der ePA?
Wichtige Schritte waren: 2019 Gesetz beschlossen, 2020 Piloten, 2021 flächendeckendes Angebot, 2022/2023 Ausbau von Dokumenten und Arztzugriffen, seit 2024 erweiterte Interoperabilität. Weitere Funktionen wie Medikationsplan-Integration und Notfalldaten wurden nach und nach hinzugefügt.
Welche Funktionen bietet die ePA heute und welche folgen noch?
Aktuell: Befunde, Arztbriefe, Medikationspläne, Notfalldaten und Impfstatus. Künftig geplant: bessere Interoperabilität, erweiterte Drittanbieter-Apps, detailliertere Zugriffssteuerung und möglicherweise KI-Services zur Auswertung von Gesundheitsdaten.
Wie sicher ist die ePA und welche Datenschutzrechte haben Nutzer?
Die ePA unterliegt strengen Datenschutzregeln nach DSGVO und SGB V. Versicherte entscheiden, wer Zugriff hat, können Rechte einschränken und einzelne Dokumente sperren. Technisch kommen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Protokollierung und Patientenauthentifizierung zum Einsatz.
Wie erhalten Mitglieder eines Vereins die ePA und welche Hürden gibt es?
Versicherte erhalten die ePA über ihre Krankenkasse, meist via App oder Webportal. Hürden: fehlende Smartphonenutzung, Nutzungsbarrieren bei älteren Mitgliedern und unterschiedliche App-Qualität. Vereine können Informationsangebote und Hilfestellung organisieren.
Welche Rolle spielen Ärztinnen, Apotheken und Krankenhäuser bei der Nutzung?
Leistungserbringer speichern und lesen Dokumente, stellen Befunde ein und nutzen die Daten für Behandlungssicherheit. Teilnahme erfordert anbindung an die Telematikinfrastruktur und entsprechende Software. Nicht alle Einrichtungen haben sofort vollen Funktionsumfang.
Was sollten Vereinsverantwortliche wissen, wenn sie Mitglieder informieren wollen?
Erklären Sie Vorteile kurz: zentrale Dokumentenablage, schnellere Notfallversorgung, weniger Papierkram. Bieten Sie Workshops, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Aktivierung der ePA und Hilfe beim Einrichten von Apps an. Achten Sie auf datenschutzfreundliche Empfehlungen.
Welche praktischen Tipps helfen bei Aktivierung und täglicher Nutzung?
- Kontakt zur Krankenkasse aufnehmen, um Aktivierungsinformationen zu erhalten.
- Offizielle ePA-App nutzen und Updates installieren.
- Zugriffsrechte aktiv setzen, sensible Dokumente bei Bedarf sperren.
- Backup- und Notfallzugang klären, etwa durch Vertrauenspersonen.
- Regelmäßig Dokumente prüfen und veraltetes Material löschen.
Weiterführende Hinweise für Vereine: Organisieren Sie Informationsveranstaltungen, erstellen Sie einfache Leitfäden für unterschiedliche Zielgruppen und kooperieren Sie mit lokalen Gesundheitsdiensten, um praktische Unterstützung anzubieten.

9 Kommentare
Guter Artikel! Die Rolle der KZBV scheint zentral zu sein für den Erfolg der ePA. Es wäre spannend zu wissen, wie andere Länder diese Herausforderung gemeistert haben.
Die Herausforderungen der ePA dürfen nicht unterschätzt werden! Ich finde es gut, dass hier offen über die Probleme gesprochen wird. Welche Lösungsansätze gibt es bereits?
Interessanter Beitrag! Ich stimme zu, dass eine vorsichtige Einführung der ePA wichtig ist. Haben wir genug Daten aus den Modellregionen? Ich frage mich auch, wie die Praxen auf diese Veränderungen reagieren werden.
Das ist ein guter Punkt! Es wäre hilfreich zu wissen, ob es schon Rückmeldungen von den Praxen gibt und welche spezifischen Schwierigkeiten sie haben.
Vielleicht könnte man auch mehr Schulungen anbieten? Das könnte helfen, das Vertrauen in das System zu stärken und die Nutzung zu fördern.
Der Artikel spricht wichtige Punkte an, besonders die Notwendigkeit weiterer Tests der ePA. Es ist beruhigend zu hören, dass Experten wie Dr. Pochhammer dies betonen.
Ich finde den Artikel sehr informativ. Die Bedenken zur ePA sind berechtigt, besonders wenn man die technischen Hürden betrachtet. Wie lange denken Sie, wird es dauern, bis diese Probleme gelöst sind?
Ja, die technischen Aspekte sind wirklich entscheidend. Gibt es bereits Pläne für eine weitere Testphase oder müssen wir uns auf eine längere Wartezeit einstellen?
Ich hoffe auch, dass bald Fortschritte erzielt werden. Vielleicht können wir von den Erfahrungen anderer Länder lernen und die Implementierung optimieren.