Elektronische Patientenakte in Krankenhäusern: Herausforderungen, Fortschritte und Perspektiven der Digitalisierung

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Fast alle deutschen Krankenhäuser (98 Prozent) haben organisatorische Vorbereitungen für die elektronische Patientenakte (ePA) gestartet, doch nur 56 Prozent verfügen bislang über das nötige Update ihres Krankenhausinformationssystems. Etwa zwei Drittel haben mit der Inbetriebnahme begonnen, doch erst rund 20 Prozent stehen kurz vor einer internen Pilotierung; eine flächendeckende Einführung rechnen die Kliniken frühestens im ersten Halbjahr 2026. Trotz der komplexen Systemintegration sehen die Häuser deutliche Mehrwerte – etwa durch die verbesserte Verfügbarkeit von Medikationsdaten. Sie blicken optimistisch auf das Großprojekt, mahnen aber eine störungsfreie Einführungsphase an, um das Vertrauen der Patientinnen und Patienten nicht zu gefährden.

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– 98% der deutschen Krankenhäuser haben organisatorische Vorbereitungen zur ePA-Einführung begonnen.
– 56% verfügen aktuell über das notwendige KIS-Update; Updates werden seit Mai 2025 bereitgestellt.
– Nur 20% haben ePA-Inbetriebnahme komplett abgeschlossen; flächendeckender Einsatz frühestens Q1/2026 erwartet.

Aktueller Stand der Elektronischen Patientenakte in deutschen Krankenhäusern

Fast alle Krankenhäuser in Deutschland haben inzwischen mit den organisatorischen Vorbereitungen für die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) begonnen. 98 Prozent der Einrichtungen sind in diesen Prozess involviert, zeigen Daten einer aktuellen Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts. Während sich die meisten Kliniken also frühzeitig auf die digitale Umstellung einstellen, gestaltet sich die technische Umsetzung deutlich komplexer. Nur knapp mehr als die Hälfte der Krankenhäuser (56 Prozent) verfügt bislang über das erforderliche Update ihres Krankenhausinformationssystems (KIS), das für die Nutzung der ePA unverzichtbar ist.

Der Rollout der ePA in Krankenhäusern ist dabei keine reine Software-Aktualisierung. Die IT-Landschaften in den Einrichtungen sind vielfach hochgradig komplex und müssen individuell an die neuen Anforderungen angepasst werden. Zu den Herausforderungen gehören umfangreiche Konfigurationsarbeiten, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen gegen Schadsoftware sowie die Entwicklung und Integration fehlender Funktionen. Diese Komplexität zeigt sich auch darin, dass zwar 66 Prozent der Krankenhäuser mit der Inbetriebnahme begonnen haben, aber lediglich etwa 20 Prozent den Prozess bereits vollständig abgeschlossen und die Pilotierung in ihrem Haus unmittelbar bevorstehen.

Die Mehrheit der Krankenhäuser rechnet damit, die ePA erst im Verlaufe des kommenden Jahres krankenhausweit einsetzen zu können: Rund 31 Prozent visieren das erste Quartal 2026 an, weitere 27 Prozent das zweite Quartal. Ein kleinerer Anteil – etwa 7 Prozent – hat bereits die Pilotierung der ePA in den Versorgungsprozessen gestartet.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß, bringt die aktuelle Lage auf den Punkt: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Krankenhäuser die Vorteile der ePA klar sehen und die Umsetzung aktiv vorantreiben. Schon in der Pilotphase wurde allerdings deutlich, dass die Einführung der ePA im Krankenhaus nicht mit einem einfachen Software-Update getan ist. Auch bei dieser TI-Anwendung zeigt sich letztlich, dass die Voraussetzungen in einem Krankenhaus nicht mit denen in kleineren Einrichtungen wie z.B. Arztpraxen vergleichbar sind und dies vorab nicht hinreichend berücksichtigt wurde.“

Hinzu kommt, dass der zeitliche Druck bei der Einführung den beteiligten Herstellern kaum Raum für ausreichende Tests ließ. Dadurch standen die Updates in der Praxis häufig verspätet zur Verfügung und mussten vor Ort angepasst werden. Kritisch betrachtet werden auch die spezifischen Anforderungen der Krankenhausprozesse, etwa die gesetzlich geforderten Widerspruchsmöglichkeiten, die anfangs nicht ausreichend einbezogen wurden. Lösungen hierfür werden aktuell unter Realbedingungen entwickelt und erprobt. Parallel stellen weitere Digitalisierungsprojekte, etwa nach dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), die IT-Abteilungen der Krankenhäuser zusätzlich vor erhebliche Herausforderungen.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen geht die Deutsche Krankenhausgesellschaft optimistisch in die Zukunft: „Auch wenn zum 1. Oktober noch keine flächendeckende Anbindung möglich sein wird, schauen wir mit Optimismus auf den weiteren Verlauf. Bei der Einführung der ePA handelt sich um ein wichtiges Projekt, das bereits erste Mehrwerte für die Versorgung erkennen lässt – insbesondere durch eine bessere Verfügbarkeit von Medikationsdaten. Zugleich ist klar, dass ein solches IT-Großprojekt seine Zeit braucht. Wir müssen alles daran setzen, dass die Einführungsphase möglichst störungsfrei funktioniert, um das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in dieses wichtige Vorhaben nicht zu gefährden.“

Die derzeitigen Zahlen und Einschätzungen spiegeln somit eine Phase wider, in der die Krankenhäuser die Weichen für eine digitale Transformation stellen, die den Patienten künftig eine schnellere und umfassendere Versorgung ermöglichen soll – auch wenn die Umsetzung noch einiges an Zeit und Aufwand erfordert.

Digitaler Wandel in Kliniken: Chancen und Herausforderungen der elektronischen Patientenakte

Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in deutschen Krankenhäusern markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung digitaler Gesundheitsversorgung. Sie verspricht, die medizinische Betreuung effizienter und transparenter zu gestalten, indem relevante Patientendaten jederzeit und überall verfügbar sind. Doch die Implementierung der ePA ist komplex und stellt Kliniken vor vielfältige technische, organisatorische und rechtliche Herausforderungen.

Die Digitalisierung im Krankenhausbereich ist weit mehr als nur die Installation neuer Software. Kliniken verfügen oft über heterogene IT-Landschaften mit unterschiedlichen Systemen, die miteinander kommunizieren müssen. So erfordert die Integration der ePA umfangreiche Anpassungen: Es sind umfassende Konfigurationsarbeiten notwendig, zusätzliche Sicherheitsmechanismen müssen etabliert werden, und bisher fehlende Funktionen sind zu implementieren. Besonders wichtig ist dabei der Schutz sensibler Gesundheitsdaten vor unbefugtem Zugriff oder Schadsoftware. Die hochkomplexen Krankenhausprozesse machen eine einfache Standardlösung unmöglich. Dies erklärt, warum nur etwa 20 Prozent der Krankenhäuser den Prozess der ePA-Einführung bislang vollständig abgeschlossen haben und sich der flächendeckende Einsatz voraussichtlich erst in den kommenden Quartalen realisieren lässt.

Warum Digitalisierung im Krankenhaus so komplex ist

Anders als bei Arztpraxen sind Kliniken große, vielschichtige Organisationen mit zahlreichen diagnostischen und therapeutischen Abteilungen. Infrastruktur, Software und Arbeitsabläufe unterscheiden sich stark, ebenso die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit. Die parallelen Digitalisierungsprojekte, wie jene im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG), erhöhen zudem die Belastung der IT-Abteilungen. Zeitdruck und mangelnde Testphasen behindern die reibungslose Einführung der ePA zusätzlich. Auch rechtliche Vorgaben, zum Beispiel zur Widerspruchsmöglichkeit der Patienten bei der Datenfreigabe, stellten die Kliniken vor unerwartete Aufgaben, die noch laufend in der Praxis erprobt werden.

Welche Vorteile und Risiken die ePA für Patienten bringt

Für Patienten eröffnet die elektronische Patientenakte deutlich verbesserte Möglichkeiten: Sämtliche relevante Gesundheitsinformationen – von Diagnosen über Medikamentenpläne bis hin zu Befunden – stehen Ärzten und Pflegekräften schnell und vollständig zur Verfügung. Dies kann insbesondere Notfallsituationen erleichtern, Doppeluntersuchungen vermeiden und Fehler durch fehlende Informationen reduzieren. Zudem stärkt die ePA die Patientenrechte, da Nutzer Einsicht in ihre Daten erhalten und deren Weitergabe kontrollieren können.

Doch diese Vorteile bringen auch Herausforderungen mit sich: Datensicherheit und Datenschutz sind zentral, um das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in die ePA zu sichern. Die Gefahr von Datenmissbrauch oder unerlaubtem Zugriff muss durch robuste technische Maßnahmen minimiert werden. Außerdem besteht das Risiko, dass IT-Probleme oder Verzögerungen die Behandlungsabläufe behindern. Für das medizinische Personal bedeuten neue digitale Systeme einen zusätzlichen Schulungsbedarf und eine Veränderung etablierter Arbeitsroutinen.

Die gesellschaftliche Bedeutung der ePA ist groß. Sie ist ein Schlüsselprojekt im Rahmen der umfassenden Digitalisierung des Gesundheitswesens und kann langfristig die Versorgungsqualität steigern und Kosten senken. Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von den digitalen Angeboten profitieren und niemand aufgrund fehlender technischer Kenntnisse oder Infrastruktur benachteiligt wird.

Wichtige Aspekte bei der Einführung der ePA im Klinikalltag:

  • Anpassung der komplexen IT-Infrastruktur und Integration in vorhandene Informationssysteme
  • Sicherstellung von Datenschutz und IT-Sicherheit in einem sensiblen Umfeld
  • Bewältigung organisatorischer Veränderungen und Schulungen des Personals
  • Rechtliche Umsetzung von Patientenrechten, wie der Widerspruchsmöglichkeit
  • Kommunikation und Vertrauensbildung zwischen Patienten, Ärzten und Kliniken

Der digitale Wandel im Krankenhaus bleibt ein langfristiger Prozess. Trotz der gegenwärtigen Hürden zeigt sich, dass Kliniken die Vorteile der elektronischen Patientenakte erkennen und engagiert an der Umsetzung arbeiten. Zukünftige Entwicklungen werden darauf abzielen, die Systeme weiter zu vereinheitlichen, die Bedienbarkeit zu verbessern und die Sicherheitsstandards kontinuierlich zu erhöhen. So kann die ePA zu einem zentralen Instrument werden, das die Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessert – zum Nutzen von Patienten, medizinischem Personal und dem gesamten Gesundheitssystem.

Die im Beitrag verwendeten Informationen stammen aus einer Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

14 Antworten

  1. Es klingt alles sehr komplex und ich hoffe wirklich, dass die Krankenhäuser diese Herausforderung meistern werden. Aber was denkt ihr über den Zeitrahmen? Ist 2026 nicht zu spät für eine flächendeckende Einführung?

    1. „Ja Holger, ich mache mir auch Sorgen um den Zeitrahmen! Aber vielleicht ist es besser langsam und gründlich zu arbeiten anstatt hastig zu sein und Fehler zu machen.“

  2. Die Herausforderungen bei der Implementierung sind wirklich beeindruckend! Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele technische Details gibt. Hat jemand Erfahrungen mit den Anpassungen gemacht? Wie verlief das bei euch?

  3. Ich finde es sehr interessant, wie viele Krankenhäuser sich auf die ePA vorbereiten, aber ich frage mich, ob die 20% der abgeschlossenen Einführungen wirklich realistisch sind. Wie können wir sicherstellen, dass die Qualität der Daten nicht leidet?

    1. Das ist ein guter Punkt, Achim! Ich denke auch, dass es wichtig ist, einen Fokus auf die Qualität der Daten zu legen. Vielleicht sollten wir auch über Schulungen für das Personal nachdenken?

    2. Ja genau! Und was ist mit den Datenschutzaspekten? Es ist unerlässlich, dass Patienten Vertrauen haben können. Glaubt ihr, dass genug getan wird?

  4. Die Einführung der ePA hat großes Potenzial! Aber ich mache mir Sorgen über technische Probleme und Verzögerungen in den Abläufen.

  5. Die digitale Transformation in den Kliniken scheint ein großes Projekt zu sein. Wie kann man sicherstellen, dass niemand ausgeschlossen wird? Was denkt ihr darüber?

  6. Es ist interessant zu lesen, wie komplex die Implementierung ist. Glaubt ihr, dass wir bis 2026 wirklich flächendeckend einen Nutzen sehen werden?

  7. Die Herausforderungen bei der Umsetzung sind echt beeindruckend! Ich frage mich, ob die Schulungen für das Personal ausreichend sind. Wer kümmert sich um die Weiterbildung?

  8. Ich finde es bemerkenswert, dass 98% der Krankenhäuser mit der ePA-Vorbereitung begonnen haben. Aber wie sieht es mit den Datenschutzmaßnahmen aus? Ist das alles ausreichend gesichert?

    1. Ich bin auch skeptisch bezüglich Datenschutz. Es wird viel über die Vorteile geredet, aber wie sicher sind unsere Daten wirklich?

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