– ADAC will klimaneutrale Mobilität bis 2045 nur mit Elektromobilität erreichen
– Bedarf an erschwinglichen E-Modellen, günstigem Strom und flächendeckender Ladeinfrastruktur
– E-Auto-Neuzulassungen +46 % im August; Prognose: über 500.000 Zulassungen 2025
Elektromobilität als Schlüssel für klimafreundliche Mobilität bis 2045
Der ADAC sieht in der Elektromobilität den wirksamsten Hebel, um in Deutschland bis zum Jahr 2045 eine klimafreundliche Mobilität zu erreichen. Nach Überzeugung des Mobilitätsclubs hängt der Erfolg dieses Wandels entscheidend davon ab, dass Elektrofahrzeuge künftig erschwinglicher werden und der Strom zum Laden günstig verfügbar ist. Neben den Fahrzeugpreisen spielen auch ein flächendeckendes, nutzerfreundliches Ladenetz sowie transparente Preise und einfache Bezahl- sowie Abrechnungssysteme eine zentrale Rolle, damit mehr Menschen auf Elektromobilität umsteigen.
Bereits jetzt setzen politische Impulse erste Anreize: So sind etwa geplantere Abschreibungen für Firmen-Neuanschaffungen ein Schritt, der die betriebliche Elektromobilität fördert. Doch der ADAC betont, dass weitere Maßnahmen notwendig sind, um auch private Verbraucher stärker zum Umstieg zu motivieren. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund positiver Zulassungszahlen: Im August 2025 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) über 39.000 reine Batterie-Pkw (BEV) neu zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 19,0 Prozent an allen Neuwagen und einem Zuwachs von fast 46 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten acht Monaten des Jahres 2025 wurden sogar mehr als 95.000 zusätzliche Elektroautos registriert, ein Plus von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der ADAC erwartet, dass die Neuzulassungen von Elektroautos bis Jahresende die Marke von 500.000 überschreiten und damit an das Rekordjahr 2023 heranreichen. Diese Entwicklung lässt sich durch gezielte politische Maßnahmen noch verstärken. Beispielsweise wären die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung bis 2035 für Elektrofahrzeuge und eine Absenkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestniveau wichtige Impulse, die sowohl die Kaufentscheidung als auch das tägliche Laden erleichtern können.
Weitere kurzfristige Schritte, die den Ausbau der Elektromobilität befeuern könnten, umfassen unter anderem:
- Die Senkung der Strompreise durch die schnelle Umsetzung von Stromnetzentgelt-Reduktionen, die direkt bei den Verbrauchern ankommen.
- Die Förderung eines attraktiven THG-Bonus durch eine ambitionierte Fortschreibung der Treibhausgasminderungs-Quote im Bundes-Immissionsschutzgesetz.
- Maßnahmen zur Steigerung von Wettbewerb und Preistransparenz an öffentlichen Ladepunkten, etwa durch eine Markttransparenzstelle für Ladestrom.
Damit die Elektromobilität auch in den kommenden Jahren weiter wächst und für eine größere Gruppe von Verbraucherinnen und Verbrauchern zugänglich wird, sind zusätzliche infrastrukturelle und rechtliche Erleichterungen notwendig. Hierzu zählen zum Beispiel die Förderung privater Ladepunkte in Mehrparteienhäusern sowie der erleichterte Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur vor allem in Ballungsräumen. Auch die steuerliche Gleichstellung des bidirektionalen Ladens mit stationären Batteriespeichern könnte neue Potenziale eröffnen.
Insgesamt unterstreicht der ADAC, dass Elektromobilität neben einem nachhaltigen Ausbau der Ladeinfrastruktur und erschwinglichen Preisen für Fahrzeuge und Strom ein unverzichtbarer Baustein für eine klimafreundliche Verkehrswende in Deutschland ist. Unterstützt durch klare politische Rahmenbedingungen und praxisnahe Förderungen kann dieser Weg bis 2045 dauerhaft erfolgreich beschritten werden.
Elektromobilität als Motor des gesellschaftlichen Wandels: Chancen, Herausforderungen und Zukunftsaussichten
Die Elektromobilität steht im Zentrum eines grundlegenden Wandels, der Wirtschaft, Verbraucher und Umwelt gleichermaßen betrifft. Die Umstellung auf E-Fahrzeuge verändert nicht nur die Art der Fortbewegung, sie prägt auch soziale Strukturen und politische Rahmenbedingungen. Dabei spielen politische Maßnahmen eine entscheidende Rolle: So erleichtern die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos bis 2035 und die Absenkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestniveau den Einstieg in die Elektromobilität spürbar. Parallel dazu schreitet der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur vor allem in Ballungsräumen voran, was den Alltag von Nutzerinnen und Nutzern erleichtert.
Ausbau der Ladeinfrastruktur: Ballungsräume versus ländliche Regionen
Der Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Regionen bleibt jedoch eine zentrale Herausforderung. Während in den Großstädten immer mehr öffentliche Ladenetze entstehen, gestaltet sich der Ausbau auf dem Land schwieriger. Neben Genehmigungsverfahren behindern vor allem fehlende Flächen und Infrastruktur die Verbreitung. Besonders bei Mehrparteienhäusern zeigt sich ein Hemmnis: Die Errichtung privater Ladepunkte ist noch zu kompliziert oder kostspielig. Dies verlangsamt die Verfügbarkeit von Ladeoptionen für viele potenzielle Nutzerinnen und Nutzer erheblich.
Steuerliche Anreize und Finanzierungsmodelle zur Nachfrageförderung
Steuerliche Vergünstigungen sind ein wirksames Mittel, um den Kauf von E-Autos attraktiver zu machen. Neben der erwähnten Kfz-Steuerbefreiung unterstützt unter anderem die geplante Reduzierung des Stromnetzentgelts eine günstige Ladeinfrastruktur. Der ADAC hebt hervor, dass diese Maßnahmen wichtige Schritte sind, um den Umstieg auf Elektromobilität zu beschleunigen. Zusätzlich fordert der Club eine stärkere Verwendung von Mitteln aus dem Klima- und Transformationsfonds, um CO₂-Ziele zu erreichen und zugleich Arbeitsplätze in der E-Mobilitätsbranche zu sichern.
Soziale Gerechtigkeit beim Zugang zu E-Mobilität
Der Blick nach Europa zeigt, dass Länder wie Norwegen und die Niederlande bei der Verbreitung von Elektrofahrzeugen deutlich weiter sind. Steuervergünstigungen und klare Förderprogramme haben dort höhere E-Auto-Quoten zur Folge. Für Deutschland bedeutet das, dass vermehrt soziale Aspekte einbezogen werden müssen. Ein faires Mobilitätsangebot ist essenziell – sowohl für den Stadtbewohner als auch für Menschen in ländlichen Gebieten. Dazu gehört, dass der Zugang zu Ladestationen und die Kosten so gestaltet werden, dass sie für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv und bezahlbar bleiben.
Integration von bidirektionalem Laden mit stationären Speichern
Ein weiteres Innovationsfeld liegt im bidirektionalen Laden, bei dem E-Autos nicht nur Energie aufnehmen, sondern bei Bedarf auch ins Stromnetz zurückspeisen können. Diese Technologie ist noch nicht flächendeckend im Einsatz, birgt aber großes Potenzial für eine stabilere Energieversorgung und eine nachhaltige Integration erneuerbarer Energien. Die steuerliche Gleichstellung des bidirektionalen Ladens mit stationären Batteriespeichern wird als wichtiger nächster Schritt angesehen, um diese Technologie schneller voranzubringen.
Damit die Elektromobilität ihren Beitrag zur Klimaneutralität leisten kann, bedarf es einer breit angelegten und transparenten Beteiligung der Gesellschaft. Nur wenn die verschiedenen Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt und die Finanzierung ausgewogen gestaltet werden, wächst die Akzeptanz und Verbreitung von Elektrofahrzeugen kontinuierlich. Der positive Trend bei den Neuzulassungen in Deutschland zeigt: Wenn politische Rahmenbedingungen und Infrastruktur Chancen schaffen, wächst die Nachfrage spürbar – 19 Prozent der Neuwagen im August 2025 waren bereits Batterieelektrofahrzeuge. Dieses Wachstum gilt es zu sichern und sozial sowie ökologisch ausgewogen zu gestalten.
Dieser Beitrag stützt sich auf eine Pressemitteilung des ADAC e.V. zur klimaschonenden Elektromobilität.
13 Kommentare
Die Idee von einer klimaschonenden Mobilität ist gut und wichtig für die Zukunft! Ich hoffe wirklich darauf dass alle das gleiche Ziel haben werden.
Aber wie sieht es mit den Preisen aus? Werden die Autos jemals erschwinglich sein?
Die Strompreise müssen runter gehen sonst wirds nichts mit der E-Mobilität!
Die steuerlichen Anreize sind wirklich wichtig für den Umstieg auf E-Mobilität. Ich hoffe, dass die Regierung hier weitergeht und noch mehr Unterstützung bietet.
Ja, und vor allem sollte es auch für alle zugänglich sein!
Ich bin mir nicht sicher ob das alles funktioniert…aber wir müssen es versuchen!
Ich finde die Idee mit dem bidirektionalen Laden spannend! Das könnte echt helfen, unsere Energieprobleme zu lösen. Glaubt ihr, dass wir bald mehr davon sehen werden?
Das wäre super! Aber ich glaube, viele Leute wissen noch gar nicht, was das genau bedeutet.
Die aktuellen Zahlen zu den Neuzulassungen von E-Autos sind beeindruckend! Aber ich frage mich, ob die Menschen in ländlichen Gebieten genug Zugang zu Ladesäulen haben. Wie kann man das verbessern?
Das ist ein wichtiger Punkt! Vielleicht sollte es mehr Förderungen für private Ladesäulen geben.
Ich stimme zu! Die Stadt hat da viel mehr Möglichkeiten als das Land.
Ich finde es toll, dass der ADAC so viel über Elektromobilität spricht. Es ist wichtig, dass die Preise für E-Autos sinken, damit mehr Menschen sie kaufen können. Was denkt ihr über die Ladeinfrastruktur? Ist sie wirklich ausreichend?
Ja, ich sehe das auch so! Die Ladepunkte sind oft schwer zu finden und das macht es vielen Leuten schwer, umzusteigen.