Gebäudetyp E: Wie vereinfachte Baustandards den Wohnungsbau günstiger und effizienter machen

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Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack hat mit dem „Gebäudetyp E – wie einfach“ eine Bauweise vorgestellt, die durch weniger technische Vorgaben und Low-Tech-Lösungen Wohnraum kostengünstiger und schneller realisieren soll. Andreas Breitner vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen kritisiert die derzeit über 20 000 Bauvorschriften als Kosten- und Zeitfalle und plädiert für einen minimalistischen Ansatz mit reduziertem Schallschutz, einfacher Ausstattung und standardisierten Balkonen. Ein Blick ins europäische Ausland und zu historischen Altbauten zeige, dass weniger starre Normen die Lebensqualität nicht schmälern, aber erheblich Kosten senken können.

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– Studie in Schleswig-Holstein präsentiert minimalistische Baustandards statt zahlreicher, kostenintensiver Normen.
– Altbauwohnungen in Europa zeigen hohe Wohnzufriedenheit trotz reduziertem Schallschutz und technischer Einfachheit.
– Vorgeschlagener Paradigmenwechsel umfasst weniger Aufzüge, Schallschutz und Steckdosen für niedrigere Baukosten.

Neuer Gebäudetyp „E – wie einfach“: Innovationen und weniger Bauvorschriften für bezahlbares Wohnen

Am Freitag stellte Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) eine wegweisende Studie zu neuen Baustandards vor und forderte mehr Innovationsbereitschaft im Bauwesen. Die Initiative erfährt starke Unterstützung von Andreas Breitner, dem Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Er setzt sich klar für einen vereinfachten Gebäudetyp ein, der unter dem Namen „E – wie einfach“ bekannt werden soll.*

Breitner weist darauf hin, dass Planen und Bauen in Deutschland von einer kaum überschaubaren Vielzahl an Gesetzen, Normen und Regelungen geprägt sind. So müssen beim Bau eines Wohngebäudes über 20.000 Normen berücksichtigt werden, was die Komplexität stark erhöht und sich laut ihm nicht immer in einer höheren Wohnqualität niederschlägt. „Viele im einzelnen sinnvolle Normen am Ende oftmals nicht zu mehr Qualität führen.“

Der Verbandsdirektor schlägt vor, den Blick nach Europa zu richten, wo unter ähnlichen Umweltbedingungen mit deutlich weniger starren Vorgaben kosteneffizienter gebaut wird. Ein spannendes Beispiel dazu liefern alte Gründerzeitbauten, die laut den Ergebnissen des Zensus 2022 bei den Bewohnerinnen und Bewohnern trotz Eigenschaften wie eingeschränktem Schallschutz, sichtbaren elektrischen Leitungen oder knarzenden Dielenböden sehr beliebt sind.* Das bestätigt das Prinzip „Weniger ist mehr“.*

Auch im Bereich der technischen Ausstattung plädiert Breitner für einen pragmatischeren Ansatz. Statt hoch aufwendiger Technik könnten sogenannte Low-Tech-Lösungen die Kosten senken und den Wartungsaufwand reduzieren. Architekten betonen, dass langlebige und wartungsarme Gebäude durch einfache technische Ausstattungen realisiert werden können, denn moderne Technik sei nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt.*

Ein tiefergehender Wandel in den Bauvorgaben könnte den Wohnungsbau deutlich günstiger machen. Breitner fordert konkrete Maßnahmen wie weniger Aufzüge, reduzierten Schallschutz, den Verzicht auf Loggien zugunsten von Balkonen und eine geringere Anzahl von Steckdosen. Dieser minimalistischer Ansatz hätte das Potenzial, den Wohnungsbau wieder bezahlbar zu gestalten.*

Der VNW vertritt in den Bundesländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gemeinsam 443 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. Zusammen verwalten sie rund 709.000 Wohnungen, in denen etwa 1,5 Millionen Menschen leben. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei 6,59 Euro pro Quadratmeter.

Mit den neuen Impulsen könnten Schleswig-Holstein und der gesamte Norden Deutschlands eine Vorreiterrolle im nachhaltigen und erschwinglichen Wohnungsbau übernehmen. Für viele Mieterinnen und Mieter sowie Bauherren wäre das eine durchaus begrüßenswerte Entwicklung, denn was zählt, ist vor allem hoher Wohnkomfort zu tragbaren Preisen.

Welche Folgen hätte eine Rückbesinnung auf das Wesentliche im Bauwesen?

Die Diskussion um eine stärkere Konzentration auf minimalistische Baustandards gewinnt vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und ökonomischer Herausforderungen an Bedeutung. Eine Rückbesinnung auf das Wesentliche im Bauwesen könnte nicht nur die Art und Weise verändern, wie Wohnraum geschaffen wird, sondern auch weitreichende Folgen für Bewohner, Bauherren und die Gesellschaft insgesamt haben. Gerade in Deutschland, wo der Wohnungsbau vor großen Aufgaben steht, wird die Debatte über reduzierte Baustandards zunehmend relevant.

Der Wohnungsmarkt ist geprägt von steigenden Kosten, Fachkräftemangel und komplexen Regelwerken, die den Bauprozess verteuern und verlängern. In diesem Umfeld eröffnen Reformen, die auf einfachere, minimalistischere Bauweisen setzen, Chancen für schnelleren und kostengünstigeren Wohnungsbau. Zugleich bergen sie Risiken, etwa hinsichtlich der Qualität, Nachhaltigkeit und Lebensqualität der errichteten Gebäude.

Eine solche Rückbesinnung hat das Potenzial, verschiedene gesellschaftliche und wirtschaftliche Effekte zu entfalten:

  • Reduzierte Baukosten könnten den Wohnungsbau beschleunigen und somit der Wohnungsnot entgegenwirken.
  • Vereinfachte Prozesse könnten für Bauherren und Handwerksbetriebe eine Entlastung darstellen und den Fachkräftemangel abmildern.
  • Ein veränderter Fokus auf das Wesentliche könnte zu nachhaltigeren und ressourcenschonenderen Bauweisen führen.
  • Gleichzeitig besteht die Herausforderung, den Spagat zwischen Kosteneinsparungen und dauerhaft hoher Lebensqualität zu meistern.
  • Die gesellschaftliche Akzeptanz minimalistischer Bauprojekte steht auf dem Prüfstand, denn die Ansprüche der Bewohner an Komfort und Funktion sind vielfältig.

Welche Trends und Herausforderungen prägen den deutschen Wohnungsbau aktuell? Die steigende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum trifft auf immer komplexere Anforderungen an Energieeffizienz, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit. Durch die Corona-Pandemie und demographische Entwicklungen hat sich der Druck auf den Wohnungsmarkt zusätzlich erhöht. Vor diesem Hintergrund sind Lösungen gefragt, die sowohl ökonomische als auch soziale Bedürfnisse in Einklang bringen.

Bleibt die Frage, wie das Bauwesen der Zukunft gestaltet werden kann, ohne wesentliche Qualitätsstandards zu vernachlässigen. Welche Modelle der Vereinfachung sind gesellschaftlich tragbar? Und wie lassen sich minimalistische Baukonzepte mit den hohen Erwartungen an modernes Wohnen verbinden? Die Antwort darauf wird entscheidend sein für die Zukunftsfähigkeit des Wohnens in Deutschland.


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Soziale Vermieter unterstützen Gebäudetyp E mit einfacheren Standards im Wohnungsbau

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