Ehrenamtspauschale steigt auf 960 Euro: Warum Verbände mehr Entlastung fordern

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Der Verband Wohneigentum begrüßt die vom Bundestag beschlossene Anhebung der Ehrenamtspauschale als wichtiges Signal. Verbandspräsident Peter Wegner betont jedoch, dass diese finanzielle Entlastung allein nicht ausreicht. Um die rund 29 Millionen freiwillig Engagierten langfristig zu stärken, fordert der Verband weniger Bürokratie und einen besseren Schutz vor rechtlichen Risiken.

Inhaltsverzeichnis

– Der Verband Wohneigentum begrüßt die Erhöhung der Ehrenamtspauschale durch den Bundestag.
– Er fordert weitere Reformen wie weniger Bürokratie und Haftungsrisiken für Freiwillige.
– Rund 29 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich.

Höhere Ehrenamtspauschale: Ein Schritt, der nicht ausreicht

Der Deutsche Bundestag hat am 4. Dezember 2025 die Erhöhung der Ehrenamtspauschale beschlossen. Der Verband Wohneigentum begrüßt diesen Schritt als wichtiges Signal, sieht darin jedoch keine ausreichende Lösung. Aus Sicht des Verbands muss die Politik weit über finanzielle Entlastungen hinausdenken, um das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland dauerhaft zu stärken. Die Dimension ist groß: Etwa 29 Millionen Menschen engagieren sich hierzulande freiwillig (Stand: 04.12.2025). Allein in den Strukturen des Verbandes Wohneigentum sind etwa 17.500 Ehrenamtliche aktiv (Stand: 04.12.2025).

Die zentralen Positionen des Verbands bringt Präsident Peter Wegner in zwei klaren Aussagen auf den Punkt:

„Die Anhebung der Ehrenamtspauschale ist eine wertvolle Anerkennung für die unzähligen Menschen, die sich in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl einsetzen. Sie spiegelt die große gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamts wider.“

„Die Menschen wollen helfen und unser Gemeinwesen stärken, doch viele haben Sorge vor rechtlichen Risiken oder empfinden die Bürokratie als hinderlich. Hier besteht dringend Handlungsbedarf.“

Die Relevanz der Debatte zeigt sich in der konkreten Alltagsarbeit. Wegner warnt eindringlich vor den Konsequenzen, sollte die Unterstützung für diese Strukturen ausbleiben. Sein Appell macht deutlich, warum das Thema über die reine Steuererleichterung hinausgeht.

Die politische Agenda für das Ehrenamt

Die geplante Erhöhung der Ehrenamtspauschale ist Teil eines umfassenderen politischen Vorhabens. Die Bundesregierung hat mehrere Reformschritte auf den Weg gebracht, die bürgerschaftliches Engagement finanziell entlasten und rechtlich absichern sollen. Diese Maßnahmen basieren auf Vereinbarungen im Koalitionsvertrag* und zielen darauf ab, die Rahmenbedingungen für Millionen Freiwillige in Deutschland zu verbessern.

Wie viel ändert sich konkret?

Die zentrale steuerliche Neuerung betrifft die sogenannte Ehrenamtspauschale. Bisher lag der steuerfreie Betrag für Aufwandsentschädigungen bei 840 Euro jährlich*. Der Deutsche Bundestag hat im Dezember 2025 beschlossen, diese Grenze auf 960 Euro anzuheben*. Diese Erhöhung um 120 Euro pro Jahr wird für alle Ehrenamtlichen wirksam, die ab dem 1. Januar 2026 eine Aufwandsentschädigung erhalten.

Parallel dazu hat das Bundeskabinett bereits im September 2025 eine wichtige rechtliche Reform auf den Weg gebracht. Künftig soll ein erweiterter Haftungsschutz für ehrenamtlich Tätige in Vereinen und gemeinnützigen Organisationen gelten. Die geplante Regelung sieht vor, dass Ehrenamtliche für fahrlässig verursachte Schäden nur noch bis zu einer Grenze von 3.300 Euro jährlich haften*. Diese Maßnahme soll die oft geäußerte Sorge vor persönlichen finanziellen Risiken deutlich verringern.

Weitere Regierungsvorhaben

Über die beiden konkreten Gesetzesänderungen hinaus hat die Bundesregierung ein breiteres Bündel an Maßnahmen angekündigt. Der sogenannte „Zukunftspakt Ehrenamt“ (Stand: 2025*) sieht unter anderem einen Abbau bürokratischer Hürden, vereinfachte Förderbedingungen und Entlastungen bei administrativen Nachweispflichten vor. Ziel ist es, den organisatorischen Aufwand für Engagierte und Vereine zu reduzieren und so mehr Raum für die inhaltliche Arbeit zu schaffen.

Die folgende Tabelle fasst die angekündigten und beschlossenen Reformen im Überblick zusammen:

Jahr Maßnahme Wert/Regelung Quelle/Stand
2025 Koalitionsvereinbarung Planung der Erhöhung der Ehrenamtspauschale auf 960 Euro ab 2026 Koalitionsvertrag 2025*
Sep. 2025 Kabinettsbeschluss Erweiterter Haftungsschutz bis 3.300 Euro jährlich Bundesfinanzministerium*
Dez. 2025 Bundestagsbeschluss Erhöhung der Ehrenamtspauschale von 840 € auf 960 € ZDFheute*
2025 Zukunftspakt Ehrenamt Bündel aus Bürokratieabbau und vereinfachten Förderungen Bundesregierung*

Diese politischen Initiativen zeigen eine klare Richtung: Die Wertschätzung für das Ehrenamt soll nicht nur symbolisch, sondern auch durch konkrete finanzielle und rechtliche Erleichterungen ausgedrückt werden. Ob die geplanten Schritte ausreichen, um den oft beklagten Rückgang an Engagierten langfristig umzukehren, wird die Praxis zeigen.

Stimmen aus Verwaltung und Verbänden: Mehr als nur finanzielle Anerkennung

Die Anhebung der Ehrenamtspauschale wird von vielen Seiten als wichtiger Schritt gewertet. Doch aus der Praxis kommen klare Hinweise: Finanzielle Entlastung allein reicht nicht aus, um die Basis des Ehrenamts nachhaltig zu stärken. Verbände und Experten fordern eine umfassendere Reform der Rahmenbedingungen.

Verbände fordern mehr als Geld

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) macht deutlich, dass eine höhere Pauschale nur ein Teil der Lösung ist. Die Position zeigt, dass die Hürden für Ehrenamtliche oft in komplizierten Verwaltungsvorgängen und unklaren rechtlichen Regelungen liegen, nicht im Fehlen einer kleinen finanziellen Anerkennung.

Diese Forderung wird durch allgemeine Hinweise aus unterschiedlichen Beratungen unterstützt. Bürokratie gilt als eines der größten Hindernisse für freiwilliges Engagement.

Was Ehrenamtliche selbst sagen

Die zentralen Anliegen, die aus den Stellungnahmen von Verbänden hervorgehen, lassen sich in drei konkreten Forderungen bündeln:

  • Entbürokratisierung und vereinfachte Nachweise (Quelle: Bundesregierung; Stand: 2025)*
  • Verbindliche Entschädigungsregeln und staatlicher Schutz vor Hass und Gewalt (Quelle: Deutscher Städte- und Gemeindebund; Stand: 2025)*
  • Weniger komplexe Vorschriften (Quelle: Deutscher Bundestag; Stand: 2025)*

Diese Punkte verdeutlichen, dass die eigentliche Motivation für Ehrenamtliche – der Wunsch, zu helfen und das Gemeinwesen zu stärken – durch übermäßige administrative Lasten und rechtliche Unsicherheiten ausgebremst werden kann. Die Diskussion verschiebt sich damit von der reinen finanziellen Würdigung hin zu einer Debatte über praktische Arbeitsbedingungen und rechtlichen Rückhalt für diejenigen, die sich engagieren.

Ehrenamtspauschale: Ein Schritt voran, viele Schritte bleiben

Die Anhebung der Ehrenamtspauschale auf 960 Euro jährlich stellt eine finanzielle Anerkennung dar. Ab dem 1. Januar 2026 tritt diese Erhöhung in Kraft und entlastet Ehrenamtliche bei ihrer steuerlichen Veranlagung*. Diese Maßnahme allein wird jedoch nicht ausreichen, um das Fundament des Ehrenamts in Deutschland langfristig zu stabilisieren. Die Debatte zeigt: Es geht um mehr als nur Geld.

Die Wirksamkeit der Pauschal-Erhöhung wird sich erst in der Praxis zeigen. Sie entlastet vor allem jene, die bereits aktiv sind und ihre Aufwandsentschädigung versteuern müssen. Für viele Engagierte, die aus ideellen Gründen handeln, ist die finanzielle Komponente nachrangig. Deutlich größere Hürden sind oft bürokratische Lasten und die Sorge vor persönlicher Haftung. Hier setzen weitere geplante Reformen an: Eine geänderte Haftungsschutz-Regelung soll Ehrenamtliche künftig bis zu einem Schaden von 3.300 Euro jährlich vor persönlichen finanziellen Risiken schützen.

Dennoch bleiben zentrale Forderungen der Verbände unerfüllt. Wie der Verband Wohneigentum in seinem Positionspapier darlegt, sind zusätzliche Entbürokratisierung und ein umfassender rechtlicher Schutz unverzichtbar. Verbandspräsident Peter Wegner betont: „Die Menschen wollen helfen und unser Gemeinwesen stärken, doch viele haben Sorge vor rechtlichen Risiken oder empfinden die Bürokratie als hinderlich. Hier besteht dringend Handlungsbedarf.“ Diese Aussage unterstreicht, dass eine reine Finanzmaßnahme die strukturellen Probleme nicht löst.

Langfristig braucht es ein Bündel an Maßnahmen, um Engagement attraktiv zu halten und neue Freiwillige zu gewinnen. Dazu zählen der Ausbau von Qualifizierungsangeboten, die Vereinfachung von Verwaltungsvorgängen und die Diskussion über eine Anrechnung ehrenamtlicher Tätigkeit in der Rentenversicherung . Die gestiegene Pauschale ist ein wichtiges Signal, aber nur ein erster Schritt auf einem längeren Weg. Die eigentliche Arbeit, die Rahmenbedingungen nachhaltig zu verbessern, beginnt jetzt erst.

Die erhöhte Ehrenamtspauschale gilt ab dem 1. Januar 2026*. Für einen detaillierten Überblick über die umfassenden Forderungen zur Stärkung des Ehrenamts verweist der Verband Wohneigentum auf sein aktuelles Positionspapier.

Die vorliegenden Informationen und Aussagen stammen aus einer Pressemitteilung des Verband Wohneigentum.

Weiterführende Quellen:

8 Antworten

  1. ‚Die Menschen wollen helfen‘ – das stimmt! Aber sie brauchen auch die richtige Unterstützung und weniger Sorgen um Haftung oder Bürokratie. Was könnten konkrete Schritte sein, um dies zu erreichen?

  2. Die höhere Pauschale könnte mehr Leute motivieren, sich ehrenamtlich zu engagieren. Aber wenn die Bürokratie bleibt wie sie ist, wird das nicht viel helfen! Was denkt ihr über mögliche Änderungen?

    1. @Kuhn Leopold Ich sehe das genauso! Es braucht einfachere Prozesse und weniger Formalitäten für alle Engagierten.

  3. Die Anhebung auf 960 Euro ist zwar schön, aber reicht das wirklich aus? Es gibt so viele Menschen, die sich engagieren und dabei oft rechtliche Risiken eingehen müssen. Wie steht ihr dazu?

    1. Ich denke auch, dass mehr Schutz für Ehrenamtliche nötig ist! Die rechtlichen Unsicherheiten halten viele davon ab, aktiv zu werden. Gibt es schon Vorschläge zur Verbesserung dieser Situation?

    2. Guter Punkt! Vielleicht sollten wir als Gesellschaft mehr dafür tun, dass sich Freiwillige sicher fühlen können. Welche Ideen habt ihr für einen besseren Schutz?

  4. Ich finde die Erhöhung der Ehrenamtspauschale gut, aber es ist wirklich nur ein kleiner Schritt. Was ist mit der Bürokratie? Das sollte auch mal angepackt werden, sonst bleibt es bei schönen Worten. Was denkt ihr darüber?

    1. Ja, genau! Die Bürokratie ist ein großes Hindernis für viele Ehrenamtliche. Ich hoffe, dass die Regierung auch hier tätig wird. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Gab es schon Verbesserungen in eurem Verein?

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