– Der BUND Hamburg dankt seinen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz in Natur- und Umweltschutz im Jahr 2025.
– Ehrenamtliche erreichten praktische Erfolge wie Amphibienschutz und Renaturierung sowie politische Meilensteine.
– Politische Erfolge umfassen das Aus für die A26 Ost und den Hamburger Zukunftsentscheid für Klimaneutralität bis 2040.
Ehrenamt in Hamburg: Herzblut für die Umwelt
Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember 2025 blickt der BUND Hamburg auf ein Jahr voller Engagement zurück. Die vielen Ehrenamtlichen erzielten 2025 beeindruckende Erfolge*. Die Vorsitzende Sabine Sommer würdigt dieses Engagement.
„Es ist bewegend zu sehen, wie viele Menschen sich mit Herzblut für Hamburgs Umwelt einsetzen. Dieses Engagement zeigt uns Tag für Tag, dass echter Wandel möglich ist, wenn viele bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“
Hintergrund: Ehrenamt, Politik und die A26-Ost-Verfahren
Die politischen Erfolge, die der BUND Hamburg für 2025 benennt, sind keine isolierten Ereignisse. Sie zeigen vielmehr, wie ehrenamtliches Engagement über praktische Naturschutzarbeit hinaus wirkt und politische Prozesse direkt beeinflussen kann. Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zur A26 Ost und der erfolgreiche Zukunftsentscheid für die Klimaneutralität Hamburgs bis 2040 sind Ergebnisse langjähriger, beharrlicher zivilgesellschaftlicher Arbeit.
Gerichtliche Auseinandersetzungen zur A26 Ost
Die juristische Einordnung des A26-Ost-Verfahrens unterstreicht die politische Dimension dieses Engagements. Laut einer Recherche erklärte das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss für rechtswidrig, weil klimafreundlichere Alternativen nicht ausreichend geprüft wurden (Stand: 2024)*. Diese gerichtliche Entscheidung berücksichtigte explizit naturschutz- und klimapolitische Argumente, die von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen jahrelang vorgebracht worden waren. Der juristische Erfolg war somit auch ein Erfolg für die fachliche Expertise und den beharrlichen Protest aus der Zivilgesellschaft.
Ehrenamt als politischer Druck
Dieser Fall verdeutlicht ein grundlegendes Prinzip: Ehrenamtliches Engagement erzeugt politischen Druck. Indem Freiwillige nicht nur Bäume pflanzen, sondern auch fundierte Stellungnahmen verfassen, an Anhörungen teilnehmen und öffentliche Debatten anstoßen, übersetzen sie lokale Anliegen in politische Sprache. Sie stärken damit die Verhandlungsposition von Verbänden und tragen dazu bei, dass Themen wie Klimaschutz und Artenerhalt auf der politischen Agenda bleiben. Das Engagement wirkt so als Korrektiv und Treiber zugleich – es kontrolliert staatliches Handeln und stößt gleichzeitig notwendige Veränderungen an.
Freiwilliges Engagement: Zahlen und Trends in Deutschland und Hamburg
Freiwilliges Engagement ist ein zentraler Pfeiler der Gesellschaft. Seine Stärke und Entwicklung lassen sich anhand von Studien und konkreten Projekten ablesen. Die Daten zeigen ein vielschichtiges Bild: Während der Anteil Engagierter in der Gesamtbevölkerung stabil bleibt, verändern sich die Schwerpunkte – besonders in urbanen Räumen wie Hamburg.
Freiwilligensurvey und urbanes Engagement
Der Freiwilligensurvey, eine repräsentative Befragung im Auftrag der Bundesregierung, liefert regelmäßig einen Überblick. Eine breite Basis bildet das Fundament für unzählige Initiativen*.
In Großstädten zeichnet sich seit einigen Jahren ein klarer Trend ab: Das Engagement im Klima- und Umweltschutz wächst. Dieser Anstieg ist besonders in Metropolen wie Hamburg sichtbar. Berichte aus Hamburg bestätigen, dass seit Mitte der 2010er Jahre das freiwillige Engagement im Bereich Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit kontinuierlich zunimmt, obwohl die Zahlen im Vergleich zu Sport oder Sozialem kleiner bleiben*.
Ehrenamtlicher Naturschutz: Wirksamkeit
Die Wirksamkeit dieses Engagements zeigt sich in vielfältigen Aktionsformen. Ehrenamtliche in deutschen Großstädten tragen durch Pflegearbeiten, Amphibienschutz und Umweltbildungsangebote messbar zur Verbesserung von Lebensräumen und Artenvielfalt bei; solche Gruppen stellen Kapazitäten bereit, die von Verwaltungen allein nicht geleistet werden könnten (Stand 2018–2024)*. In Hamburg koordinieren Naturschutzverbände verschiedene Projekte.
Diese praktischen Einsätze, die kontinuierlich von 2020 bis 2024 und darüber hinaus stattfinden, haben direkte ökologische Auswirkungen und stärken gleichzeitig das Bewusstsein für den lokalen Naturschutz.
| Jahr | Aussage/Indikator | Quelle/Stand |
|---|---|---|
| 2019 | Ein signifikanter Teil der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland engagiert sich freiwillig.* | Freiwilligensurvey |
| bis 2024 | In Hamburg wächst das Engagement für Umwelt und Natur kontinuierlich.* | Berichte der Stadt Hamburg |
| 2018–2024 | Ehrenamtliche tragen durch Pflegearbeiten, Amphibienschutz und Umweltbildung messbar zur Verbesserung von Lebensräumen und Artenvielfalt bei.* | Umweltbundesamt |
Zivilgesellschaft unter Druck: Angriffe auf Umweltengagement
Die Arbeit zivilgesellschaftlicher Umweltorganisationen stößt nicht nur auf Zustimmung. In den letzten Jahren mehren sich Berichte und wissenschaftliche Analysen, die auf zunehmende Angriffe und Diffamierungen gegen diese Gruppen in Deutschland hinweisen (Stand: 2020–2024)*. Diese Entwicklung betrifft nicht nur große Verbände, sondern auch lokale Initiativen und das Engagement Einzelner. Die Debatte darüber, welche Rolle kritische Stimmen in einer Demokratie spielen sollen, hat an Schärfe gewonnen.
Dokumentierte Angriffe und Einschätzungen
Die Angriffe äußern sich auf unterschiedliche Weise. Sie reichen von öffentlicher Stimmungsmache und pauschaler Delegitimierung über juristische Schikanen bis hin zu persönlichen Drohungen gegen Aktive. Analysen zur Rolle gemeinnütziger Umweltorganisationen warnen vor einer systematischen Schwächung dieser kritischen Stimmen, die staatliches Handeln kontrollieren und berechtigte Bürgeranliegen bündeln (Stand: 2020–2024)*. Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg, bringt es in der Pressemitteilung auf den Punkt: „Organisationen wie der BUND sind ein unverzichtbarer Teil unserer Demokratie.“ Sie warnt davor, dass genau diese Rolle zunehmend infrage gestellt werde.
Die Perspektiven auf diese Entwicklung sind konträr. Ein kompakter Überblick zeigt die zentralen Argumentationslinien:
- Befürworter einer starken Zivilgesellschaft argumentieren, dass unabhängige Organisationen essentielle Kontroll- und Korrektivfunktionen ausüben. Sie bringen Expertise in Debatten ein und ermöglichen Bürgerbeteiligung jenseits von Wahlen. Ihre Schwächung gefährde die demokratische Kultur insgesamt (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)*.
- Kritische Akteure und Gegner werfen manchen Umweltorganisationen vor, durch einseitige Agenda-Setting, Blockadehaltungen und undemokratische Einflussnahme wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftlichen Konsens zu behindern. Sie fordern eine strengere Regulierung ihrer Einflussnahme auf politische Prozesse.
Warum Schutz zivilgesellschaftlicher Arbeit wichtig ist
Die Frage nach dem Schutz dieser Arbeit ist fundamental. Eine lebendige Demokratie lebt vom Diskurs und von der Möglichkeit, Missstände aufzuzeigen und Alternativen vorzuschlagen. Umweltverbände tragen mit ihrer fachlichen Arbeit, ihrer Öffentlichkeitsarbeit und ihrer Mobilisierungsfähigkeit maßgeblich dazu bei, komplexe Themen wie die Klimakrise oder den Artenschwund auf die politische Agenda zu setzen. Die von Sabine Sommer angesprochenen politischen Erfolge – wie der Stopp der A26 Ost oder der Hamburger Zukunftsentscheid – sind Beispiele dafür, wie zivilgesellschaftlicher Druck konkrete, wegweisende Veränderungen bewirken kann*. „Gerade die kritische Begleitung politischer Prozesse durch unabhängige Organisationen ist ein Kernbestandteil lebendiger Demokratie“, so Sommer. Wo diese kritische Begleitung delegitimiert wird, steht letztlich die Resilienz der gesamten Gesellschaft auf dem Spiel. Der Schutz dieses Engagements ist daher kein Nischenthema, sondern eine Frage der demokratischen Zukunftsfähigkeit.
Was jetzt zu tun ist: Engagieren, fördern, schützen
Das ehrenamtliche Engagement in Hamburg beweist tagtäglich, wie eine aktive Stadtgesellschaft praktische und politische Veränderungen vorantreibt. Damit dieser Motor der Zivilgesellschaft auch in Zukunft kraftvoll bleibt, braucht es klare Unterstützungsstrukturen, einfache Wege zum Mitmachen und einen entschlossenen politischen Schutz für freiwilliges Engagement.
Kommunale Förderungen und Qualifizierungen nutzen
Die Hansestadt bietet ein vielfältiges Fundament für freiwilliges Engagement. Über den Projektfonds und ein Netzwerk von Freiwilligenagenturen werden Initiativen finanziell und organisatorisch unterstützt (Stand: 2020–2024)*. Parallel dazu stehen Qualifizierungsangebote bereit, die Ehrenamtliche für ihre Aufgaben fit machen und ihr Wissen vertiefen. Diese kommunalen Angebote sind eine wichtige Säule, um Engagement nachhaltig zu ermöglichen und zu professionalisieren.
Konkrete Schritte für Politik und Gesellschaft
Der Weg zum eigenen Engagement kann überraschend kurz sein. Wer sich für den Umwelt- und Naturschutz interessiert, findet bei lokalen Gruppen wie dem BUND Hamburg konkrete Mitmachmöglichkeiten – von der Pflege von Streuobstwiesen über Renaturierungsprojekte bis hin zu Müllsammelaktionen in Parks (Stand: 2020–2024)*. Der direkte Kontakt zu einer solchen Gruppe ist oft der beste Einstieg.
Auf politischer Ebene muss die zentrale Rolle der Zivilgesellschaft anerkannt und geschützt werden. Organisationen bündeln berechtigte Anliegen, bringen Expertise in Debatten ein und kontrollieren staatliches Handeln. Diese kritische Begleitung ist, wie die BUND-Vorsitzende Sabine Sommer betont, „ein Kernbestandteil lebendiger Demokratie“. Es liegt nun an der Politik, Angriffe auf diese demokratische Funktion abzuwehren und klare Schutzmechanismen für ehrenamtlich Engagierte zu schaffen.
Die Zukunft einer lebendigen Demokratie in Hamburg hängt maßgeblich davon ab, dass das freiwillige Engagement nicht nur genutzt, sondern auch entschlossen gefördert und geschützt wird.
Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des BUND Landesverbands Hamburg e.V., der das Engagement im Umwelt- und Naturschutz in Hamburg würdigt und politische Erfolge hervorhebt.
Weiterführende Quellen:
- „Der Freiwilligensurvey 2019 zeigt, dass rund ein Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland freiwillig aktiv ist, wobei das Engagement im Klima- und Umweltschutz insbesondere in Großstädten zwischen 2019 und 2023 zugenommen hat.“ – Quelle: https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/downloads/files/freiwilligensurvey_2019_ergebnisse.pdf
- „Berichte aus Hamburg belegen, dass seit Mitte der 2010er Jahre das freiwillige Engagement im Bereich Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit kontinuierlich wächst, obwohl die Zahlen im Vergleich zu Sport oder Sozialem kleiner bleiben (Stand bis 2024).“ – Quelle: https://www.hamburg.de/engagement/umwelt-naturschutz/
- „Ehrenamtliche in deutschen Großstädten tragen durch Pflegearbeiten, Amphibienschutz und Umweltbildungsangebote messbar zur Verbesserung von Lebensräumen und Artenvielfalt bei; solche Gruppen stellen Kapazitäten bereit, die von Verwaltungen allein nicht geleistet werden könnten (Stand 2018–2024).“ – Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ehrenamtlicher-naturschutz-in-deutschland
- „In Hamburg wurden bei Arten- und Amphibienschutz, Nistkasten-Kontrollen und Umweltbildung zahlreiche ehrenamtliche Aktionen durchgeführt, die regelmäßig mehrere Zielarten unterstützen und mit Bildungsangeboten kombiniert werden (Stand 2020–2024).“ – Quelle: https://www.bund-hamburg.de/mitmachen
- „Die gerichtlichen Auseinandersetzungen zur Autobahn A26 Ost berücksichtigten naturschutz- und klimapolitische Argumente; das Bundesverwaltungsgericht erklärte den Planfeststellungsbeschluss als rechtswidrig, weil klimafreundlichere Alternativen nicht ausreichend geprüft wurden (Stand bis 2024).“ – Quelle: https://www.bundesverwaltungsgericht.de/entscheidungen/pm20250115.html
- „Berichte und wissenschaftliche Analysen weisen auf zunehmende Angriffe und Diffamierungen gegen zivilgesellschaftliche Umweltorganisationen in Deutschland hin, die Strafverfolgung, politische Diffamierung sowie Einschränkungen von Versammlungen umfassen (Stand 2020–2024 bundesweit).“ – Quelle: https://www.zivigesellschaft.org/studien/angriffe-auf-zivilgesellschaft
- „Hamburg fördert das Ehrenamt im Umweltbereich unter anderem durch kommunale Projektfonds, Freiwilligenagenturen und Qualifizierungsangebote, die seit 2020 eine wichtige Unterstützung für Umwelt- und Naturschutzfreunde bieten (Stand 2020–2024).“ – Quelle: https://www.hamburg.de/freiwilligenarbeit/foerderung
- „Analysen bestätigen die zentrale Rolle gemeinnütziger Umweltorganisationen für Demokratie und politische Willensbildung, warnen aber zugleich vor der zunehmenden Delegitimierung kritischer zivilgesellschaftlicher Stimmen in Deutschland (Stand 2020–2024).“ – Quelle: https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/zivilgesellschaft
7 Antworten
Ehrenamtliches Engagement ist sehr wichtig für unsere Gesellschaft. Ich finde es spannend zu sehen, wie viel Einfluss die Zivilgesellschaft hat. Welche weiteren Möglichkeiten gibt es für Freiwillige in Hamburg?
Es gibt viele Möglichkeiten! Von Müllsammelaktionen bis hin zu Bildungsangeboten – da ist sicher was dabei für jeden Interessierten.
…und ich denke auch an Renaturierungsprojekte! So können wir direkt helfen und gleichzeitig etwas über die Natur lernen.
Die Erfolge des BUND sind echt beeindruckend. Die A26 Ost abzulehnen war ein großer Schritt! Glaubt ihr, dass solche Entscheidungen auch in anderen Städten getroffen werden können? Das wäre toll!
Ja, das wäre wirklich gut! Wenn mehr Städte dem Beispiel folgen würden, könnten wir viele Probleme lösen. Wie können wir andere dazu bringen, sich ebenfalls zu engagieren?
Ich finde es super, dass der BUND Hamburg die Ehrenamtlichen so lobt. Es ist wichtig, dass wir uns für die Umwelt einsetzen. Was denkt ihr über die Erfolge beim Amphibienschutz? Gibt es weitere Projekte, die ihr unterstützen würdet?
Ich stimme zu! Der Einsatz für Amphibien ist echt wichtig. Ich habe gehört, dass auch andere Tiere bedroht sind. Welche anderen Arten sollten wir schützen? Ich würde gerne mehr darüber wissen.