– BVSE fordert vollständige Anerkennung der EfB-Zertifizierung im Rahmen der BioSt-NachV.
– Grandfathering-Regel für Bestandsanlagen begrüßt, dauerhafte Entfristung über 31.12.2030 gefordert.
– Entwurf kritisiert wegen paralleler, unnötiger Zertifizierungssysteme und erhöhtem Verwaltungsaufwand.
bvse fordert Bürokratieabbau durch Anerkennung der EfB-Zertifizierung
Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. macht im Zusammenhang mit dem Referentenentwurf zur Änderung der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) auf einen wichtigen Reformbedarf aufmerksam. Anlass ist die geplante Novelle, die ab dem 5. September 2025 in Kraft treten soll und neue Zertifizierungsanforderungen mit sich bringt. Der Verband begrüßt ausdrücklich die Beibehaltung der sogenannten Grandfathering-Regel für Bestandsanlagen, da diese Ausnahmeregel Betreiber vor erheblichem, kostenintensivem Nachweis- und Dokumentationsaufwand schützt. Die Bundesregierung setzt damit ein deutliches Zeichen für den nötigen bürokratischen Abbau. Doch der bvse spricht sich dafür aus, diese Ausnahme dauerhaft über den 31. Dezember 2030 hinaus zu entfristen, wie Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock klarstellt.
Kritisch bewertet der bvse allerdings den Entwurf in Bezug auf die vorgesehenen zusätzlichen Zertifizierungen. Er weist darauf hin, dass die geplante Schaffung einer parallelen Zertifizierungslandschaft unnötige Doppelstrukturen schafft, die sowohl Unternehmen als auch Behörden belasten. Denn bereits heute ist die EfB-Zertifizierung im europäischen Emissionshandel (EU-ETS) als geeigneter Nachweis für die RED-Kriterien bei Abfallbrennstoffen anerkannt. Dieses Verfahren hat sich in der Praxis bewährt, ist etabliert und breit verbreitet. Der Verband fordert deshalb die vollständige Anerkennung der EfB-Zertifizierung als einziges Zertifizierungssystem im Rahmen der BioSt-NachV.
Eric Rehbock betont dazu: „Mit der ausschließlichen Anerkennung der EfB-Zertifizierung ließe sich der bürokratische Aufwand deutlich reduzieren. So würden Ressourcen frei, die dringend in den Ausbau erneuerbarer Energien, in Effizienzsteigerungen und in Investitionen in die Kreislaufwirtschaft fließen sollten.“ Damit unterstreicht der bvse, dass der Bürokratieabbau nicht nur eine Frage der Vereinfachung ist, sondern auch entscheidend für die Förderung nachhaltiger Energieformen und Kreislaufwirtschaft im Sinne des Klima- und Umweltschutzes. Nur mit diesem klaren Schritt lasse sich nach Ansicht des Verbands „wirklicher Bürokratieabbau schaffen und den Unternehmen die notwendige Klarheit für die Praxis geben“.
Die Diskussion um die BioSt-NachV und die EfB-Zertifizierung spiegelt somit eine zentrale Herausforderung wider: Wie bewältigt man den steigenden Regelungsbedarf, ohne die Unternehmen mit unnötigem Verwaltungsaufwand zu überfordern? Für den bvse ist die Antwort eindeutig – bewährte, praxiserprobte Nachweisverfahren müssen vollumfänglich anerkannt werden, um Doppelstrukturen abzubauen und effektive Nachhaltigkeitsziele zu fördern.
Wie die EfB-Zertifizierung den Bürokratieabbau im Umweltsektor fördern kann
Der Bürokratieabbau im Umweltbereich gewinnt zunehmend an Bedeutung, weil Verwaltungsvorschriften und Nachweispflichten oft komplex und zeitaufwendig sind – sowohl für Unternehmen als auch für Behörden. Gerade im Kontext der Energiewende, bei der der Ausbau erneuerbarer Energien und nachhaltiger Technologien im Fokus steht, darf bürokratischer Aufwand nicht zum Hemmnis werden. Die Anerkennung bewährter Zertifizierungssysteme wie der EfB-Zertifizierung (Ersatzbrennstoffe für Biomasse) gilt als Schlüssel, um Verwaltungsprozesse zu vereinfachen und gleichzeitig Umweltstandards sicherzustellen.
Die EfB-Zertifizierung ist bereits im europäischen Emissionshandel (EU-ETS) anerkannt und damit ein etabliertes Instrument zur Nachweisführung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Nutzung von Abfallbrennstoffen. Aktuell führt die Schaffung zusätzlicher paralleler Zertifizierungen zu Doppelprüfungen und erhöhtem Aufwand. Dies birgt die Gefahr, dass wertvolle Ressourcen, die in Investitionen für die Kreislaufwirtschaft und die Energieeffizienz fließen sollten, stattdessen in bürokratische Prozesse gebunden werden.
Die politische Diskussion setzt deshalb auf einen dauerhaften Bürokratieabbau, indem die EfB-Zertifizierung als alleiniges Nachweissystem gelten soll. Das würde klare Vorteile für Umweltwirtschaft, Gesellschaft und den Klimaschutz bringen:
- Reduzierung von Zeit und Kosten bei Zertifizierungsprozessen für Unternehmen
- Entlastung der Behörden durch weniger Prüfpflichten und Doppelstrukturen
- Stärkung der planerischen Sicherheit durch einheitliche Vorgaben und Verfahren
- Förderung der Energiewende durch schnellere Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen
- Effizienterer Ressourceneinsatz zugunsten von Investitionen in Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien
Vorteile und Herausforderungen für Unternehmen
Für Unternehmen bedeutet die vereinfachte Anerkennung der EfB-Zertifizierung eine konkrete Entlastung im operativen Alltag. Sie können Nachweise bündeln, statt unterschiedliche Zertifikate nebenherzuführen, was den Verwaltungsaufwand drastisch senkt. Gleichzeitig fördert dies eine wettbewerbsfähigere Marktentwicklung, da Ressourcen gezielter in Innovationen und nachhaltige Produktion fließen können.
Gleichwohl bleiben Herausforderungen bestehen. Die Harmonisierung der Zertifizierungslandschaft erfordert eine klare rechtliche Verankerung und den Abbau von Fragmentierungen auf nationaler und europäischer Ebene. Zudem muss sichergestellt werden, dass Qualitätsstandards und ökologische Anforderungen trotz der Bürokratievereinfachung nicht verwässert werden. Eine vollständige Anerkennung der EfB-Zertifizierung birgt deshalb die Chance, die Balance zwischen Effizienz und Umweltverantwortung neu zu justieren.
Mit Blick auf die Energiewende und Ressourceneffizienz handelt es sich bei der Debatte nicht nur um interne Verwaltungsvereinfachungen, sondern um einen wichtigen Schritt zur Beschleunigung nachhaltiger Transformationsprozesse. Die konsequente Nutzung erprobter Zertifizierungssysteme kann helfen, bürokratische Hürden abzubauen und gleichzeitig die ökologische Wirkung und Nachvollziehbarkeit von Biomassenutzung zu gewährleisten.
Insgesamt zeigt sich, dass die Anerkennung der EfB-Zertifizierung nicht nur ein bürokratischer Schritt ist, sondern ein integraler Baustein zur Gestaltung einer effizienteren, nachhaltigen Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Vernünftige Vereinfachungen könnten den Strukturwandel in Richtung Klimaneutralität beschleunigen und stärken damit langfristig Unternehmen, Gesellschaft und den Klimaschutz gleichermaßen.
Alle Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des bvse-Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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