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E-Scooter-Unfälle: Warum vor allem junge Menschen betroffen sind

2025 registrierte das Statistische Bundesamt 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Besonders auffällig: Fast die Hälfte der Verunglückten war jünger als 25 Jahre.
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E-Scooter und Fahrradhelm auf Gehweg, dezentrierte Verkehrssituation, ruhige Tageszeit.
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Das Wichtigste in Kürze

  • 2025 gab es 16.496 E-Scooter-Unfälle mit 27 Todesfällen und 1.513 Schwerverletzten in Deutschland.
  • Fast die Hälfte der Verunglückten war unter 25 Jahre, besonders Jugendliche sind überdurchschnittlich betroffen.
  • Hauptunfallursachen sind falsche Fahrbahnbenutzung, Alkohol, unangepasste Geschwindigkeit und Mehrfachfahrten.
  • Typische Verletzungen betreffen obere Extremitäten sowie Kopf- und Gesicht, oft verstärkt durch Alkoholkonsum.
  • Helmtragen, passende Geschwindigkeit, Nutzung zugelassener Strecken und sichere Radwege sind wichtige Schutzmaßnahmen.

Zwischen Autos, Fahrrädern und Fußgängern gehören E-Scooter inzwischen selbstverständlich zum Stadtbild. Die Unfallbilanz zeigt jedoch, dass die kleinen Roller alles andere als harmlos sind: 2025 registrierte das Statistische Bundesamt 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. 27 Menschen starben, 1.513 wurden schwer verletzt.

Besonders auffällig ist die Altersverteilung. Fast die Hälfte der Verunglückten war jünger als 25 Jahre. Der ADAC sieht bei Kindern und Jugendlichen sogar einen weiteren Anstieg.

Warum die Statistik mehr ist als ein Randthema

Der ADAC hat Unfallursachen und Verletzungsmuster ausgewertet, um die Entwicklung genauer einzuordnen. Nach Angaben des Verbands geht es dabei um mehr als 16.000 Unfälle mit Beteiligung eines E-Scooters und fast 15.000 Verletzte. Diese Zahlen sind nicht identisch mit der amtlichen Statistik des Statistischen Bundesamts. Sie beruhen auf einer anderen Erfassungslogik und zeigen dieselbe Entwicklung deshalb aus einem anderen Blickwinkel.

Für die Einordnung ist das wichtig. Die amtlichen Zeitreihen belegen einen deutlichen Anstieg der Unfallbeteiligungen, Verletzten und Getöteten von 2021 bis 2024. Der ADAC verweist zudem darauf, dass sich die Zahl der Verunglückten binnen vier Jahren verdreifacht habe. Unabhängig von der genauen Statistik bleibt die Richtung klar: Mit der Verbreitung der E-Scooter nehmen auch die Unfallfolgen zu.

Gerade für jüngere Menschen ist das relevant. Nach den amtlichen Zahlen sind sie überdurchschnittlich oft betroffen, und die Entwicklung bei den 10- bis 18-Jährigen fällt besonders deutlich aus.

Welche Fehler die Unfälle immer wieder auslösen

In der Auswertung tauchen mehrere Muster immer wieder auf: die falsche Nutzung von Fahrbahnen, Alkoholeinfluss, unangepasste Geschwindigkeit und Fahrten auf nicht zugelassenen Strecken. Hinzu kommt ein Risiko, das leicht unterschätzt wird: Wenn zwei oder mehr Personen auf einem E-Scooter fahren, verändert sich die Fahrdynamik so stark, dass die Unfallgefahr steigt.

Der ADAC weist darauf hin, dass ein E-Scooter bauartbedingt kaum Fahrfehler verzeiht. Schon kleine Lenk- oder Bremsfehler können deshalb zu Stürzen führen. Die scheinbar einfache Bedienung sollte also nicht mit einer hohen Fehlertoleranz verwechselt werden.

Welche Verletzungen bei E-Scooter-Stürzen typisch sind

Für die medizinische Einordnung hat die ADAC Unfallforschung klinische Studien aus Hamburg und Berlin ausgewertet. Dabei zeigen sich vor allem zwei Verletzungsmuster: Verletzungen an den oberen Extremitäten, also an Armen, Schultern und Händen, sowie Kopf- und Gesichtsverletzungen.

Je nach Sturzsituation fällt das Bild unterschiedlich aus. Rutscht ein E-Scooter seitlich weg, sind oft Schultern oder Arme betroffen. Bleibt das Fahrzeug etwa an einer Bordsteinkante hängen, kann der Fahrer nach vorn über den Lenker geschleudert werden. Dann steigt das Risiko für Verletzungen an Kopf und Gesicht.

Eine prospektive Notaufnahme-Studie aus Berlin aus dem Jahr 2021 nennt zusätzlich Verletzungen an den oberen und unteren Extremitäten sowie am Kopf. Traumatische Hirnverletzungen traten dort häufiger bei Menschen auf, die Alkohol konsumiert hatten. Das heißt nicht, dass Alkohol allein über die Schwere einer Verletzung entscheidet, wohl aber, dass er das Risiko erhöht.

Helm, Strecke, Tempo: was das Risiko senken soll

Der ADAC empfiehlt, beim Fahren einen Helm zu tragen. Ein Test des Schweizer Automobilclubs TCS kam zu dem Ergebnis, dass ein Helm die Wahrscheinlichkeit schwerer Kopfverletzungen bei einem Sturz reduzieren kann. Das ist kein vollständiger Schutz, aber ein nachvollziehbarer Schutz gegen eine der gefährlichsten Folgen eines Unfalls.

Wichtig sind außerdem die Rahmenbedingungen: nur auf zugelassenen Strecken fahren, die Geschwindigkeit an die jeweilige Situation anpassen und nicht zu zweit oder zu mehreren auf einem E-Scooter unterwegs sein. Auch die Umgebung spielt eine Rolle. Gut ausgebaute Radwege können nach Einschätzung des ADAC Nutzungskonflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern verringern. Für Kommunen ist das deshalb nicht nur eine Frage der Verkehrsplanung, sondern auch der Unfallprävention.

Jetzt zählt vor allem die Umsetzung im Alltag

Die Zahlen zeigen vor allem eines: E-Scooter sind im Straßenverkehr angekommen, die Risiken aber auch. Besonders junge Menschen sind betroffen. Für Nutzerinnen und Nutzer heißt das, Regeln und Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen.

Im Alltag bleibt die wirksamste Kombination vergleichsweise schlicht: Helm, angepasstes Tempo, klare Regeln und sichere Wege. Kommunen können dazu beitragen, indem sie bessere Radwege schaffen und Konflikte im Straßenraum verringern. Ob die Unfallzahlen dadurch spürbar sinken, hängt am Ende davon ab, wie konsequent Fahrende, Städte und Verkehrsplanung zusammenwirken.

Quellen

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