E-Mobilität 2025: Rekord bei E-Autos und Ladeinfrastruktur – BDEW fordert Stromsteuersenkung

Der BDEW stellt am 15. April 2026 seinen aktuellen Elektromobilitätsmonitor vor. Demnach war 2025 ein Rekordjahr mit stark steigenden Neuzulassungen von E-Autos und einem deutlichen Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Der Verband sieht in der Elektromobilität einen zentralen Hebel für mehr Klimaschutz und größere Unabhängigkeit von fossilen Kraftstoffen.

Inhaltsverzeichnis

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– E-Pkw-Neuzulassungen erreichten 2025 Rekordniveau und stiegen um gut 43 Prozent.
– Die öffentliche Ladeinfrastruktur wuchs auf über 200.000 Ladepunkte und neun Gigawatt Leistung.
– 86 Prozent der E-Mobilisten sind mit dem öffentlichen Laden zufrieden.

BDEW sieht Elektromobilität 2025 auf Wachstumskurs und fordert verlässliche politische Impulse

Die Elektromobilität in Deutschland hat nach Einschätzung des BDEW im Jahr 2025 deutlich an Fahrt gewonnen. Der Verband verweist auf stark gestiegene Neuzulassungen von E-Autos, ein weiter ausgebautes öffentliches Ladenetz und eine deutlich höhere installierte Ladeleistung. Auch das erste Quartal 2026 habe diesen Trend noch einmal bestätigt.

Für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ist der Ausbau der E-Mobilität dabei nicht nur eine Frage des Klimaschutzes. Aus Sicht des Verbands kann sie Deutschland zugleich unabhängiger von fossilen Brennstoffen machen und damit in geopolitisch unsicheren Zeiten an Bedeutung gewinnen.

Lesenswert ist außerdem KRITIS-Dachgesetz 2026: Warum Transparenz für Energie- und Wasserwerke zum Sicherheitsrisiko wird.

„2025 war ein starkes Jahr für die Elektromobilität in Deutschland: Der Rekord bei den E-Pkw-Neuzulassungen, der im ersten Quartal 2026 noch einmal übertroffen wurde, und der Ausbau der Ladeleistung auf mehr als neun Gigawatt (GW) und 200.000 Ladepunkte setzen neue Meilensteine. Elektromobilität ist nicht nur ein zentraler Hebel für mehr Klimaschutz, sie macht uns in geopolitisch unsicheren Zeiten auch unabhängiger von fossilen Brennstoffen und ist von den Preissprüngen an den Tankstellen nicht betroffen.“

Rekord bei E-Pkw-Neuzulassungen

Im Elektromobilitätsmonitor bewertet der BDEW das Jahr 2025 als Wendepunkt für den Markt. Die Neuzulassungen von E-Pkw stiegen demnach um gut 43 Prozent. Fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw fuhr elektrisch. Für das Gesamtjahr 2025 wurden 545.142 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Bei einem Gesamtmarkt von 2,86 Millionen Pkw entsprach das einem Marktanteil von 19,1 Prozent.

Der Verband ordnet diese Entwicklung in einen längerfristigen Markttrend ein. Seit 2022 hätten sich die Listenpreise von E-Pkw und Benzinern in fast allen Segmenten angenähert. Gleichzeitig sieht der BDEW weiterhin Hürden in wichtigen Volumensegmenten: Bei Klein- und Kompaktwagen liegen die Preise für E-Modelle im Durchschnitt noch 16 Prozent über vergleichbaren Benzinern.

Als wichtigen Impuls nennt der Verband die verschärften europäischen CO2-Flottengrenzwerte für Pkw im Jahr 2025. Der BDEW verweist darauf, dass bereits frühere Verschärfungen in den Jahren 2020, 2021 und 2025 mit steigenden E-Pkw-Zulassungen zusammengefallen seien. Zusätzliche Dynamik erwartet der Verband zudem von der angekündigten Förderrichtlinie der Bundesregierung für niedrigere Einkommen und Familien.

Öffentliche Ladeinfrastruktur wächst weiter

Parallel zum Fahrzeugmarkt ist auch die öffentliche Ladeinfrastruktur deutlich gewachsen. Nach Angaben des BDEW gab es 2025 in Deutschland mehr als 200.000 Ladepunkte und eine installierte Ladeleistung von mehr als neun Gigawatt. Vor allem bei HPC-Ladepunkten für schnelles Laden verzeichnete der Verband erneut einen Rekordzuwachs.

Die Entwicklung im Jahresverlauf unterstreicht aus Sicht des BDEW die Dynamik des Ausbaus. Bereits am 1. Mai 2025 waren 166.867 öffentliche Ladepunkte in Betrieb, darunter 128.198 Normalladepunkte und 38.669 Schnellladepunkte. Die damalige Gesamtleistung lag bei 6,45 Gigawatt.

Der Verband sieht das Ladenetz inzwischen sogar vor dem Bedarf. Als Beleg verweist der Monitor auf eine durchschnittliche Belegung der Ladepunkte von nur zwölf Prozent im Jahr 2025. Für den BDEW zeigt das, dass das Angebot an öffentlicher Ladeinfrastruktur derzeit schneller wächst als der Bestand an vollelektrischen Pkw.

Ladepunkte in der Fläche verfügbar

Nach Angaben des Monitors verfügen 58 Prozent der Gemeinden in Deutschland über mindestens einen öffentlichen Ladepunkt. In diesen Kommunen leben 95 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich nennt der Verband den Tankstellenbestand: Nur 42 Prozent der Gemeinden verfügen demnach über mindestens eine Tankstelle.

Der BDEW betont zudem, dass der Ausbau nicht nur in der Fläche, sondern auch räumlich differenziert erfolgt. Entlang von Verkehrsachsen sowie in Siedlungs- und Tourismusgebieten werde das Ladeangebot gezielt erweitert. In Siedlungen entstünden AC-, DC- und HPC-Lader im direkten Umfeld zueinander.

Auch der politische Rahmen spielt für den Verband eine wichtige Rolle. Mit dem im November 2025 beschlossenen Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 sei eine staatliche Infrastrukturstrategie auf den Weg gebracht worden. Die 40 Maßnahmen sollen Nachfrage, Umsetzung, Wettbewerb, Netzintegration und Nutzerfreundlichkeit stärken. Nach Einschätzung des BDEW übererfüllt Deutschland mit mehr als neun Gigawatt installierter Leistung im Jahr 2025 zudem die EU-Vorgaben nach der AFIR deutlich.

Hohe Zufriedenheit beim öffentlichen Laden

Für die Akzeptanz der Elektromobilität ist für den BDEW nicht nur die Zahl der Ladepunkte entscheidend, sondern vor allem die Alltagserfahrung der Nutzer. Der Verband verweist hier auf eine hohe Zufriedenheit mit dem öffentlichen Laden.

Laut den im Monitor ausgewiesenen Nutzerbefragungen sind 86 Prozent der E-Mobilisten mit dem öffentlichen Laden zufrieden. Ebenfalls 86 Prozent sehen ihre Erwartungen an das öffentliche Laden erfüllt, 58 Prozent sogar übererfüllt. Die Zufriedenheit derjenigen, die zuhause laden können, liegt dabei nur geringfügig über der von E-Mobilisten, die ausschließlich öffentlich laden.

Auch beim Thema Ladepreise zeichnet der Monitor nach Angaben des Verbands ein differenziertes Bild. Mehr als die Hälfte der E-Mobilisten nutzt Apps, um Preise an öffentlichen Ladepunkten zu vergleichen. Für Nutzer, die ausschließlich öffentlich laden, ist vor allem ein anderer Wert relevant: 84 Prozent von ihnen haben laut BDEW noch nie oder nur sehr selten mehr als 80 Cent pro Kilowattstunde gezahlt.

Aus Sicht des Verbands zeigt sich damit, dass die Diskussion über Reichweite und teures Laden unterwegs den Alltag vieler Nutzer nicht vollständig abbildet. Verfügbarkeit, Preisvergleich per App und routinierte Ladevorgänge prägen nach dieser Einordnung zunehmend die Praxis.

BDEW fordert steuerliche und gezielte Anreize

Aus der positiven Bilanz leitet der Verband konkrete politische Forderungen ab. Im Mittelpunkt stehen für den BDEW verlässliche Rahmenbedingungen, die den Hochlauf der Elektromobilität absichern und beschleunigen sollen.

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae wendet sich dabei gegen pauschale Entlastungsinstrumente an der Zapfsäule: „Teure Tankrabatte oder Preisdeckel sind alte Antworten auf komplexe Herausforderungen. Die Unterstützung vulnerabler Gruppen muss vielmehr über den vom Finanzministerium eingeführten Direktauszahlungsmechanismus erfolgen. Die Senkung der Stromsteuer hingegen kann einen weiteren positiven Impuls für Elektrifizierung setzen und sollte umgesetzt werden.“

Darüber hinaus fordert der Verband gezielte Anreize für Flotten, nachhaltige Steueranreize auch für private Pkw sowie eine Wiederauflegung des Förderprogramms für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Infrastrukturen, etwa für E-Lkw und elektrische Zugmaschinen. Der BDEW verbindet die Entwicklung im Mobilitätssektor damit ausdrücklich auch mit Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und der Industriepolitik.

Für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität kommt es aus Sicht des Verbands deshalb nicht allein auf die Nachfrage an. Entscheidend seien verlässliche politische Rahmenbedingungen – von der Stromsteuer bis zu einer zielgerichteten und vorausschauenden Elektromobilitätsstrategie.

Die hier bereitgestellten Informationen und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Elektromobilität bleibt ein Schlüsselthema, weil der Beitrag zwei Trends zusammenführt: deutlich steigende E-Pkw-Neuzulassungen und ein weiter wachsendes öffentliches Ladenetz. Der BDEW sieht darin nicht nur Klimaschutz, sondern auch mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen – in Zeiten, in denen politische und geopolitische Unsicherheit für Versorgung und Preise relevant ist.

Für Betroffene wird daraus vor allem Folgendes wichtig: Entscheidend sind stabile politische Rahmenbedingungen, die den Ausbau absichern (von der Stromsteuer bis zu einer vorausschauenden Elektromobilitätsstrategie). Zugleich werden Kommunen und Energie-/Netzakteure durch den steigenden Ausbauauftrag in der Fläche stärker eingebunden. Auch Unternehmen und Flotten können durch gezielte Anreize stärker profitieren, wenn Nachfrage und Infrastruktur im Takt wachsen.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Wie verändert sich die Lage beim Laden im Alltag?
Laut BDEW sind 86 Prozent der E-Mobilisten mit dem öffentlichen Laden zufrieden. Wichtig sind dabei vor allem Verfügbarkeit und einfache Preisvergleiche per App.

Warum spricht der BDEW von „Hochlauf“ statt nur von Technik?
Der Verband betont, dass nicht allein die Nachfrage zählt, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, damit der Ausbau planbar bleibt.

Welche Rolle spielt die Infrastruktur im Verhältnis zum Fahrzeugmarkt?
Der Beitrag nennt eine niedrige durchschnittliche Belegung öffentlicher Ladepunkte. Daraus leitet der BDEW ab, dass das Angebot schneller wächst als der Bestand an vollelektrischen Pkw.

Welche politischen Maßnahmen werden im Beitrag konkret gefordert?
Gefordert werden steuerliche Impulse (z. B. Senkung der Stromsteuer), gezielte Anreize etwa für Flotten sowie eine Wiederauflegung von Förderprogrammen für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Infrastrukturen. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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11 Kommentare

  1. Ich schätze die daten, 200000 ladepunkte und 9 GW ist stark, dennoch fehlt mir klare antwort auf: wer zahlt netzausbau und wie wirkt sich das auf strompreise aus? Senkung stromsteuer waere ein impuls, aber reicht das? Praktische tipps fuer zuhause laden und routing wuerden nützlich sein, siehe /ratgeber/laden-unterwegs und /faq/stromsteuer, wer hat tipps?

    1. Manuel, wichtige frage, die finanzierung ist oft verteilt zwischen betreibern, kommunal und staat, aber das ist unübersichtlich. Senkung der stromsteuer hilft, trotzdem braucht es zielgerichtete förderung fuer vulnerable gruppen. Mehr transparenz und fallbeispiele auf /finanzen/foerderung und /ratgeber/laden-unterwegs waeren prima, wer kennt konkrete programe?

  2. Neutraler kommentar: gut das Masterplan 2030 gibt 40 massnahmen, aber wie wird umsetzung kontrolliert? Die aussage dass ladeangebot schneller wächst als BEV bestand klingt logisch aber warum nur 12% belegung, ist das ineffizient oder vorausschauend? Mehr transparenz in der umsetzung und monitoring wuerde helfen, siehe /politik/masterplan-ladeinfrastruktur-2030 und /überblick/ladepunkte, wer verfolgt das lokal?

  3. Ich find die 43% mehr Neuzulassungen beeindruckend, aber auch widersprüchlich: Marktanteil 19,1% ok, aber preisunterschied bei kleinwagen bleibt. BDEW spricht industriepolitik und wettbewerbsfähigkeit, das ist wichtig, aber wie sollen mittelständische hersteller mithalten? Mehr infos auf /news/elektromobilitaet-2025 und /wirtschaft/industriepolitik waeren hilfreich, wer hat insight?

    1. Dimitri, danke für den punkt, ich denke die industrie braucht zielgerichtete anreize und förderprogramm für e-lkw und zugmaschinen, sonst entsteht lücken. Die preisanalyse müsste segmentiert sein, nicht nur pauschal. Siehe /wirtschaft/industriepolitik und /foerderung/e-lkw fuer vorschlaege, kann jemand mehr zahlen teilen?

    2. Interessant kommentar, ich frag mich ob die zufriedenheit von 86% mit dem öffentlichen laden wirklich alle erfahrungen abbildet. Viele nutzen apps zum preisvergleich, aber app-abdeckung variiert regional, das beeinflusst wahrnehmung. Wäre gut mehr methodik zu sehen im monitor, gern link zu quellendaten /news/elektromobilitaet-2025, wer hat die studie gelesen?

  4. Neutraler blick: schön das die breite vom Ladenetz wächst, doch die belegung nur 12% sagt mir das es regional ueberschuss gibt und trotzdem realer bedarf an HPC-ladestationen an den autbahnen. Ist die netzintegration beachtet bei 9 GW? Würde gern lesen mehr technische daten und planungshinweise auf /technik/netzintegration und /news/elektromobilitaet-2025, was meint ihr?

    1. Gunnar, sehr gute frage, die netzintegration ist wichtig aber oft nicht klar beschrieben. Wenn viele HPC gleichzeitig laden wird das netz belastet, braucht speicher und lastmanagement. Link zu einem artikel über netz und speicher wäre toll /technik/netzintegration oder /politik/masterplan-ladeinfrastruktur-2030. Hat jemand praxisbeispiel aus seiner stadt?

  5. Interessant beitrag, viel lob an die daten aber ich versteh nicht ganz wie das mit der Stromsteuer senkung funktionieren soll im alltag? Die Elektromobilität und ladeinfrastruktur wächst ja, E-Pkw und BEV werden mehr, doch Kleinwagen sind noch 16% teurer, das macht probleme. Mehr infos siehe /news/elektromobilitaet-2025 und /ratgeber/laden-unterwegs, wer hat erfahrungen?

    1. Guter punkt Roth, ich seh das ähnlich aber frage: reicht der Masterplan wirkli aus? BDEW sagt 9 GW und 200000 ladepunkte, aber in manche gemeinden is kaum was da, das wirkt inkonsistent. Würde gern mehr vergleichsdaten und praktik tipps lesen auf /politik/masterplan-ladeinfrastruktur-2030 und /news/elektromobilitaet-2025, macht jemand vorschläge?

    2. Danke für den Beitrag, sachlich und viele zahlen, trotzdem fehlt mir eine klare erklärung wie familien mit wenig einkommen profitieren sollen. Die direktzahlung idee vom finanzministerium klingt gut aber ist das genug? Vielleicht braucht es mehr förderung für e-lkw und infrastruktur, siehe /ratgeber/laden-unterwegs fuer praktisches, wer hat erfahrung?

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