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E-Lkw-Ladenetz: VDE fordert abgestimmten Ausbau von Autobahn, Depots und Stromnetz

An 124 unbewirtschafteten Autobahnrastanlagen beginnt die Umsetzung des öffentlichen Schnellladenetzes für Elektro-Lkw. Der VDE will Politik und Industrie dabei mit Normung, Prüfung und Energiesystemintegration unterstützen – und vertritt die Position, dass Ladeparks, Betriebshöfe und Stromnetze gemeinsam geplant und umgesetzt werden müssen.
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E-Lkw beim Laden an charging stationen, Fokus auf Stromnetz und Infrastruktur, ruhige Abendstimmung.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Öffentliches Schnellladenetz für Elektro-Lkw startet zunächst an 124 unbewirtschafteten Autobahnrastanlagen.
  • Depotladen ist besonders für regionalen Verteiler- und innerstädtischen Lieferverkehr wirtschaftlich und betrieblich sinnvoll.
  • Der Ausbau umfasst rund 350 Standorte mit etwa 4.200 Ladepunkten, inklusive Megawatt-Charging-Systemen und CCS-Ladepunkten.
  • Netzausbau muss parallel zum Hochlauf der Ladeinfrastruktur erfolgen, um Engpässe bei Anschlussleistung zu vermeiden.
  • Einheitliche technische Standards für Megawatt-Ladesysteme sind in der Normungsorganisation DKE in Arbeit.

Für Elektro-Lkw soll das Laden entlang der Autobahn nun konkret geplant werden: Das Bundesverkehrsministerium hat die Umsetzung des öffentlichen Schnellladenetzes zunächst an 124 unbewirtschafteten Autobahnrastanlagen mitgeteilt. Die Aufträge für Planung, Bau und Betrieb dieser Ladeinfrastruktur sind nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur bereits vergeben.

Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik erklärte am 23. September, Politik und Industrie in dieser Umsetzungsphase mit Expertise zu Normung, Prüfung und Energiesystemintegration unterstützen zu wollen. Der Verband ist damit nicht Träger des Netzausbaus, sondern bietet fachliche Begleitung an.

Im Zentrum steht für den VDE das Zusammenspiel verschiedener Orte des Ladens. „Der Markthochlauf gelingt, wenn öffentliche Ladepunkte, betriebliche Depots und Stromnetze gemeinsam geplant und umgesetzt werden“, sagte Dr. Ralf Petri, Geschäftsführer VDE Mobility und VDE ETG. Das ist die fachliche Position des Verbands.

Autobahnnetz und Betriebshof ergänzen sich

Das öffentliche Netz richtet sich vor allem an Fahrzeuge auf längeren Strecken, die unterwegs nachladen müssen. Betriebshöfe erfüllen eine andere Aufgabe: Die Deutsche Energie-Agentur (dena) bezeichnet Depotladen insbesondere für den regionalen Verteiler- und innerstädtischen Lieferverkehr als naheliegende sowie häufig wirtschaftlichste und betrieblich zuverlässigste Lösung. Für zeitkritische Einsätze oder Mehrschichtbetrieb nennt sie Ladeleistungen von mindestens 400 Kilowatt, perspektivisch bis zu einem Megawatt.

Baustein Belegter Bezug Belegte Einordnung
Öffentliches Schnellladenetz Umsetzung zunächst an 124 unbewirtschafteten Autobahnrastanlagen Langfristig sind rund 350 Standorte vorgesehen.
Depotladen Regionaler Verteiler- und innerstädtischer Lieferverkehr Laut dena häufig wirtschaftlichste und betrieblich zuverlässigste Lösung.

Der geplante Umfang des Bundesvorhabens liegt bei rund 350 Standorten mit etwa 4.200 Ladepunkten. Darunter sollen rund 1.800 Ladepunkte für das Megawatt Charging System und 2.400 CCS-Ladepunkte sein. Diese Zahlen beschreiben Ausbauziele, nicht bereits verfügbare Infrastruktur. Parallel fördert der Bund auch Ladepunkte an Betriebshöfen sowie Netzanschlüsse, Batteriespeicher und Systeme zur Steuerung der Ladeleistung.

Die Netzfrage beginnt vor dem ersten Ladevorgang

Gerade bei leistungsstarken Ladeparks wird der Stromanschluss zum Engpass oder zum entscheidenden Planungspunkt. Das VDE Forum Netztechnik/Netzbetrieb (VDE FNN) weist darauf hin, dass E-Lkw-Ladeparks wegen ihrer hohen Ladeleistungen deutlich höhere Spitzenlasten verursachen als Pkw-Ladepunkte. Nach Auffassung des Forums müssen die Verteilnetze parallel zum Hochlauf bedarfsgerecht ausgebaut werden; Netzbetreiber, Errichter und Betreiber sollten früh zusammenarbeiten.

Wie sich eine begrenzte Anschlussleistung besser nutzen lässt, untersucht das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE an einem Logistikstandort mit 2-Megawatt-Netzanschluss, Photovoltaik, Batteriespeicher und vorausschauender Ladesteuerung. Der untersuchte Fall ist keine Blaupause für jeden Betriebshof. Er zeigt aber, warum Ladeplanung für Flotten nicht bei der Säule endet.

Megawattladen braucht gemeinsame technische Regeln

Mit den höheren Leistungen wächst auch die Bedeutung einheitlicher Standards für Sicherheit und das Zusammenspiel von Fahrzeug und Ladeinfrastruktur. Bei der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE), der vom VDE getragenen Normungsorganisation, ist ein Schlussentwurf für Gleichstromversorgungseinrichtungen von Megawatt-Ladesystemen dokumentiert. Zuständig ist das Gremium DKE/K 353 „Elektrostraßenfahrzeuge“. Der Nachweis belegt einen Schlussentwurf.

Quellen

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