E-Commerce in Deutschland 2023: Onlinehandel und digitale Dienstleistungen wachsen – Marktplätze als Umsatztreiber und neue Trends zur Jahresmitte

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Im zweiten Quartal 2023 verzeichnete der deutsche E-Commerce bei Waren erstmals seit zwei Jahren wieder ein Wachstum von 0,2 Prozent auf 19,215 Milliarden Euro, während das Halbjahresvolumen mit 38,1 Milliarden Euro noch 1,2 Prozent unter dem Vorjahr blieb. Digitale Dienstleistungen stiegen um 4,2 Prozent auf 3,72 Milliarden Euro (Halbjahr +8,4 % auf 6,45 Mrd.), B2C-Händler erhöhten ihre Umsätze im Schnitt um 1,5 Prozent und Marktplätze wuchsen um 2,3 Prozent auf 55 Prozent Marktanteil. In zwölf von 19 Produktsegmenten – allen voran Lebensmittel (+6,2 %), Mode und Einrichtung – gab es Zuwächse, doch der bevh spricht von einer „Plattformisierung des E-Commerce“ und mahnt angesichts geopolitischer Risiken und steigender Kosten zur Vorsicht.

Inhaltsverzeichnis

– Onlinehandelswaren im Q2 erstmals seit zwei Jahren um 0,2 % auf 19,215 Mrd. € gesteigert
– Digitale Dienstleistungen im Q2 um 4,2 % auf 3,72 Mrd. € gewachsen
– Online-Marktplätze im Q2 um 2,3 % gewachsen, Marktanteil auf 55 % ausgebaut

Deutsche E-Commerce-Branche zeigt erste Wachstumszeichen in 2023

Der deutsche Onlinehandel verzeichnet Mitte 2023 ein vorsichtiges Wachstum: Im zweiten Quartal legte der Handel mit Waren um 0,2 Prozent zu und erreichte einen Umsatz von 19,215 Milliarden Euro. Das ist das erste Plus nach zwei Jahren rückläufiger Zahlen. Dennoch liegt der Umsatz für das erste Halbjahr mit 38,1 Milliarden Euro noch 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh, beschreibt die Lage so: „Wir sehen die Anfänge einer Normalisierung am Markt.“ Zugleich warnt er, dass ein Ende der Konsumkrise noch nicht in Sicht sei. Politische Instabilitäten, geopolitische Konflikte und Insolvenzmeldungen wirken als Bremsfaktoren, die Verbraucher zu einem vorsichtigen Sparkurs bewegen.

Neben dem klassischen Warenhandel steigen auch die Erlöse aus digitalen Dienstleistungen deutlich. Im zweiten Quartal stiegen sie um 4,2 Prozent auf 3,72 Milliarden Euro, für das Halbjahr ergibt sich ein Plus von 8,4 Prozent bei einem Umsatz von 6,45 Milliarden Euro. Die B2C-Onlinehändler konnten ihre Umsätze seit Jahresbeginn durchschnittlich um mehr als 1,5 Prozent steigern, was auf eine vorsichtige Erholung im Privatkundengeschäft hinweist.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber sind dabei die Marktplätze, die im zweiten Quartal um 2,3 Prozent zulegten und einen Marktanteil von 55 Prozent erreichten. Der bevh fasst diese Entwicklung zusammen: „Wir erleben eine Plattformisierung des E-Commerce“. Diese Plattformen sind entscheidend für den Strukturwandel im Onlinehandel.

Insgesamt zeigen sich auf Produktseite positive Tendenzen: In zwölf von 19 untersuchten Segmenten wurde Wachstum festgestellt. Besonders hervorzuheben ist ein Anstieg der Lebensmittelbestellungen um 6,2 Prozent sowie positive Entwicklungen im Modehandel und dem Cluster Einrichtung. Auch Luxusgüter wie Uhren und Schmuck verzeichnen wieder Zuwächse.

Trotz der aufkeimenden Dynamik mahnt der bevh zu Vorsicht. Steigende Kosten für Beschaffung, Personal und Energie bleiben eine Herausforderung. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend sei eine langfristige Stabilisierung des Marktes notwendig.

Herausforderungen und Chancen: Der Wandel im E-Commerce

Der deutsche Onlinehandel befindet sich mitten in einer Phase tiefgreifender Veränderungen, die durch eine Vielzahl von Einflussfaktoren geprägt sind. Intensivere Regulierung stellt dabei einen wesentlichen Treiber dar, mit dem Ziel, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Gleichzeitig bringen solche Eingriffe für Unternehmen Herausforderungen mit sich, da sie flexibel bleiben müssen, um sich an dynamische Rahmenbedingungen anzupassen. Neben regulatorischen Vorgaben führen auch geopolitische Konflikte zu erheblichen Unsicherheiten durch Unterbrechungen von Lieferketten und steigende Kosten, welche Händler und Konsumenten gleichermaßen betreffen.

Ein weiterer entscheidender Trend ist die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit im Onlinehandel. Für immer mehr Verbraucher wird diese zu einem zentralen Entscheidungskriterium. Ressourcenschonende Lieferketten, umweltfreundliche Verpackungen und klimafreundliche Geschäftsmodelle gewinnen an Relevanz. Unternehmen, die hier innovative Lösungen anbieten, können sich nicht nur Wettbewerbsvorteile sichern, sondern auch langfristig vom wachsenden Markt profitieren.

Die momentanen Herausforderungen und Chancen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Herausforderungen:

    • Steigende regulatorische Anforderungen zur Sicherstellung von fairen Wettbewerbsbedingungen und Verbraucherschutz
    • Geopolitische Risiken mit Auswirkungen auf Lieferketten und Kostenstrukturen
    • Notwendigkeit hoher Flexibilität bei sich schnell ändernden Marktbeschränkungen
  • Chancen:

    • Entwicklung innovativer, nachhaltiger Geschäftsmodelle und Verpackungslösungen
    • Anpassung an die veränderten Verbraucherpräferenzen mit Fokus auf Umwelt und Klima
    • Erschließung neuer Wachstumspotenziale durch ressourcenschonende Prozesse

Mit Blick auf die Zukunft spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle, um diese Herausforderungen zu bewältigen und die sich bietenden Chancen optimal zu nutzen. Unternehmen, die technologische Innovationen mit nachhaltigem Handeln verbinden, werden den Wandel im E-Commerce aktiv mitgestalten und davon profitieren. Gleichzeitig wird der zunehmende Regulierungsdruck die Branche weiter prägen und den Markt in Richtung größerer Transparenz und Fairness entwickeln. Dadurch entsteht ein Umfeld, in dem sich Unternehmen und Verbraucher auf nachhaltige und verlässliche Weise begegnen können.

Original-Content von: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh), übermittelt durch news aktuell


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E-Commerce dreht zur Jahresmitte aus dem Minus

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7 Antworten

  1. Warum reden die immer von Plattformisierung? Heißt das einfach, dass die Leute mehr auf Amazon und so kaufen?

  2. Ich verstehe nicht warum die Umsätze von den Herstellerversendern zurück gehen. Die müssen doch auch was verkaufen.

  3. Interesant das die digitalen Dienstleistungen so viel wachsen. Jetzt buchen Leute wieder mehr Reisen? Gute Nachrichten!

  4. Ich finde es gut das die Leute wieder mehr Sachen bestellen, besonders Lebensmittel. Vielleicht wirds bald besser fur alle.

  5. Ich bin überrascht, dass der Onlinehandel wieder wächst. Aber warum geben die Leute jetzt mehr Geld aus? Das verstehe ich nicht so ganz.

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