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Fast-Food-Ketten müssen nachbessern: Gerichte bestätigen Pflicht zum Mehrwegangebot
Berlin, 12. August 2025 – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in einem bedeutenden Schritt für Umweltschutz und Abfallvermeidung gleich mehrere Erfolge vor Gericht erzielt. Die Landgerichte Berlin und Frankfurt am Main entschieden nach Klagen der DUH, dass Franchise-Filialen von Nordsee, Burgermeister, Subway und Burger King die gesetzlich vorgeschriebene Mehrwegpflicht für Getränke und Speisen konsequent umsetzen müssen. In den besagten Filialen wurde bislang entweder gar kein oder nur ein unzureichendes Mehrwegangebot gemacht – und genau dagegen richtet sich nun das Urteil der Gerichte.
Mangelhafte Kontrollen aufgedeckt
Die Testbesuche der DUH brachten Verstöße ans Licht, die ohne das Engagement der Umweltorganisation wohl weiter verborgen geblieben wären. Dabei hätte die Anwendung bestehender Gesetze massive Auswirkungen auf den Verpackungsmüll und den Ressourcenverbrauch in der gesamten Gastronomie. Besonders auffällig: Die Behörden kontrollierten die Einhaltung der Mehrwegangebotspflicht nach Angaben der DUH bislang kaum. Dadurch konnten einige Unternehmen weiterhin vor allem auf Einwegverpackungen setzen – zulasten der Umwelt und der Konsument*innen.
DUH fordert klare politische Konsequenzen
Die DUH rückt daher Umweltminister Schneider in den Fokus und verlangt, dass mit einer nationalen Einweg-Steuer von mindestens 50 Cent pro Takeaway-Verpackung der Wandel zum Mehrweg-System endlich vorangetrieben wird. Diese Forderung ist deutlich: „Bundesumweltminister Schneider sollte die von uns aufgezeigten Verstöße gegen die Mehrwegangebotspflicht zum Anlass nehmen, um mit einer nationalen Einweg-Steuer auf Takeaway-Verpackungen klare Anreize zur Mehrwegnutzung zu setzen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung.)
Kritik an Großkonzernen und fehlender Transparenz
DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz übte scharfe Kritik am Vorgehen großer Unternehmen: „Bei Franchise-Filialen von Nordsee, Burgermeister, Subway und Burger King haben wir immer noch ein gänzlich fehlendes oder ein unzureichendes Mehrwegangebot festgestellt. Insbesondere für die größten Konzerne der Gastronomiebranche sollte es selbstverständlich sein, dass Kundinnen und Kunden überall verlässlich Mehrwegbecher erhalten, weil dort der meiste Verpackungsmüll anfällt. Stattdessen setzen sie scheinbar immer noch darauf, dass die Mehrwegangebotspflicht kaum bis gar nicht von den zuständigen Landesbehörden überprüft wird.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung.)
Doch nicht nur mangelnde Angebote, sondern auch eine zu geringe Auswahl an Mehrwegbehältern für verschiedene Getränkegrößen führen in den Augen der DUH zu unhaltbaren Zuständen. Elena Schägg, Stellvertretende DUH-Leiterin für Kreislaufwirtschaft, betont: „Es ist nicht rechtens, wenn Gastronomiebetriebe Erfrischungsgetränke in Einwegbechern in verschiedenen Größen anbieten, aber für Mehrweg nur eine begrenzte Auswahl haben, so wie in einer von uns besuchten Nordsee-Filiale. Unser Eindruck verhärtet sich, dass viele große Gastronomiebetriebe offenbar gar nicht wollen, dass Kundinnen und Kunden Mehrweg nutzen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung.)
Verantwortung der Politik und Chancen für die Zukunft
Während in Bayern sogar Schritte unternommen werden, kommunale Verpackungssteuern explizit zu verbieten, gibt es auch positive Beispiele: Städte wie Tübingen und Konstanz zeigen, wie eine konsequente Steuerpolitik den Einweg-Müll reduziert und nachhaltige Alternativen attraktiver macht.
Die Ergebnisse der aktuellen DUH-Testbesuche werfen ein Schlaglicht auf den weiter bestehenden Handlungsbedarf. Nur entschlossene politische Maßnahmen, eine konsequente Kontrolle durch die Landesbehörden und empfindliche Bußgelder könnten sicherstellen, dass gesetzliche Pflichten nicht ins Leere laufen.
Bedeutung für die Branche und Gesellschaft
Der Konflikt zwischen Einweg und Mehrweg betrifft längst nicht nur Umweltschützer, sondern hat immense Auswirkungen für Konsumierende, Unternehmen und Städte in ganz Deutschland. Die Einführung einer nationalen Einweg-Steuer könnte einen Systemwechsel anstoßen, der nicht nur Ressourcen schont, sondern auch die Gastronomiebranche zu mehr Innovation und Verantwortung bewegt.
Fazit: Der Kampf gegen Verpackungsmüll bleibt eine zentrale Herausforderung. Die aktuellen Gerichtsentscheidungen stärken die Rechte der Verbraucher*innen und geben dem Mehrwegsystem Rückenwind. Wer heute schon ein Zeichen gegen Ressourcenverschwendung setzen möchte, greift bewusst zu Mehrweg – und fordert, dass Politik und Unternehmen endlich Verantwortung übernehmen.
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Verstöße gegen die Mehrwegangebotspflicht: Deutsche Umwelthilfe gewinnt Klagen gegen …
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Mehrwegpflicht in der Gastronomie: Hintergründe, aktuelle Entwicklungen und Auswirkungen auf die Branche
Die Diskussion um die Mehrwegangebotspflicht und deren Umsetzung in der Gastronomiebranche gewinnt an Relevanz, seitdem die Deutsche Umwelthilfe mit ihren jüngsten Klagen und Testergebnissen verstärkt auf bestehende Missstände aufmerksam gemacht hat. Das Thema Abfallvermeidung rückt nicht nur durch gerichtliche Entscheidungen und mangelnde Kontrollen der Behörden ins öffentliche Interesse, sondern spiegelt auch einen generellen Wandel im Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung wider. In anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel Frankreich und Spanien, wurden ähnliche Vorschriften bereits mit Nachdruck durchgesetzt, was dort zu einem deutlichen Anstieg der Nutzung von Mehrwegsystemen geführt hat.
In Deutschland zeigt sich, dass große Gastronomieketten zwar unter öffentlichem Druck stehen, aber bislang oft nur zögerlich oder unvollständig agieren. Ein maßgeblicher Grund liegt in der bislang fehlenden, bundesweit einheitlichen Umsetzung der Kontrollen sowie der noch nicht existierenden nationalen Einweg-Steuer, wie sie von Umweltverbänden gefordert wird. Prognosen zu den Auswirkungen einer solchen Abgabe deuten darauf hin, dass bereits geringe Steuersätze von 50 Cent einen signifikanten Einfluss auf das Konsumverhalten haben könnten – entsprechende Pilotprojekte in Städten wie Tübingen belegen diese Entwicklung eindrucksvoll.
Für Verbraucher und Gastronomiebetriebe ergeben sich daraus mittel- bis langfristig weitreichende Veränderungen. Kundinnen und Kunden werden zunehmend sensibilisiert und legen Wert auf nachhaltige Angebote, was sich auch in Suchtrends und Rezensionen auf Vergleichsportalen oder bei der gezielten Navigation zu umweltfreundlichen Restaurants via Online-Kartenanbietern widerspiegelt. Unternehmen, die sich frühzeitig mit komfortablen Mehrweglösungen, effizienten Rücknahmesystemen oder innovativen Pfandmodellen positionieren, verschaffen sich daher nicht nur einen Imagievorteil, sondern auch neue kommerzielle Perspektiven innerhalb eines wachsenden Marktes für nachhaltigen Konsum. Transaktionsorientierte Begriffe wie „Mehrwegbecher kaufen“, „Pfandsystem Gastronomie“ oder „nachhaltige Takeaway-Verpackungen bestellen“ geraten jetzt verstärkt in den Fokus von Verbrauchern und Anbietern.
Angesichts der verstärkten öffentlichen Debatte, klarer Rechtssprechung und des zunehmenden politischen Drucks ist davon auszugehen, dass sich die Gastronomiebranche kurzfristig mit neuen gesetzlichen Vorgaben auseinandersetzen muss. Zahlreiche Prognosen von Branchenexperten gehen davon aus, dass die Zusammenarbeit mit Mehrwegsystemanbietern und Umstieg auf kreislauffähige Lösungen zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden wird. Gerade auch für filialübergreifende Franchise-Betriebe ist die zuverlässige Umsetzung der geltenden Mehrwegverpflichtung unvermeidbar, um sowohl gesetzeskonform zu agieren als auch den wachsenden Ansprüchen umweltbewusster Kunden gerecht zu werden.
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7 Kommentare
Ich habe auch oft erlebt, dass große Ketten nicht genug Mehrweg anbieten. Das muss sich ändern! Was haltet ihr von der Kritik an den großen Unternehmen? Glaubt ihr, sie werden bald besser?
Das Problem ist wirklich groß! Ich denke, wenn mehr Leute nach Mehrweg fragen würden, könnten die Ketten nicht länger ignorieren. Wie können wir mehr Menschen dazu bringen, ihre Stimme zu erheben?
…und was ist mit den kleinen Cafés und Restaurants? Haben die auch eine Verantwortung oder sind sie von dieser Regelung ausgeschlossen? Ich würde gerne eure Meinungen dazu hören.
Die Idee einer nationalen Einweg-Steuer klingt spannend! Ich glaube, viele Menschen würden dann eher auf Mehrweg umsteigen. Wie seht ihr das? Ist das ein guter Weg für unsere Umwelt?
Ich stimme zu! Eine Steuer könnte tatsächlich helfen, aber wie sieht es mit den Preisen aus? Werden wir dann mehr bezahlen müssen für unser Essen? Das wäre interessant zu wissen.
Die DUH hat wirklich einen wichtigen Punkt angesprochen. Es ist erschreckend zu sehen, wie wenig Kontrolle es gibt. Ich frage mich, ob andere Länder uns da ein Beispiel geben könnten? Hat jemand Erfahrungen mit Mehrwegsystemen gemacht?
Ich finde es gut, dass die Gerichte jetzt die Mehrwegpflicht durchsetzen. Aber warum dauert das so lange? Die Gastronomie sollte schon längst Verantwortung übernehmen. Was denkt ihr über die Einweg-Steuer? Könnte das helfen?