– Wirtschaftliche Lage der Reisebüros bleibt stabil, aber steigende Kosten belasten die Ertragslage.
– Kleine Betriebe sind besonders von gestiegenen Personal- und Standortkosten betroffen.
– Klassische Touristikprodukte dominieren weiterhin, Serviceentgelte gewinnen an Bedeutung.
Wirtschaftliche Stabilität im Wandel: Das DRV-Reisebürobarometer 2025 im Überblick
Das aktuelle Reisebürobarometer 2025 des Deutschen Reiseverbandes (DRV) liefert erstmals Daten und Analysen zur wirtschaftlichen Lage der Reisebüros in Deutschland für das Jahr 2024. Die Ergebnisse zeigen eine Branche, die insgesamt stabil bleibt, zugleich jedoch vor bedeutendem Kostendruck und Ertragsherausforderungen steht. Während Umsätze auf Vorjahresniveau stagnieren, steigen die Betriebskosten, was die Ertragslage vieler Betriebe belastet. Die Analyse basiert auf Daten von 1.031 Reisebüros sowie 1.441 mobilen Beratungsständen und bietet somit ein umfassendes Bild der Branche im Jahr 2024.*
Die zentrale Erkenntnis lautet: „Die wirtschaftliche Lage der Reisebüros bleibt insgesamt stabil.“ Dennoch weist das Barometer auf zunehmende Herausforderungen hin. Das zeigt, dass Effizienz und Kostenbewusstsein in der Branche weiter an Bedeutung gewinnen.
Umsätze auf einem soliden Niveau, klassischer Produktmix bleibt die Norm
Der Bericht hebt hervor, dass rund 70 Prozent der Betriebe im Jahr 2024 vermittelte Umsätze zwischen einem mittleren Bereich erzielten, der für viele Reisebüros ein vergleichsweise stabiles Umsatzniveau darstellt. Die klassische Touristik bleibt die bedeutendste Erlösquelle: „Der Löwenanteil stammt weiterhin aus klassischen Touristik-Produkten, die fast 90 Prozent der Provisionserlöse ausmachen.“ Zusätzlich gewinnt der Bereich der Serviceentgelte an Relevanz. Sie tragen im Durchschnitt zehn Prozent zum Gesamterlös bei und sind für große Unternehmen sogar bis zu 25 Prozent bedeutend, während Kleinstbetriebe hier kaum mehr als neun Prozent erwirtschaften.
Das Produktangebot ist weiterhin geprägt vom touristischen Kerngeschäft, unabhängig von der Betriebsgröße. „Der Vertrieb klassischer touristischer Produkte bleibt das Rückgrat des Geschäftsmodells.“ Die durchschnittliche Produktivität, gemessen am Umsatz pro Vollzeitstelle, liegt bei 900.000 Euro (Stand: 2024).*
Ertragslage: Stabil, aber unter Druck
Trotz stabiler Umsätze verschlechterte sich das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht, was vor allem auf gestiegene Kosten zurückzuführen ist. „Hauptursache sind steigende Personal- und Raumkosten, die das Umsatzwachstum übersteigen.“ Besonders kleine Betriebe spüren den Kostendruck: Die meisten Kleinstunternehmen verzeichnen erneut ein negatives Betriebsergebnis. Insgesamt liegt die durchschnittliche Umsatzrendite auf einem moderaten Niveau, wobei regionale Unterschiede bestehen mit tendenziell höheren Renditen in Bundesländern mit günstigeren Personal- und Mietkosten.*
Mobile Beratung: Puristisches Geschäftsmodell mit Fokus auf klassische Produkte
Mobile Reiseberater, die nahezu ausschließlich original touristische Produkte offerieren, erzielen im Durchschnitt Umsätze von 250.000 Euro. Ihre Geschäftsstrategie ist klar auf touristische Kernangebote ausgerichtet. „Ihr Geschäftsmodell ist weiterhin auf klassische touristische Produkte ausgelegt, die mit 97 Prozent den Großteil des Umsatzes ausmachen.“ Die Umsätze bei mobilen Beratern stellen weiterhin eine stabile Einnahmequelle dar, wobei Flug- und sonstige Services nur eine geringe Rolle spielen.
Bedeutung von Effizienz und nachhaltigen Ertragsmodellen
Abschließend betont das Barometer, dass „Effizienz und Ertragsqualität zunehmend über die wirtschaftliche Stabilität entscheiden.“ Kleine Betriebe stehen vor besonders großen Herausforderungen, da gestiegene Kosten die Erträge schmälern. Für die Branche ist es daher essenziell, Prozesse zu optimieren, Kosten zu kontrollieren und die Ertragsmodelle gezielt weiterzuentwickeln.
Mit den Erkenntnissen des Barometers können Branchenakteure gezielt auf die Herausforderungen reagieren, ihre Strategien anpassen und die Zukunftsfähigkeit der Branche sichern. Das vollständige Management Summary ist online auf drv.de verfügbar und bietet weiterführende Einblicke in die Kennzahlen und Bewertungsmöglichkeiten.*
Marktgröße und wirtschaftliche Herausforderungen der deutschen Reisebüros
Der deutsche Markt für Reisebüros ist eine bedeutende Säule der Tourismuswirtschaft. Im Jahr 2023 erzielten die rund 3.600 Betriebe in Deutschland einen Gesamtumsatz von etwa 20,7 Milliarden Euro* (Quelle: Statista, Stand: 2023). Trotz dieser stabilen Umsätze ist jedoch die Branche nicht frei von Risiken.
Im Jahr 2023 wurden 20 Insolvenzverfahren bei Reisebüros eröffnet* (Quelle: Statista, Stand: 2024). Diese Zahl verdeutlicht, dass einzelne Betriebe trotz gesicherter Umsatzzahlen unter Druck geraten sind. Rund 70 Prozent der Betriebe erzielten 2024 vermittelte Umsätze zwischen 1,3 und 3,3 Millionen Euro*.
Finanziell stabile Zahlen bedeuten nicht automatisch, dass kein Handlungsbedarf besteht. Steigende Personal- und Standortkosten, die vor allem kleinere Unternehmen stärker treffen, führen dazu, dass sich die Ertragslage auch bei gleichbleibenden Umsätzen leicht verschlechtern kann. Dies zeigt, dass eine konsequente betriebswirtschaftliche Steuerung, Effizienz und Kostenkontrolle essenziell bleiben.
Die Branche bleibt somit in einer Balance: Während das Produkt- und Vertriebskonzept mit klassischem touristischem Angebot weiterhin stabil ist, zeigt die zeitgleiche Insolvenzstatistik, dass unter der Oberfläche die Fragilität wächst. Effizienzsteigerung und Ertragsentwicklung sind keine einmaligen Aufgaben, sondern zentrale Herausforderungen, um die Stabilität dauerhaft zu sichern.
Wirtschaftlicher Druck nimmt zu: Auswirkungen auf Reisebüros, Beschäftigte und Kunden
Das aktuelle DRV-Reisebürobarometer 2025 zeigt eine Branche im Wandel: Während Umsätze in der Branche stabil bleiben, steigen die Kosten deutlich – vor allem für kleinere Betriebe. Diese Entwicklung beeinflusst sowohl die Beschäftigten als auch die Verbraucher, wobei die Perspektiven je nach Unternehmensgröße unterschiedlich ausfallen.
Die steigenden Personal- und Standortkosten führen bei vielen kleinen Reisebüros zu einer Verschlechterung der Ertragslage. Trotz konstanter Umsätze ist das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, was vor allem diese Betriebe unter wirtschaftlichen Druck setzt. Für die Beschäftigten bedeutet das, dass die Arbeitsbedingungen sich zunehmend auf Effizienz und Kostenkontrolle ausrichten. Große Reisebüros kommen mit Serviceentgelten, die im Durchschnitt rund zehn Prozent der Erlöse ausmachen und bei den größten Betrieben fast ein Viertel erreichen, besser durch die Kostenerhöhung, während Kleinstbetriebe hier noch weniger profitieren.*
Für Verbraucher bedeutet die Kostensteigerung vor allem, dass regionale Angebote in manchen Fällen künftig weniger flexibel oder teurer werden könnten. Die Branche bewegt sich deutlich weg von traditionellen Provisionen hin zu Serviceentgelten, was die Kosten für den Kunden bisweilen erhöht. Besonders in Großstädten und in Regionen mit höheren Miet- und Personalkosten sind die Preise häufig stärker betroffen, was die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Anbieter zusätzlich beeinflusst.
Hier eine kurze Übersicht der wesentlichen Auswirkungen:
- Kleinere Betriebe sind stärker von Kostenerhöhungen betroffen und verzeichnen häufig negative Betriebsergebnisse.
- Verbraucher könnten künftig höhere Preise oder eingeschränkte Angebotsvielfalt erleben.
- Businesse setzen verstärkt auf Effizienzsteigerungen und Ertragsmodelle, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern.
Die Branche steht vor der Herausforderung, Kostenstruktur und Servicequalität in Einklang zu bringen. Dabei wird die betriebswirtschaftliche Steuerung entscheidend, um auch bei anhaltendem Kostendruck eine nachhaltige Stabilität zu gewährleisten.
Gesundheit der Reisebüros: Chancen nutzen und Herausforderungen meistern
Die aktuelle Untersuchung des Deutschen Reiseverbandes (DRV) zeigt, dass die wirtschaftliche Situation der Reisebüros in Deutschland insgesamt stabil bleibt. Allerdings unterstreicht die Analyse auch den zunehmenden Kostendruck, dem insbesondere kleinere Betriebe ausgesetzt sind. Hauptursache sind steigende Personal- und Raumkosten*. Trotz gleichbleibender Umsätze und Erträge sorgt dieser Kostenanstieg dafür, dass sich die Ertragslage leicht verschlechtert. Für Branchenakteure bedeutet das, dass eine gezielte Steuerung und Effizienzsteigerung jetzt wichtiger denn je sind, um die finanzielle Stabilität nachhaltig zu sichern.
Konkrete Maßnahmen für Reisebüros in der Kurzfrist
Um den steigenden Kosten entgegenzutreten, sollten Reisebüros ihre betriebswirtschaftliche Steuerung überprüfen und anpassen. Das umfasst die Optimierung der internen Prozesse, um Kosten zu reduzieren, sowie eine sorgfältige Steuerung der Personal- und Raumkosten. Effizienz kann auch durch den Einsatz digitaler Tools erhöht werden, beispielsweise durch bessere Planung und Automatisierung administrativer Abläufe. Zudem ist es sinnvoll, das Produktportfolio zu diversifizieren, um neue Erlösquellen zu erschließen. Die Serviceentgelte gewinnen dabei an Bedeutung: Sie tragen im Durchschnitt rund zehn Prozent zum Erlös bei und sind besonders für größere Betriebe eine wichtige Ergänzung. Kleinere Unternehmen sollten prüfen, ob und wie sie Serviceleistungen stärker abrechnen können, um ihre Ertragsbasis zu verbreitern.
Was Beobachter und Verbraucher jetzt wissen sollten
Für den Kunden bedeutet das eine stabil bleibende Angebotspalette, auch in herausfordernden Zeiten. Gleichzeitig sollten Verbraucher wissen, dass die Branche vor allem auf eine nachhaltige Betriebsführung setzt, um Angebotssicherheit und Qualität zu sichern. Für Branchenmitglieder ist es wichtig, die eigene Kostenstruktur regelmäßig zu überprüfen und auf wirtschaftliche Veränderungen flexibel zu reagieren. Förderprogramme oder Unterstützungsangebote können hierbei helfen, insbesondere kleinere Betriebe zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Ein kurzer Blick nach vorn
Die Analyse zeigt, dass die Ertragsqualität in der Branche zwar stabil bleibt, aber der Druck auf die Wirtschaftlichkeit zunimmt. Betriebswirtschaftliche Steuerung, Effizienzmaßnahmen sowie die Weiterentwicklung der Ertragsmodelle sind essenziell, um auch künftig erfolgreich zu sein. Für die Branche gilt, dass eine nachhaltige Kostenkontrolle, kombiniert mit Innovationen bei Produkt und Service, den entscheidenden Unterschied machen kann. Unternehmer sollten jetzt Maßnahmen ergreifen, um ihre Position zu stärken. Für Verbraucher heißt das, auch künftig ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Angebot zu erhalten, während die Branche auf eine solide wirtschaftliche Basis setzt.
Die nachfolgenden Informationen und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Deutschen Reiseverbandes (DRV).
Weiterführende Quellen:
- „Eröffnete Insolvenzverfahren von Reisebüros: 20 im Jahr 2023 (Stand: 2024)“ – Quelle: https://de.statista.com/themen/1491/reisebueromarkt/
- „Gesamtumsatz der deutschen Reisebüros: 20,7 Milliarden Euro bis 2023 (Stand: 2024)“ – Quelle: https://de.statista.com/themen/1491/reisebueromarkt/
7 Antworten
Es ist erfreulich zu sehen, dass der Umsatz stabil bleibt! Aber ich mache mir Sorgen um kleine Betriebe. Wie können sie sich anpassen? Vielleicht gibt es innovative Ideen oder Ansätze?
„Die wirtschaftliche Lage bleibt stabil“, sagt das Barometer, aber was heißt das für uns als Kunden? Müssen wir uns auf höhere Preise einstellen? Wie kann man sicherstellen, dass die Qualität nicht leidet?
Die Situation ist wirklich herausfordernd für die Reisebüros. Ich frage mich, ob staatliche Unterstützung hier helfen könnte? Was denkt ihr über die Zukunft der Branche? Glaubt ihr, dass wir bald mehr online buchen werden?
Staatliche Unterstützung wäre auf jeden Fall hilfreich! Aber ich glaube auch, dass persönliche Beratung in der Zukunft immer wichtiger bleibt.
Ich finde es wirklich wichtig, dass die Reisebüros so stabil bleiben, aber die steigenden Kosten sind besorgniserregend. Wie können wir als Verbraucher helfen, diese kleinen Betriebe zu unterstützen? Ich denke, dass mehr Transparenz bei den Serviceentgelten wichtig wäre.
Das ist ein guter Punkt! Vielleicht sollten wir auch öfter direkt bei kleinen Reisebüros buchen, um sie nicht zu verlieren. Habt ihr Erfahrungen mit einem bestimmten Büro gemacht?
Ich stimme dir zu! Es ist auch schade zu hören, dass viele kleine Betriebe negativ abschneiden. Man sollte wirklich auf die Angebote achten und diese unterstützen.