– Der Deutsche Reiseverband bekräftigt sein Engagement für Klimaschutz und nachhaltige Transformation der Reisewirtschaft.
– Das aktualisierte Positionspapier fordert Emissionsreduktion, defossilierte Mobilität und verlässliche politische Rahmenbedingungen.
– Ziel ist eine klimaverträgliche und wettbewerbsfähige Reisewirtschaft im Einklang mit der Nationalen Tourismusstrategie.
Deutscher Reiseverband aktualisiert Positionspapier zum Klimaschutz: Branche stellt sich nachhaltiger Zukunft
Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat sein Positionspapier zum Klimaschutz erneuert und bekräftigt damit sein Engagement für eine nachhaltige Transformation der Reisewirtschaft. Das Dokument, veröffentlicht am 17. Februar 2026, unterstreicht den gemeinsamen Anspruch von Politik, Wirtschaft und Reisenden, die natürlichen Ressourcen zu schützen und den Tourismussektor zukunftsorientiert aufzustellen.
„Klimaschutz ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Reisenden. Die Reisewirtschaft übernimmt Verantwortung und treibt die Transformation aktiv voran – im Einklang mit der Nationalen Tourismusstrategie und dem Ziel, Reisen klimaverträglich, wettbewerbsfähig und attraktiv zu gestalten“, betont DRV-Präsident Albin Loidl.
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Der Verband sieht den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen für Umwelt, Gesellschaft und die globale Wirtschaft. Der Tourismus ist für knapp neun Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich (Stand 2019)*. Im Fokus des neuen Papiers stehen der Übergang zu einer defossilisierten Mobilität sowie die Ausrichtung touristischer Angebote auf Klimaverträglichkeit. Dabei setzt die Branche auf Innovationen, verstärkte Zusammenarbeit entlang der gesamten Reisekette und stabile politische Rahmenbedingungen.
„Nationale, europäische und internationale Klimaschutzvorgaben, insbesondere für internationale Verkehrsträger, müssen so gestaltet werden, dass sie einen fairen Wettbewerb gewährleisten und die Verlagerung von CO2e-Emissionen in Drittstaaten mit geringeren Vorgaben verhindern“, erklärt Loidl. Zudem spricht sich der Verband für eine EU-weite Anti-Dumping-Regelung aus, um den Verkauf von Reiseleistungen, speziell Flugtickets, unterhalb der Kosten für Steuern, Zuschläge, Entgelte und Gebühren, zu unterbinden.
Die Bedeutung von Transparenz, Investitionen in nachhaltige Infrastrukturen und die aktive Einbindung der Reisenden in den Wandel sind zentrale Elemente des Papiers. Ziel ist es, Klimaschutz und wirtschaftliche Stabilität in Einklang zu bringen und zugleich verantwortungsvolle, attraktive Reiseangebote zu gewährleisten. „Ohne erhebliche Investitionen, innovationsfreundliche politische Leitplanken und die Akzeptanz der Reisenden kann die Transformation nicht gelingen“, so Loidl.
Mit der Veröffentlichung betont der DRV seinen Anspruch, die deutsche Reisewirtschaft als konstruktiven Partner im Klimaschutz zu positionieren. Das aktualisierte Positionspapier ist im Downloadbereich auf der Verbandsseite verfügbar. Es soll helfen, den Umbau zu einer modernen, nachhaltigen und verantwortungsbewussten Tourismus- und Mobilitätslandschaft zu beschleunigen – für eine zukunftsfähige Branche, die ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Interessen vereint.
Klimarelevanz des Tourismus: Wie groß ist der Beitrag zu den weltweiten Emissionen?
Der Tourismus trägt im globalen Vergleich erheblich zum Klimawandel bei. Nach aktuellen Schätzungen ist er für knapp neun Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich*.
Diese Zahl macht deutlich, wie viel Einfluss das Reisen auf das Klima hat. Ein Anteil von knapp neun Prozent zeigt die klimarelevante Größe des Sektors. Bekannt ist, dass vor allem Flugreisen, Kreuzfahrtschiffe und emissionsintensive Infrastrukturen die größten Emissionsbringer innerhalb des Sektors sind.
Verglichen mit anderen Wirtschaftsbereichen trägt der Tourismus eine Verantwortung für Emissionen. Die Herausforderung liegt darin, diesen Anteil durch nachhaltige Innovationen und politische Rahmenbedingungen zu verringern. Dabei geht es nicht nur um das Gelingen einer Umstellung auf umweltverträgliche Mobilitätsformen, sondern auch um eine bewusste Gestaltung touristischer Angebote, die die natürlichen Ressourcen schonen.
Vor diesem Hintergrund kommt die Branche in die Pflicht, ihre Emissionen zu messen, Investitionen in nachhaltige Infrastruktur zu tätigen und die Reisenden aktiv in die Klimastrategien einzubinden.
Das aktuelle Zahlenmaterial zeigt, dass nachhaltiger Tourismus eine zentrale Rolle für den Klimaschutz spielt und die touristische Zukunft nur im Einklang mit ökologischer Verantwortung gelingen kann.
Kritische Stimmen zur nationalen Tourismusstrategie: Klimaschädliche Subventionen und ausbleibende Wirkung
Die Diskussion um die zukünftige Ausrichtung des deutschen Tourismus ist geprägt von kontroversen Meinungen. Während die Bundesregierung die nationale Strategie als Leitfaden für nachhaltiges Reisen versteht, äußern Akteure aus Politik und Umweltverbänden fundamentale Kritik. Sie werfen der Strategie vor, den drängendsten Herausforderungen in der Klimakrise nicht gerecht zu werden und weiterhin klimaschädliche Subventionen, vor allem im Luftverkehr, zu priorisieren.
Eine zentrale Kritik basiert auf einer Bewertung, die die Strategie als unzureichend bewertet, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Diese Aussage unterstreicht die Auffassung, dass die vorgesehenen Maßnahmen nicht nur unzureichend, sondern auch kontraproduktiv für das angestrebte Ziel der Emissionsreduktion sind.
Die Gründe für diese Kritik sind vielfältig. Kritiker bemängeln, dass die Strategie zu stark auf Wachstumsmodelle setzt, die den ökologischen Fußabdruck des Tourismus erhöhen. Insbesondere wird die Förderung des Flugverkehrs als problematisch angesehen, da dieser einen erheblichen Anteil an den CO2-Emissionen im Verkehrssektor ausmacht. Die Umweltverbände fordern deshalb politische Maßnahmen, die den Flugverkehr nachhaltiger gestalten, etwa durch eine zweiteilige CO2-Bepreisung oder Investitionen in alternative Mobilitätsformen. Zudem fordern sie, Emissionen stärker zu verlagern, um Verlagerungseffekte in weniger strenge Regime zu vermeiden.
Die politischen Forderungen, die aus der Kritik hervorgehen, zielen auf eine klare Neuausrichtung der Strategien ab. So drängen Umweltverbände und einige Abgeordnete auf eine konsequente Abschaffung klimaschädlicher Subventionen und den Ausbau nachhaltiger Verkehrsinfrastruktur. Es soll sichergestellt werden, dass Klimaziele auch in der Praxis umgesetzt werden – etwa durch verbindliche Emissionsziele im Tourismussektor und strengere Kontrollen bei internationalen Verkehrsträgern. Die Forderung nach einer EU-weiten Anti-Dumping-Regelung für Flugtickets wird ebenfalls laut, um unfaire Wettbewerbspraktiken zu unterbinden und die Kosten fair zu verteilen.
Insgesamt zeigt die Kritik, dass Akku der aktuellen Diskussion um nachhaltigen Tourismus eine kritische Reflexion der bisherigen Strategie notwendig ist. Die Kritikpunkte verdeutlichen die Notwendigkeit, die politischen Rahmenbedingungen an ambitionierte Klimaziele anzupassen und die ökologischen Folgen des Reisens konsequenter zu begrenzen. Die Diskussion bleibt damit ein zentrales Element im gesellschaftlichen und politischen Austausch über die zukünftige Gestaltung des Tourismus in Deutschland im Einklang mit den globalen Klimazielen.
Auswirkungen des Klimadiskurses auf die Tourismusbranche: Chancen, Risiken und Perspektiven
Der Diskurs zum Klimaschutz beeinflusst die deutsche Reisewirtschaft. Die Branche steht vor der Herausforderung, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden.*
Das Positionspapier des Deutschen Reiseverbands (DRV) hebt hervor, dass die Transformation in der Touristik eine Vielzahl von Chancen bietet, aber auch Risiken birgt.
Technologische Fortschritte und der Ausbau nachhaltiger Mobilitätsangebote treiben die Entwicklung klimaverträglicher Reisen voran. Politische Rahmenbedingungen fördern eine stärkere Verantwortung sowohl der Anbieter als auch der Verbraucher.*
Doch die Transformation ist auch mit Risiken verbunden. Der politische Druck auf bestimmte Verkehrsträger könnte Wettbewerbsverzerrungen hervorrufen, während Rebound-Effekte – also die unbeabsichtigte Steigerung des Reisevolumens durch Effizienzgewinne – die Klimaziele gefährden. Zudem besteht die Gefahr, dass die Verlagerung von CO2-Emissionen in Drittstaaten zu einer verschärften globalen Klimaschutzdebatte führt.
Klimaschutz im Tourismus ist ein Balanceakt: Chancen liegen in Innovationen und nachhaltigen Investitionen, Risiken in Wettbewerbsverzerrung und unkontrollierten Effekten.*
Instrumente wie eine EU-weite Anti-Dumping-Regelung für Reiseleistungen, insbesondere Flugtickets, könnten dazu beitragen, faire Bedingungen zu sichern. Zugleich ist die Akzeptanz der Reisenden entscheidend: Ohne deren aktive Beteiligung und Unterstützung der Transformationsprozesse wird die angestrebte Klimazielerreichung schwer umzusetzen sein.
Was jetzt passieren müsste:
- Verlässliche politische Rahmenbedingungen: Sie sind notwendig, um Investitionen zu fördern und Innovationen zu sichern. Die Gestaltung internationaler Verkehrsvorgaben sollte darauf ausgerichtet sein, Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.
- Infrastrukturinvestitionen: Der Ausbau nachhaltiger Mobilitätsangebote und nachhaltiger Infrastrukturen spielt eine Schlüsselrolle für eine erfolgreiche Transformation.
- Transparenz und Aufklärung: Verbraucherinnen und Verbraucher müssen verständlich über nachhaltige Angebote und deren Klimawirkung informiert werden.
- Aktive Einbindung der Reisenden: Die Akzeptanz für klimafreundliche Angebote ist essenziell, um Verhaltensänderungen zu bewirken.
- Vermeidung von Rebound-Effekten: Durch gezielte Maßnahmen und bewusste Kommunikation kann die ungewollte Steigerung des Reisevolumens reduziert werden.
In Summe lässt sich festhalten, dass die Reisebranche mit Innovationen, Investitionen und klaren politischen Leitplanken die Chancen nutzen kann, um nachhaltiges Reisen zu verankern. Gleichzeitig gilt es, Risiken zu steuern, um das Klimaziel nicht aus den Augen zu verlieren. Für eine zukunftsfähige und verantwortungsvolle Touristiklandschaft ist nun ein gemeinsames Handeln aller Stakeholder gefordert, bei dem auch die Reisenden in die Transformation eingebunden werden. Diese Balance wird entscheidend sein, um den Klimaschutz im Tourismus erfolgreich voranzutreiben.
Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Deutschen Reiseverbands, der sich aktiv für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklungen in der Reisewirtschaft einsetzt.
Weiterführende Quellen:
- „Der Tourismus ist für knapp neun Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich (Stand 2019).“ – Quelle: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/tourismusstrategie-bundesregierung-im-dichten-nebel
- „Die Nationale Tourismusstrategie wird den Herausforderungen in Zeiten der Klimakrise in keiner Weise gerecht und setzt auf klimaschädliche Subventionierung des Luftverkehrs (Stand: Januar 2026).“ – Quelle: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/tourismusstrategie-bundesregierung-im-dichten-nebel
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Der Klimaschutz im Tourismus bleibt zentral, weil der Sektor laut Beitrag einen erheblichen Anteil an den weltweiten Emissionen hat. Das macht deutlich: Fortschritte entstehen nicht nur durch einzelne „grünere“ Angebote, sondern durch einen Umbau der gesamten Reisekette – von Mobilität bis Infrastruktur und durch politische Regeln, die Verlagerungseffekte vermeiden sollen.
Für betroffene Akteure wie die Reisewirtschaft, Politik und Reisende folgt daraus vor allem Handlungsdruck: Der Beitrag betont verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionen in nachhaltige Infrastruktur, Transparenz für Verbraucher und die aktive Einbindung der Reisenden. Gleichzeitig wird klar, dass faire Wettbewerbsregeln und der Umgang mit Risiken wie Rebound-Effekten notwendig sind, damit Klimaziele nicht unterlaufen werden.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Warum wird von „fairen Wettbewerbsbedingungen“ gesprochen?
Der Beitrag nennt das Ziel, dass Klimaschutzvorgaben nicht zu Wettbewerbsnachteilen führen und keine Emissionen in Drittstaaten mit geringeren Vorgaben verlagert werden.
Welche Rolle spielen Reisende laut Beitrag?
Ohne Akzeptanz und aktive Beteiligung der Reisenden sei die Transformation schwer umzusetzen, weil Verhaltensänderungen dafür entscheidend sind.
Was bedeutet „Rebound-Effekt“ in diesem Kontext?
Gemeint ist, dass Effizienzgewinne unbeabsichtigt zu mehr Reisevolumen führen können, was Klimaziele gefährden kann.
Welche politischen Forderungen werden im Beitrag genannt?
Genannt werden unter anderem verlässliche Leitplanken, strengere Regeln für internationale Verkehrsträger sowie eine EU-weite Anti-Dumping-Regelung für Reiseleistungen, speziell Flugtickets.