DRV senkt Ernteprognose 2024: Wetterextreme belasten Getreide- und Rapsernte laut Deutschem Raiffeisenverband

Der Deutsche Raiffeisenverband hat seine Ernteprognose 2024 wegen anhaltend schlechter Witterung um 0,5 Millionen Tonnen auf 41,5 Millionen Tonnen Getreide und um 0,1 Millionen Tonnen auf 3,8 Millionen Tonnen Raps gesenkt. Fehlende Sonne, zu viel Regen und nasse Böden haben insbesondere Wintergerste und Raps unter den langjährigen Durchschnitt gedrückt und erschweren die Erntearbeiten. Auch der Winterweizen ist nun auf beständiges Wetter angewiesen, um hohe Qualitäten zu erzielen.
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Inhaltsübersicht

– DRV senkt deutsche Getreide-Ernteprognose auf 41,5 Mio. t, Rapsprognose auf 3,8 Mio. t
– Mangel an Sonne, Wärme und zu viel Regen mindert Erträge und erschwert Erntearbeiten
– Heterogene Europäische Ernte mit deutlichen Rückgängen in Frankreich, Italien und Griechenland

DRV warnt vor enttäuschender Erntesaison – Zahlen, Zitate und Lagebericht

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Ernteprognose für 2024 nach unten korrigiert und damit deutlich auf die bisher enttäuschenden Ergebnisse reagiert. Die bisherigen Ernteergebnisse sind enttäuschend. Die Wintergerste ist nahezu durchweg hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das betrifft sowohl die Erträge als auch die Qualitäten. Diese klare Einschätzung stammt von DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler, der auch die entscheidenden Gründe benennt: Für eine optimale Ernte sind Wasser, Sonne und Wärme essenziell. Doch in den vergangenen Wochen habe es an Sonne und Wärme gemangelt, die für die Fotosynthese und somit die Ertragsbildung nötig sind.

Auch beim Raps konnte das volle Ertragspotenzial nicht ausgeschöpft werden, da das wechselhafte Wetter die Entwicklung hemmt. Aufgrund dieser widrigen Umstände hat der DRV seine Schätzung um 0,5 Millionen Tonnen auf 41,5 Millionen Tonnen Getreide und um 0,1 Millionen Tonnen auf 3,8 Millionen Tonnen Raps gesenkt – damit liegen beide Werte unter dem langjährigen Durchschnitt. Erschwerend kommen wiederholte Niederschläge hinzu, die die Erntearbeiten stören. In einigen Regionen Deutschlands haben die Regenfälle die Böden so durchnässt, dass sie mit Erntemaschinen unbefahrbar wurden. Dies führte zu zusätzlichen Schäden, besonders im Süden, wo bedeutende Ernteschäden bei Getreide und Raps entstanden sind, wie Seedler weiter berichtet.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Wintergerstenernte in vielen Regionen abgeschlossen, wohingegen im Norden und in höheren Lagen noch Bestände auf dem Halm stehen. Die Rapsernte läuft vielerorts in vollem Umfang, und auch die Ernte des Winterweizens hat bereits begonnen. Guido Seedler betont die besondere Bedeutung des Winterweizens: Der Winterweizen ist unsere wichtigste und ertragsstärkste Getreideart. Unsere Raiffeisen-Genossenschaften hoffen insbesondere für diese Kultur auf stabiles Erntewetter, um gute Qualitäten einfahren zu können.

Nicht nur in Deutschland sorgt das Wetter für Widerstände. Europaweit prägen extreme Witterungsbedingungen das Bild – von Starkregenereignissen über Trockenheit bis hin zu Überschwemmungen. Diese vielfältigen Probleme haben vielerorts zu heterogenen sowie teils enttäuschenden Erträgen geführt. Besonders betroffen sind Länder wie Frankreich, Italien und Griechenland, die deutliche Ertragsrückgänge verzeichnen. Auch die Schwarzmeerregion leidet unter Trockenheit. Ein Lichtblick bleibt nur die Körnermaisernte, die besser ausfallen könnte als im Vorjahr – vorausgesetzt, die feuchte und warme Witterung hält noch einige Monate an.

Warum das Wetter der Landwirtschaft zusetzt – und was das für Verbraucher bedeutet

Extreme Wetterbedingungen stellen die Landwirtschaft in Deutschland und Europa zunehmend vor große Herausforderungen. Diese Wetterschwankungen wirken sich nicht nur auf die Erträge der Landwirte aus, sondern berühren auch die Versorgungssicherheit der Verbraucher. Die zentrale Frage lautet: Wer ist betroffen? Neben den Landwirtschaftsbetrieben selbst sind Verbraucher direkt betroffen, da wetterbedingte Ernteausfälle die Verfügbarkeit und teilweise auch die Preise von Lebensmitteln beeinflussen können. Daraus ergibt sich eine breite gesellschaftliche Relevanz, weil Ernährung keine reine Wirtschaftsfrage, sondern ein grundlegender Bestandteil des täglichen Lebens ist.

Auswirkungen für Landwirtschaft und Verbraucher

Die Landwirtschaft sieht sich mit mehreren klimabedingten Risiken konfrontiert. Unregelmäßige Niederschläge, Hitzeperioden, Spätfröste und Stürme bringen die Pflanzenproduktion ins Wanken. Diese Entwicklungen führen zu erheblichen Ertragsschwankungen, die das ökonomische Fundament vieler Betriebe bedrohen und langfristig auch die Vielfalt und Qualität der verfügbaren Lebensmittel beeinflussen können. Für Verbraucher bedeutet dies potenzielle Engpässe und Preiserhöhungen bei wichtigen Agrarprodukten.

Von regionalen Wetterextremen zur europäischen Agrarpolitik

Nicht nur lokale Wetterextreme, sondern auch überregionale Klimaentwicklungen prägen die politische Debatte rund um die Landwirtschaft. Auf europäischer Ebene werden Maßnahmen erarbeitet, um die Agrarwirtschaft widerstandsfähiger zu machen und eine nachhaltige Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Die Analyse der aktuellen Trends ökologischer und wirtschaftlicher Natur zeigt, wie eng verbunden Klima, Produktion und Verbraucherschutz sind.

Die größten Herausforderungen für die Landwirtschaft im Klimawandel im Überblick:

  • Steigende Wetterextreme und deren unvorhersehbare Auswirkungen auf Anbau und Ernte
  • Zunehmende Ertragsunsicherheit, die Investitions- und Planungsrisiken für Landwirte erhöht
  • Wasserknappheit in trockenen Sommern, die das Wachstum vieler Feldfrüchte einschränkt
  • Veränderungen bei Schädlingen und Krankheiten, bedingt durch veränderte klimatische Bedingungen
  • Gesellschaftliche Erwartung an nachhaltige und klimaangepasste Landwirtschaftsformen

Diese Herausforderungen wirken sich direkt auf die gesamte Wertschöpfungskette aus und verlangen nach innovativen Lösungen – sowohl auf dem Feld als auch in der politischen Steuerung. Verbraucher sind damit Teil eines komplexen Systems, in dem Klima, Produktion und Ernährung eng miteinander verwoben sind.


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Fünfte DRV-Ernteschätzung 2024 / Es fehlen Sonne und Wärme

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