DRK-Landesversammlung 2025 in Kassel: Präsident fordert mehr Mittel für Katastrophenschutz und Ehrenamt

Am 8. November 2025 hat das Deutsche Rote Kreuz in Hessen auf seiner Landesversammlung in Kassel eine deutliche Stärkung des Katastrophenschutzes gefordert. Präsident Norbert Södler appellierte an die Politik, die Mittel für den Bevölkerungsschutz substanziell zu erhöhen und die Ausstattung der Ehrenamtlichen zu verbessern. Mit über 27.000 Engagierten sieht sich das DRK als unverzichtbaren Pfeiler für Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hessen.
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Inhaltsübersicht

– DRK-Landesversammlung fand am 8. November 2025 in Kassel statt.
– DRK-Präsident forderte mehr Mittel für Katastrophenschutz und Ehrenamt.
– DRK Hessen hat über 17.000 Freiwillige und ist im Katastrophenschutz landesweit aktiv.

DRK-Landesversammlung 2025: Appell für stärkeren Bevölkerungsschutz

Am 8. November 2025 traf sich das höchste Entscheidungsgremium des DRK in Hessen im Hotel La Strada in Kassel. DRK-Präsident Norbert Södler eröffnete die Landesversammlung vor 213 Anwesenden, darunter 175 Delegierte aus den 35 Rotkreuz-Kreisverbänden mit insgesamt 17.988 aktiven Helferinnen und Helfern (Stand: 8. November 2025, Pressemitteilung DRK-Landesverband Hessen)*.

Staatssekretär Martin Rößler vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des DRK: "Der Katastrophenschutz hat vor dem Hintergrund klimawandelbedingter Extremwettereignisse und der international verschärften Sicherheitslage an Bedeutung gewonnen. Dass das Land Hessen im Bereich des Katastrophenschutzes so gut aufgestellt ist, hat es seinen starken Partnern zu verdanken. Einer dieser Partner ist der hessische Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes."

Zentrale Forderungen an die Politik

DRK-Präsident Norbert Södler richtete einen eindringlichen Appell an die Politik. Angesichts globaler Krisen, wachsender Naturkatastrophen und gesellschaftlicher Spaltung forderte er eine substanzielle Erhöhung der Mittel für den Katastrophenschutz, eine bessere Ausstattung des Ehrenamts und eine stärkere Einbindung des DRK in die zivile Verteidigung. Er kritisierte die mangelnde Modernisierung des Zivil- und Katastrophenschutzes im Vergleich zur Bundeswehr.

Organisatorische Beschlüsse und Strukturdaten

Die Versammlung gedachte der verstorbenen Mitglieder Dr. Matthias Lotz, Heinrich Hambrock, Hanno Helms, Thorsten Bausch, Meik Pulina und Dr. med. Alois Schnaubelt. Die Entlastung für den Jahresabschluss 2024 wurde erteilt und der Wirtschaftsplan für 2026 einstimmig befürwortet. Die nächste Landesversammlung findet 2026 in Frankfurt statt.

Das hessische Rote Kreuz gliedert sich in 35 Kreisverbände und 403 Ortsvereine mit 322 DRK-Bereitschaften. Die Organisation zählt 164.821 Fördermitglieder, 17.988 aktive Helferinnen und Helfer, darunter 5.031 Jugendrotkreuzmitglieder in 260 JRK-Gruppen. Zudem arbeiten 9.841 Menschen hauptamtlich im DRK Hessen (Stand: 8. November 2025, Pressemitteilung)*.

Hintergrund: Investitionen und staatliche Pläne im Bevölkerungsschutz

Die Forderungen des DRK nach verstärkter Unterstützung für den Bevölkerungsschutz lassen sich vor dem Hintergrund konkreter Haushaltszahlen und politischer Planungen einordnen. Die verfügbaren Daten zeigen sowohl Fortschritte als auch deutliche Lücken in der finanziellen Ausstattung des Katastrophenschutzes.

Investitionen in Hessen und Fahrzeugbestand

Seit dem Jahr 2008 hat das Land Hessen kontinuierlich in den Ausbau des Katastrophenschutzes investiert. Bis Juli 2025 flossen rund 100 Millionen Euro in diesen Bereich* . Diese Mittel haben zu einer erheblichen Aufstockung des Fahrzeugbestands geführt: Waren 2008 noch 278 Landesfahrzeuge im Einsatz, stieg deren Zahl bis Juli 2025 auf knapp 900 Fahrzeuge an* . Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Sanitäts- und Betreuungsinfrastruktur – allein 26,5 Millionen Euro wurden für Sanitäts- und Betreuungszüge bereitgestellt* .

Jahr Maßnahme/Einheit Wert Quelle/Stand
2008 Landesfahrzeuge im Bestand 278 Fahrzeuge Hessische Landesregierung, Stand: Juli 2025*
2008-2025 Investitionen Katastrophenschutz 100 Mio. Euro Hessische Landesregierung, Stand: Juli 2025*
2025 Landesfahrzeuge im Bestand knapp 900 Fahrzeuge Hessische Landesregierung, Stand: Juli 2025*
2008-2025 Investitionen Sanitäts- und Betreuungszüge 26,5 Mio. Euro Hessische Landesregierung, Stand: Juli 2025*

Bundeshaushalt und Ausstattung mobiler Module

Auf Bundesebene sieht der Haushaltsplan für 2025 etwa 570 Millionen Euro für den Katastrophenschutz vor* . Allerdings zeigt die Detailbetrachtung Diskrepanzen zwischen Planung und Umsetzung: Obwohl mobile Betreuungsmodule mit 30 Millionen Euro pro Modul budgetiert sind, wurde bisher nur ein einziges Modul tatsächlich finanziert* . Gleichzeitig ist eine deutliche Kürzung in einem verwandten Bereich geplant: Die Mittel für Humanitäre Hilfe sollen um 53 Prozent reduziert werden* .

Diese Zahlen verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen der Bevölkerungsschutz steht: Während auf Landesebene Investitionen getätigt wurden, zeigen sich auf Bundesebene sowohl bei der Umsetzung konkreter Ausstattungsvorhaben als auch in der mittelfristigen Finanzplanung erhebliche Lücken.

Warum das Thema alle angeht: Belastungen für Rettungsdienst und Pflege

Die Herausforderungen für Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen gehen längst über den Alltagsbetrieb hinaus.

Klimarisiken und Organisationsbedarf

Extremwetterereignisse verändern die Anforderungen an den Katastrophenschutz grundlegend. Während früher vereinzelte Einsätze die Regel waren, häufen sich heute komplexe Großschadenslagen, die mehrere Regionen gleichzeitig betreffen.

Personelle Engpässe in Rettungsdienst und Pflege

Parallel zu den klimatischen Herausforderungen verschärfen sich die personellen Engpässe in kritischen Bereichen. Das DRK Hessen sieht strukturelle Probleme in der Notfallversorgung und Personalsorgen, wobei insbesondere Rettungsdienst und Pflege an der Belastungsgrenze sind.* Die Doppelbelastung durch reguläre Einsätze und zusätzliche Katastrophenhilfe überfordert viele Teams.

Die Frage nach der Finanzierung stellt sich dabei besonders deutlich: Wie decken sich staatliche Investitionen mit den tatsächlichen Bedarfen vor Ort? Während die Anforderungen steigen, bleiben Ressourcen oft hinter den Erfordernissen zurück. Diese Diskrepanz betrifft nicht nur die technische Ausstattung, sondern vor allem die menschlichen Kapazitäten.

Die Lösung liegt nicht in kurzfristigen Notlösungen, sondern in nachhaltigen Konzepten, die sowohl den veränderten klimatischen Bedingungen als auch den personellen Realitäten Rechnung tragen. Nur so lässt sich die Einsatzfähigkeit der lebenswichtigen Dienste langfristig sichern.

Ausblick: Modernisierung, Finanzierung, Beteiligung

Der Bevölkerungsschutz in Deutschland steht an einem Wendepunkt. Die zunehmende Häufung von Extremwetterereignissen und die komplexer werdende Sicherheitslage erfordern eine grundlegende Neuausrichtung der Schutzstrategien. Im Juli 2025 fand in Hessen erstmals ein gemeinsamer Bevölkerungsschutztag von Bund und Ländern statt, bei dem Strategien zur Stärkung der Resilienz gegenüber Krisen und zur Modernisierung kritischer Infrastrukturen beschlossen wurden (Stand: Juli 2025). Diese Initiative markiert einen wichtigen Schritt, doch die Umsetzung hängt maßgeblich von der finanziellen Ausstattung ab. Der Bundeshaushalt 2025 sieht ca. 570 Millionen Euro für Katastrophenschutz vor* – bisher wurde jedoch nur ein Modul finanziert.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich konkrete Handlungsoptionen, die auf Forschungsergebnissen und praktischen Erfahrungen basieren:

  • Modernisierung der Ausstattung:

  • Stärkung der Ehrenamtsstrukturen: Mit über 17.000 Freiwilligen allein beim DRK in Hessen bilden Ehrenamtliche das Rückgrat des Katastrophenschutzes.

  • Integrierte Planung von Infrastruktur:

  • Frühzeitige Bürgerbeteiligung:

Diese Maßnahmen bilden ein zusammenhängendes System, dessen Umsetzung eine kontinuierliche politische Priorisierung und ausreichende Haushaltsmittel erfordert. Die beschlossenen Strategien des Bevölkerungsschutztags bieten dafür eine solide Grundlage, deren konsequente Verwirklichung jetzt ansteht.

Die nachfolgenden Informationen stammen aus einer Pressemitteilung des DRK-Landesverbands Hessen e.V.

Weiterführende Quellen:

10 Antworten

  1. Ich bin froh über die Investitionen in den Katastrophenschutz seit 2008! Dennoch frage ich mich: Reichen diese Mittel aus? Gibt es Studien dazu?

  2. Die Zahlen im Bericht sind wirklich alarmierend und zeigen die Notwendigkeit einer Reform im Katastrophenschutz auf. Wir müssen uns fragen: Wie stehen unsere Politiker dazu und was können WIR tun?

  3. Die angesprochenen Herausforderungen im Katastrophenschutz sind gravierend. Ich frage mich, wie wir als Bürger dabei helfen können? Vielleicht durch ehrenamtliche Mitarbeit oder Spenden?

    1. – Ich denke auch an Spendenaktionen! Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, wie wir mehr Leute ins Ehrenamt bringen können.

  4. Es ist erschreckend zu sehen, wie wenig Geld für den Katastrophenschutz eingeplant wird. Was können wir tun, um mehr Bewusstsein dafür zu schaffen? Vielleicht sollten wir Petitionen starten oder uns lokal engagieren?

    1. Eine Petition klingt nach einer guten Idee! Außerdem könnte man lokale Veranstaltungen organisieren, um die Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen.

  5. Ich finde es super, dass der DRK-Präsident mehr Mittel für Katastrophenschutz fordert. Gerade in Zeiten von Klimawandel sind wir darauf angewiesen. Gibt es konkrete Pläne, wie diese Mittel verwendet werden sollen?

    1. Ja, das sehe ich auch so! Es ist wichtig, dass das Ehrenamt besser unterstützt wird. Wie könnten wir als Gesellschaft mehr Freiwillige gewinnen?

    2. Das DRK ist wirklich eine wichtige Institution. Mich interessiert, welche spezifischen Maßnahmen geplant sind, um die Einsatzfähigkeit zu verbessern.

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