– Siebte Staffel des DPtV-Podcasts „Leben heißt Veränderung“ gestartet.
– Themenschwerpunkt Kinder- und Jugendprobleme: Alkoholismus, Fluchterfahrungen, ADHS, Suchtkinder und Trauer.
– Neue Folgen alle drei Wochen auf DPtV-Website, Apple, Spotify und Podigee verfügbar.
Psychische Belastungen junger Menschen: Die neue Podcast-Staffel der DPtV im Fokus
Die siebte Staffel des Podcasts „Leben heißt Veränderung“, herausgegeben von der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV), widmet sich eindringlich den oft verborgenen Dramen im Leben von Kindern und Jugendlichen. Themen wie familiärer Alkoholismus, die Schrecken der Flucht sowie der Umgang mit Tod und Trauer stehen im Mittelpunkt – Herausforderungen, die unsere Gesellschaft häufig ausblendet, obwohl sie tiefgreifende Auswirkungen auf junge Menschen haben. Der Bundesvorsitzende der DPtV, Gebhard Hentschel, fasst die Situation klar zusammen: „Alkoholismus in der Familie, Fluchterfahrungen, der Tod als Tabu – alles, was unsere Gesellschaft ausblendet, findet im Leben von Kindern und Jugendlichen statt. Psychotherapie hilft ihnen, mit Leid, Angst und weiteren schwierigen Themen umzugehen.“
Ein zentrales Anliegen der neuen Staffel ist es, die Bedeutung psychotherapeutischer Angebote für Kinder und Jugendliche hervorzuheben, die mit diesen belastenden Themen fertigwerden müssen. Neben den sozialen und familiären Herausforderungen rückt auch die Problematik des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (ADHS) in den Fokus. Dr. Josepha Katzmann, Verhaltenstherapeutin für Kinder und Jugendliche, teilt ihre Forschungsergebnisse zu ADHS und oppositionellem Trotzverhalten und macht deutlich, dass neben der gängigen Medikation auch psychotherapeutische Ansätze eine tragende Rolle in der Behandlung spielen.
Eine besonders ernste Thematik betrifft die mehr als drei Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die mit mindestens einem suchtkranken Elternteil leben. Diese oft ungeklärte Realität wird von Dorina Kunzweiler-Holzer, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapeutin, ausführlich behandelt. Sie unterstreicht den dringenden Bedarf an spezialisierter psychotherapeutischer Unterstützung, um diesen Kindern einen Ausweg aus ihrer belasteten Lebenssituation zu ermöglichen.
Auch die Trauerbegleitung bei jungen Menschen erhält in der neuen Staffel klare Aufmerksamkeit. Eva Ryschka, die sowohl Verhaltenstherapeutin als auch Psychoonkologin ist, betont in ihrem Beitrag die Wirksamkeit kreativer Techniken, um Kindern den Ausdruck ihrer Gefühle beim Verlust eines geliebten Menschen zu erleichtern. Sie plädiert vehement dafür, den kindlichen Umgang mit Trauer stärker in der psychotherapeutischen Ausbildung zu verankern.
Alle Folgen der siebten Staffel sind ab sofort alle drei Wochen online auf www.dptv.de/podcast sowie auf bekannten Plattformen wie Apple, Spotify und Podigee verfügbar. Der Podcast trägt entscheidend dazu bei, Mentalgesundheitsthemen bei jungen Menschen zu enttabuisieren und ist eine wertvolle Informationsquelle für Betroffene, Fachkräfte und Interessierte. Ganz im Sinne von Gebhard Hentschel gilt für die vielfältigen Herausforderungen und Veränderungen in Kindheit und Jugend: „Leben heißt Veränderung.“
Warum das Schweigen brechen? Gesellschaft im Wandel
Gesellschaftliche Veränderungen rücken zunehmend Themen wie Sucht, Flucht, kindliche Trauer und ADHS in den Fokus. Diese Bereiche sind lange Zeit mit einem starken Schweigen belegt gewesen – oftmals aus Angst, Tabus zu verletzen oder weil Unterstützungssysteme fehlten. Inzwischen zeigt sich klar, dass das Ignorieren solcher Probleme weitreichende Folgen für die psychische Gesundheit besonders junger Menschen hat. Die Auswirkungen familiärer Sucht etwa reichen weit über das einzelne Individuum hinaus. Sie können belastende Verhaltensmuster prägen und das Vertrauen in sichere, belastbare Bindungen erschüttern. Ebenso erleben Kinder, die mit Trauer konfrontiert sind, diese oft als schwer greifbare Verunsicherung, die ihre emotionale Entwicklung beeinflusst.
Die lange Tabuisierung von Psychotherapie-Angeboten liegt nicht zuletzt darin begründet, dass psychische Gesundheit über Jahrzehnte stigmatisiert wurde. Die Folge: Viele Menschen, insbesondere junge Betroffene, erhielten nicht rechtzeitig oder gar keine professionelle Hilfe. Das führte zu einem erhöhten Bedarf an innovativen Präventions- und Unterstützungsangeboten, die über den klassischen Therapieansatz hinausgehen. Hier eröffnen sich neue Wege, junge Menschen zu stärken – durch niedrigschwellige Beratung, digitale Formate oder schulische Integration von Hilfsangeboten.
Deutschland befindet sich in einem Spannungsfeld: Der Bedarf an psychischer Hilfe wächst deutlich, während die öffentliche Diskussion erst langsam an Offenheit gewinnt und damit Raum für neue Lösungsansätze schafft. Dieses gesellschaftliche Umdenken ist entscheidend, um das Schweigen zu brechen und nachhaltige Unterstützung zu ermöglichen. So entsteht ein Wandel, der nicht nur den Blick auf psychische Erkrankungen verändert, sondern auch den gesellschaftlichen Umgang mit herausfordernden Lebenssituationen.
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7. Staffel DPtV-Podcast: Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen heute
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