DLRG Bundestagung 2025: Ute Vogt als Präsidentin wiedergewählt – Neues Präsidium, Satzungsreformen und Zukunftsstrategien

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Bei ihrer Bundestagung in Bremen wurde Ute Vogt mit großer Mehrheit als DLRG-Präsidentin wiedergewählt. Sie kündigte an, sich weiter für den Ausbau der Schwimmbadlandschaft und gleiche Rechte für Ehrenamtliche im Bevölkerungsschutz einzusetzen. Zudem beschloss die DLRG eine klare Abgrenzung gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen in ihren Reihen.

Inhaltsverzeichnis

– Ute Vogt wurde als DLRG-Präsidentin für vier weitere Jahre wiedergewählt.
– Die DLRG setzt sich für Modernisierung der Schwimmbäder und gleiche Rechte für Helfer ein.
– Der Verein schließt Mitglieder aus, die gegen demokratische Grundwerte verstoßen.

DLRG-Bundestagung: Ute Vogt als Präsidentin wiedergewählt

Am 8. November 2025 wählte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Congress Centrum Bremen ihr neues Präsidium. Die rund 180 stimmberechtigten Mitglieder bestätigten Ute Vogt mit großer Mehrheit für eine weitere vierjährige Amtszeit als Präsidentin. Die 61-Jährige kommentierte ihre Wiederwahl mit den Worten: „Dieser Vertrauensbeweis ist zugleich Auftrag für mich und mein Team, die Zukunft unserer ehrenamtlichen Organisation tatkräftig mitzugestalten“. Mit Blick auf das Tagungsmotto „Unsere Zukunft – deine Sicherheit“ betonte sie: „Eine starke DLRG ist gleichbedeutend mit der sicheren Freizeit am und im Wasser von Millionen Menschen in diesem Land.“

Die Präsidentin kündigte an, sich weiter für die Modernisierung der Schwimmbadlandschaft einzusetzen und für gleiche Rechte der DLRG-Helfer im Bevölkerungsschutz zu kämpfen. „Zudem wollen wir uns noch mehr für die Menschen im Land öffnen und zum Mitmachen einladen. Wir wollen zeigen, wie vielseitig die Möglichkeiten sind, sich bei uns zu engagieren. Jede und jeder soll bei uns einen Platz finden können, um sich einzubringen.“

Die Bundestagung verabschiedete wegweisende Satzungsänderungen. In einem neu gefassten Paragrafen heißt es: „Die DLRG tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegen und duldet dies weder in ihren Gliederungen noch bei ihren Mitgliedern.“ Zudem beschlossen die Delegierten einen Schutzmechanismus gegen den Wiedereintritt ausgeschlossener Mitglieder und modernisierten die Beitragsstruktur: Künftig können auch Alleinerziehende mit mindestens einem minderjährigen Kind den Familienbeitrag beanspruchen.

Die Organisation verfügt über beeindruckende Kapazitäten: Fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer leisten jährlich 2,6 Millionen Stunden Wachdienst (Stand: 8. November 2025). Im Katastrophenschutz stehen rund 80 DLRG Wasserrettungszüge bereit. Mit knapp 630.000 Mitgliedern und mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderern zählt die DLRG zu den größten ehrenamtlichen Rettungsorganisationen Deutschlands (Stand: 8. November 2025)*.

Schwimmbäder: Ein langer Abschwung

Die Forderung nach Modernisierung und Ausbau der Schwimmbadlandschaft kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt einen stetigen Rückgang der Badeinfrastruktur in Deutschland. Die Zahl der öffentlichen Schwimmbäder sank von 6.600 im Jahr 2000 auf knapp 5.400 Ende 2023 (*).

Entwicklung der öffentlichen Schwimmbäder (2000–2023)

Der Bestand an öffentlichen Bädern hat sich innerhalb von gut zwei Jahrzehnten deutlich verringert. Während im Jahr 2000 noch über 6.600 Einrichtungen zur Verfügung standen, waren es bis Ende 2023 nur noch etwa 5.400. Dieser Rückgang umfasst sowohl komplette Schließungen als auch den Verlust von Nutzungsmöglichkeiten durch Teil-Schließungen oder Umwandlungen.

Jahr Wert Einheit Quelle/Stand
2000 6.600 öffentliche Schwimmbäder *
Ende 2023 knapp 5.400 öffentliche Schwimmbäder *

Schließungen 2023 und Investitionslage

Das Jahr 2023 markierte eine besonders deutliche Zäsur. Viele Kommunen sehen sich angesichts angespannter Haushalte und steigender Betriebskosten gezwungen, Bäder zu schließen, anstatt sie zu sanieren oder zu modernisieren.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Ankündigung der DLRG-Präsidentin Ute Vogt, sich weiter für die Modernisierung und den Ausbau der Schwimmbadlandschaft einzusetzen, besondere Dringlichkeit. Die Zahlen belegen: Ohne gezielte Gegenmaßnahmen droht die Badeinfrastruktur weiter zu schrumpfen – mit Folgen für Schwimmausbildung, Freizeitgestaltung und Wassersicherheit.

Ungleiche Bedingungen im Ehrenamt

Während Feuerwehren und das Technische Hilfswerk bundesweit geregelte Freistellungen mit Lohnausgleich für ihre Ehrenamtlichen genießen*, sehen sich Wasserrettungsdienste wie die DLRG mit einer deutlich unsichereren Situation konfrontiert. Die Recherche zeigt: Es bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede bei der bezahlten Freistellung von Ehrenamtlichen im Bevölkerungsschutz. Während für Feuerwehr und THW klare gesetzliche Regelungen gelten*, sind Wasserrettungsdienste oft auf die Kulanz der Arbeitgeber angewiesen.

Status quo bei Freistellungen

Die rechtliche Grundlage für Freistellungen im Bevölkerungsschutz stellt ein Flickenteppich dar*. Für Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW garantieren Bundes- und Landesgesetze bezahlte Freistellung*. Bei den Wasserrettern hingegen fehlt eine vergleichbare bundeseinheitliche Regelung*. Diese Diskrepanz führt dazu, dass DLRG-Einsatzkräfte für Übungen und Einsätze teilweise Urlaub nehmen oder unbezahlte Freistellung beantragen müssen*. Die fehlende rechtliche Absicherung beeinträchtigt die Planbarkeit für beide Seiten – sowohl für die Ehrenamtlichen als auch für ihre Arbeitgeber*.

Folgen für Einsatzfähigkeit

Die ungleichen Rahmenbedingungen haben direkte Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Wasserrettung*. Ohne garantierte Freistellung mit Lohnausgleich sinkt die Personalverfügbarkeit bei akuten Einsätzen*. Viele potenzielle Helfer scheuen das Engagement, wenn sie berufliche Nachteile befürchten müssen*. Auch die regelmäßige Teilnahme an notwendigen Fortbildungen und Übungen leidet unter der unsicheren Rechtslage*. Dies gefährdet langfristig die Qualität der Ausbildung und die Einsatzfähigkeit der Rettungskräfte*.

In der politischen Diskussion werden verschiedene Lösungsansätze debattiert*. Eine mögliche Option wäre die Schaffung einheitlicher gesetzlicher Regelungen auf Bundesebene, die allen im Bevölkerungsschutz tätigen Organisationen gleiche Rechte zusichern*. Andere Vorschläge zielen auf die Verbesserung des bestehenden Systems durch klare Richtlinien für Arbeitgeber ab*. Unabhängig vom gewählten Weg zeigt die aktuelle Situation: Die Diskussion um faire Rahmenbedingungen für alle Ehrenamtlichen im Bevölkerungsschutz bleibt dringlich.*

Zukunftsfähige Wasserrettung: Warum die DLRG-Agenda alle angeht

Die Bedeutung der DLRG-Agenda reicht weit über die Verbandsstrukturen hinaus – sie betrifft die Sicherheit jedes Einzelnen an deutschen Gewässern. Die im ersten Kapitel dokumentierten Ziele der Lebensretter verknüpfen drei gesellschaftlich relevante Bereiche: die Förderung von Schwimmkompetenz, die Gewährleistung von Sicherheit am Wasser und die Stärkung des Ehrenamts.*

Die im zweiten Kapitel aufgezeigte Entwicklung der Schwimmfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen unterstreicht die Dringlichkeit, das Engagement der DLRG zu unterstützen.*

Parallel dazu verdeutlichen die im dritten Kapitel dargestellten strukturellen Herausforderungen – von der Schwimmausbildung bis zur Ehrenamtsförderung – wie sehr die Rettungsorganisation auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen ist. Beide Entwicklungsstränge zeigen: Eine starke DLRG bedeutet mehr Sicherheit für alle Wasserinteressierten.

Für die kommenden Jahre ergeben sich daraus klare Handlungserwartungen an verschiedene gesellschaftliche Akteure. Politik und Kommunen müssen den Erhalt und Ausbau der Schwimmbadinfrastruktur priorisieren, um flächendeckend Schwimmausbildung zu ermöglichen. Gleichzeitig bedarf es rechtlicher Klarstellungen zur Freistellung ehrenamtlicher Retter, damit Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz verlässlich verfügbar sind.* Diese Weichenstellungen entscheiden mit darüber, ob die DLRG ihre lebenswichtigen Aufgaben auch künftig erfüllen kann.*

In diesem Beitrag werden Informationen und Zitate verwendet, die aus einer Pressemitteilung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) stammen.

Weiterführende Quellen:

4 Antworten

  1. Die Zahlen über die geschlossenen Schwimmbäder sind erschreckend! Ich hoffe wirklich, dass die DLRG etwas bewirken kann. Was denkt ihr über die neuen Satzungsänderungen? Glaubt ihr, das hilft wirklich?

    1. Ich denke schon! Die Maßnahmen gegen Rassismus sind wichtig. Aber wird das genug sein, um die Probleme anzugehen?

  2. Ich finde es echt toll, dass Ute Vogt wiedergewählt wurde. Die DLRG braucht starke Führung, um sich für die Schwimmbäder und die Rechte der Helfer einzusetzen. Wer denkt ihr, ist der nächste Schritt für die DLRG?

    1. Ja, das sehe ich auch so! Die Modernisierung der Schwimmbäder ist dringend nötig. Glaubt ihr, dass wir mehr öffentliche Unterstützung bekommen können?

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