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DLRG Jahresbilanz 2023: Ehrenamtliche retten 1.120 Leben – Rekorde bei Schwimmsicherheit und Engagement

Am 23. Mai 2024 in Potsdam präsentierte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ihre Jahresbilanz 2023: Ehrenamtliche leisteten rund 61.000 Rettungseinsätze und retteten dabei 1.120 Menschen, während 378 Menschen bei Badeunfällen ums Leben kamen. Mit über 600.000 Mitgliedschaften und Rekordzahlen bei abgelegten Schwimmabzeichen unterstreicht die DLRG die zentrale Bedeutung von Schwimmausbildung und ehrenamtlichem Engagement für die Wassersicherheit in Deutschland.

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– Jahresbilanz 2023: 61.000 Einsätze, 1.120 Menschenleben gerettet
– Betreuung von 1.200 Schwimmbädern und 1.100 Freigewässern durch 6.000 Rettungsschwimmer
– Mitgliederzahl erreicht erstmals Rekordhoch von über 600.000 zum Jahresende

DLRG Jahresbilanz 2023: Beeindruckende Rettungsbilanz und Forderungen für mehr Badesicherheit

Am 23. Mai 2024 präsentierte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Potsdam ihre Jahresbilanz für das Jahr 2023 und lieferte damit eindrucksvolle Zahlen zum ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. Insgesamt wurden 61.000 Hilfeleistungen erbracht, durch die 1.120 Menschen das Leben gerettet werden konnten. Präsidentin Ute Vogt unterstrich die Bedeutung dieses Einsatzes mit den Worten: „Der Vergleich beider Zahlen macht einmal mehr deutlich, wie wertvoll der ehrenamtliche Einsatz unserer Retterinnen und Retter ist.“ Im gleichen Zeitraum verloren dennoch mindestens 378 Menschen bei Badeunfällen ihr Leben, was die Dringlichkeit, die Sicherheit im und am Wasser weiter zu erhöhen, deutlich macht.

Die DLRG war im gesamten Bundesgebiet an mehr als 1.200 Schwimmbädern und über 1.100 Freigewässern aktiv, von der Nordsee bis zur Ostsee. Während der Badesaison von Mai bis September sorgten über 6.000 Rettungsschwimmer an den Küsten für sichere Badebedingungen. Die breite Unterstützung in der Bevölkerung spiegelt eine repräsentative Umfrage der R+V Versicherung wider, wonach mehr als 90 Prozent der Bürger Wert auf eine verlässliche Badeaufsicht legen. Besonders deutlich wird die steigende Bereitschaft zum Schutz im Wasser durch den Einsatz von fast 49.000 DLRG-Rettungsschwimmern im Sommer 2023, ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Ausbildungszahlen sind ebenfalls bemerkenswert: Erstmals erreichte die Zahl der bestandenen Prüfungen für das Silber-Rettungsschwimmabzeichen mit 45.525 Prüflingen einen Rekord. Zudem erwarben 8.459 Kinder das Juniorretter-Abzeichen, während sich 8.067 Jugendliche in Jugend-Teams aktiv für den Wasserrettungsdienst engagierten. Auch die Basis für sichere Schwimmer wird verbessert: Rund 95.000 Schwimmabzeichen wurden 2023 verliehen, davon 56.000 Seepferdchen – ein Zuwachs von 20 Prozent zum Vorjahr.

Die Verbandsarbeit stützt sich auf eine beeindruckende Zahl von 607.310 Mitgliedschaften, erstmals über 600.000, fast die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Ermöglicht wird dieser Einsatz durch neun Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit sowie den Einsatz von 57.000 Ausbildern und Trainern. Präsidentin Vogt dankte den Unterstützern: „Wir sind dankbar, dass uns so viele Menschen unterstützen. Sie leisten mit ihrer Hilfe ebenfalls einen großen Beitrag zur Wassersicherheit.“ Zu den Förderern zählen über 1,3 Millionen Unterstützer sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr.

Trotz dieser Erfolge bleibt die Situation an vielen Schwimmbädern angespannt. Vogt machte deutlich: „Gut jedes zweite Bad ist sanierungsbedürftig“, und an zahlreichen Grundschulen fehle ein Schwimmbad für den Schwimmunterricht. Diese Herausforderungen verdeutlichen den hohen Stellenwert, den die DLRG-Arbeit auch in Zukunft hat. Weiterführende Informationen zur Leistungsbilanz 2023 sind unter https://www.dlrg.de/bilanz verfügbar.

Schwimmenlernen als gesamtgesellschaftliche Verantwortung

Schwimmsicherheit in Deutschland ist längst nicht mehr nur eine individuelle Fähigkeit, sondern eine dringende gesellschaftliche Herausforderung. Der Zustand vieler Schwimmbäder, der zunehmende Personalmangel und das Fehlen ausreichender Schwimmstunden in Schulen und Vereinen führen dazu, dass immer mehr Kinder und Familien keinen Zugang zu sicherem Schwimmen haben. Gerade in urbanen Regionen mit steigender Bevölkerungsdichte verschärft sich dieses Problem. Der demographische Wandel und gesellschaftliche Veränderungen verlangen nach neuen Konzepten, um Schwimmausbildung und Wasserrettung wirksam zu gestalten.

Der flächendeckende Rückgang von Hallen- und Freibädern – oft als „Bäderkrise“ bezeichnet – stellt eine zentrale strukturelle Hürde dar. Ohne ausreichend Wasserflächen ist es kaum möglich, Schwimmunterricht in der bisherigen Form anzubieten. Gleichzeitig macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar: Es fehlen qualifizierte Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer sowie Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer, die sowohl Ausbildung als auch Sicherheit gewährleisten können. Dies wirkt sich direkt auf die Schwimmsicherheit aus und erhöht das Risiko von Badeunfällen, insbesondere bei Kindern.

Wege aus der Bäderkrise

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist eine engen Verbindung von Infrastruktur, Ausbildung und ehrenamtlichem Engagement notwendig. Nur so können ausreichend Angebote geschaffen werden, die Kinder und Jugendliche erreichen. Parallel zur Schaffung neuer oder sanierter Bäder müssen innovative Unterrichtsformen und flexible Schwimmprogramme entwickelt werden, die der veränderten gesellschaftlichen Realität gerecht werden.

Ein weiteres Erfolgsmodell zeigt sich in der Stärkung des Ehrenamts, das oft Grundpfeiler der Wasserrettung und Schwimmausbildung ist. Engagierte Vereine und Organisationen tragen essenziell dazu bei, Schwimmkurse zu ermöglichen und Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer auszubilden. Das Ehrenamt bildet die Brücke zwischen professioneller Ausbildung und den tatsächlichen Bedarfen vor Ort – vor allem dort, wo staatliche Angebote nicht ausreichen.

Bedeutung von Ehrenamt und Prävention

Die Zunahme von Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern zeigt, dass das Bewusstsein für die Bedeutung von Schwimmen als lebensrettende Fähigkeit steigt. Sicheres Schwimmen wird heute mehr denn je zur Grundkompetenz, die Kinder und Erwachsene nicht nur am Badesee, sondern auch in der zunehmend urbanisierten und technisierten Gesellschaft benötigen. Wasserrettung und Präventionsmaßnahmen gewinnen an Bedeutung, da sie unmittelbar Leben schützen und die Folgen von Unfällen minimieren.

Politisch fordert diese Entwicklung eine nachhaltige Förderung von Schwimmausbildung und Wasserrettung, kombiniert mit einem Ausbau der notwendigen Infrastrukturen. Dabei sind integrative und sozial ausgewogene Konzepte gefragt, die Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten erreichen. Internationale Vergleiche zeigen, dass Länder mit flächendeckendem Schwimmunterricht und einer starken ehrenamtlichen Organisation weniger Badeunfälle verzeichnen – ein Beispiel für Deutschland, diesen Weg konsequent weiterzugehen.

Investitionen in Schwimmsicherheit sind somit Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die öffentliche Gesundheitsvorsorge. Angesichts der vielfältigen strukturellen Herausforderungen ist es unerlässlich, dass Politik, Kommunen und Ehrenamt Hand in Hand arbeiten, um Schwimmenlernen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verankern und dauerhaft zu stärken.


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