– Andreas Michelmann als DHB-Präsident mit über 90 Prozent wiedergewählt.
– Vier Frauen wurden neu in das DHB-Präsidium gewählt.
– Eine Safe Sport Code-Ordnung und einheitliches Verbandsmanagementsystem beschlossen.
DHB-Bundestag in Dresden: Michelmann wiedergewählt und wichtige Weichen gestellt
Beim Bundestag des Deutschen Handballbundes im Kongresszentrum Dresden trafen die Delegierten am 16. November 2025 mehrere richtungsweisende Entscheidungen für die Zukunft des Verbands. Im Zentrum stand die Wiederwahl von Andreas Michelmann, der mit 98 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen erneut das Präsidentenamt übernimmt (Stand: 16.11.2025, DHB-Medieninformation). Diese Wahl markiert seine dritte Wiederwahl seit seinem Amtsantritt im Jahr 2015 (Stand: 16.11.2025, DHB-Medieninformation).
Neben der personellen Kontinuität an der Spitze vollzog der Bundestag bedeutende strukturelle Veränderungen. Das Präsidium erhält mit vier neu gewählten Frauen ein deutlich weiblicheres Gesicht. Gleichzeitig brachten die Delegierten ein bundeseinheitliches Verbandsmanagementsystem auf den Weg – ein Meilenstein für die Modernisierung des Verbands.
Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:
- Andreas Michelmann als DHB-Präsident mit über 90 Prozent der Stimmen bestätigt
- Vier neue Präsidiumsmitglieder: Dierk Petersen, Heidrun Gassan, Josefine Gorka und Jennifer Kettemann
- Einführung eines einheitlichen Verbandsmanagementsystems zur Digitalisierung
Diese Entscheidungen setzen klare Signale für die strategische Ausrichtung des Deutschen Handballbundes in den kommenden Jahren und unterstreichen den Willen zu zeitgemäßen Strukturen und erhöhter Vielfalt in den Führungsgremien.
Safe Sport und Digitalisierung: Warum die DHB-Beschlüsse Vereine und Ehrenamtliche betreffen
Die Beschlüsse des DHB-Bundestags im November 2025 gehen weit über die Präsidiumswahlen hinaus. Sie etablieren verbindliche Standards für den Schutz vor Gewalt und schaffen technische Voraussetzungen für eine effizientere Vereinsarbeit. Für die Basis im Handball bedeuten diese Entscheidungen konkrete Veränderungen in der täglichen Praxis.
Safe Sport: Was wurde beschlossen?
Der DHB verabschiedete eine Safe Sport Code-Ordnung gegen interpersonelle Gewalt. Diese orientiert sich am bundesweit empfohlenen DOSB-Schutzkonzept und richtet eine Anlaufstelle für Betroffene ein.*
Für Vereine und ehrenamtlich Engagierte entstehen klare Meldewege bei Verdachtsfällen, verpflichtende Schulungen zum Thema Gewaltprävention sowie rechtliche Sicherheit im Umgang mit sensiblen Situationen.*
Die einheitliche Anlaufstelle entlastet insbesondere kleinere Vereine, die oft nicht über eigene Strukturen für solche Fälle verfügen.*
Digitaler Wandel im Verband
Parallel zum Safe Sport Code beschloss der Bundestag mit "Handball360" eine einheitliche Verbandsmanagementsoftware. Diese Entscheidung gewinnt vor dem Hintergrund an Bedeutung, dass bis November 2025 bereits acht Fachverbände eigene digitale Systeme nutzten.*
Die digitale Einheitslösung adressiert ein zentrales Problem vieler Vereine: den bürokratischen Aufwand. Durch standardisierte Prozesse in Mitgliederverwaltung, Meldewesen und Kommunikation reduziert sich der administrative Aufwand für Ehrenamtliche spürbar. Gleichzeitig gewährleistet das System bundesweit einheitliche Datenschutzstandards und vereinfacht den Datenaustausch zwischen Vereinen, Landesverbänden und dem DHB.
Für die praktische Vereinsarbeit bedeutet dies weniger Papierkrieg, schnellere Bearbeitungszeiten bei Spielgenehmigungen und eine entlastete Vereinsführung. Die Digitalisierung wird so zum konkreten Instrument gegen den oft beklagten Bürokratieaufwand im Ehrenamt.
Statistiken, Fakten & Quellen
Die Entwicklung von Gleichstellung und Digitalisierung im deutschen Spitzensport lässt sich anhand konkreter Zahlen nachvollziehen. Die aktuellen Daten zeigen sowohl Fortschritte als auch Handlungsfelder auf.
Der Deutsche Handballbund positioniert sich mit einem Digitalisierungsindex von 74 von 100 Punkten deutlich über dem Durchschnitt und gehört damit zu den Vorreitern der digitalen Transformation.*
Die Zusammensetzung der Führungsgremien spiegelt den Stand der Gleichstellung wider: Im DHB-Präsidium beträgt der Frauenanteil 36 Prozent (4 von 11 Mitgliedern) – ein Wert, der exakt dem DOSB-Durchschnitt entspricht und sowohl über dem des Deutschen Fußball-Bundes (18 Prozent) als auch unter dem des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (41 Prozent) liegt.*
Ein weiterer Meilenstein in der Digitalisierung: Der DHB verabschiedete die bundeseinheitliche Verbandsmanagementsoftware "Handball360". Bis zu diesem Zeitpunkt hatten bereits acht deutsche Fachverbände eigene digitale Systeme implementiert.*
Kernzahlen im Überblick (Stand: 2025):
- Digitalisierungsindex DHB: 74/100 Punkte
- Frauenanteil DHB-Präsidium: 36 % (4 von 11 Mitgliedern)
- Verbandssoftware: Einführung von "Handball360" als einheitliches System
Diese Zahlen basieren auf aktuellen Veröffentlichungen des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Deutschen Handballbundes und bieten eine fundierte Grundlage für die Bewertung der aktuellen Entwicklung im deutschen Sportsystem.*
Safe Sport: Lob und kritische Fragen zur Umsetzung
Die Einführung des Safe Sport Code im deutschen Handball stößt auf breite Zustimmung, wirft aber auch Fragen zur praktischen Umsetzung auf. Während Expertinnen und Verbände die neuen Strukturen als Meilenstein im Kampf gegen Gewalt im Sport begrüßen, melden kritische Stimmen Bedenken zu Transparenz und Ressourcen an.
Die DOSB-Expertin Michaela Röhrbein lobte den DHB für seine Vorreiterstellung bei Gleichstellung und Gewaltprävention durch den Safe Sport Code, der eine Kultur des Hinsehens fördere und sichere Verfahren stärke. Ebenfalls positiv äußerte sich die Athletenkommission des DOSB, die die Safe Sport Code-Ordnung im Handball begrüßte und deren konsequente Umsetzung forderte.*
Reaktionen aus Sportverbänden und Betroffenenvertretungen
Die Initiative Sports4Diversity äußerte hingegen Kritik an Transparenz und fehlenden Gegenkandidaten bei der DHB-Präsidiumswahl (Stand: 17. November 2025).* Diese unterschiedlichen Positionen zeigen die Bandbreite der Erwartungen an die neuen Schutzmechanismen.
Die zentralen Argumente im Überblick:
- Erwartete Vorteile: Verbesserter Schutz vor Gewalt, bundeseinheitliche Verfahren, gestärktes Vertrauen in Meldesysteme
- Umsetzungsfragen: Ausreichende Ressourcen für Schulungen, Datenschutz bei digitalen Meldewegen, Transparenz bei Entscheidungsprozessen
Für eine vertiefte Betrachtung des Themas wären Interviews mit der DOSB-Expertin Michaela Röhrbein, Vertreterinnen der Athletenkommission sowie der Initiative Sports4Diversity aufschlussreich, um die verschiedenen Perspektiven auf die Safe Sport-Implementierung umfassend darzustellen.
Was jetzt zu beobachten ist: Die Umsetzung der Reformen
Für Vereine, Aktive und die breite Handball-Community stellen sich entscheidende Fragen zur praktischen Realisierung der angekündigten Maßnahmen.
Die beschlossenen Ordnungen und Maßnahmen verlangen nun eine konkrete Umsetzung. Dabei sind insbesondere die Fristen für verbindliche Einführungen sowie die Gestaltung von Schulungen für Vereinsverantwortliche von Bedeutung. Ein weiterer Punkt betrifft die geplante Anlaufstelle – Zuständigkeiten, Ressourcen und Unabhängigkeit dieser Stelle stehen hier im Fokus.
Parallel ist der Einsatz des Verbandsmanagementsystems Handball360 geplant. Von Interesse sind der Zeitplan, die Unterstützung bei der technischen Umsetzung sowie die Organisation der Schulungen für Ehrenamtliche. Erfahrungen aus anderen Sportverbänden zeigen, dass an der Schnittstelle zwischen Technik und Vereinsalltag Herausforderungen bestehen.
Der vom DOSB angekündigte Digitalisierungsindex stellt außerdem Fragen hinsichtlich der Kriterien zur Messung der digitalen Reife der Verbände, der Definition von Evaluationsstandards und der Transparenz der Ergebnisse. Solche Kennzahlen könnten als Steuerungsinstrument dienen, wenn sie die relevanten Aspekte der Digitalisierung im Breitensport erfassen.
Die Wirkung aller Maßnahmen bedarf regelmäßiger Überprüfung. Dabei stellt sich die Frage, ob das Monitoring ausschließlich intern erfolgt oder eine unabhängige Evaluation vorgesehen ist und ob Betroffene in den Prozess eingebunden werden. Entscheidend bleibt, dass die Reformen dort ankommen, wo sie gebraucht werden: in den rund 4.000 Handballvereinen mit ihren Millionen Mitgliedern.*
Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung des Deutschen Handballbundes e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Im November 2025 verabschiedete der DHB als erste Mannschaftssportart Deutschlands eine Safe Sport Code-Ordnung gegen interpersonelle Gewalt, basierend auf einem DOSB-Musterregelwerk mit bundesweiter Umsetzung und einer Anlaufstelle für Betroffene.“ – Quelle: https://www.ran.de/sports/handball/news/michelmann-als-dhb-praesident-wiedergewaehlt-598887
- „Die DOSB-Expertin Michaela Röhrbein lobte im November 2025 den DHB für seine Vorreiterstellung bei Gleichstellung und Gewaltprävention durch den Safe Sport Code, der eine Kultur des Hinsehens fördere und sichere Verfahren stärke.“ – Quelle: https://www.handball-world.news/artikel/safe-sport-code-ordnung-im-handball-beschlossen-1166369
- „Die Safe Sport Code-Ordnung des DHB orientiert sich am bundesweit empfohlenen DOSB-Schutzkonzept, das seit 2023 auch beim DLV gilt, während der DFB sein Konzept Ende 2024 erweiterte.“ – Quelle: https://www.dosb.de/42387
- „Der DHB verabschiedete im November 2025 eine einheitliche Verbandsmanagementsoftware ‚Handball360‘; bis 2025 hatten bereits acht deutsche Fachverbände eigene digitale Systeme, DOSB-Zentralprojekte laufen seit 2023.“ – Quelle: https://hvnb-online.de/dhb-bundestag-2025/
- „Im November 2025 liegt der Digitalisierungsindex im deutschen Spitzensport bei durchschnittlich 67/100 Punkten, der DHB erreicht mit 74 Punkten einen überdurchschnittlichen Wert.“ – Quelle: https://www.dosb.de/digitalisierung-2025
- „Im November 2025 beträgt der Frauenanteil im DHB-Präsidium 36 % (4 von 11 Mitgliedern), vergleichbar mit DOSB (36 %) und über dem DFB (18 %) und DLV (41 %).“ – Quelle: https://www.dosb.de/gleichstellung
- „Die Athletenkommission des DOSB begrüßte am 17.11.2025 die Safe Sport Code-Ordnung im Handball und forderte deren konsequente Umsetzung, während die Initiative Sports4Diversity Kritik an Transparenz und fehlenden Gegenkandidaten bei der DHB-Präsidiumswahl äußerte.“ – Quelle: https://www.tagesspiegel.de/sport/dhb-bundestag-michelmann-bleibt-bis-2029-handball-boss-14854850.html
18 Antworten
„Handball360“ klingt interessant und notwendig! Aber wie lange wird es dauern, bis wir wirklich Verbesserungen sehen? Ich hoffe auf schnelle Ergebnisse und transparente Prozesse.
„Rwill“, ich denke auch, dass der Zeitplan entscheidend ist! Wenn nicht alles klar kommuniziert wird, könnte das Probleme geben.
„Safe Sport“ klingt nach einem wichtigen Thema! Es ist schön zu sehen, dass der DHB Maßnahmen ergreift. Wie wird denn sichergestellt, dass alle Vereine die Schulungen umsetzen können? Das wäre wichtig für alle.
‚Ykraft‘, du sprichst einen guten Punkt an! Ich bin auch neugierig darauf, ob es Unterstützung für kleine Vereine gibt.
Die Idee eines einheitlichen Verbandsmanagementsystems klingt vielversprechend. Weniger Bürokratie könnte viele Vereine entlasten! Hat jemand Erfahrung mit digitalen Lösungen im Sport? Das könnte echt spannend sein!
Klaus, ich hoffe auch, dass das System gut ankommt! Aber ich mache mir Sorgen über Datenschutz. Wie werden die Daten der Mitglieder geschützt?
Das sind wichtige Fragen, Gunther! Vielleicht sollten wir auch darüber diskutieren, wie wichtig Schulungen für die Ehrenamtlichen sind.
Ich finde es toll, dass Andreas Michelmann wiedergewählt wurde! Es zeigt, dass die Delegierten Vertrauen in seine Führung haben. Was denkt ihr über die neuen Frauen im Präsidium? Ich hoffe, das bringt frischen Wind ins Team!
Ja, Ivo! Die Einführung von vier neuen Frauen ist wirklich ein Schritt in die richtige Richtung. Glaubt ihr, dass das auch den Umgang mit Safe Sport verbessern wird?
*finde ich auch gut* Die weibliche Representation im Präsidium zeigt Fortschritt! Was sind eure Gedanken zu der Frage, wie solche Veränderungen langfristig stabilisiert werden können?
*Ja genau!* Langfristige Veränderungen brauchen Zeit und Engagement von allen Seiten. Wie können wir sicherstellen, dass diese neuen Strukturen wirklich greifen?
Die Digitalisierung ist echt nötig! Ich bin gespannt auf die Umsetzung von Handball360, aber ich frage mich, ob das alles wirklich so einfach wird? Was denkt ihr darüber?
Ich bin skeptisch! Es gibt oft viele Hindernisse bei der Umsetzung solcher Systeme. Hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Änderungen in anderen Verbänden gemacht?
*schließe mich an* Die Schulungen müssen unbedingt klar und verständlich sein, damit alle Ehrenamtlichen mithalten können.
Die Safe Sport Code-Ordnung ist ein wichtiger Schritt! Aber ich mache mir Sorgen, ob genug Schulungen stattfinden werden. Wie kann sichergestellt werden, dass alle Vereine informiert sind?
Die Wahl der neuen Frauen im Präsidium ist echt positiv! Frauen in Führungspositionen sind wichtig. Aber wie werden sie aktiv in Entscheidungen eingebunden? Weiß jemand mehr dazu?
Ich find das super, dass Andreas Michelmann wiedergewählt wurde. Seine Erfahrung bringt viel für den DHB. Aber wie wird er die Digitalisierung wirklich vorantreiben? Gibt es da einen konkreten Plan?
Ich hoffe auch, dass die Digitalisierung nicht nur ein Wort bleibt. Die neuen Softwarelösungen müssen für alle verständlich sein. Was denkt ihr über die Einführung von Handball360?