DGOU-Wintertipps: So vermeiden Sie Stürze und Rückenverletzungen bei Glatteis und Schnee

Bei winterlichem Glatteis füllen sich die Notaufnahmen mit typischen Sturzverletzungen wie Knochenbrüchen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) gibt deshalb konkrete Verhaltensregeln, um Unfälle zu vermeiden. Dazu gehören der sogenannte Pinguin-Gang auf rutschigem Untergrund und eine rückenschonende Technik beim Schneeschippen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pinguin-Gang mit kleinen Schritten und nach vorne geneigtem Oberkörper reduziert Sturzrisiken auf Glatteis.
  • Rutschfeste Schuhe und freie Hände verbessern die Balance und erhöhen die Sicherheit beim Gehen auf Eis.
  • Beim Schneeschippen sollte Schnee geschoben, nicht gehoben werden, um Rückenverletzungen zu vermeiden.
  • Vor dem Schneeräumen ist Aufwärmen wichtig, und bei Rückenproblemen sollte Hilfe in Anspruch genommen werden.
  • Typische Verletzungen bei Stürzen betreffen Handgelenke, Hüfte und Schultern, beim Schneeschippen den Bewegungsapparat.

– Winterwetter führt zu mehr Stürzen und überfüllten Notaufnahmen mit Glatteis-Verletzungen.
– Die DGOU empfiehlt den Pinguin-Gang auf glatten Wegen, um Stürze zu vermeiden.
– Rückenschonendes Schneeschippen mit richtiger Haltung beugt Wirbelsäulen-Problemen vor.

Notaufnahmen voll bei Glatteis: Orthopäden geben Wintertipps

Frostige Morgenstunden, Schnee vor der Haustür oder Blitzeis: Kaum setzt der Winter ein, füllen sich die Notaufnahmen (Stand: 06.01.2026). „Wir merken sofort, wenn die Wege rutschig werden, die Unfallzahlen steigen spürbar“, sagt Prof. Dr. Frank Hildebrand, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU)*.

Bei Wintereinbruch zeigt sich in Kliniken ein typisches Bild: Patienten mit schmerzverzerrtem Gesicht. Die Fachgesellschaft betont jedoch, dass sich viele Verletzungen vermeiden lassen. „Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Stürze und Rückenverletzungen vermeiden. So bleiben Gips, Schmerzen und lange Ausfallzeiten erspart“, erklärt PD Dr. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Prävention (Stand: 06.01.2026)*.

Lesenswert ist außerdem Extremwetter in Berlin: So können Sie bei Glatteis und Schnee obdachlosen Menschen helfen.

So kommen Sie sicher durch den Winter

Glatteis und Schneeberge vor der Haustür fordern den Körper heraus. Mit der richtigen Technik lassen sich Stürze und Rückenschmerzen jedoch vermeiden. Orthopäden und Unfallchirurgen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) empfehlen zwei einfache, aber wirkungsvolle Methoden für den Alltag.

Pinguin‑Gang: Kurz erklärt

Die beste Strategie auf glatten Wegen heißt Nachahmung. Wer wie ein Pinguin geht, bleibt stabil. Die Technik ist einfach: Machen Sie kleine Schritte, verlagern Sie Ihr Gewicht leicht nach vorne und setzen Sie die Füße flach auf. Diese Haltung sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt und mehr Kontrolle. Rutschfeste Schuhe oder Spikes bieten zusätzlichen Halt*. Halten Sie die Hände frei, statt sie in den Taschen zu vergraben – so können Sie sich im Notfall abstützen. Nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie langsam. Besonders ältere Menschen profitieren von Begleitung auf kurzen Wegen, heller Kleidung und guter Beleuchtung*.

Schneeschippen: Schonend arbeiten

Die Schneeräumpflicht trifft viele unvorbereitet. Wer hastig und ohne Aufwärmen arbeitet, riskiert Zerrungen, Wirbelblockaden oder einen Hexenschuss*. Der Schlüssel zum rückenschonenden Arbeiten liegt in der Vorbereitung und Technik. Stehen Sie früh genug auf, um Stress zu vermeiden, und wärmen Sie Ihre Muskulatur vor dem Start auf*. Halten Sie Ihren Rücken mit warmer Kleidung vor der Kälte geschützt*. Die goldene Regel lautet: Schieben Sie den Schnee, anstatt ihn zu heben. Wenn Sie heben müssen, gehen Sie in die Knie und halten Sie den Rücken gerade. Eine ergonomische Schippe und rutschfeste Schuhe entlasten den Körper zusätzlich*. Menschen mit bekannten Rückenproblemen oder nach Operationen sollten besonders vorsichtig sein und bei Bedarf Hilfe holen*.

Für eine schnelle Übersicht fasst diese Checkliste die wichtigsten Verhaltensregeln zusammen:

  • Auf Glatteis im Pinguin-Gang bewegen: kleine, flache Schritte, Gewicht nach vorn.
  • Rutschfeste Schuhe oder Spikes tragen*.
  • Hände frei halten für bessere Balance.
  • Vor dem Schneeschippen Aufwärmen und Stress vermeiden*.
  • Beim Räumen Schnee schieben statt heben; zum Heben in die Knie gehen.
  • Bei Rückenproblemen Hilfe in Anspruch nehmen.

Die DGOU stellt anschauliche Schaubilder zum Pinguin-Gang und zum rückenschonenden Schneeschippen zum kostenfreien Download bereit.

Einordnung, Quellen und Hintergründe

Die Empfehlungen der DGOU zielen auf zwei Hauptrisiken des Winterwetters ab: Stürze auf Glatteis und Rückenverletzungen durch Schneeräumen. Die medizinische Perspektive zeigt, welche Verletzungen typischerweise auftreten und wie präventive Maßnahmen konkret wirken.

Welche Verletzungen treten typischerweise auf?

Bei Stürzen auf glatten Wegen sind laut der Fachgesellschaft besonders Handgelenke, Hüfte und Schultern betroffen (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie). Diese klassischen Sturzverletzungen führen oft zu Knochenbrüchen, die eine schnelle operative Versorgung erfordern. Beim Schneeschippen entstehen dagegen vor allem Verletzungen des Bewegungsapparats. Falsche Bewegungen können zu Zerrungen, Wirbelblockaden oder einem akuten Hexenschuss führen* (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie)*. Stand: 06.01.2026.

Wie präventiv wirken die Empfehlungen?

Die präventiven Tipps setzen an den konkreten Unfallmechanismen an. Der sogenannte Pinguin-Gang – mit kleinen Schritten, nach vorne geneigtem Oberkörper und flach aufgesetzten Füßen – erhöht die Stabilität und verringert so direkt das Sturzrisiko auf Eis und Schnee (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie). Die Ratschläge zum rückenschonenden Schneeschippen, wie das Schieben statt Heben von Schnee und das Arbeiten mit geradem Rücken, sollen Überlastungen vermeiden und die Wirbelsäule entlasten. Damit adressieren sie die häufigsten Ursachen für winterliche Rückenprobleme. Stand: 06.01.2026.

Die nachfolgenden Informationen und Aussagen stammen aus einer offiziellen Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Winterliche Bedingungen betreffen nicht nur einzelne Personen, sondern ganz alltägliche Wege und Routinen. Der Beitrag zeigt, dass mit Glatteis und Schnee zwei häufige Auslöser zusammenkommen: Stürze auf rutschigem Untergrund sowie Rückenbelastungen durch Schneeräumen. Das schlägt sich auch in überfüllten Notaufnahmen nieder.

Für Betroffene heißt das: Prävention ist hier vor allem praktische Alltagsplanung. Wer Wege und Tätigkeiten anpasst—etwa mit dem beschriebenen Pinguin-Gang und rückenschonender Technik beim Räumen—kann das Risiko für typische Verletzungen senken und damit auch längere Ausfallzeiten vermeiden. Das ist besonders relevant für Menschen, die häufiger sturzgefährdet sind oder bereits Rückenprobleme haben.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Welche Verletzungen sind laut Beitrag besonders häufig?
Laut DGOU sind bei Glatteis-Stürzen besonders Handgelenke, Hüfte und Schultern betroffen. Beim Schneeschippen stehen Verletzungen des Bewegungsapparats im Vordergrund.

Was ist der Kern der Pinguin‑Gang-Technik?
Der Beitrag nennt kleine Schritte, ein leicht nach vorn verlagertes Gewicht und flach aufgesetzte Füße. Außerdem sollen die Hände frei bleiben und langsam gegangen werden.

Wie sollte man laut Beitrag Schnee räumen, um den Rücken zu entlasten?
Die DGOU empfiehlt Schieben statt Heben. Beim Heben soll man in die Knie gehen und den Rücken gerade halten. Vorheriges Aufwärmen und Stress vermeiden wird ebenfalls genannt.

Was tun, wenn der Rücken schon vorbelastet ist?
Der Beitrag rät, bei bekannten Rückenproblemen oder nach Operationen besonders vorsichtig zu sein und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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